Das Unfallrisiko halte ich beim Rückentragen für deutlich geringer als beim Vornetragen. Vornetragen schränkt die Sicht ein - wer nicht nur auf Gehwegen walkt, sondern im Wald auch mal über Erde, Steine, Stöcke oder Wurzeln geht (oder auch Schnee/Matsche) und Steigungen bewältigt, ist auf gute Sicht aber zwingend angewiesen.
Gerade Anfänger FALLEN auch mal oder rutschen aus - das ist unvermeidlich. Man kann nach vorne fallen, oder auf dem Hintern landen beim Ausrutschen. Wenn das Baby hinten getragen wird, kann es sich bei BEIDEN Fall-Varianten praktisch nicht verletzen (man beachte, in welche Richtung das Köpfchen beschleunigt würde).
Hallo Julia,
wenn die Sicht eingeschränkt ist, dann ist das Kind entweder viel zu hoch (also falsch gebunden) oder zu groß für vorne. Die Kinder sind im Kurs in der Regel ca. 4-5 Monate alt, wenn sie auf den Rücken kommen. In unserem Kurs ist noch nie jemand gefallen und die Kurse, sowie der Lauftreff sind gut besucht. Es ist vor allem die falsche Technik, die Eltern zum stolpern bringt, nämlich wenn nicht auf den langen Arm und den flachen Stock geachtet wird, die Stöcke zu weit nach vorn kommen usw. Wir laufen im Wald auf Laufrouten, die in Ordnung gehalten werden. Also nur auf Wegen, auf denen sich keine Stolpersteine oder grobe Wurzeln befinden. Wege, wie Du sie beschreibst würde ich mit Müttern und Babys nicht laufen. Ein Trainer läuft immer voran, der andere (ich meist) immer im wechsel zwischen der Gruppe hindurch, hinten dran usw. Wir wollen kein Querfeldeinlaufen mit Risiko, wir wollen gesunde und sichere Bewegung, Berge gibt es bei uns (leider) nicht, es ist alles vollkommen flach, kilometerweit.
Ich habe oben von "großen Kindern" geschrieben. Also nicht von allen, die auf dem Rücken sind, sondern von den großen, die auf dem Rücken getragen werden. Also 1 Jahr aufwärts ist das bei mir. Man kann ab einer bestimmten Größe machen, was man will, die Beine bekommt man nicht mehr hinter den Körper und das wäre auch keine gute Haltung für die Kinder. ABER: es geht und auch hier hatten wir noch nie ein Problem. Mein Sohn hat mich z.B. 3,5 jahre in dem Kurs auf meinem Rücken begleitet, sogar vor kurzen (5,5 Jahre) habe ich ihn noch mal mitgenommen.jusl hat geschrieben:Und wenn man hinten mit starker Anhockung und wenig Spreizung bindet, zeigen die Beinchen NICHT seitlich an Mamas Körper vorbei, so dass definitiv auch beim Hintentragen eine gute, körpernahe Armtechnik möglich ist.
(Das starke Anhocken hat wiederum auch einen Sicherheitsaspekt, da die Füßchen nie tiefer baumeln sollten als Mamas Hüfte (nämlich damit die Füßchen auf keinen Fall verletzt werden können, falls die Mutter ausrutscht und auf dem Hintern landet)
Es handhabt jeder etwas anders, mir ist es einfach besonders wichtig, Gefahren zu vermeiden, statt gefährlich zu laufen und die Eltern dazu zu bringen schon sehr kleine Babys auf dem Rücken zu tragen. Hier wird das nicht standartmäßig praktiziert, im Gegenteil. Die Eltern findenn es schon oft zu früh, wenn sie ab 5 Monaten hinten tragen sollen.
Freundliche Grüße
Patricia
