Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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MaareMum
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von MaareMum »

Lulilaj hat geschrieben:ich ueberlege ob es einfach zu wenig ist, was ich mit ihr spreche.
ich muss zugeben, ich bin nicht der viel-rede-typ.
sie ist halbes tag bei TaMu, dann bei mir, und um 18:00 ist der Mann da, da wird es wieder deutsch gesprochen.

@besuch daheim, naja, leider sprechen alle bis auf meine Mutti deutsch, obwohl in Heimatsland ansaessig.
neulich waren wir da bei den eltern, ich habe mich gefreut in Muttersprache zu reden, aber da waren mein mann und partner meiner schwester da, und naja,
wir haben gar nicht aufgehoert deutsch zu reden.
meine mutti ist traurig, wie kann das sein dass die oma mit enkeln nicht reden kann. ich kann sie im moment echt nicht troesten,
weil ich selbe zweifel habe.
die oma hat sich jetzt mit knapp 60 jahren im sprachkurs angemeldet.

@mehr sprachkontakt, habt ihr erfahrung mit gezielt bekannten suchen die muttersprache reden? wo kann man die muttersprachler treffen, haha ;)
Nur Mut, das kommt!
Bei und ist auch die Papasprache kaum vorhanden, Papa ist nur nach der Arbeit hier, die entsprechende Verwandtschaft ist weit weg und wir fahren nur einmal im Jahr hin. Es ist eigentlich alles im Leben unserer Kinder deutsch, bis auf Papa (und wenn ich mit Papa spreche).
Ich dachte auch, er versteht alles aber wird es nie sprechen. Von wegen. Auf einen Schlag kam es. Von einem Tag auf den anderen, ungelogen.
Was hier ganz offensichtlich geholfen hat, waren Kinder-Zeichentricks in Papasprache (v.a. Peppa Wutz).
Nutz die Medien. Polnische Bücher vorlesen, es gibt ja sicher auch polnische Versionen von Kinderserien ("Peppa Pig" gibt es glaub ich auch auf Polnisch).

Du quälst dein Kind nicht mit polnisch!!!! Du bereicherst sein leben und vor allem: sie versteht dich ja, warum sollte es dann überhaupt Qual sein. So ein Schwachsinn, solche Aussagen finde ich echt total daneben.

________________
stillend und einhändig vom Handy aus
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Jetzt mal ganz ruhig! Ich kenne ziemlich viele zweisprachige Familien und da gibt es einige Beispiele, wo die Kinder zuerst ausschliesslich in der dominanten Sprache gesprochen haben und erst so mit 3-5 irgendwann, als sie in der Sprache sicherer wurden, dann auch angefangen haben, die Zweitsprache zu benutzen. Das ist doch kein Grund, jetzt nicht mehr mit ihr in Deiner Muttersprache zu sprechen!

Ich finde, es ist erstmal wichtig, dass sie die Zweisprache verstehen. So bauen sie einen passiven Wortschatz auf und bekommen ein Gefuehl fuer die Sprache. Deine Tochter ist doch noch echt klein. Wenn sie jetzt nur Deutsch spricht, heisst das doch noch nicht, dass sich das nicht irgendwann demnaechst wieder aendern kann. Bei uns ist es genauso. Spanisch ist Vater-, Familien-, Kita- und Umgebungssprache. Auf Deutsch sagt der Pirat bisher nur einzelne Worte, aber er versteht mich perfekt und hat damit auch keine Probleme. Meine Eltern sprechen ein bisschen Spanisch, nicht toll, aber genug, um sich mit einem Dreijaehrigen zu verstaendigen. Man lernt ja auch recht schnell, was die Kleinen so in welcher Situation mitteilen wollen. Und seit Weihnachten merke ich, dass der Pirat auch manchmal versucht, einzelne Worte, die er auf Spanisch kennt, auf Deutsch zu sagen. Uebrigens war mein Vater auch schon ueber 60, als er angefangen hat Spanisch zu lernen ;-)

Bei mir ist Deutsch meine Mutter- und Herzenssprache. Da der Pirat ja etwas sprachverzoegert ist, hatte ich grosse Angst, die Logopaedin wuerde mit von der Zweisprachigkeit abraten. Ich war echt sehr erleichtert, dass sie darin bisher kein prinzipielles Problem sieht. Lustiger Weise falle ich uebrigens oft ins Spanische, wenn ich mit dem Piraten schimpfe. Keine Ahnung warum.

Ach ja, bei uns gibt es auch oft Mickey Mouse auf Deutsch, und abends im Bett lese ich zu 95% deutsche Buecher vor.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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coccolone
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von coccolone »

Ich schliesse mich meinen Vorschreiberinnen an. Bleib dran und spreche weiter Polnisch mit deiner Tochter. Ich habe meiner Oma als Kind auch immer nur auf Deutsch geantwortet und alle dachten, ich könne die Zweitsprache nicht sprechen, wenn auch offensichtlich war, dass ich sie verstehe. Als ich ungefähr vier oder so war, zog meine Cousine mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist ein Jahr jünger als ich und konnte zu dem Zeitpunkt kein Deutsch. Also fing ich an (mit ihr) meine Zweitsprache zu sprechen, sehr zur Überraschung meiner Eltern und Oma. Übrigens mache ich das bis heute so, dass ich nur dann meine schwächeren Sprachen spreche, wenn mein Gegenüber meine dominanten Sprachen nicht spricht/versteht. Fragt aber nicht wieso...
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JessicaR
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von JessicaR »

Lulilaj hat geschrieben:Emotional sprechen tue ich lieber in meiner Muttersprache, es nervt auf Deutsch zu schimpfen und dann noch merken dass wegen Aufregung man mehr Fehler macht, da kann ich erst recht ausrasten
P.S. Ich schimpfe lieber in der Zweitsprache sonst habe ich das Gefuehl ich verwandle mich in meine eigene Mutter :x
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

JessicaR hat geschrieben: P.S. Ich schimpfe lieber in der Zweitsprache sonst habe ich das Gefuehl ich verwandle mich in meine eigene Mutter :x
Interessant, dass es Dir auch so geht. Deine Erklaerung ist interessant. Bei mir laeuft das irgendwie automatisch ab. Wenn ich echt sauer bin, dann verfalle ich oft ins Spanische. Vielleicht auch, weil Deutsch unsere private, kuschelige Sprache ist, die ich irgendwie mit besonderer Naehe zwischen uns verbinde. Vielleicht will ich das unbewusst nicht durch Schimpfen kaputt machen.

PS: Ich habe es, glaube ich, hier schonmal erwaehnt, dass ich zwar nicht zweisprachig aber sozusagen mit Englisch als Zweiter Familiensprache grossgeworden bin. Keiner hat sich besonders darum bemueht, mir das beizubringen, und ich war mir auch nicht bewusst, Englisch zu koennen, habe es dann im Gymnasium aber so unglaublich schnell gelernt (im Vergleich zu meinen Klassenkameraden), dass ich im Nachhinein vermute, dass ich enorm viel passives Wissen hatte, das nur noch aktiviert werden musste.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von mamoto »

Luli, du machst dir viel zu viele Sorgen! Mein Kind ist immer nur am we bei seinem frz Papa und hats dennoch gelernt ;-) sonst nur deutsch bzw in der Kita noch englisch, jetzt in der schule frz.
Gras wächst auch nicht schneller wenn man dran zieht, gell? Und guck dir rein einsprachige Kinder an, da gibt's welche, die quasseln mit anderthalb als hätten sie nen sprachchip implantiert und andere fangen erst mit 3 an richtig zu reden. Und unter erwachsenen gibt's auch quasselstrippen wie mich und schweigeexemplare.... Kinder saugen Sprachen echt wie ein schwamm auf! Das wird! ( wenn du nicht aufhörst ;-))
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

ich bin keine grosser rednerin, vor allem nicht mit so minis, die nicht antworten. die kuesse ich lieber ;-) und meine muttersprache ist nicht die umgebungssprache. wir sind immerhin jedes jahr einen monat in Deutschland. und mein sohn spricht sehr gut deutsch (der eine), der andere versteht eindeutig alle sprachen (ital., enlg und dt).
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lulilaj »

Ah, danke fuer mit und gut und mut reden, meine Mutti kommt jetzt hier alleine zu Besuch und ich sorge mich um das sprachliche Kontakt. Ich bin mir sicher, die kommen zu zwei klar. Das mein Papa es aber schon aufgegeben hat, trifft mich sehr ins herz
Lulilaj mit Lady Bamm-Bamm (04/2012) und Herrn Entspannt (01/2015)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lulilaj »

Doofes Handy, ins herz
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

ich hab die mail-adresse geloescht.
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