Kamen euch nie Zweifel?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Seerose
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Seerose »

Norina866 hat geschrieben: Ich stille gerne, aber an manchen Tagen bin ich wirklich einfach nur sehr sehr müde und frage mich, wie manche von euch das ein, zwei oder mehr Jahre schaffen?
Ich hab das mehr als drei Jahre "geschafft", hi, hi, wesentlich mehr, muß aber auch sagen, daß ich nur ein Kind habe und so ihm alle Zeit widmen konnte.
Es ist ja ein erheblicher Unterschied ob ich nun lediglich ein Kind habe oder mehrere und die so nebenbei versorgen muß.
Auch die nervigen Vorschläge endlich mit der Flasche zu füttern, damit man ihn endlich mal spazieren fahren kann ( das mach momentan nur ich, weil er ja noch keinen Rhythmus hat, ungern im Wagen liegt und ich ihn nicht hungern lassen möchte, nur weil ne Oma alleine schieben will....) stressen mich wirklich nur noch
Ich seh da keinen Grund auf Flasche umzusteigen, nur weil Oma Kinderwagen schieben möchte. :lol:
Laß sie doch schieben und sieh das als Auszeit für Dich, um Dich um Dein anderes Kind oder um Dich selbst zu kümmern. Ich hab jetzt nicht geschaut wie alt Dein Baby ist, aber Deine Mutter/Schwiegermutter kann ja anfangs nur mal ne Stunde spazierengehen bis sich rauskristallisiert wie lange Dein Baby auf die Brust verzichten kann.

Ah, so, 9 Wochen, jetzt hab ich nochmal nachgeschaut. Ja, klar, da gibt's Tage, da denkt man daß man durchgehend stillt. :mrgreen:

Ansonsten kann ich rückblickend nur sagen, ich hab das Stillen als Luxus gesehen und mußte mich im ersten Jahr nie drum kümmern Wasser oder Essen für's Kind dabei zu haben. Was hab ich andere insgeheim bedauert, die immer so viel mitschleppen mußten. Oder auch bei 36 Grad im Schatten, der Flüssigkeitsbedarf war mit der MuMi immer gedeckt. :wink:

Von daher war mein Grundgedanke eher: "wie schaffen das die anderen ohne das bequeme Stillen?", schließlich konnte ich ja im Bett liegen bleiben wenn das Kind Hunger hatte, andere mußten aufstehen, Fläschchen machen etc.

Ach so, und tragen können Omas auch... :mrgreen:
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Liebe Grüße,
Seerose
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tania
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von tania »

zweifel ob ich weiterstille oder nicht kamen mir nie. aber die ersten monate sind HART. echt. ob das nu am stillen liegt :lol: ich finde so kleine babys echt einfach sauanstrengend (und ich hatte easy babys!).

ich stille jetzt uebrigens schon seit ner weile zwei und es ist null anstrengend. also das stillen. anderes manchmal schon ;-)
tania mit sohn *09 und sohn *12
mattisma
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von mattisma »

Ich musste auch zufüttern bis mein Vögelchen 3 Monate alt war. Ich werd nie vergessen, wie ich geheult habe, gefühlt den ganzen Tag auf dem Sofa beim Stillen, die schmerzenden BW. Aber es war die Mühe wert! Mit fast 5 Monaten ist jetzt alles easy (na ja die Nächte könnten länger sein ;) ) aber ich habe echt so Glück - hat mein Kind hunger: Brust raus und gut, 10 Min später ist mein Schatz wieder happy! Und nicht nur wenn er hunger hat: nach dem impfen, wenn er so weint, Brust rein zum trösten und alles ist wieder gut! Das wird schon, mit 9 Wochen ist dein Baby doch noch so klein. Die ersten drei Monate habe ich als irre anstrengend und kräftezehrend in Erinnerung!


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mattisma
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von mattisma »

Und mit Fläschenkram wär das ganze noch viel anstrengender, glaub mir!


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sabbelschnuut
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von sabbelschnuut »

Ich kann auch verstehen, dass einem das manchmal echt zuviel wird. Mein Kleiner hat am Anfang auch ziemlich Clusterfeeding betrieben. Und meine Hebamme meinte nach ein paar Wochen, ich solle ihn jetzt auf 4-Stunden-Stillabstände bringen.

Hab ich nie gemacht. Bei uns waren lange, lange Zeit immer zwei Stunden Abstand angesagt. Ich weiß nicht mehr wie lange, aber bestimmt mindestens bis er sechs Monate alt war. Und was war? Er war am Anfang ein sehr kleines Baby, das Kleinste von unserer Mama-Gruppe, in der wir uns regelmäßig treffen (2700 g und 49 cm). Und nach 6 Monaten war er plötzlich der Größte von allen. Ich bin davon überzeugt, dass er einfach die Zwei-Stunden-Stillabstände fürs Wachsen brauchte - und ich bin sooo froh, weder auf meine Hebamme, noch auf meine Pekip-Leiterin gehört zu haben, die beide ja meinten, ich solle ihn auf längere Abstände bringen.

Also: Lass dich nicht verunsichern, hör auf deinen Mutterinstinkt! :-D
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elanor
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von elanor »

Klar bin ich mal genervt. Wenn sie sich nicht entscheiden kann, ob sie nun stillen will oder nicht. Bei ewigem Hin und Her. Beim Beißen :twisted:
Und unsere ersten 4-5 Monate waren alles andere als lustig... genau das ist für mich aber dann die Motivation gewesen, ich dachte mir dann "Ich will ja nicht nur die doofe Zeit gehabt haben." Und inzwischen ist es meistens entspannter. Nicht immer. Aber sehr oft :) Und ich denke, es ist da mit dem Stillen ein bisschen so wie insgesamt mit dem Kinder haben: es ist halt nicht immer alles rosa und blumig.
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Carraluma
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Carraluma »

Am Stillen habe ich eigentlich nie wirklich gezweifelt und kann mir gefühlsmäßig überhaupt nicht vorstellen, wie man ein Baby mit ner Flasche aufzieht, da ich meinem Baby nie eine gegeben habe.

Aber der Anfang war schon hart, mit wunden und schmerzenden BW und Dauerstillen. Ich habe anfangs nur gedacht, dass ich nur noch am Stillen bin. Und da ich kaum stillerfahrene Freundinnen hatte (zumindest keine, die mir vom Dauerstillen erzählt haben), kam ich mir dabei schon sehr seltsam vor. Und dann habe ich lange darauf gewartet, dass das Kind einen Rhythmus entwickelt, von dem mir so viel erzählt und nach dem ich so viel gefragt wurde, aber der Bedarf meines Kindes ließ sich nicht vorhersagen. So im Nachhinein, würde ich mir da nicht mehr so viele Gedanken darum machen, aber damals kannte ich dieses Forum auch noch nicht (so gut).

Das mit dem gestückelten Schlafen ist anfangs und zwischendurch schon auch anstrengend, aber insgesamt bin ich sehr froh, dass ich nachts (fast) nie aufstehen musste.

Und mittlerweile ist Stillen meistens eine willkommene Ruhepause tagsüber und so Momente, wo das Kind meist einfach zufrieden ist. Ich finde ansonsten es viel anstrengender, wenn man ein quengelndes Kind hat und es schreit, weil es beispielsweise nicht neben der vielbefahrenen Straße auf dem Arm oder an der Hand bleiben will.
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mama2008
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von mama2008 »

die stillzeit mit meinem großen war völlig unkompliziert,
die stillzeit mit meinem kleinen empfand ich schon viel anstrengender und ich war mehr als einmal genervt. er hat monatelang, auch über den ersten geburtstag hinaus, halbstündlich bis stündlich stillen wollen, tags wie nachts. und das über viele monate, das war furchtbar anstrengend und oft hab ich mir in sehr anstrengender zeit gedacht, was wär ich dankbar, wenn das stillen einfach mal jemand anders machen könnte. und ja, wir haben auch mal flasche angeboten, was er nicht nahm, selbst im beikostalter war es so, wenn er die brust wollte, dann die brust und kein keks oder gemüseschnitz oder brei oder was auch immer. egal ob ich verfügbar war oder nicht. und das hat meinen bewegungsradius ohne kind sehr eingeschränkt.
jetzt hat er sich seit kurzem abgestillt und ich muss sagen, es fühlt sich zwar stimmig an, aber dennoch vermisse ich das stillen.
ich glaube, es kommen immer wieder auch mal zeiten, in denen man das stillen nicht als himmelhochjauchzend empfindet, zumindest gehört das für mich dazu.
MamaSunshine
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von MamaSunshine »

Also wir stillen ja erst knappe 7 monate, aber möchte dir auch mut machen: je länger wir gestillt haben, desto mehr lag mir an der stillbeziehung. Weil ja, das genau ist es - eine beziehung zwischen baby und mama! Klar kann man auch auf flasche umstellen, und dann füttern andere, aber diese spezielle beziehung würde man dem baby dann nehmen, denke ich. Mein baby freut sich mittlerweile oft richtig aufs busenkuscheln ;-) sobald mehr eigener wille geäußert wird, verändert sich das stillen meiner meinung nach nochmal zum noch positiveren.
Dauermüde bin ich nach wie vor, und immer mal am dauerstillen auch, aber ich werde reich belohnt :-D

Die eine oma möcht auch gern wagen schieben, und ist für 4-stunden-abstände - mein steter quell des ärgernisses... Naja, für mich kommt momentan kein wagenfremdschieben in frage, baby ist vollzeittragling und vielstiller. Oma muss das halt hinnehmen, und in gesprächen bemühe ich mich um gelassenheit und innere ruhe. Das geht leichter mit einigen mantras (oder mantren?) aus dem forum hier: "jede familie muss ihren eigenen weg finden - und das ist unserer!" Gerne auch zweckentfremdet: "es ist nur eine phase" (irgendwann wird sie es verstehen...) .
Naja, letztlich machen wir, die wir hier im sut unterwegs sind, vieles radikal anders als noch die omas unserer kinder, ich lehne manches aus deren erziehung eigentlich sogar richtig ab. Das ist nicht öeicht zu akzeptieren.

(Puh, viel text, sorry, ist jetzt schon ne halbe selbsttherapie geworden ;-) )
Mama Sunshine mit dem kleinen Sonnenschein (09/13) und dem Fröschlein (11/18)
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von CarpeDiem »

Katharinas Stillbeziehung war anstrengend und von vielen Zweifeln geplagt. Habe vieles nicht verstanden und dann nach etwa 4.5 Monaten abgestillt. War aber immer irgendwie traurig drüber. Obwohl ich vorher mal sagte; wenn es nicht klappt, gebe ich halt Flasche. Wusste damals eben nicht um die Innigkeit. Was hab ich bei der ersten Flasche geheult.

Hatte dann bei Annika in der Schwangerschaft alles vorbereitet, Stillvorbereitungskurs, direkt in den Stilltreff usw. Und bisher ist das von vollem Erfolg begleitet. Annika ist nun etwas mehr als 4 Monate und wir stillen ohne Probleme. Und jetzt merke ich wieviel mehr Freude das hat. Freue mich sehr auf die kommenden Monate gerne Jahre mit ihr. Bin gespannt wie sich das stillen so entwickelt und hoffe das wir irgendwann gemeinsam unseren Abstillzeit finden.

Ich finde stillen nicht nur schön und innig, es ist wahnsinnig praktisch. Immer alles dabei, gut verpackt, richtige Temperatur, man muss nicht tausend Sachen mit schleppen usw.


Iphonitis, Autokorrektur kann für viel Gelächter sorgen.
am 14.02.2012 wurde Katharina H. I. mit 51cm und 3730g geliefert
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert


K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
A: unendlich geliebt, wird groß, stolze große Schwester
F: unendlich geliebt, gestillt, getragen, familiengebettet, macht uns komplett


unvergessen unser Dezembersternchen Pünktchen 2012
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