Hilfe bei Antistilldiskussion

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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jusl
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von jusl »

Ihr werdet lachen, als ich nach vermeintlichen Nachteilen des Stillens fragte kam: Mama darf nicht alles essen, nichts tirnken, nicht rauchen, nicht alle Medikamente nehmen.
Diese Mischmasch-Aussage ist ein super Beispiel für verschobene Wahrnehmung:
Mama darf nicht alles essen, nichts tirnken
Das stimmt nicht. Stillende Mütter dürfen genau das gleiche essen und trinken wie nicht-stillende Personen. Beim Trinken geht's allerdings um die Menge: Sich vollsaufen geht halt nicht, wenn man sich um ein kleines Kind kümmern muss. Geht allerdings auch nicht, wenn man noch autofahren oder am nächsten Morgen früh raus und arbeiten muss... Die Entscheidung "Sauf ich mich jetzt zu oder nicht?" müssen also auch nicht-stillende Personen gelegentlich treffen und - das Leben kann hart sein - manchmal zu Gunsten anderer Menschen oder Umstände darauf verzichten.

nicht rauchen, nicht alle Medikamente nehmen.
Genau das trifft allerdings auch auf die meisten nicht-stillenden Personen zu. :wink: Die schlimmen Folgen des Rauchens stehen auf jeder Zigarettenpackung drauf - und gelten für JEDERMANN, auch für flaschefütternde Eltern und deren passiv rauchende Kinder.
Und "alle Medikamente nehmen" dürfen die meisten nicht-stillenden Personen ebenfalls nicht, wegen individueller Nutzen-Risiko-Abwägungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Unverträglichkeiten, Allergien usw.
Grundsätzlich können praktisch ALLE Erkrankungen bei stillenden Frauen mit dem gleichen therapeutischen Erfolg (und ohne ernste Risiken oder Nebenwirkungen beim Stillkind) medikamentös behandelt werden wie bei nicht-stillenden Personen.

LG
Julia
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soda
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von soda »

Ach jusl - gut geschrieben!
mit T (2013) und T (2017)
mattisma
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von mattisma »

Jeah Jusl auf dich hab ich gewartet [SMILING FACE WITH OPEN MOUTH][PARTY POPPER]

Ich finde auch solche Diskussionen müssen zu Ende geführt werden bevor ich das Forum hier fand hab ich so viel Schrott gelesen (und leider ist das Forum hier bei den meisten Suchmaschinen nicht Nr.1) ich will auch nie die Gefühle von Mamas verletzen, die die Flasche geben, aber wenn sie fehlinfos bekommen haben muss man die grade rücken, sonst landen die Fehlinfos bei der nächsten unsicheren Neumama und machen da viel kaputt!


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Marlio
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Re: AW: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von Marlio »

Während einem Stillstreik habe ich u.a. auf Pulvermilch zurück greifen müssen. Damals hatte mein Mann die App Code Check neu auf dem Handy installiert und wir haben die Pulvermilch mal gecheckt. Danach hab ich die letzten Reste entsorgt anstatt sie auf zu brauchen. Für mich persönlich haben die Inhaltsstoffe, so wie sie sich mir durch diese App dargestellt haben, das schlagenste Argument FÜR stillen geliefert und mich in meiner Entscheidung wie ich mein baby ernähren wollte bestätigt.

Deswegen meine persönliche Antwort auf solche Diskussionsversuche: hast Du dir schon mal genau durchgelesen u d erklären lassen woraus diese Milch besteht? Mach das mal und dann reden wir weiter.

Natürlich nur wenn mir gegenüber gegen das Stillen geredet wird und nicht bei normalen Gesprächen oder wenn die Mutter trotz Bemühungen nicht zum Vollstillen kommen konnte. Ich will niemandem der darauf angewiesen ist die Ernährung seines Kindes schlecht machen oder missionieren. Und die meisten sehen es wie ich: ob stillen oder Flasche ist eine persönliche Sache und sollte vor niemandem gerechtfertigt werden müssen.

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Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
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feuerdrache
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von feuerdrache »

Marlio: völlig OT, aber ich habe kein Handy dass mit apps kann. Was ist denn da drinnen? In der Pulvermilch? Dafür kann mein Handy über Nacht im Matsch liegen und funktioniert noch immer :)
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Marlio
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Re: AW: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von Marlio »

In dem Pulver das wir hatten war u.a. ein Stoff drin, der auch zum spritzen von Pflanzen gegen Schädlinge genommen wird, das ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich weiß dass das nicht unbedingt schlimm sein muss, schließlich macht oft die Dosis das Gift. Trotzdem war das für mich ein kleiner Schockmoment.

An die anderen Inhaltsstoffe kann ich mich nicht mehr deutlich erinnern. Ich weiß auch nicht ob das mit normaler Pre vergleichbar ist da unser Pulver Milchfrei war.

Ebenfalls OT: mein Handy hat schon mit mir gebadet... ;-)

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EinfachIch
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von EinfachIch »

warmbäuchlein hat geschrieben: Und dann... da heißt es von den Ärzten immer: Frisch kochen, gesund und abwechslungsreich. Keine Fertignahrung etc.
Bei einem Baby findet plötzlich jeder, dass Pulvernahrung ja sooo toll ist etc.
Würde sich der gleiche Arzt auch von Pulvernahrung ernähren und sagen, dass das gleichwertig einer selbstegkochten Nahrung ist?
Ja, erwachsene essen am besten regionale, saisonale und möglichst wenig verarbeitete Produkte, und kinder gedeihen am besten mit industriell massenproduziertem Milchpulver. Aber das wird so gar nicht wahrgenommen ist mein Eindruck. Ich hab hier Mütter getroffen, die aus funktionierenden Stillbeziehungen mit 4 Monaten auf Flasche umgestiegen sind und entsetzt waren, dass mein Fröschli kuhmilch in form von joghurt schlabbern durfte. Kuhmilch ginge ja im ersten Jahr gar nicht, wegen des allergierisikos. Dass sie da selber jeden tag nen Liter von in ihre Kinder füllen war ihnen gar nicht bewusst. Die werbeleute der ersatzmilchhersteller haben da ganze Arbeit geleistet.
Mit kleinem Fröschli (07/13) an der Brust
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Mutterhenne
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von Mutterhenne »

EinfachIch hat geschrieben:
warmbäuchlein hat geschrieben: Und dann... da heißt es von den Ärzten immer: Frisch kochen, gesund und abwechslungsreich. Keine Fertignahrung etc.
Bei einem Baby findet plötzlich jeder, dass Pulvernahrung ja sooo toll ist etc.
Würde sich der gleiche Arzt auch von Pulvernahrung ernähren und sagen, dass das gleichwertig einer selbstegkochten Nahrung ist?
Ja, erwachsene essen am besten regionale, saisonale und möglichst wenig verarbeitete Produkte, und kinder gedeihen am besten mit industriell massenproduziertem Milchpulver. Aber das wird so gar nicht wahrgenommen ist mein Eindruck. Ich hab hier Mütter getroffen, die aus funktionierenden Stillbeziehungen mit 4 Monaten auf Flasche umgestiegen sind und entsetzt waren, dass mein Fröschli kuhmilch in form von joghurt schlabbern durfte. Kuhmilch ginge ja im ersten Jahr gar nicht, wegen des allergierisikos. Dass sie da selber jeden tag nen Liter von in ihre Kinder füllen war ihnen gar nicht bewusst. Die werbeleute der ersatzmilchhersteller haben da ganze Arbeit geleistet.
Ja, und dan gibt's Gläschen, also Fertiggerichte, die ohne Kühlung monatelang haltbar sind. Das würde einem erwachsenen Menschen kein Arzt guten Gewissens empfehlen. Habe aber schon gehört, dass Ärzte das unerfahrenen Müttern zur Beikosteinführung raten, weil Babykost in Deutschland ja noch besser kontrolliert sei als sonsige Lebensmittel. Tja, und dann wundert man sich, dass das Flaschen/Gläschenkind später nur Nudeln mit Ei oder Ketchup isst :roll:
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
feuerdrache
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von feuerdrache »

Gestern ist mir nach 4 Kindern das erste Mal ein Argument gegen das Stillen eingefallen- ich kann zur Feier auf die wir am Wochenende eingeladen sind ein ganz bestimmtes Kleid nicht anziehen- weil ich noch stille und das Kleid ausziehen müsste dazu. Und zu tief dekoltiert ist auch nichts wegen Selbstbedienung. Aber sonst- bei unseren Lämmern machen wir die Hölle heiß um sie ja mit Muttermilch groß zu bekommen. Haben bei Flaschenlämmern Probleme mit Wachstum und Überleben- aber bei Menschenkindern soll das anders sein????

(Sorry, ist nicht ganz ernst zu nehmen mit dem Kleid :) )
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EinfachIch
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Re: Hilfe bei Antistilldiskussion

Beitrag von EinfachIch »

Ich war am WE auf einer Hochzeit und hab das Kleid tatsächlich dem Anlass und dem Stillkind angepasst. Ein anderes ist aus dem Grund raus gefallen, obwohl es mir gut gepasst u n d gefallen hat. Also tatsächlich ein Manko des Stillens. Gab aber gsd auch stillfreundliche Kleider, sodass das zu verschmerzen war.
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