Also habe ich das Einschlafstillen zumindest auf die Couch verlegt, sodass ich halbsitzend/liegend bei gedämpften Licht auch mal laptoppen, was Lesen oder stricken, mit meinem Mann reden, kann. Das hat mir sehr gut getan. Aber nun geht auch das nicht mehr. Er schläft nicht ein und seitdem er selbstständig von der Couch absteigen kann, tut er das auch regelmäßig und geht dann stiften. Manchmal findet er was zum Spielen und ist dann eine Weile beschäftigt, dann fängt er an zu weinen und jammert, ich heb ihn hoch, er stillt, beruhigt sich, next round: er dockt ab, geht von der Couch runter krabbelt weg, er bricht sogar zusammen vor Müdigkeit, ruht kurz im Liegen aus, steht wieder auf und krabbelt weiter. Immer alles mit fortschreitender Zeit immer lauter weinend. Nun wollte ich auf Schema F verharren, a la "es ist nur eine Phase" und wollte daran festhalten, dass er weiterhin zwischen 20 und 21 Uhr auf der Couch einschläft (und sich später ins FB umtopfen lässt, hat immer ohne Probleme geklappt).
Nun hat es sich weiter nach hinten gezogen, vor elf schaffen wir es gar nicht mehr. Ich sehe das Problem darin, dass ich meinem Mann zu viel habe sich Einmischen lassen (kann irgendwie kein Deutsch mehr, Kind krabbelt gerade wieder schreiend hinter mir her). Er sucht bei Problemen immer einen Schuldigen und das bin nun ich. Ich gebe dem Kind nicht genug zu essen, oder das falsche Essen (ich sage nur Abendbrei, und ich habe immer BLW gemacht
Und er schläft einfach nicht. Irgendwann ist er so über den Punkt des Einschlafens hinweg, dass die Zeitdauer des Spielens immer kürzer und die Jammerphasen immer länger werden, solange, bis er nur noch schreit. Ich versuche verzweifelt das Kind in den Schlaf zu stillen, er dockt ab, geht weg, weint, schreit und weiß sichtlich nicht wohin mit sich. Gestern ist er dann hingefallen, hat sich sehr weh getan und dann schreiend zur Ruhe gekommen und schließlich eingeschlafen
Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Eigentlich war ich felsenfest von meinem Vorgehen überzeugt, es war der logischste Kompromiss. Dann kam eine schlechte Phase, Papa hängt sich mit rein und ich finde es wird nur noch schlimmer. Für mich richtig bescheiden sind die Momente, in denen ich versuche das Kind einschlafzustillen, dann kommt Papa "der ist einfach nicht müde", schnappt ihn sich und die beiden spielen lachend, "na siehste!", oder er gibt ihm (das dritte) Abendessen "der hatte einfach Hunger!". Einschlafen ist nach solchen Papa-Aktionen aber auch nur nach 23 Uhr und mit viel Geschrei drin.
Ich bin völlig verunsichert, was ich jetzt machen soll. Ich will das einfach nicht mehr, dass ich nachts verzweifelt versuche meinen Sohn an die Brust zu kriegen, er steigt aus dem Bett, krabbelt aus dem Zimmer und schreit dann dort im Flur rum
Gebe ich meinem Mann zu Unrecht die Schuld an unserem Einschlafproblem? Wir haben es jetzt 22:34 Uhr und er spielt mit ihm im Wohnzimmer. Ich finde das falsch. Das Kind war doch schon total müde und pusht jetzt nochmal hoch.