Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

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Skira
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Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Skira »

Hallo zusammen,

mein Baby Marie wurde am 24.10.2014 geboren (ist also jetzt knapp 6 Wochen alt) und ich schreibe hier, da ich mit dem aktuellen Status von Stillen/Zufüttern leider unzufrieden bin und ich alleine bisher trotz diverser Bemühungen nichts ändern konnte.

Das Problem ist grob gesagt, dass ich Marie zwar stille, aber sie an der Brust nie satt wird, dann ziemlich schreit und ich dann (mittlerweile) relativ grosse Mengen Pre-Nahrung zufüttern muss bei jedem Stillen, damit sie überhaupt aufhört zu schreien. Nachdem im Krankenhaus und die ersten Tage der Stillstart vermurkst war, hatte ich in den letzten Wochen in Absprache mit der Nachsorge-Hebamme diverse Sachen versucht wie Milchbildungs-Tee, Milchbildungsöl, etc. ausprobiert um es wieder zu "richten". Auch häufiger anlegen versuche ich immer mal wieder, aber das geht nur eingeschränkt, da sie wie gesagt dauerschreit, bis sie vollkommen satt mit Flasche ist und dann schläft sie erstmal. Die Milchmenge ist etwas mehr geworden, aber reicht immer noch nicht. Die Hebamme meinte nun, dass ich ggfs. einfach nicht genug Milch bilden kann und es doch ok ist mit dem Zufüttern. Für mich ist das nur leider nicht ok. Ich hab schon einiges hier im Forum gelesen und auch verstanden, dass es jetzt ggfs. schon zu spät ist, um noch zum vollstillen zu kommen. Aber ich wäre auch schon glücklich, wenn ich mehr Milch hätte und weniger zufüttern müsste.

Ich hab im Folgenden mal versucht, die Fragen zu beantworten:

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Marie wurde im Krankenhaus mit Pre-Nahrung zugefüttert, da sie mehr als 10% ihres Geburtsgewichts verloren hatte. Dadurch hat sie sich nur ca. alle 4 Stunden gemeldet, was laut den Hebammen dort auch der Ziel-Rhytmus sein sollte. Ich war nach der Geburt zu fertig, hatte mich vorher nicht informiert und wusste es nicht besser). Zu Hause haben wir dann versucht den Rhythmus beizubehalten - erstmal mit nur Stillen. Marie hat dann nur geschrien und wir haben den Fehler gemacht, wieder mit der Pre-Nahrung zu starten. Dann stelle sich wieder der 4 Stunden Rhythmus ein. Ich hatte dann Milcheinschuss, aber die Milch reichte nicht. Und so ging es dann weiter mit Zufüttern.
Mittlerweile füttern wir 70-100 ml pro Mahlzeit zu. Meistens Pre-Nahrung und die Muttermilch, die ich nachts abpumpe, wenn Marie lang schläft.


* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Wir haben im Durchschnitt ca. 6 Stillmahlzeiten am Tag und ich pumpe einmal MuMi in der Nacht. Marie schläft nachts momentan ca. 7-9 Stunden am Stück. In dieser Zeit trinkt sie garnicht. Tagsüber sind die Schlafpausen meistens ca. 2-3 Stunden, aktuell schläft sie tagsüber aber immer nur kurz und ist viel wach.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

Immer wenn wir Stillen haben wir auch eine volle Windel. Sie macht viel Pipi, so dass auch oft die Windel ausläuft. Stuhl hat sie jeden Tag.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?

Der Stillstart war holprig. Ich hatte nach der Geburt starke Probleme mit dem Kreislauf, da ich viel Blut verloren hatten wg. Problemen mit der Nachgeburt, und es ging mir psychisch nicht gut. Die Hebammen im KH hatten vorgegeben, dass sie alle 4 Stunden trinken soll und sie hat sehr viel geschlafen. Auch beim Trinken war sie sehr schläfrig. Das Anlegen hat nicht gut funktioniert und ich hatte dann schnell blutende Brustwarzen. Der Milcheinschuss kam erst am 6. Tag zu Hause. Als sie dann mehr als 10% abgenommen hatte, haben die Schwestern gefordert zuzufüttern und ihr wurde leider auch ein Schnuller zur Beruhigung im Kinderzimmer gegeben. Als wir zu Hause waren haben wir versucht, den 4 Stunden Rhythmus beizubehalten, Marie schrie viel und wir haben wieder zugefüttert, da ich nicht wusste, dass mehr Anlegen notwendig ist um ausreichend Milch zu bekommen. So bekam ich zwar den Milcheinschuss, aber nicht viel Milch. Anfangs pumpte ich 30 ml pro Brust (nachts). Mit der Nachsorge-Hebamme hab ich dann versucht, auf diversen Wegen die Milchmenge zu steigern (es wurde aber auf ihr Anraten weiter zugefüttert). Mittlerweile pumpe ich nachts (nach 3-4 Stunden Abstand zum letzten Stillen) ca. 50-60 ml pro Brust. Danach ist es aber nicht mehr mehr geworden. Tagsüber ist es gefühlt noch weniger, da wir Marie dann oft 100 ml Pre zufüttern müssen.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Ja, sie bekommt mit Flasche zugefüttert und nutzt auch den Schnuller zur Beruhigung.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

Bei der Nachsorge-Hebamme. Für sie ist das Thema nur leider abgeschlossen und sie meint, ich soll Stillen und Zufüttern, so lange es mir noch Spass macht und dann Abstillen.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

Ich habe die Schilddrüsen-Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis und hatte schon in der Schwangerschaft trotz Steigerung der Medikamenten-Dosis Werte an der Untergrenze des Normbereichs in Richtung Unterfunktion. Seit der Geburt habe ich die Dosis nicht reduziert, war allerdings bisher auch nicht zur Kontrolle. Mir war nicht bewusst, dass die Schilddrüse auch die Milchbildung beeinflusst. Ich habe jetzt einen Termin zur Blutabnahme gemacht. Ich nehme L-Thyroxin 175.
Seit der Geburt ist mein Eisen-Wert leider auch sehr niedrig - Hb war noch 7,1. Habe deswegen Kräuterblut genommen. Mir ist aber noch immer oft schwindlig und müde.


Ich hoffe, ich habe die Fragen ausreichend beantwortet - sorry für den vielen Text. Ist so viel passiert in den letzten Wochen :-)

Mein grosses Ziel ist es, die Milchmenge nach Möglichkeit noch zu steigern, damit ich weniger zufüttern muss. Denn leider lässt das Thema mich nicht los und ich kann es nicht entspannt sehen und "halt einfach zufüttern". Ich bin immer noch sehr traurig, dass wir es in den ersten Tagen "verbockt" haben...

Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ihr ein paar Tipps und Ratschläge für mich hättet.

Vielen Dank und liebe Grüsse,
Skira
Wortgewitter
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Wortgewitter »

Hallo und Willkommen!

Einer der grandiosen Still-Moderator_innen wird sich sicher gleich bei Dir melden. Gut, dass Du hergefunden hast. Nach dem, was ich hier mir so an Wissen angeeignet habe, ist überhaupt noch nix verloren bei euch.

Bitte schreibe den Mods noch ALLE Gewichtsdaten auf, die Du hast (und am besten auch, auf welcher Waage gemessen). Dann können die beurteilen, ob euer zufüttern wirklich nötig ist.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Skira
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Skira »

Hallo Wortgewitter!

danke für die nette Antwort! Ich bin ehrlich gesagt auch noch nicht bereit, das Thema ganz aufzugeben und abzustillen, da es mir wichtig ist, Marie zu stillen.

Stimmt, die Gewichte hab ich vergessen. War auch so schon ein langer Beitrag ;-)

Folgende Gewichte haben wir:

24.10.14 - 3500g (KH - Geburtsgewicht)
26.10.14 - 3370g (KH - kein Nacktgewicht)
27.10.14 - 3150g (KH) --> ab dann wurde zugefüttert
28.10.14 - 3210g (KH)
29.10.14 - 3310g (KH - Entlassungsgewicht)
01.11.14 - 3330g (Hebamme)
03.11.14 - 3300g (Hebamme)
05.11.14 - 3430g (Hebamme)
09.11.14 - 3660g (Hebamme)
12.11.14 - 3730g (Hebamme)
14.11.14 - 3780g (Hebamme)
17.11.14 - 3860g (Hebamme)
21.11.14 - 4090g (Kinderarzt)
27.11.14 - 4260g (Hebamme)
03.12.14 - 4600g (Hebamme)
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Teazer
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Teazer »

Hallo Skira,

herzlich Willkommen hier im Forum! :D Danke für die Beantwortung der Fragen. Eine Steigerung der Milchmenge ist sicher möglich. Morgen meldet sich ein Still-Mod. :)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
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tania
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von tania »

ich schreibe heute noch :D

liebe skira,

herzlichen glueckwunsch zum kind - und auch zum erstellen eines eigenen threads :D
Skira hat geschrieben:Nachdem im Krankenhaus und die ersten Tage der Stillstart vermurkst war, hatte ich in den letzten Wochen in Absprache mit der Nachsorge-Hebamme diverse Sachen versucht wie Milchbildungs-Tee, Milchbildungsöl, etc. ausprobiert um es wieder zu "richten".
diese dinge kannst du dir sparen. wenn es sich gut anfuehlt, mach es ruhig weiter, aber wir werden hier gemeinsam dein kind einspannen - das effektivste milchsteigerungsmaschinchen.
Auch häufiger anlegen versuche ich immer mal wieder, aber das geht nur eingeschränkt, da sie wie gesagt dauerschreit, bis sie vollkommen satt mit Flasche ist und dann schläft sie erstmal.
nicht alle massnahmen die ich dir vorschlagen werde, werden erfahrungsgemaess auf grosse gegenliebe bei deinem kind stossen. sie ist zwar erst sechs wochen, aber lieb gewordene gewohnheiten hat sie schon und gegen die werden wir arbeiten muessen, wenn du sie vollstillen moechtest. aber: du machst das nicht fuer dich, du machst es fuer sie! (und fuer dich ;-))
Die Milchmenge ist etwas mehr geworden, aber reicht immer noch nicht. Die Hebamme meinte nun, dass ich ggfs. einfach nicht genug Milch bilden kann und es doch ok ist mit dem Zufüttern.
es ist tatsaechlich moeglich, dass du einfach nicht genug milch bilden kannst. aber das ist extrem (!) selten und bis wir bei der diagnose sind, ist noch gaaaaanz viel auszuprobieren.
Für mich ist das nur leider nicht ok. Ich hab schon einiges hier im Forum gelesen und auch verstanden, dass es jetzt ggfs. schon zu spät ist, um noch zum vollstillen zu kommen. Aber ich wäre auch schon glücklich, wenn ich mehr Milch hätte und weniger zufüttern müsste.
gut. unnoetiges zufuettern ist wirklich NICHT OK. noetiges zufuettern natuerlich voellig. das werden wir herausfinden. nach deinem text zu urteilen gibt es eine menge verbesserungspotential, ich bin optimistisch :D

gleich gehts weiter ;-)
tania mit sohn *09 und sohn *12
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tania
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von tania »

Skira hat geschrieben:* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Marie wurde im Krankenhaus mit Pre-Nahrung zugefüttert, da sie mehr als 10% ihres Geburtsgewichts verloren hatte. Dadurch hat sie sich nur ca. alle 4 Stunden gemeldet, was laut den Hebammen dort auch der Ziel-Rhytmus sein sollte. Ich war nach der Geburt zu fertig, hatte mich vorher nicht informiert und wusste es nicht besser). Zu Hause haben wir dann versucht den Rhythmus beizubehalten - erstmal mit nur Stillen. Marie hat dann nur geschrien und wir haben den Fehler gemacht, wieder mit der Pre-Nahrung zu starten. Dann stelle sich wieder der 4 Stunden Rhythmus ein. Ich hatte dann Milcheinschuss, aber die Milch reichte nicht. Und so ging es dann weiter mit Zufüttern.
Mittlerweile füttern wir 70-100 ml pro Mahlzeit zu. Meistens Pre-Nahrung und die Muttermilch, die ich nachts abpumpe, wenn Marie lang schläft.
es ist wichtig und richtig zuzufuettern, wenn das baby zu sehr abnimmt. nahrungszufuhr geht immer vor! die beratung war nicht die allerbeste, das weisst du ja inzwischen, aber ich denke, das kriegen wir gut wieder hin.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Wir haben im Durchschnitt ca. 6 Stillmahlzeiten am Tag und ich pumpe einmal MuMi in der Nacht. Marie schläft nachts momentan ca. 7-9 Stunden am Stück. In dieser Zeit trinkt sie garnicht. Tagsüber sind die Schlafpausen meistens ca. 2-3 Stunden, aktuell schläft sie tagsüber aber immer nur kurz und ist viel wach.
die pausen zwischen den stillmahlzeiten sind zu lang. 10-12x stillen in 24h ist sehr wichtig. tagsueber spaetestens alle zwei stunden, nachts spaetestens alle drei. schlaeft sie bei dir?
Mittlerweile pumpe ich nachts (nach 3-4 Stunden Abstand zum letzten Stillen) ca. 50-60 ml pro Brust. Danach ist es aber nicht mehr mehr geworden. Tagsüber ist es gefühlt noch weniger, da wir Marie dann oft 100 ml Pre zufüttern müssen.
du pumpst also nachts 100-120ml?? WOW das ist eine stolze menge :D
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Ja, sie bekommt mit Flasche zugefüttert und nutzt auch den Schnuller zur Beruhigung.
die kuenstlichen sauger bitte weglassen. lies dir mal bitte diesen link durch: stillfreundliches zufuettern, wir entscheiden dann gemeinsam, wie ihr am besten weiterhin zufuettert. schnuller wird einfach weggelassen, sie hat ja die brust ;-)
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

Bei der Nachsorge-Hebamme. Für sie ist das Thema nur leider abgeschlossen und sie meint, ich soll Stillen und Zufüttern, so lange es mir noch Spass macht und dann Abstillen.
ja hm spass, also nach spass klingt das nicht. wir gestalten das jetzt schoener fuer dich, auf dass du noch laaaange stillst, ja? (und um spass geht es nun wirklich nicht *kopfschuettel*)
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

Ich habe die Schilddrüsen-Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis und hatte schon in der Schwangerschaft trotz Steigerung der Medikamenten-Dosis Werte an der Untergrenze des Normbereichs in Richtung Unterfunktion. Seit der Geburt habe ich die Dosis nicht reduziert, war allerdings bisher auch nicht zur Kontrolle. Mir war nicht bewusst, dass die Schilddrüse auch die Milchbildung beeinflusst. Ich habe jetzt einen Termin zur Blutabnahme gemacht. Ich nehme L-Thyroxin 175.
Seit der Geburt ist mein Eisen-Wert leider auch sehr niedrig - Hb war noch 7,1. Habe deswegen Kräuterblut genommen. Mir ist aber noch immer oft schwindlig und müde.
gut dass du dich um deine schilddruesenwerte kuemmerst! dein eisenwert ist so niedrig, dass kraeuterblut da glaub nix ausrichtet. bitte kuemmer dich auch da um einen termin!
Mein grosses Ziel ist es, die Milchmenge nach Möglichkeit noch zu steigern, damit ich weniger zufüttern muss. Denn leider lässt das Thema mich nicht los und ich kann es nicht entspannt sehen und "halt einfach zufüttern". Ich bin immer noch sehr traurig, dass wir es in den ersten Tagen "verbockt" haben...
voellig legitime wuensche! deine situation zeigt so viel verbesserungspotential, ich freue mich, dass du es nicht entspannt siehst :D

schau nicht mehr zurueck. du hast dich hier gemeldet, du willst dich kuemmern, das ist toll!

und gleich kommt der dritte post..
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tania
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von tania »

24.10.14 - 3500g (KH - Geburtsgewicht)
27.10.14 - 3150g (KH) --> ab dann wurde zugefüttert
28.10.14 - 3210g (KH)
29.10.14 - 3310g (KH - Entlassungsgewicht)
01.11.14 - 3330g (Hebamme)
03.11.14 - 3300g (Hebamme)
05.11.14 - 3430g (Hebamme)
09.11.14 - 3660g (Hebamme)
12.11.14 - 3730g (Hebamme)
14.11.14 - 3780g (Hebamme)
17.11.14 - 3860g (Hebamme)
21.11.14 - 4090g (Kinderarzt)
27.11.14 - 4260g (Hebamme)
03.12.14 - 4600g (Hebamme)

wie war denn die geburt? warum wart ihr so lange im krankenhaus?

habt ihr ein tragetuch oder eine tragehilfe und kommt ihr damit zurecht?

die gewichtsdaten zeigen, dass im moment wahrscheinlich zu viel zugefuettert wird. in der letzten woche waren es knapp 350g, die durchschnittliche zunahme in den ersten zwei monaten liegt bei 170-330g. wuerde sie vollgestillt so zunehmen, waere das in ordnung - die streuung ist wirklich enorm. aber so zeigt es, dass eure - sehr hohe - zufuettermenge zu hoch ist.

ihr fuettert momentan 6x am tag 70-100ml zu? also 420-600ml?

wenn wir hier gemeinsam die zufuettermenge reduzieren wollen, muss marie taeglich gewogen werden, damit wir hier immer auf der sicheren seite sind. bitte besorge also eine elektronische, geeichte babywaage, die mind auf 10g genau anzeigt. du kannst so eine waage auch in der apotheke leihen.

also, noch einmal zusammengefasst:

-10-12x am tag stillen, nachts spaetestens alle drei stunden wecken

-schnuller sofort weglassen

-waage besorgen

morgen besprechen wir dann, wie ihr in zukunft zufuettert, das abpumpen und wie viel ihr ab jetzt zufuettert. in ordnung?
tania mit sohn *09 und sohn *12
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Skira »

Hallo tania!

Vielen Dank für deine lieben Antworten! Das baut mich schon mal etwas auf :P

Ich versuche mal die Fragen zu beantworten...

Marie schläft im Beistellbett an meiner Bettseite. Sie hat nachts diese grosse Schlafphase und ist dann schwer zu wecken. Gestern hab ich es versucht, sie hat dann auch getrunken, aber nur wenig und unmotiviert, die Brust war nicht leer. Aus diesem Grund hatte ich ja angefangen nachts statt stillen zu pumpen und hatte mir dafür so eine elektrische Doppel-Intervall-Pumpe besorgt, da geht das auch recht schnell. Wäre das denn auch eine Möglichkeit? Zumindest für den Übergang? Also in ihrer Schlafphase alle drei Stunden pumpen? Wir hatten auch schon versucht, die Schlafphase kürzer bzw. mit Unterbrechung zu haben, indem wir ihr abends weniger zufüttern, aber sie hat trotzdem immer mind. 6 Stunden geschlafen. Und ein Problem, was wir haben wenn wir ihr nachts zu trinken geben und sie wieder ablegen ist, dass ihr die Milch hoch kommt und sie bis morgens dann ganz "verschleimt" ist. Wir dachten erst es sei Erkältung haben aber gemerkt, dass das Problem nicht auftritt, wenn die Mahlzeit einige Zeit vor dem Schlafenlegen war. Das ist irgendwie ein Problem... Gibt es dafür eine Lösung?

Die Geburt an sich war ok für mich. Hat mit Blasensprung nachts gestartet und sich leider sehr lange hingezogen. Vom Sprung bis Marie geboren war sind 22 Stunden vergangen. Gerade zu Beginn hat der Muttermund sich trotz Wehen nur sehr langsam geöffnet (die ersten 15 Stunden hat es gedauert bis er 2 cm offen war). Ich war dementsprechend sehr erschöpft. Bei der Geburt ist der Damm gerissen und musste hinterher genäht werden. Das grösste Problem danach war die Nachgeburt, die nicht kam. Es hat sehr stark geblutet (daher wohl auch der üble Eisenwert) und die Plazenta hat sich nicht gelöst. Nach 1,5 Stunden warten wurde sie dann von der Ärztin mehr oder weniger an der Nabelschnur "rausgerissen". Ich war danach irgendwie etwas traumatisiert von dem ganzen Erlebnis Geburt - hat einige Tage gedauert, bis ich das Ganze verdaut hatte. Am nächsten Tag konnte ich leider gar nicht aufstehen und mich um Marie kümmern, da mein Kreislauf nicht mehr mitgespielt hat. Das wurde nur langsam besser. Daher vermutlich auch der längere Aufenthalt (und es wurde mehrmals untersucht, ob Plazenta-Reste drin geblieben sind). Ich hatte ab Tag 2 dann auch Migräne und meine üblichen Schilddrüsen-Probleme - vermutlich wegen der Hormonumstellung. Mit den wunden, blutigen Brustwarzen zusammen war der Start daher nicht so gut und ich war ehrlich gesagt immer froh, wenn Marie lang geschlafen hat und ich meine Ruhe hatte. Es hat einige Tage gedauert, bis ich mit Marie überhaupt "was anfangen konnte" und ich hab lang gebraucht die Veränderung zu akzeptieren. Also nicht so ganz rosarot und verliebtsein ins Baby - das kam erst später :)

Wir haben ein Tragetuch und seit gestern auch eine emei Trage und kommen mit beidem zurecht. Mir gefällt die emei gut, da ich sie mir einmal einstellen kann und dann schnell anhab. Die Position von Marie sieht darin denke ich auch ganz gut aus. Wir tragen sie öfters mal zum spazieren gehen und selten mal zu Hause - da hab ich sie eher so auf dem Arm.

Ja, wir füttern 6x am Tag 70-100 ml zu - in der Woche mit der sehr hohen Gewichtszunahme hatten wir jedes Mal 100 ml zugefüttert. Ich hab heute gemerkt, dass sie morgens auch mit weniger zufüttern zufrieden ist (heute morgen 60 ml), abends ist das schwieriger, da scheint weniger Milch da zu sein. Da sind es meistens 100 ml und trotzdem kommt sie nachmittags/abends öfters im 2 Stunden Rhytmus.

Waage werde ich besorgen. Wir haben zwar eine hier, ist aber eine historische mit Hand einzustellende. :lol:

Bzgl. Schnuller: Gibt es eine Alternative dazu? z.B. den Finger? Sie hat oft Probleme beim Einschlafen "runter zu kommen" und nutzt dafür den Schnuller. Meistens nur einige Minuten ganz doll, dann spuckt sie ihn von sich aus wieder aus. In den letzten Tagen hat sie ihn von sich aus kaum nehmen wollen.

Sooooo.... hoffe alles beantwortet zu haben.

Nochmal ganz vielen Dank für die Mühe, die du dir machst! Es tut gut, von jemandem unterstützt zu werden!

LG,
Skira
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tania
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von tania »

hast du dir den link zu stillfreundlichem zufuettern durchgelesen? ich wuerde dir das BES ans herz legen. kannst du dir das vorstellen?

mit dem BES wuerde marie alle zufuettermilch an deiner brust trinken, das kurbelt deine milchbildung an und dein kind bekommt keine kuenstlichen sauger mehr. dass du nachts so viel pumpen kannst, legt nahe, dass das problem bei euch nicht deine milchmenge ist, sondern dass dein kind eine saugverwirrung hat und deshalb nicht genug milch aus deiner brust bekommt, bzw nicht stark genug saugt, damit deine brust genug milch produziert.

eine saugverwirrung laesst sich nur durch das weglassen aller kuenstlichen sauger beheben und bei der momentanen hohen zufuettermenge sind alle anderen varianten ausser dem BES deutlich aufwaendiger. ich bin allerdings optimistisch, dass sich die zufuettermenge schnell verringert.

zu allem anderen spaeter.

link erste schritte mit dem BES

dann der link zur elternbroschuere BES

und ein link zu einem aktuellen thread mit vielen tollen tipps und erklaerungen zum BES: aktueller thread
tania mit sohn *09 und sohn *12
Skira
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Re: Steigerung der Milchmenge noch möglich trotz Zufüttern?

Beitrag von Skira »

Hi tania,

BES kann ich mir schon vorstellen. Werde mir die Links ansehen und mich informieren.

Welche Menge müsste denn pro Mahlzeit aus den Brüsten kommen um das Baby satt zu bekommen? Auf der Packung der Pre-Nahrung steht z.B. für die 7. Woche 170ml pro Mahlzeit bei 5 Mahlzeiten am Tag.
Momentan sind es ja im besten Fall 120 ml - als ich einmal nachmittags gepumpt habe waren es nur 30 ml pro Seite.

Das mit der Saugverwirrung kann schon sein. Sie nimmt die Brustwarze oft komisch in den Mund (z.B. nur die Brustwarze ohne Hof) und macht auch oft laute Schmatzer beim Trinken so wie an der Flasche.

Ich habe heute versucht, ihr weniger zuzufüttern, damit sie öfters trinken will. bisher haben wir 8 Stillmahlzeiten heute geschafft - manchmal allerdings mit nur einer Stunde Abstand, dann mal wieder 3 Stunden. Hoffe, das ist auch ok.

LG,
Skira
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