http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/M/Ma ... cationFile
Die hohen Inzidenzen in diesen Altersgrup- pen sind auf mehrere Faktoren zurück- zuführen: Zum einen erfolgt die Impfung häufig nicht zeitgerecht entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impf- kommission (STIKO) zum Ende des ers- ten Lebensjahres, zum anderen steigt der Anteil der geimpften Mütter in der Ge- samtbevölkerung. Geimpfte Mütter be- sitzen niedrigere Antikörperspiegel und übertragen demzufolge weniger Antikör- per als Nestschutz auf ihre Kinder.
Die Leihimmunität hält deshalb bei Kindern geimpfter Mütter durchschnitt- lich weniger lange an [38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45]. Weitere beeinflussende Fak-
toren für die Höhe der mütterlichen Antikörper bei den Kindern stellen z. B. das Nachlassen des natürlichen Booster- effekts aufgrund eines selteneren Kon- takt mit dem Wildvirus durch steigen- de Impfquoten und das Alter der Mut- ter bei der Geburt, das im Mittel ange- stiegen ist, dar [46]. Trotz der gestiege- nen Impfquoten sind diese jedoch noch nicht ausreichend, einen vollständigen Herdenschutz für die Säuglinge zu eta- blieren. Darüber hinaus kann aufgrund steigender Inzidenzen in der Altersgrup- pe ab 20 Jahre und seroepidemiologi- schen Untersuchungen davon ausgegan- gen werden, dass Frauen im gebärfähi- gen Alter aufgrund versäumter Impfun- gen zunehmend überhaupt keine Im- munität mehr gegen die Masern aufwei- sen [47]. Die Entwicklungen lassen be- fürchten, dass künftig noch mehr Kinder im ersten Lebensjahr an den Masern er- kranken werden, zumal wenn sie durch den Besuch von Gemeinschaftseinrich- tungen vielfachen Kontakten ausgesetzt sind.
Rabe schreibt hierzu:
Insbesondere die Aussage "wesentlich schlechteren Nestschutz..." Ist so nicht richtig. Nachzulesen in den von matyiasik-Klose zitierten originalartikeln die habe ich jetzt nur im Kopf, aber einige von ihnen schon gelesen, und der Unterschied in den antikörperspiegeln ist nicht groß. Es geht im Unterschied in der Dauer der Immunitätsweitergabe eher um Wochen als um Monate und es gibt eben noch zahlreiche andere Faktoren.Dies wäre auch eine mögliche Erklärung dafür, dass in Deutschland in den letzten Jahren mehr SSPE-Fälle als früher beobachtet werden: da als unmittelbare Folge der Masernimpfpolitik zunehmend mehr junge Mütter nicht mehr selbst Masern durchlebten, sondern nurmehr geimpft sind, geben diese an ihre Neugeborenen einen wesentliche schlechteren Nestschutz gegen Masern weiter. Zusätzlich fehlt sowohl den im Kindesalter Erkrankten als auch den Geimpften die natürliche "Auffrischung" ihrer Immunität durch Kontakt mit Wildmasern (Matysiak-Klose 2013). Die daraus resultierende höhere Empfänglichkeit von Säuglingen gegen Masern wäre mithin unmittelbare Folge der Impfstrategie.
Gerade dieses "wesentlich schlechtere" kommt aber in diskussionenen immer wieder (denn das wäre, würde es stimmen, ja schon ein wichtiger Entscheidungsfaktor!) und ist in der originalliteratur aber eben nicht belegt.
Viele Grüße,
Katja