Pupu hat geschrieben:Zum Einschlaftragen nochmal: könnte das auch der Papa übernehmen? Auf Papis Rücken und los geht's? Wir haben auch verschiedene Variationen durch. Einschlaftrageb per hin- und herlaufen in der Wohnung bleibt erfolglos. Einschlaftragen, während man dabei die Küche aufräumt schon eher. Kind nicht beachten und sich auf lagweilige Hausarbeit konzentrieren, die ohnehin gemacht werden muss... Da schläft unsere Maus ein. Wenn wir dagegen mit dem Gedanken herumlaufen, sie möge doch bitte einschlafen, wird es nichts. Man muss sie wirklich auf dem Rücken "vergessen" und einfach sein Ding machen.
Das ist richtig. Wenn Ich mit dem Kind alleine bin, läuft es ja nur so: Ich gehe einkaufen und wenn ich ihn auf dem Rücken völlig vergessen habe, schläft er ein. Funktioniert das mit dem Abendritual dann so, dass mein Mann dann "für immer" abends tragen müsste? Motiviert ist mein Mann ja, aber ich finde das ist ja auch eine ziemliche Bürde
Momentan wehrt er sich auch so oft gegen das Tuch, möchte lieber in Fahrtrichtung auf dem Arm getragen werden
Pupu hat geschrieben:Zweite Einschlaftragvariante, die bei uns zum Erfolg geführt hat: rausgehen. Kind auf den Rücken, Tragejacke drüber und nochmal eine Runde Spazierengehen. Dabei kann man sich auch prima mal mit dem Partner unterhalten, ohne dass man von Tv, Hausarbeit und Einschläferversuchen ständig abgelenkt wird. Frische Luft ist auch schlaffördernd. Dabei ist es auch egal, wer trägt. Vielleicht ist das ja wenigstens zwischendurch mal was, als Abwechslung? Muss ja nicht täglich sein, aber bringt Entspannung rein. Im "schlimmsten" Fall hat man dann eben einen Spaziergang mit wachem Kind gemacht. Vielleicht hilft die frische Luft dennoch beim Einschlafen. Bei ins schlafen die Kinder umso besser, je mehr sie tagsüber draußen waren. Am besten zweimal täglich.
Ich war gestern von 11-19 Uhr unterwegs. Abends war ich völlig geschafft

Zwei Kinderspielplätze, Mittagessen in einer kinderfreundlichen Kantine, Einkaufen, Spazieren gehen und zum Schluss noch Krabbelgruppe. Ich war mit S-Bahn, U-Bahn und Bus unterwegs und er wollte absolut nicht ins Tuch und nicht in den Sling und nicht in den Buzzidil, ich hab ihn den ganzen Tag auf dem Arm getragen

Als mein Mann nach Hause ist, habe ich vor Selbstmitleid geheult

weil ich einfach so kaputt war. Keine zehn Pferde würden mich dann noch vor die Tür kriegen. Einschlaftragen müsste also wirklich an Papa übergeben werden.
Pupu hat geschrieben:Und last but not least... Ich hätte es auch nie für möglich gehalten, aber zur Zeit ist Papi erfolgreicher beim Zubettbringen als ich. Erst stille ich und dann gehe ich raus... Und irgendwie bringt der Papi sie zum Schlafen, ganz ohne Brust! Wenn ich das probieren würde, egal ob mit derselben Methode, würde das NIE klappen. Vielleicht einfach mal die beiden machen lassen? Vielleicht könnten sie ja im Bett spielen, und sich irgendwann zusammenkuscheln wenn der Zwerg müde wirkt. Vielleicht schläft er ja "einfach so" ein, wenn Mama garnicht dabei ist. So ist es zumindest bei uns. Bin ich da, gibt es Busenturnen deluxe samt sämtlicher Verrenkungen. Bin ich weg, legt sie sich plötzlich schlafen. Papi ist milchlos wohl zu langweilig *g*
Cooooool! Das möchte ich auch! Macht ihr Familienbett? Momentan steigt Baby ja immer aus
Mondenkind hat geschrieben:bienenmeister hat geschrieben:Und der Papa möchte auf keinen Fall, dass eventuelle Bedürfnisse des Kindes unerhört bleiben, er hat wirklich die Sorge, das Kind könne Hunger/Durst/Spiellust o.ä. haben uns schläft deswegen nicht. Und er möchte sicherstellen, dass das Kind "freiwillig" schläft, das möchte ich ja auch. Aber ich habe es eher so gesehen, dass wir dem Kind mit einem Abendritual helfen, in den Schlaf zu finden und nicht ihn zum Schlaf per Gewöhnung zwingen, damit die Eltern ihre Ruhe haben. Ich glaube wirklich, dass wir uns hier jeden Abend diesen Affentanz liefern, weil jeder von uns eben doch das Beste fürs Kind will.
Aber das beste für das Kind wollen kann auch mal heißen, sich sicher zu sein, dass man weiß, was jetzt richtig ist, auch wenn das Kind protestiert.

Meiner Meinung nach zumindest. Ist hier glaub ich eher unüblich im Forum, ich weiß. Aber meine Kleine kommt auch oft nicht zur Ruhe und protestiert heftig, wenn der Papa sie in den Tai nimmt (hier macht meist der Papa das Insbettbringen der Kleinen, sie schläft beim Stillen meist nicht mehr ein). Sie motzt und meckert und dann dauerts keine 5 Minuten und sie pennt weg. Wenn es doch nicht richtig war, dann reagiert er darauf auch und nimmt sie wieder raus, aber kurzen Protest nehmen wir in Kauf, einfach weil sie völlig übermüdet ist und trotzdem weiterspielen will, weil sie nichts verpassen will zB. Ist nicht jedermanns Sache, aber ok finde ich, wenn man sein Kind kennt und trotzdem flexibel auf die Situation schaut.
bienenmeister hat geschrieben:Wie schafft man Schlafphasen ab?
Wir haben entweder geweckt, damit der Tagschlaf nicht zu lang war, oder drauf geachtet, dass der Tagschlaf früh genug stattfand. Es war mir auch erst suspekt, so in den Schlaf einzugreifen. War letztlich aber ok bei uns.
Ja wow. Danke! Ich denke das ist unser zentrales Problem als Eltern, wir haben immer Angst, wir ruinieren die Psyche unseres Kindes. Ich denke schon, dass ich durch meinen Charakter schon zur Führungsperson tauge und es mir leicht fällt, "den Ton anzugeben", im Sinne, "wir machen als Familie jetzt xyz". Dann kriegt das Kind einen Nervenzusammenbruch und mich beschleicht dann immer so ein vages Angstgefühl, ist es zuviel was ich ihm zumute?
Folgende Situation brennt mir auf der Seele:
Kind kommt heulend angekrabbelt, will auf den Schoß (ich sitze am Tisch und versuche ein Glas Wasser zu trinken), ich nehme ihn hoch, in weiser Vorraussicht köder ich ihn gleich mit einem Spielzeug, wird kurz bespielt, dann möchte er die Flasche auf dem Tisch, hat er die, dann muss es der Löffel sein, hat er beides, muss er unbedingt auf den Tisch. "Nein" akzeptiert er nicht, er schreit, als ob ich ihn irgendwo doll kneifen würde, mit Atemstopp, Tränen und rotem Kopf. Er ist dann so außer sich, dass er auch wieder Kung Fu macht und mir (ich denke nicht aus Absicht) fast vom Schoß springt. Er hat sich dabei auch schon mal die Nase am Tisch blutig geschlagen (weswegen ich zum Beispiel auch nur noch selten in den Hochstuhl setze). Und dann weiß ich nicht weiter: Ihn auf den Schoß zu behalten, würde erfordern, dass ich meine körperliche Überlegenheit ausnutze und ihn KRÄFTIG festhalte, wodurch er noch mehr in Rage kommt. Für Singen/auf ihn beruhigend einreden ist er einfach zu laut, ich müsste ja zurückschreien. Und wie lange? Bisher habe ich mich nicht lange getraut ihn so zu halten, weil ich keine Aussicht hatte, dass er sich beruhigen würde. Ich hab das Gefühl ich ferber ihn auf dem Schoß.
Aber ich kann doch auch nicht immer alles für ihn unterbrechen? Ich komme nicht mehr zum essen, zum trinken, geschweige denn Körperpflege. Ich bin wirklich ratlos, so kann es doch nicht weitergehen. Immer öfter habe ich das Gefühl schrecklich zu versagen und mich von meinem Kind "tyrannisieren" zu lassen, was natürlich Quatsch ist, ich weiß, dass er kein Tyrann ist. Aber es gelingt mir nicht, eine Grenze so zu ziehen, dass er es
ertragen kann. Er kann es NICHT ertragen, dass er mein Glas nicht haben darf. Was mach ich denn falsch? Gestern habe ich dann den ganzen Tag nichts getrunken und mir dann als das Kind endlich auf meinem Arm eingeschlafen ist, ins Tuch gepackt, bin zum nächstbesten Bäcker gelaufen und habe mir dort praktisch heimlich zwei Flaschen eiskalte Cola hintergekippt.
Ist der Punkt erreicht, dass ich meine körperliche Überlegenheit nutzen sollte, zu trinken, ohne dass er die Flasche/ das Glas berühren darf und ich weitertrinke, auch wenn er sich dann wegbrüllt?
Kleeblattmama: Danke für deine aufmunternden Worte! Dankeschön!
muh hat geschrieben:Ich behaupte jetzt mal: es ist nur eine phase!

Ich hab Angst vor der Zukunft, wirklich

Klar sind bisher immer alle Phasen irgendwie vorüber gegangen, aber im großen Ganzen ist das Kidn doch immer nur noch anstrengender geworden. Ich hab oft gelesen, es wird nicht mehr besser, sondern nur noch anders. Nein, ich finde es wird nur noch anstrengender. Ich habe Angst vor der Zukunft, wie das weitergehen soll.
Danke für deine lieben Zeilen!