Meine Mutter ist wohl etwas zwiegespalten.
Ihr wurde damals im KH gesagt, sie dürfe als Raucherin keinesfalls stillen und erlebt dies jetzt quasi zum ersten Mal bei ihren eigenen Kindern - meine Tante hat ihre Kinder nicht so lange gestillt - das übliche "Ich hatte dann keine Milch mehr.".
Ich bin, wenn ich mich mit meiner Schwester vergleiche, eher der "Öko" der Familie. Meine Mutter konnte ihre Enkelkinder, also meine Kids, nicht im KiWa fahren, das hat sie bedauert, aber ein schreiendes Baby wollte sie auch nicht rumfahren.

Also war das okay. Und beim Stillen war sie anfangs völlig fasziniert - also beim Großen und war auch nicht über die Zeitabstände verwundert. Ihr O-Ton war: Ich hab ja keine Ahnung, wie man das macht, wenn du das so machst, ist das wohl richtig.
Bei der Kleinen ähnlich. Beim Großen fand sie ihn dann mit einem Jahr total lustig, weil er deutlich signalisiert hat, was er will und sie ihn gerne z.B im Supermarkt "unterstützt" hat. Ja, du willst deine Mimi, gell? Wo ist die denn? *nerv*
Jetzt bei der Kleinen findet sie es erstaunlich, dass sie immer noch stillt, ganz nach dem Motto: Kommt da denn nach anderthalb Jahren noch was?
Tja, bei meiner Schwester hatte sie für sich dann mehr Glück: Da gab es den Kinderwagen, damit das Kind lernt, unabhängig von der Mama zu sein. Stillen war reine Nahrungsaufnahme, die man mit 6 Monaten nicht mehr braucht, das Kind musste aber wohl 3 Monate länger gestillt werden, weil es sich beim essen so blöd drangestellt hat. Und - das tollste für meine Mutter: Das Kind meiner Schwester übernachtet, seit sie ein Jahr alt ist, auch bei meiner Mutter. war für meine Schwester sehr wichtig, dass das zu dem Zeitpunkt endlich, endlich klappt.
Jeder hat also seinen eigenen Weg, meine Mutter würde uns nie reinreden, ich kann auch problemlos zu Hause stillen, manchmal schaut sie mittlerweile ein bissel komisch, aber es geht. Ich denke, sie bedauert es, sowas nie erlebt zu haben, noch nicht mal für ein paar Tage. Und sie freut sich, dass ihre Kinder den Weg so gehen können, wie sie es sich wünschen.