Ich bin seit 5,5 Wochen Mutter einer wundervollen Tochter und habe Stillprobleme der Überschrift "zu wenig Milch". Gestern habe ich mein Problem im Wunschkinder-Forum geschildert und dort wurde mir dieses Forum hier wärmstens empfohlen. Ich hoffe ich finde hier Hilfe!
Es gibt so viel zu berichten, ich glaube ich gliedere das mal.
Das Problem:
Meine Tochter hatte eine (noch nicht behandlungsbedürftige) Neugeborenengelbsucht und war deshalb sehr schläfrig. Das Mekonium wurde in den ersten Tagen nicht vollständig ausgeschieden, so dass die Nachsorge-Hebamme am 6. Tag mit einem kleinen Einlauf nachgeholfen hat. Seitdem kommt durchs Stillen allein keine vernünftige Gewichtszunahme zustande und ich muss Zufüttern. Ich habe vor einigen Tagen in Rücksprache mit der Hebamme versucht, das Zufüttern wegzulassen, aber das traurige Ergebnis vorgestern war dann, dass sie prompt in einer Woche nur 50g zugenommen hat. Jetzt muss ich wieder Zufüttern.
Gesicherte Diagnosen bei mir:
- Prolaktinspiegel über 5.000, Wert wurde bestimmt nachdem ich 19 Tage lang Domperidon genommen habe
- Genug Brustdrüsengewebe (Aussage der Stillberaterin)
- SD-Unterfunktion, jedoch streng eingestellt (TSH 0,09; FT 3 und 4 in den Normbereichen)
- Gewicht etwas zu viel (BMI aktuell 26, davon 5kg noch von der Schwangerschaft)
- vor der Schwangerschaft PCO seit der allerersten Mens mit 13 Jahren
- Mein Alter: 31
- mit 19 Jahren Mammareduktionsplastik Links, allerdings keine Auswirkung aufs stillen
- Geburt meiner Tochter: Vakuum, PDA, 2x Meptid-Tropf, Wehen-Tropf und Cytotec
- fühle mich sehr gestresst und unter Druck gesetzt von der Gewichtsthematik. Mein Leben bestand bislang immer ein Stück weit aus Diät und Gewichtskontrolle und jetzt ist diese Waage schon wieder so im Zentrum, das finde ich schlimm.
Entwicklung meiner Tochter:
- geburtsgewicht 3.270g
- nach 6 Tagen 3.080g
- nach 16 Tagen 3.160g, ab hier Zufüttern
- nach 30 Tagen 3.710g, ab hier Reduzierung Zufüttern in Rücksprache mit Hebamme, inzwischen weiß ich dass es zu schnell war. Die Hebamme hatte uns versichert, dass unsere Tochter jetzt so kräftig duz, dass sie ihre Nahrung vehement einfordern wird und wir sie bei hunger nicht beruhigt bekommen. Und sie war meist friedlich, nur abends quengelig, aber wollte dann auch nicht mehr trinken.
- nach 34 Tagen wieder vollstillen
Nach 37 Tagen 3.780g, ab jetzt müssen wir wieder Zufüttern. Zeitgleich habe ich einen milchstau in der linken Brust.
- topfit, apgar 9/10/10, alle U-Untersuchungen Top.
- sie hatte genau letzte Woche ihren 5-Wochen-Schub und ist 2-3cm gewachsen.
- sie hat/benutzt einen Schnuller. Ja ich weiß, nicht perfekt. Momentan ist es uns aber eine zu große Hilfe, daher versuchen wir zwar es einzuschränken, aber zum einschlafen kommt er dennoch für einige Minuten zum Einsatz.
Zufüttern:
- Teil 1 ab Tag 16: abgepumpte Muttermilch 240-300 ml, Pre 90-150 ml täglich
- Teil 2 (aktuell): Pumpen nur morgens u mittags, sonst nicht und dafür häufigeres anlegen (in erster zeit Tochter zu schläfrig, selbst mit wachwickeln etc). Mengen: Mumi ca. 80-90 ml, Pre ca. 90-120. habe keine Kraft mehr fürs viele Pumpen und bin zuhause jetzt auch auf mich allein gestellt (Partner wieder arbeiten)
- wir füttern mit dem Medela Calma zu. Die Hebamme hatte uns gesagt, dass meine Tochter so kräftig an die Brust gehen würde, dass wir keine saugverwirrung bekommen werden. Haben daher gedankenlos die Milch im Avent-Fläschchen gegeben und nach nur 2 Tagen wurde meine Tochter extrem unruhig, quengelig und zappelig an der Brust und das Stillen wurde zur Tortur. Mit dem Calma-Sauger (3 Tage nach Zufütter-Beginn) wurde es besser, aber es war ein regelrechter Kampf dass wir beide beim Stillen wieder zufrieden sind. Und jetzt muss wieder die Flasche her, ich könnte heulen (und tue es zuweilen auch)
- abends ist der Stress am größten, sie hat den größten Durst und ich habe permanent Angst dass zu wenig Milch da ist. Tagsüber reicht ihr oftmals die Brust allein.
- grundsätzlich Stillen oder Stillen+Zufüttern wir alle 2-3 stunden, nachts eher alle vier.
Was ich bis jetzt getan habe:
- abpumpen zwischen den stillmahlzeiten
- Wärme vor dem anlegen/pumpen
- Div. homöopathische Mittel und Öle, Plazenta-Nosoden
- Ernährung milchfördernd (Malz, stilltee etc)
- mehrere stillpositionen (Footballer-Stellung eher selten, ja ich weiß, wäre wichtig, mögen wir nur beide nicht)
- Stillberaterin hier - Tochter saugt wohl nicht richtig perfekt, zu viel nuckeln und zu wenig große Schlucke - aber wie soll ich ihr das beibringen??? Sonst nur ein paar kleine Korrekturen beim anlegen und Verdacht auf Schilddrüse, die ist es aber nicht.
- 19 Tage Domperidon
Jetzt bin ich am Ende mit meinem Latein. Dass in den Vollstill-Tagen die Gewichtszunahme sofort wieder runter ging, hat mich sehr getroffen. Vorher war ich eine zeit lang voller Zuversicht und hatte die nötige Ruhe und Geduld, um die Saugverwirrung loszuwerden und darauf zu vertrauen dass ich genug Milch habe, denn offiziell haben ja nur ein kleiner Prozentsatz wirklich zu wenig und mein klinisches Bild liefert doch erstmal gute Voraussetzungen. Aber seit Freitag als sie gewogen wurde und ich parallel noch den milchstau hatte (Samstagfrüh war er weg), bin ich in ein ziemliches Loch gefallen. Ich weiß dass der milchfluss auch viel durch Stress beeinflusst wird, aber seit wir zuhause sind wird von allen Seiten druck aufgebaut, dass die Kleine nicht schnell genug zunimmt und dass ich zu wenig Milch habe, was man auch an den abpump-Ergebnissen sieht (Aussage Stillberaterin). Der Gedanke ans Abstillen bricht mir das Herz, ich verstehe selbst nicht warum mir das auf einmal so wichtig ist. Aber noch einmal dieses Brüllen und zappeln beim stillen packe ich nicht mehr, ebensowenig diesen Alptraum-Alltag wo ich im 2h-Takt stillen oder Pumpen muss. Das zeitintervall gilt ja ab Beginn, wenn ich fertig bin bleiben also max. 1,5h für andere Dinge wie spazieren odér so. Ich habe Angst, durch das verkrampfte "Muttermilch-füttern" wertvolle Zeit für andere Aktivitäten mit meiner Tochter zu vergeben.
Ich denke jetzt hab ich alles. Bitte entschuldigt Groß- und Kleinschreibung, ich habe den Roman einhändig mit meiner Tochter auf dem Arm getippt, die zu allem übel einen Schnupfen bekommen hat und sehr anhänglich deshalb ist. Eines noch: ich bin dem BES gegenüber nicht aufgeschlossen, auch wenn es so oft angepriesen wird. Es übersteigt einfach meine Toleranzgrenze, ich würde mich damit nicht wohlfühlen.
Tausend Dank für Eure
Viele Grüße,
Animay