Wow, da habt ihr einiges durch

! Toll, dass Dein Mann Dich immer unterstützt hat, Du auf stillfreundliches Klinikpersonal gestoßen bist - und vor allem: ja, auf Dich selbst darfst Du mit Recht stolz sein (PDA hin oder her) !
Zu den Abständen: das war bei uns in dem Alter ganz oft auch so - es gibt zahlreiche Kinder, die bis zum Ende des ersten Lebensjahres regelmäßige Stillabstände von 1,5-3h haben (tags wie nachts). Meiner war z.B. über lange Zeit tagsüber fast alle 1,5-2 h am Stillen und hatte nachts dann zwar Phasen mit einer längeren Schlafphase (ca. 4 Stunden) - die aber auch nicht immer und vor allem dann in den Morgenstunden ausgeglichen durch stündliches Stillen. Manche Kinder stillen in dem Alter nachts auch ab einer gewissen Uhrzeit dauer - das ist mit glücklicherweise erspart geblieben
Zum Gewicht: mein Sohn hatte mit 4,5 Monaten 9kg und mit 6 Monaten 10kg - alles vollgestillt und immer bei Größe auf der 50. Perzentile - ein kleiner Buddha

. Kinderarzt und Klinik (waren wegen anderer Gründe dort regelmäßig) waren total entspannt und fragten nur immer, ob das Kind noch gestillt sei oder Formula-Nahrung erhalte. Da gestillt, gab es immer Entwarnung!

(Bei großem Gewicht kann wohl bei Pulvermilch mal ein kritischer Blick auf die täglichen Trinkmengen sinnvoll sein...).
Nie hat uns irgendeine seriöse Stelle mit Übergewicht wegen Stillens nach Bedarf gedroht - im Gegenteil: es gibt Studien, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stillen nach Bedarf und deutlich sinkendem Risiko für Übergewicht im späteren Kindesalter zeigen! Und sieheda - mit zweieinhalb Jahren wiegt mein Sohn 12 kg, die Durchschnittsgröße blieb und er ist nun rundum ein schlankes "Durchschnittskind". Ich war selbst auch ein Stillbaby-Moppel - und heute bin ich total dünn...
Achso, zwei Sachen noch, da ich das nicht so stehenlassen wollte, da den Thread ja auch andere lesen:
1. Haarausfall hat nichts mit Stillen zu tun - den haben nichtstillende Mamas in den ersten Monaten nach der Geburt genauso

. In der Schwangerschaft wächst jeder Frau sozusagen ein "Schwangeschaftspelz" - die Haare bleiben länger auf dem Kopf und werden dichter. Nach der Geburt geht diese hormonell bedingte Haarpracht leider wieder aus - und da man sich dran gewöhnt hat, werden nun die Haare furchterregend dünn, wenn man nicht drauf eingestellt war. Das ist aber gesundheitlich völlig unbedenklich.
2. Stillrheuma in dem Sinne gibt es meines Wissens auch nicht - also nicht so, dass rheumatische Beschwerden
durchs Stillen ausgelöst werden (in
diesem Thread gibt es dazu einen guten Text). Was es gibt, ist eine rhematische Erkrankung mit dem Namen "Stillrheuma" (bzw. Morbus Still) - sie tritt bei Kindern und Jugendlichen auf und ist nach ihrem Entdecker (Nachname: Still) benannt

. Vermutlich geistert darum der Begriff "Stillrheuma" immer mal wieder durch die Köpfe und wenn eine Mama das hört, die Gelenkbeschwerden in der ersten Zeit nach der Geburt hat, meint sie, es sei damit eine durchs Stillen verursachte Gelenkerkrankung gemeint... Zumindest den Begriff wollte ich also nicht unkommentiert lassen, weil es sich jetzt bei Dir so anhörte, als hättest Du Rheuma bekommen, weil Du gestillt hast.
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Ich finde es jedenfalls ganz toll, dass Du und Deine Kleine (und Dein Mann!

) nun trotz aller fiesen Hindernisse noch so ein tolles Stillteam geworden seid - lass Dich da nicht von komischen Kommentaren verunsichern oder davon, dass (angeblich?) alle anderen Kinder so große Abstände haben. Bei denen weißt Du auch nicht, ob sie zufällig zur Gruppe der "wenig und total schnell-Trinker" gehören, oder ob die ein oder andere Mama dann fleißig Schnuller einsetzt, Schlaflernprogramme durchzieht

, Breifläschchen gibt, Mahlzeiten gegen den Bedarf des Kindes rauszögert... Gerade beim Thema "Durchschlafen" und "Stillabstände" wird in Müttergruppen unglaublich viel geflunkert, schöngefärbt oder Momentaufnahmen geschildert (die schon drei Nächte später nicht mehr stimmen müssen - aber das wird dann meist NICHT erzählt) - in Deutschland gehört es traurigerweise zum "Prestige" einer Mutter, dass das Baby möglichst schnell "unabhängig" von ihr "lange durchhält" und "durchschläft" - wie oft dann vielleicht trotzdem aufgestanden werden muss nachts, um den Schnuller wieder reinzuschieben oder die Spieluhr aufzuziehen etc. - das bleibt auch einfach oft unerwähnt
Gräm Dich also nicht und mach weiter wie bisher
