Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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bienenmeister
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Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von bienenmeister »

Meine Gelassenheit ist am Ende :( Es ist einfach keine Besserung in Sicht, mein Kind schläft nicht ein, ohne vorher komplett durchzudrehen. Er geht leider schon immer sehr spät ins Bett, aber ne lange Zeit wars zwischen 20 und 21 Uhr, und das war ok für mich. Allerdings sobald die Augen zu sind, Dauergenuckel und ich komm nicht mehr weg. Ich war es soooo Leid jeden Abend im dunklen Zimmer zu liegen und mein Kind nuckeln zu lassen und mein Leben ist praktisch vorbei.

Also habe ich das Einschlafstillen zumindest auf die Couch verlegt, sodass ich halbsitzend/liegend bei gedämpften Licht auch mal laptoppen, was Lesen oder stricken, mit meinem Mann reden, kann. Das hat mir sehr gut getan. Aber nun geht auch das nicht mehr. Er schläft nicht ein und seitdem er selbstständig von der Couch absteigen kann, tut er das auch regelmäßig und geht dann stiften. Manchmal findet er was zum Spielen und ist dann eine Weile beschäftigt, dann fängt er an zu weinen und jammert, ich heb ihn hoch, er stillt, beruhigt sich, next round: er dockt ab, geht von der Couch runter krabbelt weg, er bricht sogar zusammen vor Müdigkeit, ruht kurz im Liegen aus, steht wieder auf und krabbelt weiter. Immer alles mit fortschreitender Zeit immer lauter weinend. Nun wollte ich auf Schema F verharren, a la "es ist nur eine Phase" und wollte daran festhalten, dass er weiterhin zwischen 20 und 21 Uhr auf der Couch einschläft (und sich später ins FB umtopfen lässt, hat immer ohne Probleme geklappt).

Nun hat es sich weiter nach hinten gezogen, vor elf schaffen wir es gar nicht mehr. Ich sehe das Problem darin, dass ich meinem Mann zu viel habe sich Einmischen lassen (kann irgendwie kein Deutsch mehr, Kind krabbelt gerade wieder schreiend hinter mir her). Er sucht bei Problemen immer einen Schuldigen und das bin nun ich. Ich gebe dem Kind nicht genug zu essen, oder das falsche Essen (ich sage nur Abendbrei, und ich habe immer BLW gemacht :roll: ), stille nicht genug, das Licht ist schuld, weiß der Geier was. Neuerdings: Das Kind sei einfach nicht müde. Also saß er mit Kind um 22 Uhr auf dem Fußboden und trommelte wie wild mit Schneebesen auf Töpfe. Ach, ich höre sie just in diesem Moment den Küchenschrank ausräumen, immerhin lachend :roll: Also versuchen wir ab 20 Uhr abwechselnd das Kind irgendwie ruhig zu kriegen, ich mit Stillen wie gewohnt auf der Couch, wenn es nicht klappt, "das Kind ist einfach nciht müde" bespielt Papa ihn.

Und er schläft einfach nicht. Irgendwann ist er so über den Punkt des Einschlafens hinweg, dass die Zeitdauer des Spielens immer kürzer und die Jammerphasen immer länger werden, solange, bis er nur noch schreit. Ich versuche verzweifelt das Kind in den Schlaf zu stillen, er dockt ab, geht weg, weint, schreit und weiß sichtlich nicht wohin mit sich. Gestern ist er dann hingefallen, hat sich sehr weh getan und dann schreiend zur Ruhe gekommen und schließlich eingeschlafen :cry:

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Eigentlich war ich felsenfest von meinem Vorgehen überzeugt, es war der logischste Kompromiss. Dann kam eine schlechte Phase, Papa hängt sich mit rein und ich finde es wird nur noch schlimmer. Für mich richtig bescheiden sind die Momente, in denen ich versuche das Kind einschlafzustillen, dann kommt Papa "der ist einfach nicht müde", schnappt ihn sich und die beiden spielen lachend, "na siehste!", oder er gibt ihm (das dritte) Abendessen "der hatte einfach Hunger!". Einschlafen ist nach solchen Papa-Aktionen aber auch nur nach 23 Uhr und mit viel Geschrei drin.

Ich bin völlig verunsichert, was ich jetzt machen soll. Ich will das einfach nicht mehr, dass ich nachts verzweifelt versuche meinen Sohn an die Brust zu kriegen, er steigt aus dem Bett, krabbelt aus dem Zimmer und schreit dann dort im Flur rum :shock: Ich stehe auf, laufe hin und es geht von vorn los. Erst wenn er dann mindestens eine halbe Stunde rumgeschrien hat, kann er sich überhaupt beruhigen. Das ist einfach schrecklich! Ich will, dass er wieder auf der Couch einschläft und sich dann umtopfen lässt, wenn ich ins Bett gehen möchte.

Gebe ich meinem Mann zu Unrecht die Schuld an unserem Einschlafproblem? Wir haben es jetzt 22:34 Uhr und er spielt mit ihm im Wohnzimmer. Ich finde das falsch. Das Kind war doch schon total müde und pusht jetzt nochmal hoch.
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bienenmeister
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von bienenmeister »

So, Spielzeit vorbei, jetzt irrt das arme Kind durch die Wohnung und schreit, und ich darf jetzt wieder ran :cry:
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muh
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von muh »

Sch...., du arme und das arme kind. Das klingt schlimm. Ich an deiner stelle würde das kind schnappen und mich ins bett verziehen. Da sind dann zumindest weniger eindrücke...
Oder mit tragetuch probieren.
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kuscheltiger
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von kuscheltiger »

Ich drück Dich mal fest und kann Dir sehr gut nachfühlen.
Wir haben an diesem Punkt mit Pantley angefangen. Das war mir am anfang zu viel Arbeit, nun bin ich aber begeistert, es ist wirklich besser geworden.

Ich drück Euch die Daumen, vielleicht ist ja Pantley "Schlafen statt schreien" was für Euch.
Viele Grüße vom kuscheltiger
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Mondenkind
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Mondenkind »

Puh, klingt doof.

Mir fallen spontan ein paar Punkte ein:
- zu viel Tagschlaf. wieviel schläft er tagsüber?
- Einschlafstillen funktioniert nicht ewig. Vielleicht braucht ihr ein neues Abendritual?
- Läuft da irgendwie ein "Machtkampf" zwischen Dir und Deinem Mann? Wie könnt Ihr das klären, könntet Ihr da noch mal in einer ruhigen Minute darüber reden? Damit Ihr Euch irgendwie einig sein könnt, wie Ihr es macht.
- Und, ganz sicher: es ist nur eine Phase!
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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mucha
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von mucha »

Ich glaube, dein Mann ist keine große Hilfe, du hast da schon das richtige Gefühl.

Was mir in schlimmen Phasen immer geholfen hat, war eine Änderung meiner Einstellung. Knick die Abende. Es gibt in nächster Zeit einfach keine Abendzeit für dich. Mach deinen Frieden damit und gestalte euer gemeinsames Insbettgehritual. Esst gemeinsam, mach den Kleinen und dich bettfertig, geht ins Schlafzimmer, schaut ein kleines Büchlein, sing ein Lied, mach das Licht aus und still ihn, wenn er mag. Schlaf ein und hadere nicht mit deinem Schicksal. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
Nimm den Druck raus. Vermutlich wird er eine Million mal wieder aufstehen. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, verbreite Schlafstimmung. Du musst aber wirklich dahinter stehen und nicht darauf lauern, bald wieder ins Wohnzimmer zu kommen.
Die Zeit spielt für dich.


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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Sternenfaengerin »

huhu, oh man. du hörst dich supererschöpft an :(

schuldzuweisungen würde ich garkeine machen. (und auch keine an dir machen lassen...) jeder tut doch so sein bestes aus der situation heraus!!!

hört sich für mich an, als ob ihr das einschlaffenster nicht erwischt? mir hat unheimlich gut das buch "schlafen statt schreien" von elizabeth pantley geholfen, leider hab ich es erst sehr spät entdeckt :-/

wann schläft er denn das letzte mal mittags? ich hab irgendwas ovn 5 - 6 std. wachphasen im hinterkopf, wobei das ovm alter her wohl variiert...

oder macht er ggf sogar noch zwei schläfe, so dass er sehr spät den nachmittagsschlaf abhält? das kann sich wohl verschieben vom bedürfnis her (wachphasen)...

wegen dem schlafen nahc dem weinen: das haben wir auch entdeckt, ist sogar (mit 4) immer noch so, nach schmerzen und weinen oder erschrecken, etc. ist die erschöpfung sehr groß. geht uns selber meist ja auch nciht anders...
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Pupu
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Pupu »

Wie schaut es aus mit Einschlaftragen? Klappt das?
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Mera »

mucha hat geschrieben: Was mir in schlimmen Phasen immer geholfen hat, war eine Änderung meiner Einstellung. Knick die Abende. Es gibt in nächster Zeit einfach keine Abendzeit für dich. Mach deinen Frieden damit und gestalte euer gemeinsames Insbettgehritual. Esst gemeinsam, mach den Kleinen und dich bettfertig, geht ins Schlafzimmer, schaut ein kleines Büchlein, sing ein Lied, mach das Licht aus und still ihn, wenn er mag. Schlaf ein und hadere nicht mit deinem Schicksal. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
Nimm den Druck raus. Vermutlich wird er eine Million mal wieder aufstehen. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, verbreite Schlafstimmung. Du musst aber wirklich dahinter stehen und nicht darauf lauern, bald wieder ins Wohnzimmer zu kommen.
Die Zeit spielt für dich.
Das kann ich 1:1 unterschreiben. Erwarte dir nichts mehr von den Abenden, nimm es an wie es ist momentan. Ernsthaft annehmen, nicht nur "einreden" und dann dennoch im Kopf hoffen: "um xyz Uhr schläft das Kind". Und nur Mut zum Verändern des Abendprogrammes. Das war bei unserem Grossen auch öfter mal notwendig. Vielleicht mit ruhiger Musik "einschlaftanzen"/einschlaftragen.
LG, Mera
mit Nr.1 (01/06) & Nr.2 (10/07) & Nr.3 (10/11) & Nr.4 (04/15) &*(12/04 & 12/10 & 01/14)
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novi
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von novi »

Puh, das klingt wirklich hart !

LangeWach-/Spielphasen kennen wir hier auch, und dass Du keine Lust hast, Deine "freie" Zeit ewig im Bett zu verbringen, kann ich mehr als gut nachvollziehen.
Das "Annehmen" klappt bei mir auch nur bedingt, weil mir eben meine wenigen freien Abendstunden wichtig sind.

Wenn unser Mini solche Nächte hat (das sind bei uns auch tatsächlich Phasen, in denen das häufiger dann wieder weniger vorkommt), dann lasse ich ihn schon auch aufsteigen und durch die Wohnung tigern, aber wir unterstützen ihn im Spiel auch nicht. Wenn er Kontakt sucht, dann versuche ich ruhig zu bleiben und ihm "Schlaf" anzubieten (klappt natürlich auch nicht immer), aber ich binde ihn keinenfalls in irgendeine Aktivität ein.
Heute ist mein Mann dann irgendwann mit ihm ins Bett und hat sich dazugelegt, würde er mit ihm spielen, so wäre das für mich der völlig falsche Weg, denn das Kind ist müde (Eures meiner Meinung nach auch, sonst würde er nicht jammern).

Ich denke, es ist schon wichtig, dass Ihr mit Eurem Sohn dennoch versucht, das Schlafritual weiterzuleben, so dass er es eben nicht verlernt.
Aktiv spielen würde ich nicht mit ihm, ihm eher verdeutlichen, dass "seine" Zeit vorbei ist.

Auf jeden Fall klingt der kleine Mann nach einem aufgeweckten kleinen Jungen, der um nichts in der Welt eine Minute von der spannenden Umwelt verpassen möchte. :wink:
Sonnige Grüsse, novi
mit Maxi (10/2007), Midi (10/2009) und Mini (04/2011)
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