mein Baby Marie wurde am 24.10.2014 geboren (ist also jetzt knapp 6 Wochen alt) und ich schreibe hier, da ich mit dem aktuellen Status von Stillen/Zufüttern leider unzufrieden bin und ich alleine bisher trotz diverser Bemühungen nichts ändern konnte.
Das Problem ist grob gesagt, dass ich Marie zwar stille, aber sie an der Brust nie satt wird, dann ziemlich schreit und ich dann (mittlerweile) relativ grosse Mengen Pre-Nahrung zufüttern muss bei jedem Stillen, damit sie überhaupt aufhört zu schreien. Nachdem im Krankenhaus und die ersten Tage der Stillstart vermurkst war, hatte ich in den letzten Wochen in Absprache mit der Nachsorge-Hebamme diverse Sachen versucht wie Milchbildungs-Tee, Milchbildungsöl, etc. ausprobiert um es wieder zu "richten". Auch häufiger anlegen versuche ich immer mal wieder, aber das geht nur eingeschränkt, da sie wie gesagt dauerschreit, bis sie vollkommen satt mit Flasche ist und dann schläft sie erstmal. Die Milchmenge ist etwas mehr geworden, aber reicht immer noch nicht. Die Hebamme meinte nun, dass ich ggfs. einfach nicht genug Milch bilden kann und es doch ok ist mit dem Zufüttern. Für mich ist das nur leider nicht ok. Ich hab schon einiges hier im Forum gelesen und auch verstanden, dass es jetzt ggfs. schon zu spät ist, um noch zum vollstillen zu kommen. Aber ich wäre auch schon glücklich, wenn ich mehr Milch hätte und weniger zufüttern müsste.
Ich hab im Folgenden mal versucht, die Fragen zu beantworten:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Marie wurde im Krankenhaus mit Pre-Nahrung zugefüttert, da sie mehr als 10% ihres Geburtsgewichts verloren hatte. Dadurch hat sie sich nur ca. alle 4 Stunden gemeldet, was laut den Hebammen dort auch der Ziel-Rhytmus sein sollte. Ich war nach der Geburt zu fertig, hatte mich vorher nicht informiert und wusste es nicht besser). Zu Hause haben wir dann versucht den Rhythmus beizubehalten - erstmal mit nur Stillen. Marie hat dann nur geschrien und wir haben den Fehler gemacht, wieder mit der Pre-Nahrung zu starten. Dann stelle sich wieder der 4 Stunden Rhythmus ein. Ich hatte dann Milcheinschuss, aber die Milch reichte nicht. Und so ging es dann weiter mit Zufüttern.
Mittlerweile füttern wir 70-100 ml pro Mahlzeit zu. Meistens Pre-Nahrung und die Muttermilch, die ich nachts abpumpe, wenn Marie lang schläft.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir haben im Durchschnitt ca. 6 Stillmahlzeiten am Tag und ich pumpe einmal MuMi in der Nacht. Marie schläft nachts momentan ca. 7-9 Stunden am Stück. In dieser Zeit trinkt sie garnicht. Tagsüber sind die Schlafpausen meistens ca. 2-3 Stunden, aktuell schläft sie tagsüber aber immer nur kurz und ist viel wach.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Immer wenn wir Stillen haben wir auch eine volle Windel. Sie macht viel Pipi, so dass auch oft die Windel ausläuft. Stuhl hat sie jeden Tag.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Der Stillstart war holprig. Ich hatte nach der Geburt starke Probleme mit dem Kreislauf, da ich viel Blut verloren hatten wg. Problemen mit der Nachgeburt, und es ging mir psychisch nicht gut. Die Hebammen im KH hatten vorgegeben, dass sie alle 4 Stunden trinken soll und sie hat sehr viel geschlafen. Auch beim Trinken war sie sehr schläfrig. Das Anlegen hat nicht gut funktioniert und ich hatte dann schnell blutende Brustwarzen. Der Milcheinschuss kam erst am 6. Tag zu Hause. Als sie dann mehr als 10% abgenommen hatte, haben die Schwestern gefordert zuzufüttern und ihr wurde leider auch ein Schnuller zur Beruhigung im Kinderzimmer gegeben. Als wir zu Hause waren haben wir versucht, den 4 Stunden Rhythmus beizubehalten, Marie schrie viel und wir haben wieder zugefüttert, da ich nicht wusste, dass mehr Anlegen notwendig ist um ausreichend Milch zu bekommen. So bekam ich zwar den Milcheinschuss, aber nicht viel Milch. Anfangs pumpte ich 30 ml pro Brust (nachts). Mit der Nachsorge-Hebamme hab ich dann versucht, auf diversen Wegen die Milchmenge zu steigern (es wurde aber auf ihr Anraten weiter zugefüttert). Mittlerweile pumpe ich nachts (nach 3-4 Stunden Abstand zum letzten Stillen) ca. 50-60 ml pro Brust. Danach ist es aber nicht mehr mehr geworden. Tagsüber ist es gefühlt noch weniger, da wir Marie dann oft 100 ml Pre zufüttern müssen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, sie bekommt mit Flasche zugefüttert und nutzt auch den Schnuller zur Beruhigung.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Bei der Nachsorge-Hebamme. Für sie ist das Thema nur leider abgeschlossen und sie meint, ich soll Stillen und Zufüttern, so lange es mir noch Spass macht und dann Abstillen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe die Schilddrüsen-Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis und hatte schon in der Schwangerschaft trotz Steigerung der Medikamenten-Dosis Werte an der Untergrenze des Normbereichs in Richtung Unterfunktion. Seit der Geburt habe ich die Dosis nicht reduziert, war allerdings bisher auch nicht zur Kontrolle. Mir war nicht bewusst, dass die Schilddrüse auch die Milchbildung beeinflusst. Ich habe jetzt einen Termin zur Blutabnahme gemacht. Ich nehme L-Thyroxin 175.
Seit der Geburt ist mein Eisen-Wert leider auch sehr niedrig - Hb war noch 7,1. Habe deswegen Kräuterblut genommen. Mir ist aber noch immer oft schwindlig und müde.
Ich hoffe, ich habe die Fragen ausreichend beantwortet - sorry für den vielen Text. Ist so viel passiert in den letzten Wochen
Mein grosses Ziel ist es, die Milchmenge nach Möglichkeit noch zu steigern, damit ich weniger zufüttern muss. Denn leider lässt das Thema mich nicht los und ich kann es nicht entspannt sehen und "halt einfach zufüttern". Ich bin immer noch sehr traurig, dass wir es in den ersten Tagen "verbockt" haben...
Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ihr ein paar Tipps und Ratschläge für mich hättet.
Vielen Dank und liebe Grüsse,
Skira