Weiterhin Einschlafstillen?

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maxine
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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von maxine »

Ich schließe mich den anderen an, das kommt von alleine bzw. kommt irgendwann der Punkt, wo du es sanft änderst, weil es nicht anders geht.

Meine Kleine ist ebenfalls ein dauernuckelndes Kind, das ohne Mama-Kontakt sofort wieder aufwachte. Ich versuch mal die Kurzfassung 8)

Anfangs liegend im Beistellbett einschlafgestillt, aber Aufstehen, nachdem sie schlief, wurde von Woche zu Woche schwieriger. Sie wachte schnell wieder auf und wir fingen von vorne an.

Nachdem sie eines Abends still und heimlich solange im Bett rumgewuselt ist, dass sie vom Ehebett fiel (nix passiert), bekam sie im Kinderzimmer ein richtiges Babybett und sollte von nun an zumindest abends dort schlafen (ich holte sie nachts, wenn ich schlafen ging, dann zu mir ins Bett). Tja, einschlafstillen im Liegen war jetzt also nicht mehr, so setzte ich mich mit ihr auf ein dickes Kissen am Boden und stillte sie dort, bis sie einschlief und legte sie in ihr Bett - wo sie oft sofort oder nach wenigen Minuten wieder aufwachte...und nochmal von vorne. Dann fing sie an, schon aufzuwachen, wenn ich vom Boden aufstand, also einschlafstillte ich von nun an im Stehen (ging anfangs ganz gut, weil sie ein Leichtgewicht ist) und hatte irgendwann raus, wie ich sie in meinem Arm drehen musste, um sie hinzulegen (Bauchschläferin).

Das ging ein paar Wochen ganz gut, dann wurde sie immer schneller wach oder ließ sich gar nicht erst hinlegen. Ich stand ewig in diesem dunklen Zimmer, war nervlich und körperlich am Ende. Also kauften wir einen Sessel, in dem ich sie nun stillte und wartete, bis sie schlief. Aufstehen und hinlegen ging problemlos...für einige Zeit, dann das gleiche Spiel wie immer...wach, stillen, aufs Schlafen warten, hinlegen...vor einigen Wochen war es dann so extem, dass sie teilweise jede Stunde wieder aufwachte und eine halbe Stunde zum Stillen und Einschlafen brauchte, schnell wieder aufwachte. Ich hatte eigentlich keine Zeit mehr für mich, sondern war nur noch mit Stillen und Kind hinlegen beschäftigt.

Dann kam der Punkt, an dem ich sicher war, das nicht mehr lange aushalten zu können, ich wurde zunehmend genervter und bemerkte eine Aggressivität in mir, das wollte ich nicht mehr und beschloss, dass es an der Zeit war, sie nicht mehr zum Einschlafen zu stillen, sondern ihr zu helfen, alleine in ihrem Bett einzuschlafen (ich hatte es die Wochen und Monate vorher schon öfters versucht, aber oft dann doch halbherzig irgendwie, klappte natürlich nicht).

Da sie schon anderthalb Jahre ist und ziemlich viel versteht, hab ich ihr abends beim Wickeln erzählt, dass wir ab heute nur noch im Wohnzimmer stillen nach dem Wickeln und ich sie dann ins Bett bringe und bei ihr bleibe, bis sie schläft, sie aber dabei nicht mehr trinken kann.

Ab hier zitiere ich mal aus einem anderen Forum, in dem ich aktiv bin:
Natürlich war es die ersten beiden Tage für sie unglaublich schwer, zur Ruhe zu kommen, aber immerhin akzeptierte sie gleich am zweiten Tag, dass ich sie nicht mehr aus dem Bett holte, sondern sie dort beruhigte. Es kam vor, dass sie im Sitzen weinte und jammerte und dann dabei einschlief...sitzend, mit dem Kopf an die Stäbe gelehnt, einmal hat sie sogar ihr Gesicht in die Stäbe gedrückt. Das war ein Bild, ich musste mich so beherrschen, nicht laut zu lachen :lol:

Nach ein paar Tagen weinte sie nicht mehr beim Hinlegen und zwei weitere Tage später legte sie sich einfach selber hin. Jetzt sieht es so aus, dass wir nach dem Stillen ins Kinderzimmer gehen, die Jalousie runterlassen, das Nachtlicht anmachen und sie auf meinem Arm noch etwas kuschelt, während ich singe. Danach lege ich sie hin und muss nur wenige Minuten warten, bis sie schläft. Manchmal wartet sie das Singen auch gar nicht ab, sondern wirft sich fast von meinem Arm ins Bett :mrgreen:

Und jetzt haben sich hier einige Dinge sehr verbessert: sie schläft auch mittags so ein und das oft für eine Stunde und abends schläft sie meist von acht bis Mitternacht oder auch mal länger. Ich lasse sie nun auch in ihrem Bett, bis sie das erste Mal wieder wach wird (bisher hab ich sie ja nachts immer schlafend mit rübergenommen). So kommt es tatsächlich vor, dass dieses Kind es auf 6 (in Worten SECHS!!!) Stunden Schlaf am Stück bringt.[...]Noch habe ich mich nicht dazu durchringen können, sie nachts im Kinderzimmer zu stillen und dann wieder hinzulegen, wobei das vermutlich für uns beide ruhigere Nächte geben würde. Aber das mach ich oft im Halbschlaf, dass sie dann einfach rüberhole...damit ich schnell wieder schlafen kann :rot: Mal sehen, ob und wann wir da was ändern.
Ich denke, es war für uns beide der richtige Zeitpunkt, sie schläft seitdem viel ruhiger und länger (sonst gab es hier kaum Mittagsschlaf, mal 20min, mehr nicht) und ich bin sehr viel ausgeglichener und ruhiger.

Sie hat zwar auch jetzt Abende, wo sie nach dem Hinlegen nicht zur Ruhe kommt und dann nochmal nach der BRust fragt. Die bekommt sie dann auch im Kinderzimmer, aber wenn sie fertig ist, dockt sie ab und zeigt mir, dass sie ins Bett will.

Damit habe ich nieeeemals gerechnet und ich bin froh, meinem Gefühl gefolgt zu sein.

Deine Süße ist noch so klein, es wird sich immer wieder irgendwas ändern und du wirst es dann für euch passend ändern, folge deinem Gefühl und dem Verhalten deines Kindes!
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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von Kruemelmama »

Also mir war der Ratgeber Babyjahre spätestens da suspekt als behauptet wurde Kinder könnten erst mit 2,5 Jahren ihren Schließmuskel kontrollieren. Da wir ähnliches wegen dem Schlaf gehört haben gab es bei uns dann das Buch "ich will bei euch schlafen" glaube ich. Da stehen unter anderem zwei Umfragen in verschiedenen Ländern drin wann der Ansicht der Eltern nach Kinder allein einschlafen und durchschlafen sollten. Und es wird klar, dass es nur in den westlichen Ländern diese Ansprüche gibt. In Asien und Afrika liegen die altersangaben bei 4-6 Jahren. Das hat mich ungemein beruhigt.


Krümel (07/2013)
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Shauni
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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von Shauni »

Irgendwie lese ich Bücher anders als ihr... Ich persönlich finde Einschlafstillen zu einfach und entspannt, um es jemals freiwillig aufzugeben :-D
Habe mir auch noch mal den Abschnitt in Babyjahre durchgelesen (mir gefällt das Buch eigentlich sehr gut, weil es eigentlich immer wieder zeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern mehrere Möglichkeiten, je nach Eltern und Kind. Und auch wenn der Abschitt mit "Abhängigkeit oder Selbständigkeit" überschrieben ist, und Abhängigkeit etwas negativ konnotiert ist, zeigt Remo für mich zwei Wege des Einschlafens auf: das selbständige Einschlafen fördern oder eben Einschlafstillen. Und das hängt seiner Ansicht nach auch von den Bedürfnissen der Eltern ab, brauche ich als Mutter mehr Freiraum, als mir das Einschlafstillen geben kann oder brauche ich sogar die Nähe zum Kind? Und zwischen diesen beiden "Extremen" Einschlafstillen und alleine einschlafen lassen gebe es "einen großen Spielraum, den die Eltern entsprechend den Bedürfnissen des Kindes und ihren eigenen gestalten können."
Dies gemeinsam mit dem Satz, dass man Kinder an Selbständigkeit heranführen soll ohne dass es sie unter- oder überfordert sagt doch ganz klar, dass es nicht schlecht für die Entwicklung ist, wenn das Kind mit wenig Nähe einschläft (wenn es dies schafft), da auch Selbständigkeit wichtig ist. Wenn man das Kind mit dem selber einschlafen überfordert, soll man es nicht tun. Er schreibt auch: "Wir sollen das eine oder das andere mütterliche Verhalten nicht als besser oder schlechter einschätzen."
Ich habe das so gelesen, dass ich schauen muss, was für mich und für mein spezielles individuelles Kind am Besten passt und ob ich in der Einschlafsituation (und generell), mehr Wert auf eine starke Bindung oder die Entwicklung der Selbständigkeit lege.
Und die Info, dass da Kind Selbstvertrauen durch eine gute Bindung und die Möglichkeit zur Selbständigkeit bekommt, passt definitiv zu allen Bereichen des Lebens, zum Schlafen, zum Spielen, zur Welterkundung... Vielleicht im Buch nur etwas ungünstig positioniert.
Zur Ausgangsfrage also: wenn für Dich, Deinen Mann und Dein Kind die Einschlafsituation und das Einschlafritual passt, mach es so, egal, ob es Einschlafstillen oder wach ins Bett legen und dort anders beim Einschlafen begleiten heißt. Solange Dein Kind ohne Weinen in den Schlaf findet ist doch alles gut. Und wenn etwas nicht funktioniert, versuche nach Deinem Gefühl, was Neues.
Viele Grüße
Shauni mit dem großen M (01/14) und dem kleinen j (02/17)
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Re: AW: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von FrauMahlzahn »

Ich glaube das einzig wichtige in diesem wie auch in vielen anderen Punkten ist, dass man die Bedürfnisse aller Beteiligten (und nicht die Dritter wie dem Kinderarzt, der Schwiegermutter oder Buchautoren) im Blick hat, gegeneinander abwägt und dann eine möglichst passende Lösung für alle findet. Und das auch immer wieder tut, wenn sich die Bedürfnisse ändern. Sei es weil das Kind älter, die Eltern erschöpfter geworden sind oder sonst was passiert ist.
Alles andere ist egal.

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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von Mutterhenne »

ich habe - auf Anraten meiner Hebamme - mit ca. 2 Monaten versucht, mit dem Einschlafstillen aufzuhören. Papa hat das Küken ins Bett gebracht, ganz liebevoll und geduldig. Küken hat trotzdem geweint; wir haben versucht, das als Tagesverarbeitungsweinen zu verbuchen, obwohl es uns nicht gut dabei ging (meine Hebamme war uns in Vielem eine gute Ratgeberin, gerade auch, was das Tragen angeht; daher habe ich ihr auch in dieser Sache vertraut - wohl mehr als meinem Instinkt). Bin viel zu spät auf dieses Forum und auf vernünftige Literatur zum Thema (s. meine Vorschreiberinnen) gestoßen und habe manchmal die Befürchtung, in den ersten Wochen einiges kaputtgemacht zu haben. Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an: Gib Deinem Kleinen die Nähe, die es braucht; so wird es sicherlich zu einer stabilen, selbständigen Persönlichkeit finden. Mittlerweile sind wir (längst!!) zum Einschlafstillen zurückgekehrt; unsere Kleine schläft trotzdem überhaupt nicht gern; kann eine Phase sein, kann aber auch mit unseren 'Experimenten' (klingt schrecklich in diesem Zusammenhang, fühle mich sooo mies, wenn ich daran zurückdenke) zusammenhängen...
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von Mutterhenne »

Mutterhenne hat geschrieben:ich habe - auf Anraten meiner Hebamme - mit ca. 2 Monaten versucht, mit dem Einschlafstillen aufzuhören. Papa hat das Küken ins Bett gebracht, ganz liebevoll und geduldig. Küken hat trotzdem geweint; wir haben versucht, das als Tagesverarbeitungsweinen zu verbuchen, obwohl es uns nicht gut dabei ging (meine Hebamme war uns in Vielem eine gute Ratgeberin, gerade auch, was das Tragen angeht; daher habe ich ihr auch in dieser Sache vertraut - wohl mehr als meinem Instinkt). Bin viel zu spät auf dieses Forum und auf vernünftige Literatur zum Thema (s. meine Vorschreiberinnen) gestoßen und habe manchmal die Befürchtung, in den ersten Wochen einiges kaputtgemacht zu haben. Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an: Gib Deinem Kleinen die Nähe, die es braucht; so wird es sicherlich zu einer stabilen, selbständigen Persönlichkeit finden. Mittlerweile sind wir (längst!!) zum Einschlafstillen zurückgekehrt; unsere Kleine schläft trotzdem überhaupt nicht gern; kann eine Phase sein, kann aber auch mit unseren 'Experimenten' (klingt schrecklich in diesem Zusammenhang, fühle mich sooo mies, wenn ich daran zurückdenke) zusammenhängen...
seöbstverständlich war nicht ich 2 Monate, sondern das Küken :oops:
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Re: Weiterhin Einschlafstillen?

Beitrag von Mutterhenne »

...Remo Largo finde ich aber grundsätzlich auch gar nicht schlecht, v.a., weil er immer wieder betont, dass es nicht den einen Königsweg gibt; dass jedes Kind, jede Familie und jede Lebenssituation eben anders ist. In manchen Fragen scheint mir das Buch nicht 100%ig aktuell zu sein (u.a. im Beikostkapitel), aber das ist ja eine ganz andere Sache....so, sorry, OToff
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