Wir füttern von Geburt an mit Flasche und ich stille zusätzlich. Im Laufe der Monate haben wir die Flaschennahrung auf nächtliche Ergänzung zum Stillen reduzieren können, so dass ich hauptsächlich gestillt habe. Seit dem 5. Monat wird hier auch gegessen - Breie und was bei uns so auf den Tisch kommt und babykompatibel ist.
Also: Stillen nach Bedarf (mit Kuscheln, Schmusen, Nuckeln, Einschlafstillen und ganz viel Nähe abholen), Beikost & Flasche in Kombination.
Im Laufe des Dezembers sind die vier Schneidezähne durchgebrochen - klar mit weinen und Schlafschwierigkeiten, aber erstaunlich wenig Tamtam. Beim Einschießen in den Wochen vorher hat er auch mal die Brust verweigert - aber nie so kategorisch.
Am 3.1. hat er mich dann (obwohl Trinken mit Zähnchen kein Problem war) 3 Mal gebissen (inklusive Kopf-Wegdrehen). Jedes Mal erschreckte er sich total, wenn ich vor Schmerzen aufstöhnte und weinte ganz entsetzt. Das dritte Mal nachts war am schlimmsten. Direkt beim Anlegen und so stark, dass ich in Tränen ausbrach - die Bissspuren sind seit gestern endlich abgeheilt. Wir haben versucht ihn zu beruhigen, ihm ruhig zu erklären. Aber ab da war es vorbei. Nachts haben wir dann Druck rausgenommen indem wir die Flasche wie gewohnt gaben und das Stillen ausließen. Der Tag danach war der Horror - er wollte an die Brust und Trinken und Schlafen, aber sobald er realisierte wo er war fing er an zu kreischen und zu untröstlich zu weinen und rückwärts wegzukrabbeln. Stillposition - egal welche - ging gar nicht. Aufbäumen, Wegdrehen, Brust mit der Hand Wegdrücken, starr Wegblicken. Er war total verzweifelt. Unsere Stillberaterin meinte er kennt ja die Flasche und ist auch alt genug, deswegen müsse ich nicht mühsam alles ins Kind hineinlöffeln. Er hat scheinbar auch gerade kein Saugbedürfnis. Nucki hat er auch vorher so gut wie nie benutzt - wozu auch, Mama war ja immer greifbar.
In den darauffolgenden Tagen versuchte ich bis jetzt die Brust wieder positiv zu besetzen (gemeinsam baden, kuscheln, berühren lassen, Normalität), immerhin kreischt er jetzt nicht mehr absolut panisch, wenn er sie sieht. Im Schlaf habe ich es ein paar Mal geschafft ihn zum Stillen zu bringen, mit intensivem Trinken und stundenlangem, glücklichen Nuckeln - sobald er wach ist, ist das aber wie ausgelöscht. Dazu gesellt sich dann noch ein Einschlafdrama hinzu. Er ist sonst ein sehr unkompliziertes Kind, dass viel Nähe braucht - Momentan aber total unausgeglichen und aus der Balance ist.
Eine andere schrieb hier im Forum zu so einem Thema, dass sie sich regelrecht beraubt und unglaublich traurig fühlt. Was meine Gefühlswelt recht gut ausdrückt, ich könnte gerade nur noch heulen und reiße mich zusammen. Es ist nicht so, dass ich den Anspruch habe "Ich muss so und so lange stillen" - ich habe schlicht den Eindruck, auch rational betrachtet, dass es ihm und mir nicht gut tut, das Stillen jetzt aufzugeben. Manchmal bin ich wieder voller Hoffnung, dass es wieder klappen könnte, nur dann weist er mich wieder so dermaßen zurück, dass ich es kaum ertragen kann....