Ins Labor in der Stillzeit?

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FraDa
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Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von FraDa »

Ich studiere Biologie und möchte jetzt nach Babypause wieder ins Studium einsteigen. Aber da ist man eben auch im Labor. Darf ich das? In der Schwangerschaft wurde ich gleich aus dem Labor verbannt. Da wird eben auch mit z.B. giftigen Lösungsmittel hantiert. Geht sowas in die Milch über? Kennt sich da jemand aus?
Liebe Grüße :)
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Mondenkind
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Mondenkind »

Da gibt es Vorschriften drüber, Mutterschutzgesetz gilt auch in der Stillzeit. Dämpfe können halt in der Tat in die Mumi übergehen. Hängt aber natürlich sehr von den Substanzen ab. Lösungsmittel klingt jetzt nicht so gut, ehrlich gesagt. Wenn Du mir ein paar Substanzen nennst, suche ich Dir gerne was raus, beispielhaft.
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Waschbaer78
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Waschbaer78 »

Das Problem hatte ich...natürlich kennt man ein paar Substanzen und kann dann gezielt gucken was in die Mumi übergeht..ich habe leider mit vielen unbekanntenSubstanzen gearbeitet und zusätzlich mit bekannten gefährlichen,daher konnte ich in der Stillzeit nicht ins labor.
Allerdings ist das gesetzlich etwas schwierig ,wenn das Kind über 6 Monate ist und man darauf besteht.im MuSchugesetz steht kein Alter,aber es gibt ein paar Präzedenzfälle..meiner war schon über ein Jahr und mit einerm Attest vom Arzt,dass das stillen noch notwendig ist(ich hatte da etwas "Glück"mit Frühchen und Schluckbeschwerden)wäre es gegangen.
Es hat nur leider bei mir für ziemlich ärger gesorgt,weil mein AG natürlich weniger begeistert war,da er mich ja komplett nicht im Labor einsetzen konnte.
Ich denke es ist unterschiedlich wo du arbeitest und ob man da eben den Tätigkeitsbereich einschränken kannst.
bei meiner jetzigen Stelle wäre das total unproblermatisch ,obwohl auch LAbor,aber bei der alten konnte man dem gefählrichen Zeug nicht ausweichen..
Ich weiss,dass man sich eine Sondergenehmigung holen kann,da wird der Arbeitsplatz dann vom RP besichtigit.
Letztendlich ist meine Erfahrung wie kulant der Ag ist ,ist ausschlaggebend
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nwsurgeon
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Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von nwsurgeon »

Das Mutterschutzgesetz gilt nur für Arbeitnehmerinnen, NICHT für Studentinnen oder Selbstständige. Eventuell gibt es bei Euch eine Laborordnung die das regelt?
LG
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von jusl »

In der Tat, das MuSchG betrifft nur Arbeitnehmerinnen, aber auf welcher Grundlage ist denn damals das hier passiert:
Darf ich das? In der Schwangerschaft wurde ich gleich aus dem Labor verbannt.
Auf der selben Grundlage nämlich dürftest Du dann ganz sicher auch in der Stillzeit nicht mit Gefahrenstoffen umgehen.
Die Frage ist halt, was Du MÖCHTEST: Gerne trotzdem im Labor arbeiten unter Inkaufnahme eines Restrisikos (das hängt massiv vom genauen Forschungsbereich bzw. von den konkreten Gefahrenstoffen ab, würde ich sagen; das kann ja praktisch ALLES sein, von radioaktiven Präparaten über Mikroorganismen oder Stoffe unbekannter Toxizität bis hin zu giftigen Dämpfen usw.), oder gerne ausdrücklich NICHT im Labor arbeiten? Im ersten Falle könntest Du einfach sagen, dass Du nicht mehr stillst, und fertig. Im zweiten Fall kannst Du dieselbe Grundlage wie in der Schwangerschaft zur Begründung heranziehen.

LG
Julia
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Mondenkind »

nwsurgeon hat geschrieben:Das Mutterschutzgesetz gilt nur für Arbeitnehmerinnen, NICHT für Studentinnen oder Selbstständige.
Stimmt! *Hand vor die Stirnklatsch*
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von FraDa »

Wie waschbaer78 sagt, weiß man eben so genau gar nicht, mit was man dann genau arbeitet. Aceton, Benzol, Acetonitril, Chloroform, ect ist eigentlich immer da. Und abgesehen davon, dass ja eben das Mutterschutzgesetz nicht für Studentinnen gilt, MUSS ich eben bestimmte Laborkurse besuchen. Dann muss ich mein Studium wohl abbrechen :( . Und das NUR wegen des Stillens. Das gibt Ärger :cry: .
@jusl: Ich weiß gar nicht so genau, warum nicht. War Anweisung der Sicherheitsbeauftragten. Und mir gehts ja jetzt nicht darum, was anderes als die Laborarbeit zu machen (das hat schon funktioniert, als ich noch HiWi war in der SS), sondern grundsätzlich zu wissen, ob ich die Laborkurse machen kann, ohne mein Kind zu schädigen. Und du hast natürlich Recht, das geht ja viel weiter als nur die LM, an die ich gedacht hab. Wir arbeiten auch viel mit gentechnisch veränderten Organismen. Da kann man ja auch nie ausschließen, dass man mal was mit trägt.
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von jusl »

Naja, das Restrisiko, das Du eingehst wenn Du stillend mit diesen Stoffen umgehst, ist ja halt nirgends "als Zahl" nachzulesen - das musst Du also selbst abschätzen.
Es gibt ja schon zahlreiche Schutzmaßnahmen, um den Kontakt mit Gefahrenstoffen zu verringern oder sogar auszuschließen, Schutzkleidung, Abzüge, Reinräume, Warnsysteme usw. - vielleicht hilft es, wenn Du mal mit einem Deiner Betreuer eine gemeinsame Risiskoabschätzung vornimmst? Beispiel: Wenn ich mit hochgefährlichen Erregern umgehen müsste, die MEIN Leben gefährden könnten, dann müssten die Sicherheitsvorkehrungen ja so derartig hoch sein, dass mir persönlich völlig schnurz wäre, ob ich zufällig noch stille oder nicht.
Ich bezweifle, dass eine Aufgabe des Studiums da die einzig mögliche Variante ist, aber wie gesagt: eine vernünftige Risikoanalyse können wir hier mangels Infos nicht vornehmen, das musst Du vor Ort machen, am besten mit Hilfe von Fachleuten.

Ganz grob, wenn es "nur" um Lösungsmittel geht: In der Stillzeit darf man tanken fahren, in der Stillzeit darf man Nägel lackieren (und wieder abmachen)... ist natürlich eine Frage von Menge, Häufigkeit und Schutzmaßnahmen..., aber Aceton, Benzol und co unterm Abzug würden mich persönlich jetzt wohl nicht vom Studium abhalten.

LG
Julia
Waschbaer78
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von Waschbaer78 »

Das wird man auch alleine nicht entscheiden können,das Risiko geht auch kein AG ein..
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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Beitrag von jusl »

Naja, aber ob man SAGT, dass man noch stillt, darf man schon selbst entscheiden. Und einen "Arbeitgeber" gibt es hier ja wie schon festgestellt gar nicht.
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