Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von elamshin »

Wahnsinn, was ihr da durchhabt. Du hast ordentlich Durchhaltevermögen und Willenkraft. Und kein Wunder wenn da irgendwann eine kleine Müdigkeit da ist und du gerne mal ein bissl größere Pausen hättest.

Bei uns gibt es auch kaum größere Pausen. Junior ist 8,5 Monate alt und stillt je nach Beikostappetit mehr oder weniger häufig. Mal alle 30 Minuten, mal alle drei Stunden. Während Schüben oder Zahnzeiten stillen wir auch mal einen Vormittag durch. Lange Pausen gibt's nur wenn wir viel draußen sind, etwas unternehmen und Junior dabei Essen/Trinken angeboten bekommt.
Nachts sind wir von langen Pausen ohnehin weit entfernt. Momentan ist es wieder ein max. 1 Stunden Takt - wobei er vielleicht 2-3mal Nachts wirklich trinkt, er will sich nur beruhigen. Eine Bekannte hat gerade ein Baby im selben Alter nachts abgestillt um ruhigere Nächte zu haben. Tja, nun steckt sie jede Stunde den Schnuller neu rein und schunkelt ihren Sohn. Pech. :D
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Stefkanie
ist gern hier dabei
Beiträge: 63
Registriert: 08.07.2012, 10:59

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von Stefkanie »

ich will mich aber deswegen nicht groß tun - dafür habe ich zb während der geburt mal ne zeit lang pda gebraucht ;)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von blueberry »

Wow, da habt ihr einiges durch :( ! Toll, dass Dein Mann Dich immer unterstützt hat, Du auf stillfreundliches Klinikpersonal gestoßen bist - und vor allem: ja, auf Dich selbst darfst Du mit Recht stolz sein (PDA hin oder her) ! 8)

Zu den Abständen: das war bei uns in dem Alter ganz oft auch so - es gibt zahlreiche Kinder, die bis zum Ende des ersten Lebensjahres regelmäßige Stillabstände von 1,5-3h haben (tags wie nachts). Meiner war z.B. über lange Zeit tagsüber fast alle 1,5-2 h am Stillen und hatte nachts dann zwar Phasen mit einer längeren Schlafphase (ca. 4 Stunden) - die aber auch nicht immer und vor allem dann in den Morgenstunden ausgeglichen durch stündliches Stillen. Manche Kinder stillen in dem Alter nachts auch ab einer gewissen Uhrzeit dauer - das ist mit glücklicherweise erspart geblieben :oops: :wink:

Zum Gewicht: mein Sohn hatte mit 4,5 Monaten 9kg und mit 6 Monaten 10kg - alles vollgestillt und immer bei Größe auf der 50. Perzentile - ein kleiner Buddha :lol: . Kinderarzt und Klinik (waren wegen anderer Gründe dort regelmäßig) waren total entspannt und fragten nur immer, ob das Kind noch gestillt sei oder Formula-Nahrung erhalte. Da gestillt, gab es immer Entwarnung! 8) (Bei großem Gewicht kann wohl bei Pulvermilch mal ein kritischer Blick auf die täglichen Trinkmengen sinnvoll sein...).
Nie hat uns irgendeine seriöse Stelle mit Übergewicht wegen Stillens nach Bedarf gedroht - im Gegenteil: es gibt Studien, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stillen nach Bedarf und deutlich sinkendem Risiko für Übergewicht im späteren Kindesalter zeigen! Und sieheda - mit zweieinhalb Jahren wiegt mein Sohn 12 kg, die Durchschnittsgröße blieb und er ist nun rundum ein schlankes "Durchschnittskind". Ich war selbst auch ein Stillbaby-Moppel - und heute bin ich total dünn...

Achso, zwei Sachen noch, da ich das nicht so stehenlassen wollte, da den Thread ja auch andere lesen:
1. Haarausfall hat nichts mit Stillen zu tun - den haben nichtstillende Mamas in den ersten Monaten nach der Geburt genauso :wink: . In der Schwangerschaft wächst jeder Frau sozusagen ein "Schwangeschaftspelz" - die Haare bleiben länger auf dem Kopf und werden dichter. Nach der Geburt geht diese hormonell bedingte Haarpracht leider wieder aus - und da man sich dran gewöhnt hat, werden nun die Haare furchterregend dünn, wenn man nicht drauf eingestellt war. Das ist aber gesundheitlich völlig unbedenklich.

2. Stillrheuma in dem Sinne gibt es meines Wissens auch nicht - also nicht so, dass rheumatische Beschwerden durchs Stillen ausgelöst werden (in diesem Thread gibt es dazu einen guten Text). Was es gibt, ist eine rhematische Erkrankung mit dem Namen "Stillrheuma" (bzw. Morbus Still) - sie tritt bei Kindern und Jugendlichen auf und ist nach ihrem Entdecker (Nachname: Still) benannt :wink: . Vermutlich geistert darum der Begriff "Stillrheuma" immer mal wieder durch die Köpfe und wenn eine Mama das hört, die Gelenkbeschwerden in der ersten Zeit nach der Geburt hat, meint sie, es sei damit eine durchs Stillen verursachte Gelenkerkrankung gemeint... Zumindest den Begriff wollte ich also nicht unkommentiert lassen, weil es sich jetzt bei Dir so anhörte, als hättest Du Rheuma bekommen, weil Du gestillt hast.

-------------------
Ich finde es jedenfalls ganz toll, dass Du und Deine Kleine (und Dein Mann! 8) ) nun trotz aller fiesen Hindernisse noch so ein tolles Stillteam geworden seid - lass Dich da nicht von komischen Kommentaren verunsichern oder davon, dass (angeblich?) alle anderen Kinder so große Abstände haben. Bei denen weißt Du auch nicht, ob sie zufällig zur Gruppe der "wenig und total schnell-Trinker" gehören, oder ob die ein oder andere Mama dann fleißig Schnuller einsetzt, Schlaflernprogramme durchzieht :( , Breifläschchen gibt, Mahlzeiten gegen den Bedarf des Kindes rauszögert... Gerade beim Thema "Durchschlafen" und "Stillabstände" wird in Müttergruppen unglaublich viel geflunkert, schöngefärbt oder Momentaufnahmen geschildert (die schon drei Nächte später nicht mehr stimmen müssen - aber das wird dann meist NICHT erzählt) - in Deutschland gehört es traurigerweise zum "Prestige" einer Mutter, dass das Baby möglichst schnell "unabhängig" von ihr "lange durchhält" und "durchschläft" - wie oft dann vielleicht trotzdem aufgestanden werden muss nachts, um den Schnuller wieder reinzuschieben oder die Spieluhr aufzuziehen etc. - das bleibt auch einfach oft unerwähnt :wink:

Gräm Dich also nicht und mach weiter wie bisher :slürp*
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
Cocorella
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 802
Registriert: 03.01.2012, 17:29
Wohnort: Aachen

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von Cocorella »

Wir hatten die ganze Vollstillzeit (bis ca. zum 10. Monat) über 2-Stunden-Abstände. Nachts war es zum Glück meist etwas länger.
Erst als die Hamsterbacke anfing auch mal nennenswerte Mengen zu essen, wurden die Abstände etwas länger.
Finde ich also in dem Alter völlig normal.
Liebe Grüße von Cocorella mit ihrer Hamsterbacke 09/11

*Was glauben sie, was hier los wäre, wenn die Leute wüssten, was hier los ist!*
Volker Pispers
Bild
Benutzeravatar
NettyRamirez
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 132
Registriert: 06.08.2012, 20:25

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von NettyRamirez »

Wow, du kannst echt stolz sein, dass du das bei dem Stress so durchgezogen hast.

Stefkanie hat geschrieben:
Carlotta hat geschrieben:ach, und von wegen Übergewicht: Mäusel ist lang und dünn, keine Spur von Babyspeck :-)
Stillen begünstigt in keinster Weise späteres Übergewicht, das ist echt Quatsch.
Meine Maus ist schon sehr gut genährt mit ihren knapp 8 Kilo, aber das verwächst sich auch wieder ;)

So viel hat meiner schon mit gerade mal 4 Monaten ;) Also mach dir da mal keine Gedanken, meine Hebamme und meine Mutter sagen immer, Stillkinder können gar nicht dick sein und angeblich sollen sie später weniger Probleme mit dem Gewicht haben. Hat bei mir nur leider nicht funktioniert ;)
Bild
getragen, gestillt, familiengebettet
Stefkanie
ist gern hier dabei
Beiträge: 63
Registriert: 08.07.2012, 10:59

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von Stefkanie »

blueberry hat geschrieben:
Achso, zwei Sachen noch, da ich das nicht so stehenlassen wollte, da den Thread ja auch andere lesen:
1. Haarausfall hat nichts mit Stillen zu tun - den haben nichtstillende Mamas in den ersten Monaten nach der Geburt genauso :wink: . In der Schwangerschaft wächst jeder Frau sozusagen ein "Schwangeschaftspelz" - die Haare bleiben länger auf dem Kopf und werden dichter. Nach der Geburt geht diese hormonell bedingte Haarpracht leider wieder aus - und da man sich dran gewöhnt hat, werden nun die Haare furchterregend dünn, wenn man nicht drauf eingestellt war. Das ist aber gesundheitlich völlig unbedenklich.

2. Stillrheuma in dem Sinne gibt es meines Wissens auch nicht...

-------------------
*
Erst einmal vielen Dank für die Zuspruche und Lob :oops:

Und Blueberry - vielen Dank, für die interessanten Infos! Ich habe das mit dem Haarausfall nicht einmal in meiner Ausbildung zur Krankenschwester so gelernt und so noch nicht gehört - und das mit dem Stillrheuma ist mir auch ganz neu! Im rheumatischen Formenkreis hatten wir im Anatomieunterricht viel dran, aber das nicht (muss dann mal meine Lehrbücher rauskramen ;)).
Sogar die Hebamme spricht vom Stilltheuma wenn eine aus unserer Gruppe starke Gelengschmerzen etc. hat^^

- Manchmal will meine Maus gegen morgen auch dauerhaft an die Brust - ich wache dann auf durch die große warme Ladung die mir wieder entgegenschwappt :18:
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von blueberry »

Bitte gern geschehen :wink: .

Das mit dem eigentlich nur aus der SChwangerschaft aufgeschobenen "Haarausfall" hatte ich damals an mehreren Stellen unabhängig voneinander gelesen und von einer Freundin erzählt bekommen - glücklicherweise noch in der Schwangerschaft, so dass ich mich dann nicht erschrocken hatte.

(Ich persönlich hab dazu ja noch ne andere These zusätzlich: Viele Frauen kommen in den ersten Monaten nach der Geburt einfach nur noch halb so oft wie vorher (oder noch seltener) dazu, sich die Haare zu waschen, weil Zeit zum Duschen rar ist. Bei längeren Haaren gehen diese ja tendenziell nur beim Kämmen und Haarewaschen sichtbar aus: Ca. 100 Haare pro Tag sind normal. Wenn ich nun auf einmal statt aller zwei Tage nur noch aller vier oder fünf Tage zum Haarewaschen komme und sie dazwischen nur mal schnell morgens mit nem Haargummi zusammenmache, dann hab ich auf einmal in Bürste und Duschausfluss mal locker 300 Haare mehr liegen als sonst beim Pflegen gewohnt (selbst wenn von täglich auf alle zwei Tage umgestiegen wird, verdoppelt sich die Zahl der Haare). Dazu noch der hormonelle "Fellwechsel" nach der Geburt, und es kommen echt beeindruckende Mengen zusammen! Das kann schon ziemlcih erschreckend aussehen - und welche Frau denkt bei Haarausfall nciht sofort an körperlichen Verfall... - und woher soll der kommen? Natürlich - wie fast jede Erkrankung in dieser Zeit - direkt vom "auslaugenden" Stillen. Erklärung perfekt. :lol: . Aber wie gesagt, das ist meine persönliche Zusatzthese :wink: )
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von blueberry »

Und das mit dem Stillrheuma - tja, wenn es so einen tollen Begriff schonmal gibt, muss er natürlich genutzt werden :wink: Nee, im Ernst - es gibt doch viele Ammenmärchen, die sich auch unter Hebammen und Fachpersonal lange halten. Das muss leider nicht immer was über ihr tatsächliches Zutreffen aussagen. Ich hatte dazu recherchiert, als ich ca. vier Monate nach der Geburt eine fürchterliche Sehnenscheidenenzündung im rechten Daumen bekam - und natürlich auch sofort auf den Begriff "Stillrheuma" beim Suchen im Netz stieß. (Dass das alles Foreneinträge aus irgendwelchen Mütterforen waren, hätte mich stutzig machen sollen, aber nunja.. :oops: ). Erst im zweiten Schritt kam ich dann auf sinnvollere Infos dazu und dass es das so nicht gibt.

Bei mir lagen die Gelenkschmerzen im Daumen daran, dass ich zum einen mit Baby - vor allem stillend - auf einmal ungewohnt oft Laptop mit Touchpad benutzte (und beim Forenlesen mit dem Daumen klickte und scrollte :roll: ) und zum zweiten nachts ungünstig lag (Hand des beim Einschlafstillen ausgestreckten Armes aus Kältegründen und wegen neben mir liegendem Baby blöd unters Kissen verrenkt statt wie früher unter meiner Decke.) Trotz Weiterstillens gingen die Symptome dann also durch Schonung und Abstellen der tatsächlichen Ursachen weg (Ich trug z.B. nachts einfach ne Wollstulpe am "Stillarm" und schaffte mir ne Maus fürs Laptop an). Hätte ich abgestillt, hätten sich die beiden ungewohnten Bewegungsmuster bei mir übrigens AUCH erledigt gehabt, so dass ich wahrscheinlich sogar gesagt hätte: "durchs Abstillen wieder weggegangen - lag also eindeutig am Stillen..." (!) So schnell kann das manchmal gehen, wenn man Korrelation mit Kausalität verwechselt :? .
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
Lavenere
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 280
Registriert: 12.01.2012, 13:16
Wohnort: Münsterland

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von Lavenere »

Hallo Stefkanie,
Hab das Thema grade entdeckt und muss schnell ne gedankliche Umarmung an dich schicken. Deine Krankengeschichte liest sich ähnlich wie meine.
Ob es am Namen unserer Mäuse liegt? :)
Meine E. Ist auch so eine versoffene :) nun seit 12 Monaten. Probleme mit der Verdauung hatten wir ganz arg ab dem 6. Bis etwa 10. Monat. Aber auch sonst waren Blähungen und Verstopfung vorher wie nachher immer mal an der Tagesordnung. Aber es wird viiiiel besser. Wir haben daher recht spät und langsam mit Beikost angefangen, fingerfood gegeben und viel gestillt.
Die stillabstände werden nun länger. Tagsüber stille ich etwa noch ca 3-4 mal (inkl einschlafstillen) und nachts ist es immer noch tagesform abhängig. Dafür finde ich, dass stillen angenehmer wird bzw. Kürzer aber auch viel Lustiger...
Lg, kiki der Schreimutter
iPad-Autokorrektur-Nutzerin, sinnfreie Wörter inkl.
Mit der Eiskönigin 10/2011
und dem kleinen Padawan 10/2014
Stefkanie
ist gern hier dabei
Beiträge: 63
Registriert: 08.07.2012, 10:59

Re: Kein Abstand länger als 3 Stunden mit 6,5 Monaten

Beitrag von Stefkanie »

Lavenere hat geschrieben:... Dafür finde ich, dass stillen angenehmer wird bzw. Kürzer aber auch viel Lustiger...
:) Das kann ich mir vorstellen, es ist ja jetzt schon so spannend die Veränderungen mitzubekommen :)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“