Kamen euch nie Zweifel?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Norina866
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Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Norina866 »

Ich bin relativ neu hier und in meinem Umfeld wird ehr wenig und wenn sehr kurz gestillt. Meinen ersten Sohn konnte ich nach Intensivstation, Beatmung ect nach der Geburt leider nicht stillen bzw hatte scheinbar nicht die richtigen Leute an der Hand die Mut machen und beim Durchhalten helfen - allerdings habe ich vier Monate abgepumpt - er hatte also vier Monate lang ausschließlich mumi.
Jetzt ist der nächste da - nun neun Wochen alt - und der wird recht problemlos voll gestillt. Spätestens alle 1,5 stunden, durchaus auch öfter und heute eigentlich den ganzen Tag.
Ich stille gerne, aber an manchen Tagen bin ich wirklich einfach nur sehr sehr müde und frage mich, wie manche von euch das ein, zwei oder mehr Jahre schaffen?
Oder habt ihr auch Tage, an denen es "schwer" ist? Ich würde so gerne auch mindestens ein jahr lang stillen und lese hier wirklich mit Freude und Begeisterung, was so manche von euch leisten - das klingt immer so unbeschwert und leicht....

Vielleicht kommt das ja mit der Zeit auch noch bei mir, aber auch das Verständnis von vielen im Umfeld ist völlig verdreht. Heute wurde ich bemitleidet weil ich ihn ja schon wieder im Tuch tragen "muss" - dass mir das gefällt kam gar nicht in den Sinn.
Auch die nervigen Vorschläge endlich mit der Flasche zu füttern, damit man ihn endlich mal spazieren fahren kann ( das mach momentan nur ich, weil er ja noch keinen Rhythmus hat, ungern im Wagen liegt und ich ihn nicht hungern lassen möchte, nur weil ne Oma alleine schieben will....) stressen mich wirklich nur noch und ich merke, dass meine Antworten schon sehr unfreundlich werden.....


Abgestillt wird selbstverständlich nicht!
Norina866
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Norina866 »

Eine wirkliche Frage ist das ja nicht.....ich glaube ich musste einfach nur ein bisschen jammern....
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Katha
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Katha »

also die ersten 6 Wochen waren total hart *find*
eine Freundin gab mir den guten Tip, nicht die 6 Monate vollstillen vor Augen zu haben - sondern von Tag zu Tag zu denken
Und: Wir stillen heute noch ;)
später mehr, muss jetzt schlafen
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
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cosima83
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von cosima83 »

Es bleibt ja nicht jahrelang so wie in den ersten Wochen!
Ich weiß noch, wie ich, als sie etwa ein halbes Jahr alt war, mich gewundert habe, wie lange unsere Stiillabstände tagsüber mitunter waren, ohne nennenswerte Beikost-Mengen.
Dann mit ca. 8-9 Monaten merkte ich, wie die Beikost sich merklich auf das Stillen auswirkte und ab dann wurde es immer mehr essen, immer weniger stillen. Mittlerweile sind wir bei einmal in 2-3 Tagen.
Zwischendurch, besonders wenn sie mal krank war, gerne auch mal wieder eine Rückkehr zum mehr oder gar vollstillen. Aber im Krankheitsfall war ich immer ganz froh, noch zu stillen und sie so gut trösten zu können und ihr leicht verträgliche Nahrung liefern zu können.

Wäre das Clusterfeedding vom Anfang hier zum Dauerzustand geworden, hätte ich sicherlich nicht so lange "durchgehalten". Aber es hat sich für uns eigentlich immer richtig und gut angefühlt. Kein Anlass, etwas zu ändern. Auch mit meinem Umfeld hatte ich echt Glück.
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Hasepup
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Re: AW: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Hasepup »

cosima83 hat geschrieben:Es bleibt ja nicht jahrelang so wie in den ersten Wochen!
Ich weiß noch, wie ich, als sie etwa ein halbes Jahr alt war, mich gewundert habe, wie lange unsere Stiillabstände tagsüber mitunter waren, ohne nennenswerte Beikost-Mengen.
Dann mit ca. 8-9 Monaten merkte ich, wie die Beikost sich merklich auf das Stillen auswirkte und ab dann wurde es immer mehr essen, immer weniger stillen. Mittlerweile sind wir bei einmal in 2-3 Tagen.
Zwischendurch, besonders wenn sie mal krank war, gerne auch mal wieder eine Rückkehr zum mehr oder gar vollstillen. Aber im Krankheitsfall war ich immer ganz froh, noch zu stillen und sie so gut trösten zu können und ihr leicht verträgliche Nahrung liefern zu können.

Wäre das Clusterfeedding vom Anfang hier zum Dauerzustand geworden, hätte ich sicherlich nicht so lange "durchgehalten". Aber es hat sich für uns eigentlich immer richtig und gut angefühlt. Kein Anlass, etwas zu ändern. Auch mit meinem Umfeld hatte ich echt Glück.
das kann ich nur unterschreiben :)

bei uns gab es anfänglich auch leichte schwierigkeiten mit dem stillen. ich hatte mir vorgenommen, ihn 6 monate voll zu stillen. und auf einmal war er schon 6 monate alt! er hatte aber noch kein interesse an fester nahrung, also wurde weiter gestillt. er war recht spät dran mit essen, glaube als er 9 oder 10 monate alt war fing es an (blw), und da musste ich immernoch viel stillen. ich machs gerne :)
grad letztens hatte er magen-darm, und ich war wirklich froh noch zu stillen! oder ebenso wenn er fiebert.
klar, manchmal ist es anstrengend. manchmal hab ich momente, da kann ich diese nähe nicht gut ertragen, da fällt es mir schwer ihn nuckeln zu lassen. aber ich merke einfach, wie sehr er es einfordert und dann wohl auch braucht.
morgen wird der herr 21 monate alt, und ich hätte nie gedacht ihn so lange zu stillen, aber es passiert einfach so. eine zeitlang hat mir das nachts stillen sehr zu schaffen gemacht. da sagte mein freund, ich soll ihm die flasche geben, dann könnte er auch mal aufstehn. da ich meinen freund aber kenne hab ich das nicht gemacht, sonst hätte ich noch mehr arbeit ;)
in meinem umfeld sagt eigentlich keiner was dazu, und selbst wenn, ich mach es trotzdem so, wie es mir richtig erscheint :)

also: stillen ist schön, und irgendwann nicht mehr so anstrengend :) und was andere sagen solltest du an dir abprallen lassen :)

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Sonnenblume83
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Sonnenblume83 »

Hallo,
Also dass mit dem ständigen anlegen, sind Wachstumsschübe, und die werden später weniger.
Wir stillen aber auch die ganze stillbeziehung alle zwei Stunden....
Das ist mit der Zeit nicht mehr so anstrengend und dauert nicht mehr lang.

Klar, solche Tage sind anstrengend, vor allem, wenn noch Geschwister da sind.
Aber dadachte ich immer, einFläschchen machen wäre noch stressiger.

die Umwelt gewöhnt sich dran, nahen Verwandten und Freunde,die es hören wollten hab ich es erklärt, (das ich es so gerne mache, das es evolutionsbedingt so vorgesehen ist....)

Klar, kann man Flaschenkinder leichter mal zu Oma "abschieben" oder den Mann mal machen lassen,aber ich sehe einfach die Vorteile.

( unsere kleinste ist fast 11 Monate und ich stille noch voll und trage nur, und sie war noch nie Länger als ne Stunde ohne mich)
Sorry, mein Tab schreibt nicht immer was ich schreibe...

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albany
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von albany »

Liebe Norina,
ich kann mich Katha nur anschliessen, lieber von Tag zu Tag planen. Wir stillen nach wie vor voll, die Beikostmengen sind noch sehr ueberschaubar, aber sie kostet gern und moechte auf alle Faelle bei den gemeinsamen Essen etwas abhaben.
Zum Kinderwagen, no way mit 9 Wochen, da hatte ich sie immer in der Trage. Ab 5 Monate fand sie auch den Kinderwagen gut, was ich gerade fuers Einkaufen recht angenehm finde. Lass Dich nicht beirren, Du hoerst auf Dein Baby und das zaehlt.
Und super, dass das Stillen bei Nr. 2 so gut laeuft.

Ja und manchmal bin ich nachts auch genervt, wenn sie gefuehlt zum 100.Mal trinken will.

LG, albany
Junge (01/2006) und Maedchen (07/2013)
Nusserl
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von Nusserl »

Ich stille nun das dritte Kind und gestern war auch ein Tag wo ich etwas genervt war. Aber ich weiss ja, dass die anstrengende Zeit vor allem am Anfang und bei den Schüben ist.
Die Zeiten wo Stillen einfach und praktisch sind, überwiegen deutlich!!!

Übrigens haben die Omas hier mittlerweile verstanden, dass sie nicht schieben dürfen, weil ich lieber trage. Sie dürfen aber gerne selber tragen und ich laufe nebenher.
Und sie sind eh mit den beiden Grossen so beschäftigt, dass sie das Baby mir überlassen.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
nido56
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von nido56 »

Als ich schwanger war, hat mir eine Arbeitskollegin erzaehlt, dass bei Ihr das Stillen eigentlich erst nach etwa 4 Monaten so richtig schoen wurde. Damals habe ich gedacht "Was? Nach 4 Monaten? Da faengt man doch normalerweise schon mit dem Abstillen an! Solange halte ich das jedenfalls nicht durch, wenn es schwierig ist".

Tja, zwar hatte ich nie Schmerzen und fand das Stillen ansich von Anfang an schoen, aber der Kleine war trinkschwach und nahm zuviel ab, und ich hatte lange nicht genug Milch. Alles in allem waren die ersten Wochen also eher stressig. Ich hatte damals das Ziel, die beruehmten 4 Monate durchzuhalten, meinem Baby zuliebe. Nach 2 Monaten wurde es einfacher, und ich musste nicht mehr zufuettern. Nach 3 Monaten wurden die Abstaende langsam laenger, und ich hatte genug Routine um mich nicht mehr zu stressen, wenn der Kleine unerwartet irgendwo unterwegs Hunger bekam, und mit 4 Monaten waren wir tatsaechlich ein toll eingespieltes Team und ich habe nichtmal im Traum mehr daran gedacht abzustillen.

Natuerlich gibt es immer mal wieder Tage, an denen man eigentlich dringend irgendetwas erledigen muesste/moechte, aber das Baby den ganzen Tag an der Brust haengen hat. Natuerlich nervt das. Aber mir Kind gibt es einfach immer wieder Situationen, in denen der Nachwuchs einem einen Strich durch die Plaene macht. Jetzt ist es das Clusterstillen, spaeter dann ein dauernoeliges, zahnenden Baby, ein Kleinkind mit Trotzanfall, wenn es gerade schnell gehen sollte etc. etc.

Uebrigens ist mir nicht ganz klar, wieso ein Tragekind auf einmal den Wagen akzeptieren soll, wenn es die Flasche bekommt. Wir haben, wie gesagt, die ersten Wochen zugefuettert, aber den Wagen fand der Pirat trotzdem saudoof. Die Forderung, auf Flasche umzustellen, damit die Oma so bald wie moeglich allein mit dem Baby spazierengehen kann, ist natuerlich sehr sonderbar. Du sollst also d=Deinem Baby die bestmoegliche Ernaehrung, die Dir zur Verfuegung steht, verweigern, damit Oma ihren Spass hat? Na danke aber auch!
nido mit dem Piraten (01/2012)
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annasushi
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Re: Kamen euch nie Zweifel?

Beitrag von annasushi »

Hallo Norina,

mir ging es auch mal so, dass ich dachte ich kann für der Rest meines Lebens NIE WIEDER etwas machen, das länger als 1,5 Stunden dauert... (und natürlich ist das nicht so, obwohl wir noch stillen). Es ging auch gar nicht darum, dass ich von meinem Baby weg gewollt hätte, sondern mehr um mein Gefühl, dass ich mich so allein verantwortlich für sein Wohlergehen fühlte. Das war als der Kleine auch so 2 Monate alt war. Ich kannte werder die Abpumptipps hier und auch stillfreunlichen Zufüttermethoden nicht, mein Abpumpversuch war kläglich gescheitert, und außerdem hatte ich auch Angst eine Saugverwirrung durch Fläschen zu riskieren. Also schien es mir, dass ich für immer alle zwei Stunden stillen müsste.

Und irgendwie haben sich diese Gefühle wieder in Luft aufgelöst. Ich bin mehr raus und habe mich gefreut, wie flexibel wir durch das Stillen sind. Das Wetter wurde besser und draußen Stillen hat Spaß gemacht. Oma hat die Benutzung des Bondolino gelernt und durfte dann auch mal alleine mit Baby weg (meine Theorie: Schreiendes Baby schieben machen manche, aber schreindes Baby am eigenen Körper tragen ist nicht zu ertragen, also kamen alle immer rechtzeitig beim erstes Knötern wieder heim zum Stillen).

Ab Beikoststart habe ich den Kleinen mit Melone, Erdbeeren oder sonstwas Leckerem bei einer vertrauten Person mit Tragehilfe gelassen und war viiieeel entspannter. Das Stillen ging auch immer schneller und einfacher. Also, halte durch, es wird entspannter :-)
Viele Grüße, Anna
mit dem Großen (10/2012), dem Kleinen (02/2015) und dem ganz Kleinen (02/2019)
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