Koliken beim Stillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sonni34
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Koliken beim Stillen?

Beitrag von Sonni34 »

Hallo!
Ich habe jetzt relativ lange durchgehalten, aber mittlerweile ist unser Stillen so anstrengend geworden, dass ich schon darüber nachdenke abzustillen. Meine Tochter ist jetzt 16 Wochen alt und hat seit der 6. Woche mit Blähungen zu kämpfen. Im Laufe der Zeit hat sich dieses Problem soweit gesteigert, dass sie sich jetzt beim Stillen teilweise schon nach kurzer Zeit windet, die Beine anzieht und streckt und lauthals schreit. Oft pupst sie dann auch ganz viel und stark, manchmal aber auch nicht, dann steigert sich ihr Verhalten noch. Ich habe herausgefunden, dass es für sie angenehmer ist, wenn ich im Gehen stille und sie dabei etwas schaukle. Dann kommt sie häufig wieder soweit runter, dass ich mich später dann wieder hinsetzen kann. Das ist aber nur etwas für Zuhause, ich versuche jetzt immer schon zu verhindern, dass ich irgendwo anders stillen muss, da so ein schreiendes Kind an der Brust doch irgendwie komisch ist. Besonders abends scheint verstärkend auch noch Müdigkeit dazuzukommen, sie tut sich aber mit dem Einschlafen tagsüber relativ schwer. Manchmal unterbreche ich das Stillen und nehme sie für ein Bäuerchen hoch, dann hört sie oft auf zu Schreien und lacht sogar meinen Mann an. Daher weiß ich immer nicht genau, ob es wirklich Blähungen sind oder doch irgendetwas anderes???
Wir haben mittlerweile alle gängigen Mittel gegen Blähungen durch, nichts hilft wirklich. Daher greifen wir jetzt nur noch auf Bauchmassage, Wärmekissen, Fliegergriff und manchmal ein Kümmelzäpfchen zurück.
Es wäre super, wenn irgendjemand noch einen Tipp hat, was man tun kann. So wie es im Moment ist, kann ich wohl nicht solange weiter stillen, wie ich es mir vorgenommen hatte :cry:

Hier einmal meine Antworten auf die Fragen zum Stillen:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Ich habe eine Zeit lang abgepumpt und sie hat zweimal ein Fläschchen genommen, bei den letzten beiden Malen wollte sie nicht mehr. Daher gibt es auch kein Fläschchen mehr.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Ich stille ca. 10x pro 24 Stunden. Teilweise 30-45 Minuten, wenn es Probleme gibt, dann entsprechend kürzer. Schlafen ist wie gesagt schwierig, seit sie ca. 10 Wochen alt ist, schläft sie meist nur noch 30 Minuten am Stück, das vielleicht 3x am Tag. Im Kinderwagen oder Auto auch gerne mal länger.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Sie hat eigentlich bei jedem Wickeln eine nasse Windel. Ihr Stuhlgang hat sich nach der 6. Woche von mehrmals pro Tag auf einmal in der Woche umgestellt. Seit ca. 3 Wochen hat sie wieder häufiger Stuhlgang. Manchmal 1-3 Mal am Tag, manchmal alle 2-3 Tage. Allerdings quält sie sich schon Stunden vorher und drückt und zieht die Beine an usw.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Das Stillen klappte von Beginn an gut. Sie war ein Naturtalent ;-)

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Sie bekommt den Schnuller seit sie 14 Tage alt ist, weil sie rund um die Uhr an die Brust wollte. Mittlerweile bekommt sie in nur zum Einschlafen und spuckt ihn dann auch relativ schnell wieder aus.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir waren wegen ihrer Geburt per Zange und der Blähungen beim Osteopathen. Der hat eine Verspannung von Beckenboden und Zwerchfell festgestellt, die sich aber wohl im Laufe der Behandlung gelöst hat. Ansonsten ist die Hebamme mittlerweile natürlich nicht mehr da. Ich überlege noch einmal eine Stillberaterin kommen zu lassen.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Keine.
Lösche Benutzer 20119

Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von Lösche Benutzer 20119 »

Warum glaubst du denn, dass es mit Flasche, also ohne Stillen, besser wird? Wir hatten diese Phase auch- Blähungen, Krümmen und an der Brust nach ein paar Sekunden schreien. Es ist tatsächlich vorbei gegangen. Ich war zwar in dieser Situation auch sehr hilfslos, habe aber nie gedacht, dass es mit Flasche besser wäre. Woher kommt dein Gedanke? Wir haben damals sehr viel getragen, massiert und Sabsimplex gegeben (ob das Zeug hilft keine Ahnung). Nach ein paar Monaten war der Spuck vorbei. Ich hatte mir das damals so erklärt, dass während des Stillens die Darmtätigkeit angeregt wird und das irgendwie Schmerzen bereitet. Wir haben dann in kleineren Häppchen gestillt, viele Pausen eingelegt für Bäuerchen.
Sonni34
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Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von Sonni34 »

Hallo Dayhlia!
Ich weiß, dass das ein total doofer Gedanke ist, und ich werde wohl auch nicht abstillen, egal, wie schlimm es ist. Es ist nur momentan psychisch ziemlich belastend, weil
sie wirklich wie am Spieß schreit und das auch sehr ausdauernd und ich es kaum mit ansehen kann, wie sie sich quält. Beim Flaschegeben könnte es natürlich genauso weitergehen, da wäre es dann aber geteiltes Leid ;-)
Ich hatte eher gehofft, dass irgendjemand noch irgendeinen Tipp hat, was man tun könnte, um ihr und uns das Leben etwas leichter zu machen. Auch sonst ist sie eher der Typ Baby, das ständig Unterhaltung braucht. Schlafen ist mittlerweile langweilig :-) Daher wird es mir insgesamt etwas zuviel. Da sie in letzter Zeit auch schon nachts anfängt zu drücken und zu pressen, werde ich da auch noch wach und kann tagsüber den Schlaf kaum nachholen.
Mäuschen (02/15)
EhMibima

Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von EhMibima »

Hallo, vielleicht muss dein Baby ja auch mal pullern?
Mit meinem Mittleren(und zT der Kleinen) hab ich "windelfrei" gemacht und gemerkt daß sich schon so einige Quengeleien erklären lassen. zB trinkt ein Baby nach 5Minuten plötzlich ganz ruhig wo es sich noch kurz vorher an der Brust in Rage geschrieen hat. Babys sind sich nämlich ihrer Ausscheidungen bewusst. (manche sind bedürfnissstark und äußern das auch sehr energisch, manche äußern sich eher wenig)
Meist wachten meine Kinder auf und wollten dann 2Dinge gleichzeitig. Trinken und pullern/käckern. Wenn es dann trinkt, so war/ist das bei meinen jedenfalls, wird das Trinken immer hektischer. Beine strampeln, an- und abdocken, Baby wird immer unruhiger. Beim Käckern kann es sich zT in Weinen reinsteigern...Wenn ich dann mein Baby abhalte(Windel ausziehe und über einem Töpfchen halte) dann kann es sich erleichtern und danach ruhig weiter trinken.
Ich bedauere nur daß ich es bei meiner Großen noch nicht gekannt habe, denn dann wäre und wahrscheinlich so mancher Streß erspart blieben.

Alles Gute euch!
EhMibima

Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von EhMibima »

achso: Die übliche Abhalteposition ist mit begeugten Beinen und aufrecht was die Ausscheidung und das Pupsen sehr erleichtert.
Lösche Benutzer 20119

Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von Lösche Benutzer 20119 »

Ich denke, dass dir hier auch eine Stillberaterin noch antworten wird. Bei den Tipps haben wir auch das gemacht, was du schon machst. Beim gehen stillen, massieren, viel Tragen. Ich war auch verzweifelt. Er hat sich regelmäßig gekrümmt und sogar mit den Händen das Gesicht zerkratzt vor Schmerzen. Aber es ging wirklich weg. Fast von einen Tag auf den anderen. Mittlerweile stillen wir 16 Monate ohne Probleme. Habe gelesen, dass einigen hilft, wenn das Kind in aufrechter Position stillt. Damit die Milch denen nicht in den Rachen sprießt, wenn sie liegen. Könntest du ausprobieren.
Klar, wenn du nicht mehr stillen willst, dann ist das auch ok. Ich fände es nur schade, damit aufzuhören, weil man die jetzige Situation schlimm findet und denkt, dass das jetzt immer so sein wird. Wenn ich auf die wundervollen 16 Monate zurück blicke, dann war diese Phase ja nur ein Bruchteil davon.
koalina
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Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von koalina »

Liebe Sonni!

Hier hatten wir auch sehr mit Blähungen zu kämpfen.

Was uns half:
- "abhalten", manchmal auch mit Windel (also einfach so halten) und dann weiterstillen. Die Flasche würde vermutlich nichts am Schreien/ Blähungen ändern, PRE würde es vielleicht gar verstärken (da schlechter verdaulich).
- oft stillen, meist 12x am Tag. Kleinere Portionen verträgt Krümel besser.
- viel aufrecht tragen. Hast du eine Tragehilfe oder Tragetuch? Krümel wohnt(e) darin und ist bis heute gern und viel eingebunden. Beim Gehen massiert dein Bauch seinen, was hilft. Je mehr ich mich bewegte (Wäsche aufhängen etc.) umso besser...
- das Wissen, das es vielen so geht... "Es ist eine Phase. Es ist eine Phase...." (die bei uns vorüber ist)

Ich habe auch viel beim Stillen umhergehen müssen. Mir hilft dabei ein Sling als Unterstützung. So lastet nicht das ganze Gewicht auf einem Arm. Das ist Übungssache, erleichterte mir das Leben aber enorm (mir taten Handgelenke und Ellenbogen schon weh).

Wenn du abstillen magst, kannst du das natürlich jederzeit. Auch dabei können dir die Stillberaterinnen helfen.

Alles Gute euch!
koalina :piepmatz:
--.-'-;@

mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
Sonni34
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Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von Sonni34 »

Hallo zusammen!
Vielen Dank für die zahlreichen Tipps! Vieles davon machen wir schon, einiges werde ich jetzt noch ausprobieren. Der Sling könnte mir auch helfen, meine Handgelenke haben nämlich auch ganz schön gelitten.
Abstillen werde ich auf keinen Fall! Das war nur der Frust der letzten Tage, die mal wieder heftiger waren bzw. sind. Aber irgendwan müssen diese fiesen Blähungen ja schließlich mal verschwinden :-) Ich hatte nur leider vorher keine Ahnung, wie heftig sowas sein kann.
Mäuschen (02/15)
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Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von koalina »

Sonni34 hat geschrieben:Der Sling könnte mir auch helfen, meine Handgelenke haben nämlich auch ganz schön gelitten.
Probiere es aus... wir nutzen ihn ständig. Ich kann mir keinen Tag ohne denken. Inzwischen habe ich auch mehr als einen. (Schließlich muss man ihn auch mal waschen... und außerdem gibt es sooo schöne 8) )

Euch alles Gute! Das wird besser. Der Darm deines Babys wächst jeden Tag und wird immer reifer!
koalina
Lösche Benutzer 20119

Re: Koliken beim Stillen?

Beitrag von Lösche Benutzer 20119 »

Liebe Sonni,

schön zu hören, dass du schon positiver denkst! Ich glaube auch tatsächlich, dass Unwissenheit viele Mütter zum Abstillen treibt. Sie sind in einer Situation wie du und wissen sich nicht zu helfen. Wenn dann niemand dahinter steht und dir sagt, dass das alles in Ordnung ist, dann kommen halt Zweifel. Berichte dich mal später, ob es besser geworden ist.
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