ich hoffe, meine Bitte ist nicht zu unverschämt, aber ich befinde mich gerade leider in einer dieser unangenehmen Diskussionen darüber, ob Stillen nicht total überbewertet sei und Pulvermilch nicht sowieso besser. Die gesundheitlichen Vorteile des Stillens seien nicht belegt und Pulvermilch sättige besser, damit gedeihe das Kind besser, schlafe besser, etc. Außerdem sei das stillen den meisten Frauen nicht so leicht möglich.
Ich weiß, dass es ziemlich zwecklos ist, dagegen zu argumentieren, da meine Diskussionsgegnerin logischen Argumenten nicht zugänglich scheint und es auch schwer ist, halbwegs sensibel zu agieren ohne den Vorwurf zu verbreiten, das Stillen nur nicht genug versucht zu haben. Auf der anderen Seite kann ich ihre Behauptungen auch nicht so stehen lassen, weil ja auch andere (werdende) Mütter mitlesen und sich von ihren Un- Halbwahrheiten verunsichern lassen.
Daher dachte ich, hier sind ja die Experten unterwegs und können mir weiterhelfen:
1. Die Diskussion begann damit (Kurzfassung), dass ich sagte, der mögliche Beikostbeginn wurde vor allem deswegen "vorverlegt", um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass mehr Kinder gleichzeitig gestillt werden und andere Nahrung kennen lernen (Schutz der Muttermilch bei Allergenkontakt). Da sehr viele Mütter mit 6 Monaten nicht mehr stillen, ist ein Beikostbeginn nach 6. Monaten deswegen nicht ideal.
Gibt es dazu eine offizielle Erklärung, Stellungnahme, Quelle? Ich habe das im studium (Medizin) so gelernt und es erschien mir logisch. Die Unterlagen, die ich dazu finde, sind aber leider eher so gehalten, dass sie erklären, dass Beikost nach 4. Monaten eben nicht schadet.
2. Habt ihr generell Studien für mich, die die Vorteile von Muttermilch belegen? Ich habe bei pubmed schon öfter gesucht und auch in der Diskussion empfohlen, allerdings sind das ja soooooo viele, dass sich da niemand durchackert. Bevor ich mir also die Mühe mache, die "aussagekräftigsten" rauszusuchen, dachte ich, ich frage mal hier, ob ihr da eine "Sammlung" habt
3. Ich weiß, dass die Fragen teilweise etwas "absurd" klingen bzw. pauschal nicht zu beantworten sind, geschweige denn zu belegen. Vielleicht habt ihr Lust, diese Frage aus eurer Sicht zu beantworten und eventuell, falls möglich, zu belegen:
a. Warum halten sich so wenige Mütter bzgl. des Stillens an die WHO-Empfehlung? (Hier geht es erstmal nur um die 6 Monate vollstillen. Ihrer Meinung nach weiß das jede, macht aber keine, weil Stillen eben nicht klappt bzw. sowieso überbewertet ist und keine Vorteile hat.)
b. Welche Menge an Muttermilch ist nötig, um die erwünschte, gesundheitlich protektive Wirkung zu entfalten, die ja einer der größten Vorteile des Stillens ist?
c. Hat die Rückkehr zum Stillen – nachdem man erstmal Pre geben musste – überhaupt einen Effekt?
d. Wie lange halten die Stillbefürworterinnen hier es für vertretbar, einen Säugling per Löffel oder Becher zu füttern? (es geht um die Zeit nach der Geburt, falls noch keine/ nicht genügend Milch da ist)
e. Wie lange braucht man, um 60 ml Premilch in einen Säugling zu löffeln/bechern?
Solltet ihr die Diskussion müßig finden oder mein Thread hier fehl am Platz, dann ignoriert ihn einfach. Ich dachte, eine Sammlung von gut belegten Argumenten kann nie schaden, und ich schlage mich in dieser genannten Diskussion meiner Meinung recht wacker, habe aber das Gefühl, dass meine vorgebrachten Argumente entweder überlesen oder missinterpretiert werden. Ich überlege inzwischen, den Vorwurf, Vorteile des Stillens seien nicht belegbar, so stehen zu lassen, weil ich nicht weiß, ob sich die Arbeit lohnt, alles mühsam zusammensuchen. Daher wäre ich einfach über eure Hilfe wirklich sehr dankbar!
Ganz liebe Grüße!
Lilia


