Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

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honigtopf2010
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Re: AW: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von honigtopf2010 »

Kaengu hat geschrieben:Wir hatten auch grad übelst MD und uns wurde von einem sehr stillfreundlichen Arzt im KKH auch empfohlen, ein paar Stunden aufs Stillen zu verzichten. Die Maus hat nachts 15x gebrochen und dazwischen wie eine Verdurstende getrunken um alles sofort auszukotzen. Sie geriet dadurch in einen üblen Kreislauf ,


Knapp da mobil:-)
Hmmm.... es tut mir leid, was ihr da erlebt habt. Das war sicher schlimm für euch. Nun klingt es doch so, als wäre die Muttermilch daran 'schuld' zumindest hat es Wurzelkind so aufgefasst. Deshalb will ich dazu noch etwas schreiben. Ich kann nicht aus ärztlicher Sicht beurteilen, ob es eine solche Spirale, wie du es nennst, gibt. Wir hatten in dem Alter mal das gleiche Problem, auch in der Frequenz. Ich war mir zunächst unsicher ob ich jetzt weiter stillen sollte. Dann überlegte ich folgendes: So lange mein Kind VON SICH AUS trinken will, ist das Gold wert! Sie trank und erbrach... und trank.... Sie bekam von uns noch Zäpfchen und nach einem Tag war der Spu(c)k vorbei. Was hatten wir geschafft? Es war nicht die Milch schuld - sie hätte auch Tee mit Zucker erbrochen. Nur, dass auf diese Weise doch irgendwas im Kind blieb und Muttermilch physiologisch einfach am Besten verwertbar ist. Daran gibt es nichts zu deuten oder zu rütteln. Und schon gleich gar nicht, wenn die Alternative Tee mit Zucker (egal welcher) heißt.
Wurzelkinds Baby ist im Unterschied dazu noch ein Säugling. Unabhängig ob du schon ein wenig Beikost gibst oder nicht. Babys dehydrieren noch viel schneller. Insofern ist es Frevel ein Kind in dem Alter mit MD, dass VON SICH AUS trinken will, von der Flüssigkeitszufuhr zu trennen. Und dazu hat der Arzt ja offensichtlich geraten. Denn im Umkehrschluss hätte er die Flüssigkeitszufuhr sicher stellen müssen - sprich infundieren. So schlecht war der Befund aber wiederum wohl noch nicht. Aber er hat viel dafür getan, dass es soweit hätte kommen können. Und das ist das Falsche daran! Wenn ein Säugling in dem Alter keine Flüssigkeit mehr zu sich nähme, würde man auch nicht lange mit Löffeln probieren. Die nehmen einfach zu schnell ab. Und deshalb kann dein Eindruck schon stimmen Wurzelkind.
Und natürlich kontrolliert das Baby die Trinkmenge. Es wird in dieser Situion auch viele kleine Mahlzeiten bevorzugen. Wisst ihr, was ich schlimm finde? Der Arzt weiß jetzt nicht, dass Wurzelkind letztlich gestillt hat. Beim nächsten Fall wird er vielleicht sagen: Geben sie mal Tee mit Zucker... damit haben wir hier gute Erfahrungen gemacht :???:
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Wurzelkind
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von Wurzelkind »

Guten Morgen!

Nein, ich denke gar nicht, dass die Milch falsch war, sondern nur, dass die Löffelfütterung vielleicht schlauer gewesen wäre als das Kind gierig trinken zu lassen und ihr direkt noch die andere Seite anzubieten. Ich würde jetzt immer wieder und dafür weniger trinken lassen oder es abgepumpt mit dem Löffel versuchen. Wobei ich keine Elektropumpe mehr habe und für ne Stunde von Hand pumpen wohl in so einer Situation keine Ruhe hätte.

Aber ich denke eigentlich auch nicht, dass - in DIESER SITUATION - der Zucker so falsch war. Es ging ihr so dreckig, sie war so schwach...da erschien mir zusätzliche schnell verwertbare Energie tazsächlich nicht ganz so absurd. Es war ja nur ne Ausnahme, quasi Medizin. Das ist doch was anderes als wenn ich ihr jeden Tag Tee mit Zucker gebe. Oder warum seht ihr die einmalige Gabe von Tee mit Zucker als so kritisch? Ich möchte mit der Frage nicht provozieren! Ich bin kein Experte in Ernährungsfragen. Ich weiß, dass Zucker ungesund ist, süchtig macht etc. Aber einmalig im Krankheitsfall erscheint mir (möglicherweise aufgrund meiner Unwissenheit) nicht so schlimm.

Dein Einwand mit dem Arzt ist natürlich richtig! Wobei ich ja sofort gesagt habe, dass sie keinen Tee trinkt und er dann Tee mit Milch mischen vorgeschlagen hat. Also wenn er das so weiterempfiehlt, müsste er wenn überhaupt Mumi-Tee empfehlen. Allerdings war das am nächsten Tag gar kein Thema mehr. Es ging ihr so gravierend besser, dass er uns schon im Flur entgegen rief, dass sie bzw. wir um Welten besser aussehen.

Er hat dann nochmal Lunge, Ohren und hals untersucht, aber nicht gefragt was sie getrunken hat. Wäre ich selbstbewusster hätte ich natürlich sagen können "Das kommt bestimmt von meiner guten Muttermilch!" :5: Ich muss da an mir arbeiten!
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Kinsale
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von Kinsale »

Wurzelkind hat geschrieben:Aber ich denke eigentlich auch nicht, dass - in DIESER SITUATION - der Zucker so falsch war. Es ging ihr so dreckig, sie war so schwach...da erschien mir zusätzliche schnell verwertbare Energie tazsächlich nicht ganz so absurd.
Ich schätze mal, am schnellsten und leichtesten zu verwerten für ein Baby ist MuMi, nicht Traubenzucker. :wink:

Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie - wenn man garnicht erst versucht hätte, sie vom Stillen abzuhalten- vielleicht auch kleine Portionen getrunken hätte. Immer mal wieder ein Schlückchen (Vorder-)Milch wäre vielleicht verträglicher gewesen.
Aber: insgesamt finde ich erbrechen bei einem Baby garnicht so schlimm (meine waren davon nie besonders beeindruckt) ich denke es dürfte reichen, wenn eben etwas mehr drin bleibt, als wieder rauskommt. So wie Honigtopf das beschrieben hat.


Einer Freundin von mir wurde im KinderKH eine Milchpumpe gebracht, als sie mit Norovirus-Kind da war. Sie stillte damals tagsüber kaum noch (Kind war 14 Monate alt) und sie sollte wenn die Kleine schläft pumpen und wenn sie wach ist stillen, um die Milchmenge so zu steigern, dass das Kind schnell von der Infusion konnte. Dort hieß es, sie solle froh sein, dass sie noch stillt, denn das sei das Einzige, was man MD-Kindern an Nahrung guten Gewissens empfehlen könnte.
So unterschiedlich sind da Ärztemeinungen... :wink:
honigtopf2010
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Re: AW: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von honigtopf2010 »

Das unterschreib ich mal faul komplett und freue mich erstaunt über so eine tolle Idee im Krankenhaus.
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nido56
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von nido56 »

Uff, da musste ich jetzt aber auch mal tief durchatmen ob dieser... hm... ueberraschenden Behandlungsmethode. Meiner hatte seinen ersten MD-Infekt, da war er noch vollgestillt. Allerdings hatte er nur heftigen Durchfall, kein Erbrechen. Ich bin dann auch aengstlich zur Aerztin und die sagte mir dass man bei Flaschenkindern jetzt Heilnahrung und Tee und so geben wuerde, aber bei Stillkindern einfach gar nichts macht, ausser weiterstillen und auf Austrocknungszeichen achten. In dem Fall muessten wir dann ins Krankenhaus und Infusionen geben. Das war zum Glueck nicht noetig.

Beim zweiten Mal war er schon groesser und hat eigentlich schon gut gegessen. Da hatte er wieder Durchfall und ein bisschen Fieber und wollte nichts essen. Also habe ich ein paar Tage vollgestillt und gut war. Kurz darauf hatten wir eine Routineuntersuchung bei der Kinderaerztin (inzwischen eine andere wegen Umzugs). Da habe ich das erwaehnt, und sie meinte, wir haetten genau richtig gehandelt und Glueck gehabt, dass das Stillen noch so gut klappt. Sie haette in letzter Zeit eine Menge Kinder mit schweren MD-Problemen gehabt. Bei uns waere es wohl durch das Stillen nicht so schlimm geworden.

Ich denke ueberhaupt nicht, dass es schlimm ist, seinem Kind mal gezuckerten Tee zu geben. Ich denke nur, dass man die Energie mit Muttermilch noch einfacher in das Kind gekriegt haette. Muttermilch wird ja auch extrem schnell verdaut. Die Chance, dass trotz Erbrechens schon ein bisschen was vom Magen aufgenommen wurde, ist also immer gross. Ich glaube, die Kleinen spueren sehr genau, was ihnen guttut und machen das dann instinktiv. Wenn das so nicht mehr funktioniert, dann ist das Kind meist so krank, dass medizinische Massnahmen (Medikamente, Infusionen etc.) notwendig sind.

Ich denke, Du hast gut reagiert, indem Du auf Dein Bachgefuehl reagiert hast. Vielleicht hat Dein Arzt einfach seit vielen Jahren kaum vollgestillte Kinder in seiner Praxis und hat einfach das Behandlungsschema fuer Flaschenkinder direkt angewandt, was laut unserer Kinderaerztin heute als ueberholt gilt. Man sagt ja heute auch, dass aeltere Kinder bei Durchfall keine Diaet mehr halten sollen sondern einfach das essen, worauf sie Lust haben.
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von jusl »

Aber ich denke eigentlich auch nicht, dass - in DIESER SITUATION - der Zucker so falsch war. Es ging ihr so dreckig, sie war so schwach...da erschien mir zusätzliche schnell verwertbare Energie tazsächlich nicht ganz so absurd.
Normaler Zucker ist allerdings superflott verstoffwechselt - und dann fällt man bekanntlich erst recht in ein Energieloch. ;-)

Die Empfehlungen sind ganz klar:
Bei Magen-Darm-Infekten sollten Kinder WEITER GESTILLT werden, komplett nach Bedarf. Wenn sie Muttermilch erbrechen (logo, was denn sonst?!?..), dann wird eben wieder frisch draufgestillt. In der Zeit bis zum nächsten Spucken wird definitiv etwas Mumi verstoffwechselt, was dem Kind KOMPLETT ZU GUTE kommt. Muttermilch liefert alle wichtigen Nährstoffe (nicht nur Zucker!) und verlässt den Magen schnell, d.h. Stillen ist definitiv der effektivste Weg, auch in aktuen Krankheitsphasen etwas Nahrung ins Kind zu kriegen.
Bei starkem Brechreiz kann es sinnvoll sein, SEHR HÄUFIG zu stillen, in EHER KLEINEN Portionen.

Erst wenn sehr häufiges Stillen nicht mehr möglich ist, müssen medizinische Maßnahmen ergriffen werden, z.B. Infusionen um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Dieses simplen Regeln sind keinerlei Geheimwissen. Mir ist schleierhaft, wie es passieren kann, dass Gesundheitspersonal gegenteilige Empfehlungen ausgibt.

Euch auf jeden Fall erstmal weiterhin gute Besserung und
LG
Julia
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von Dickkopf-Mama »

jusl hat geschrieben:
Aber ich denke eigentlich auch nicht, dass - in DIESER SITUATION - der Zucker so falsch war. Es ging ihr so dreckig, sie war so schwach...da erschien mir zusätzliche schnell verwertbare Energie tazsächlich nicht ganz so absurd.
Normaler Zucker ist allerdings superflott verstoffwechselt - und dann fällt man bekanntlich erst recht in ein Energieloch. ;-)
Hat bei heftigem MD gelegentlich den Vorteil, dass zumindest ein Teil des Zuckers schon angekommen ist bevor er wieder erbrochen wird. Vor Energielöchern hätte ich zumindest bei nem üblem MD-infekt da jetzt nicht unbedingt Angst, wenn für das Kind keine Muttermilch verfügbar ist.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von jusl »

Vor Energielöchern hätte ich zumindest bei nem üblem MD-infekt da jetzt nicht unbedingt Angst, wenn für das Kind keine Muttermilch verfügbar ist.
Verstehe ich nicht :oops: :lol: - für das betreffende Kind hier IST doch Muttermilch verfügbar?!? Abgesehen davon ist das gefährliche bei MD-Infekten nicht die vorübergehende Schlappheit durch Kohlenhydratmangel, sondern die Dehydrierungsgefahr mit Exsikkose und Elektrolytentgleisung.
Für Kinder, die nicht mehr gestillt werden und wirklich GAR NICHTS bei sich behalten, reicht da auch gelegentlicher Zuckertee nicht; die brauchen i.d.R. Infusionen.
nido56
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von nido56 »

Ich bin ja nun keine Aerztin, aber soweit ich weiss, sind die Kinder ja nicht schlapp, weil sie zu wenig Kalorien zu sich nehmen, sondern weil sie leicht dehydriert sind. Ich glaube, bei MD-Infekten, die ja meist nur wenige Tage andauern, muss man sich um die Energiedichte der Nahrung keine grossen Gedanken machen, hauptsache das Kind trinkt irgendwas, und wenn Muttermilch verfuegbar ist und das Kind stillen will, dann ist doch eigentlich die Entscheidung klar, oder?
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Nicht Stillen bei Fieber und Erbrechen des Kindes??

Beitrag von jusl »

Ich bin ja nun keine Aerztin, aber soweit ich weiss, sind die Kinder ja nicht schlapp, weil sie zu wenig Kalorien zu sich nehmen, sondern weil sie leicht dehydriert sind.
Sicher nicht. Dehydrierung ist bei kleinen Kindern lebensgefährlich, und das sehr schnell. Wenn man krank ist, ist man schlapp, weil der Körper gegen die Krankheit kämpft (das kostet viel Energie = "Kalorienmangel", aber nur vorübergehend, nicht schlimm). Dehydrierung sollte jederzeit unbedingt vermieden werden (was bei Kindern, die noch oft stillen mögen, normalerweise kein Problem ist ;-))
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