Das klingt plausibel, aber ich habe mal ein bisschen darüber nachgedacht und denke, dass es eher umgekehrt ist. Meine Mutter ist ganz klar ein (chaotischer) Schmetterling, Ordnung halten musste ich mir selbst erarbeiten, das habe ich zuhause nie wirklich gelernt, von detaillierter Ordnung ganz zu schweigen. Je gröber die Kategorien, je einfacher das System, desto grösser die Chance, dass es funktioniert hat. Und jetzt wohne ich mit einem Schmetterlingsmann und potenziell Schmetterlingskindern, da funktionieren dieselben Schemata. Das heisst, überall dort, wo noch jemand anderes in mein Ordnungssystem involviert ist, mache ich automatisch eher grobe Kategorien, weil sich das ein Leben lang bewährt hat. Und dort, wo es nur mich selbst angeht, sind die Kategorien feiner. Bspw. Desktop oder Mailbox: das, was da rum"liegt", ist mein visueller Anteil, das sind nämlich die Dinge, die ich innerhalb von 2-3 Wochen regelmässig brauche. Von den aktuell 34 Dateien auf meinem Desktop sind 29 jünger als 4 Tage. Aber wenn ein Projekt fertig ist, werden die fein säuberlich in passende Ordner versorgt. Deshalb schätze ich inzwischen, dass ich eine Biene bin, die sich einfach gut an ihre Schmetterlingsumgebung angepasst hat. Aber eigentlich spielt das gar keine so grosse Rolle, denn da ich den Haushalt ja nicht alleine bewohne und führe, ist es ja auch wichtig, dass sich die Schmetterlinge in der Familie orientieren können.Dorkas hat geschrieben: 14.02.2024, 09:58 Jia, bei dir klingt das nach „undifferenziert, aber zur ‚Ordnung‘ erzogen/trainiert“. Also dass du eigentlich die groben Kategorien bevorzugst, aber die Vorteile der detaillierten Kategorien kennst und dir antrainiert hast.
Ich denke, da muss jeder individuell schauen, was am besten passt.
Ich bin nur gerade etwas desillusioniert. In meiner Phantasie habe ich nämlich immer von einem sauber aufgeräumten Haus geträumt, so wie im Katalog. Und ich dachte, ich müsse einfach nur lernen, wie man richtig aufräumt, dann klappt das irgendwann dann schon. Aber ich fürchte, wir visuellen Typen sind einfach nicht gemacht für klare freie Flächen. Denn ja, es sieht bei uns eigentlich ständig unaufgeräumt aus, ist es aber eigentlich nicht, denn das, was da herumsteht, steht aus gutem Grund da und wird benutzt, und aussen ist das Chaos eigentlich immer schlimmer als in den Kästen/Kommoden drin. Wenn es aber an unserer Art liegt und nicht am "nicht gelernt", dann ist es auch nicht sinnvoll, das wirklich ändern zu wollen.

