Meine kleine Tochter (16 Monate alt) entwickelt sich seit zwei Wochen zum rabiaten Stilljunkie. und ich habe v.a. ein Problem mit dem "rabiaten". Sie stillt schon immer gerne, ausdauernd und gerne. Vor etwa 2 Monaten wurde es weniger (teils kam sie tagsüber überhaupt nicht mehr). Und nun wurde es wieder mehr. Soweit alles in Ordnung. Aber:
Erstens sind wir jetzt bei 10x stillen tagsüber.
Das wäre für mich dank des "EsistnureinePhase"-Mantras ok, wäre da nicht Zweitens:
Sie fordert es immer und auch für ihr Umfeld unmissverständlich ein. Das sieht dann so aus:
Sie klopft/trommelt/kneift auf meinem Dekolleté herum mit lautem Rufen nach Stillen. Wenn ich diesem nicht direkt nachkomme, weil ich gerade an der Käsetheke stehe, wir in der Gemeinschaftsdusche des Hallenbades sind, wir gerade in der zweiten Reihe in der vollbesetzten Kirche sitzen, ich mit einer Sachbearbeiterin auf dem Bürgerbüro über eine sehr wichtige Sache diskutiere, fängt sie an, an meinem Oberteil zu zerren, zu ziehen und dann, als finale Bedürfnisbekundung, unter meinen BH zu greifen, die Brustwarze zu packen und kräftig dran zu ziehen. V.a. Letzteres kann ich schlecht ab.
Wie habt ihr euren Kindern klar gemacht, dass sie nicht immer und überall sofort stillen können. Bin ich da zu eng/prüde? ich habe in fast allen oben genannten Situationen schließlich gestillt, habe mich aber dabei nicht wohlgefühlt und habe auch (in der Kirche) negative Kommentare zu hören bekommen. ich antizipiere nun schon jede mögliche Stillsituation voraus (war eben schon ganz verzweifelt, dass wir nur noch so einen blöden Platz bekommen haben in der Kirche) und bin dann auch deutlich angespannt.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht mit Kindern, die schon so groß sind, dass sie ihr Stillbedürfnis ganz klar artikulieren/gestrikulieren können und es aber auch in der Gesellschaft nicht mehr so toleriert wird, wenn sie überall gestillt werden?
Ich glaube, wenn ich mir das Geschriebene nochmal anschaue, ist es diese Ambivalenz, zwischen ich möchte sie gerne stillen und ich möchte aber nicht, dass es die ganze Welt mitbekommt, dass wir noch stillen.
Kennt jemand dieses Gefühl? Wie habt ihr es für euch gelöst?