Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

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kittiefred
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von kittiefred »

Marilu hat geschrieben:@sandra_p: Kannst du mir die unschooling/homeschooling-in-D-pn auch schicken, bitte :D? Danke!

Ich weiß nämlich nur von Fällen in D, die den Europäischen Gerichtshof beschäftigen :?

ich hätte auch gerne so eine pn zum glück :roll:
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Nihil
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Nihil »

Millefiori hat geschrieben:ich sehe die umsetzung als das übel an.
wie soll gewährleistet werden, dass die kinder wirklich etwas beigebracht bekommen?

ich selber würde es auch toll finden, wenn ich meine kinder selber unterrichten könnte/dürfte, aber es gibt, glaube ich, mehr eltern, die nicht so "fähig" sind...
Aber unschooling ist nicht gleich homeschooling. Wenn ihr unschooled, dann unterrichtet niemand deine Kinder, auch nicht du oder dein Partner. Wenn sie spezielle Fragen haben, dann werden sie euch sicher als erstes Fragen, aber das hat in meinen Augen nichts mit "unterrichten" zu tun. Eher Hilfe bei der Beschaffung von Informationen... Lernbegleiter eben.

Es ist ja beim Unschooling die grundlegende Annahme, dass man Kindern überhaupt nichts beibringen muss. Deshalb müssen die Eltern auch nicht "fähig" sein, denn die Kinder können sich ihre Informationen alle selbst beschaffen: per PC, Bobliothek etc.
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Nihil
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Nihil »

Zierbanane hat geschrieben: darf ich Euch mal fragen wie Ihr damit zurecht kommt, dass in Kitas, Krippen und Schule ja "Erzogen" wird???
Unsere Kinder gehen nicht in den Kita, wir betreuen sie abwechselnd zu Hause (wir sind beide Studenten). Und dann hoffen wir, dass es ihnen an der Freien Schule Leipzig gefällt.
Es gibt aber auch min 2 Kindergärten, die respektvoll mit den Kindern umgehen, und in denen sie auch wirklich frei sind (machen können, wozu sie Lust haben). Aber Jakob will nicht in den Kindergarten, er will nirgendwo hin, wo nur Kinder sind (er sagt, er will nur in einen Kindergarten, wo auch große Menschen sind).
Robin
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Robin »

hallo ich hätte auch gerne die pn zum unschooling in deutschland. dieses thema bereitet mir nämlich jetzt schon bauchschmerzen..
vielen dank
Das Muli
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Das Muli »

Nihil hat geschrieben:
Millefiori hat geschrieben:ich sehe die umsetzung als das übel an.
wie soll gewährleistet werden, dass die kinder wirklich etwas beigebracht bekommen?

ich selber würde es auch toll finden, wenn ich meine kinder selber unterrichten könnte/dürfte, aber es gibt, glaube ich, mehr eltern, die nicht so "fähig" sind...
Aber unschooling ist nicht gleich homeschooling. Wenn ihr unschooled, dann unterrichtet niemand deine Kinder, auch nicht du oder dein Partner. Wenn sie spezielle Fragen haben, dann werden sie euch sicher als erstes Fragen, aber das hat in meinen Augen nichts mit "unterrichten" zu tun. Eher Hilfe bei der Beschaffung von Informationen... Lernbegleiter eben.

Es ist ja beim Unschooling die grundlegende Annahme, dass man Kindern überhaupt nichts beibringen muss. Deshalb müssen die Eltern auch nicht "fähig" sein, denn die Kinder können sich ihre Informationen alle selbst beschaffen: per PC, Bobliothek etc.
Hmmmm - das klingt schon ganz interessant, und eigentlich bin ich auch überzeugt, dass Kinder von sich aus Interessen entwickeln und die sie interessierenden Themen dann selbst lernen wollen.
Aber ich sehe da zwei Probleme:
- also zunächst mal würde unschooling ja voraussetzen, dass man es sich leisten kann für ca 18 Jahre Vollzeitmama zu sein und die Kinder zu "unterrichten" bzw da zu sein, wenn sie Fragen haben (wann auch immer das sein mag) und die interessanten Themen mit Ihnen zu erarbeiten. Für Familien, in denen beide Eltern arbeiten geht das wohl nicht, denn es muß ja immer jemand zuverlässiges da sein, der das Kind nicht nur betreut, sondern auch seine Fragen beantworten kann. Es bedeutet also insbesondere für Mütter, die irgendetwas anderes als Lehrerin oder Erzieherin gelernt haben, dass es eher weniger Berufsperspektiven in ihrem erlernten Gebiet gibt...oder?
- und ich persönlich hätte Bedenken, dass ich dem Kind nicht genug Anregungen bieten kann, ich komme nicht aus dem Erziehungs/Lehrersektor (ich verstehe vollkommen, weshalb Lehrer unschooling toll finden: weil sie eben die Sicherheit haben, dass sie es selbst können! Aber ob sich für die Methode auch Bäcker, Dachdecker oder auch Ingenieure, Ärzte und Rechtsanwälte eignen???) - also: wenn ein Kind nie mit einem Thema in Berührung kommt - wie soll es sich dann dafür interessieren? Im Grundschulstoff ist das ganze evtl noch einfacher zu handhaben (Lesen, Rechnen, Schreiben und Heimat-Sachkunde ist etwas, auf was es auch bei den Eltern, bei Ausflügen oder so trifft) - aber wie soll sich mein Kind für Themenbereiche interessieren, mit denen es nicht in Berührung kommt (weil ich nichts davon verstehe, weil es bei uns in der Nähe nichts anschauliches dazu gibt etc). Wie kann man den beim Unschooling verhindern, dass es große Lücken gibt - nicht weil sich das Kind nicht interessiert, sondern weil es nicht weiß, dass es dazu etwas zu lernen gibt? (etwas wirr formuliert, aber versteht das wer?)

LG MUli
Das Muli mit großem Fohlen (11/04) und kleinem Fohlen (12/07)
...und jaaaa ich weiß dass sich Mulis eigentlich nicht vermehren...aber ich bin nunmal das Tragtier der Familie

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kittiefred
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von kittiefred »

eigentlich kann doch der inhalt der pn hier gepostet werden? steht ja nichts unöffentliches drin, oder?
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Das Muli
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Das Muli »

Nihil hat geschrieben: Aber unschooling ist nicht gleich homeschooling. Wenn ihr unschooled, dann unterrichtet niemand deine Kinder, auch nicht du oder dein Partner. Wenn sie spezielle Fragen haben, dann werden sie euch sicher als erstes Fragen, aber das hat in meinen Augen nichts mit "unterrichten" zu tun. Eher Hilfe bei der Beschaffung von Informationen... Lernbegleiter eben.

Es ist ja beim Unschooling die grundlegende Annahme, dass man Kindern überhaupt nichts beibringen muss. Deshalb müssen die Eltern auch nicht "fähig" sein, denn die Kinder können sich ihre Informationen alle selbst beschaffen: per PC, Bobliothek etc.
Achja dazu auch noch was:
Bevor ein Kind sich "alle Informationen selbst besorgen kann" wird wohl schon noch ein bißchen vorarbeit nötig sein, oder? Also Bibliothek, PC etc das sind ja Dinge, die man nicht einfach so benutzen kann - man muß lesen lernen, schreiben wohl besser auch...und gut wäre es ebenfalls, wenn man schon gelernt hätte, Informationen selbst zu filtern - dass also nicht alles, was man liest tatsächlich wahr ist und nicht jede Quelle wirklich vertrauenswürdig ist... also ich sehe das durchaus ziemlich viel Arbeit für die betreuenden Eltern, und es ist sicher auch wichtig, dass die Eltern bestimmte Fähigkeiten haben, dass sie selbst die verschiedenen Informationskanäle kennen, damit umgehen können und ihre neugierigen Kinder zu deren vernünftigen Gebrauch anleiten können! einfach ist das sicher nicht, und ich selbst wäre mir nicht sicher, ob ich das so einfach könnte - und ich bin auch Akademikerin...

Und wenn ich mir überlege, wie schwierig es war in den ersten Monaten meines Studiums mir plötzlich alle Informationen selbst zu besorgen, ohne Lehrer, der mir Tips gibt und mich dabei unterstützt - ich denke, bis es soweit ist, dass ein Kind das alles selbst kann, ist es schon fast kein Kind mehr ;-)

LG Muli
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von coccolone »

kittiefred hat geschrieben:eigentlich kann doch der inhalt der pn hier gepostet werden? steht ja nichts unöffentliches drin, oder?
Selbstverstaendlich. :D

Leseprobe des Buchs "Die Freilerner" von Dagmar Neubronner gibt es hier - danke (ka) :D. Mittlerweile lebt die Familie teilweise im Ausland, damit sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken muessen. Aber den Beginn ihrer schulfreien Karriere haben sie komplett in Deutschland verbracht. In der Leseprobe nachzulesen. Den dazugehoerigen blog gibt es hier.

Eine andere deutsche Familie, die schulfrei lebt und lernt hat den Sohn zum Hauptschulabschluss an einer Fernschule angemeldet.

Und zuletzt ein relativ neuer blog zum Thema unschooling in Deutschland.

Auf den jeweiligen Seiten findet man links zu anderen blogs und websites zum Thema.
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
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Zierbanane
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Zierbanane »

Nihil hat geschrieben:
Zierbanane hat geschrieben: darf ich Euch mal fragen wie Ihr damit zurecht kommt, dass in Kitas, Krippen und Schule ja "Erzogen" wird???
Unsere Kinder gehen nicht in den Kita, wir betreuen sie abwechselnd zu Hause (wir sind beide Studenten). Und dann hoffen wir, dass es ihnen an der Freien Schule Leipzig gefällt.
Es gibt aber auch min 2 Kindergärten, die respektvoll mit den Kindern umgehen, und in denen sie auch wirklich frei sind (machen können, wozu sie Lust haben). Aber Jakob will nicht in den Kindergarten, er will nirgendwo hin, wo nur Kinder sind (er sagt, er will nur in einen Kindergarten, wo auch große Menschen sind).

und wie bekommt man die kinder in die jeweiligen einrichtungen??? ich bin auch leipzigerin und es ist ein graus überhaupt einen normalen platz zu bekommen.
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Nihil
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)

Beitrag von Nihil »

Hast du es denn schon bei den Freien Raben mal probiert? Da ist immer Anmeldung im November, für beide Standorte.Vielleicht habt ihr ja Glück...

Ansonsten läuft Rockzipfel jetzt endlich wieder an. Wir hatten das letztes Jahr schon versucht, aber keine passenden Räumlichkeiten gefunden, und dann sind auch fast alle abgesprungen, bzw. wollten wir auch eine Pause (wg.Kinderstreitereien). Aktuell sucht Johanna grad neu nach Wohnungen, ich denke und hoffe,
diesmal (Versuch 5, oder 6?!) klappt es endlich:

http://www.rockzipfel-leipzig.de/rockzipfel-in-leipzig

Ich weiss ja nicht, was ihr genau sucht...
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