Ins Labor in der Stillzeit?

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Tobis Mama
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Tobis Mama »

Hier noch ne Biologin.

Bei mir war die Schwangerschaft quasi ein direktes Arbeitsverbot. Lustigerweise waren die Antikörper, mit denen ich gearbeitet habe, nicht das Problem. Okay, radioaktiv durfte ich nimmer arbeiten, war klar und auch gut so und vorher auch mit der entsprechenden TA abgesprochen, die dann den Teil für mich übernommen hat.
Ich hatte Bedenken wegen der Antikörper und vor allem der Lösungen, die ich brauchte, da kannte sich die Betriebsärztin aber nicht aus. ;) Also sagte sie, kein Problem, das dürfe ich. (Habe ich nicht, ich hatte ne Praktikantin dafür... ;))

Nein: Berufsverbot war bei mir ganz klar Humanblut. Ich wollte aber dringend noch ne Diagnostikmethode fertig kriegen - ging dann eben mit Eigenblut, das war dann wieder kein Problem. :roll:

Ganz schwierige Situation, unsere ehemalige Strahlenschutzbeauftragte hat Stillende beispielsweise nicht ins Röntgen gelassen wegen der Strahlung - völlig unverständlicherweise, aber sie hatte mal ne Fehlgeburt und war deswegen so streng.

Will sagen: Klär es mit den Betreuern vor Ort, oft ist da einiges machbar. Ich hoffe, deine Profs sind nicht so wie meine ehemalige Biochemie-Professorin, die bis einen Tag vor Geburt im Labor stand und 10 Tage danach auch gleich weiter geforscht hat. Das war dort nämlich der gewünschte Arbeitsstandard - trotz Gesetz, das sie aber immerhin respektiert hat. ;)
Nicole mit Tobias (09/2007) und Laura (06/2010)
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vrabec
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von vrabec »

Tobis Mama hat geschrieben:Ich hoffe, deine Profs sind nicht so wie meine ehemalige Biochemie-Professorin, die bis einen Tag vor Geburt im Labor stand und 10 Tage danach auch gleich weiter geforscht hat.
Entweder ist das ein generelles Muster bei Biochemie-Professorinnen, oder wir hatten dieselbe :lol: . Zumindest so ähnlich muss das bei meiner Exchefin auch gelaufen sein.

Ich hatte nur die Info, dass ich schwanger nicht radioaktiv hätte arbeiten dürfen (was aber zum Glück auch nicht anstand), ansonsten war alles möglich. Stillend hätte ich aber glaube ich alles weiter gemacht, die Frage stellte sich dann aber nicht mehr. Wobei ich ja keine Studentin mehr war, sondern eigenverantwortlich gearbeitet habe - da lag es bei mir, GLP anzuwenden (good laboratory practice).
Liebe Grüße,
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FraDa
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von FraDa »

Ach, so ne Dozentin hatte ich auch. Aber nicht für Biochemie. Ist vielleicht ein Naturwissenschaftler-Problem.
Danke für die vielen Antworten plötzlich, ich erzähl dann, was mein Prof meinte :D . Bin aber doch zuversichtlich, dass es ne gute Lösung gibt.
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Schmul
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Schmul »

Haha, die sind doch alle gleich. Meine Betreuerin inder Doktorarbeit (mittlerweile auch Prof, allerdings Neurobiologin) hat sich am Tag der Geburt (ich glaub 4 Tage oder so nach ET) auch noch an der Uni rumgetrieben und war dann auch nach ca. 10 Tagen MIT Baby wieder da. Allerdings hat sie zu dem Zeitpunkt sowieso nur noch im Büro gearbeitet (Paper geschrieben etc).
Und auch ich wurde während meines Mutterschutzes vor der Geburt ständig "belästigt" und habe mal eben nebenbei (größtenteils von zu Hause aus) noch einen Diplomanden angelernt. Dafür musste ich dann nach der Geburt mit Kind auch noch ein paar Mal hin und habe stillend neben meinem Doktoranden am Patch-Stand gesessen...das würde ich so auch nicht nochmal mit mir machen lassen. Mutter und Kind brauchen schließlich Ruhe so kurz nach der Geburt...und keine Forschung! Auch wenn die Arbeit an sich völlig unbedenklich war!
Schmul mit dem kleinen Rabauken (02/2011) und dem Futzi (03/2013) - gestillt, getragen, blw und familiengebettet
Potsdame
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Potsdame »

vrabec hat geschrieben:
Tobis Mama hat geschrieben:Ich hoffe, deine Profs sind nicht so wie meine ehemalige Biochemie-Professorin, die bis einen Tag vor Geburt im Labor stand und 10 Tage danach auch gleich weiter geforscht hat.
Entweder ist das ein generelles Muster bei Biochemie-Professorinnen, oder wir hatten dieselbe :lol: . Zumindest so ähnlich muss das bei meiner Exchefin auch gelaufen sein.
ich würde sagen, dass war ihre einzige chance nicht abgeschrieben zu werden. der druck, der in der wissenschaft herrscht ist doch echt nicht mehr feierlich.

es gibt wohl auch wissenschaftlerinnen die fahren mit baby zu konferenzen und stillen dann einfach während der vorträge, die sie interessieren. das kind ist ja dann definitiv friedlich :mrgreen:
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
Schmul
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Schmul »

Potsdame hat geschrieben:es gibt wohl auch wissenschaftlerinnen die fahren mit baby zu konferenzen und stillen dann einfach während der vorträge, die sie interessieren. das kind ist ja dann definitiv friedlich :mrgreen:
bei so monotonen Vorträgen in abgedunkelten Räumen kann man ja auch wunderbar schlafen! :wink:
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Tobis Mama
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Tobis Mama »

Schmul hat geschrieben:
Potsdame hat geschrieben:es gibt wohl auch wissenschaftlerinnen die fahren mit baby zu konferenzen und stillen dann einfach während der vorträge, die sie interessieren. das kind ist ja dann definitiv friedlich :mrgreen:
bei so monotonen Vorträgen in abgedunkelten Räumen kann man ja auch wunderbar schlafen! :wink:
Das ist wohl wahr. Da kann ich zumindest auch ungestillt super schlafen. Doof, dass die Vorträge meist nur ein paar Minuten gehen und man dann vom Klatschen wieder geweckt wird. ;)
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vrabec
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von vrabec »

Potsdame hat geschrieben:
vrabec hat geschrieben:
Tobis Mama hat geschrieben:Ich hoffe, deine Profs sind nicht so wie meine ehemalige Biochemie-Professorin, die bis einen Tag vor Geburt im Labor stand und 10 Tage danach auch gleich weiter geforscht hat.
Entweder ist das ein generelles Muster bei Biochemie-Professorinnen, oder wir hatten dieselbe :lol: . Zumindest so ähnlich muss das bei meiner Exchefin auch gelaufen sein.
ich würde sagen, dass war ihre einzige chance nicht abgeschrieben zu werden. der druck, der in der wissenschaft herrscht ist doch echt nicht mehr feierlich.

es gibt wohl auch wissenschaftlerinnen die fahren mit baby zu konferenzen und stillen dann einfach während der vorträge, die sie interessieren. das kind ist ja dann definitiv friedlich :mrgreen:
Ich meinte das auch nicht abwertend gegen sie, ich kenne den Wissenschaftsbetrieb gut genug um zu wissen, wie das da abgeht. Einer der Hauptgründe, warum ich mich davon verabschiedet habe und auch nicht wieder zurückkehren werde. Auch wenn ich die Forschung echt vermisse :( ...
Liebe Grüße,
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Captainsparrow

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Captainsparrow »

Ich glaub ich bin raus.......ich war zu lange daheim, 5 Jahre in der Molekularbiolohie sind eine Ewigkeit*lach* Bei uns im Studium hätte ich weitermachen durfen, auch schwanger. Es war halt so dass mir die TAs die Sachen mit Ethidiumbromid gegossen und beladen hätten und auch die Gele für die Sequenzierung. Aber die sonstigen Sachen sind ja nicht sooooo gefährlich. Ach ja, Die Preps mit Benzol wurden auch von den TAs gemacht bei Schwangeren
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Tobis Mama
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Tobis Mama »

Ja, ich bin auch raus. Auch wenn ich so gerne forschen würde, aber mit Kindern? Mh, dafür bin ich auch zu gerne Mama. Für mich geht beides schlecht, dazu noch mit nem Mann in der Medizin, dessen Arbeitszeiten weit weg von regelmäßig sind. ;)

Mal schauen, wo ich mal noch unterkomme - kommt Zeit, kommt Rat. ;-)
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