Na, so eine Kinderärztin haben wir (unsere ist 20 Monate alt und will trotz neuer Schwangerschaft noch nicht von Mama's Brust lassen) auch. Aber vermutlich gerade weil wir so lange stillen, haben wir sie bislang bis auf ein Mal eh nur zu den Vorsorgeuntersuchungen gesehen. Mich macht sowas beinahe wütend

: In der 3.Welt wird alles versucht, die Mütter zu langem Stillen zu animieren und von der (zum Teil auf Grund der schlechten hygienischen Bedingungen sogar TODBRINGENDEN) Fertignahrung der Lebensmittelindustrie abzubringen und hier gibt's immer noch Ärzte, die entweder bestechlich oder schlecht informiert sind. Und beides ist nicht nützlich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit!
Die WHO empfiehlt, Kinder bis zum 6. Lebensmonat ausschließlich und in Kombination mit anderer Nahrung bis midestens zum 2. Geburtstag zu stillen:
http://www.who.int/topics/breastfeeding/en/ !
Hintergrund ist, dass Muttermilch über die ganze Zeit des Stillens hinweg den Darm vor möglichen Infektionen schützt - auch mit langkettigen Fettsäuren und Kohlenhydraten, die so eben nicht in der Fertignahrung drin sind. So steigt gerade bei niedrigerem Hygienestandard die Überlebenschance des Kindes. Aber auch hier im "sauberen Westen" kann das Kind vor Magen-Darm- Infektionen besser geschützt werden!
Es scheint wohl so zu sein, dass längeres Stillen hinsichtlich der Auswirkungen auf mögliche Allergien keine Vorteile hat, aber Immunologie umfasst ja weit mehr als das.
Meine eigene Erfahrung ist die: Mein Kind bekommt zwar einen Schnupfen, aber der ist nicht so ausgeprägt und läuft ohne Fieber und Komplikationen ab, wie bei den gleichalten Kindern aus Nachbarschaft, Krabbelgruppe, Kita... vorausgesetzt, ich selbst bin gegen den Erreger immun! Der grippalen Infekt im Frühjahr diesen Jahres hat uns beide mit hohem Fieber ins Bett gebracht und uns beiden eine bakterielle Folgeinfektion beschert - wie soll denn da das Stillen auch helfen, wenn in meiner Milch keine Abwehrstoffe gegen den Erreger vorhanden sind.
Lass dich echt nicht verrückt machen!
Was das Zufüttern angeht: Das kommt von alleine, auch ohne strikte Einhaltung des "Lebensmittelindustrie"-Dogmas. Bei manchen Kindern früher, bei anderen eben später.
Wichtig ist, dass du dem Kind die Möglichkeit gibst, sich ab dem 6. Monat auch an andere Nahrung zu gewöhnen - Bis es dann von der Brust als echte Nahrungsquelle ablässt, kann es aber dauern und das ist ganz natürlich (siehe auch Wikipedia zum Thema Stillen).
Unsere Tochter zeigte schon sehr früh (mit 3 Monaten) Interesse an unserem "normalen" Essen, lutschte auch gern mal an einem Stück Mango, Karotte, Fenchel, Kohlrabi herum. Als "haptische Abwechslung" schien Brei auch ganz interessant zu sein, aber sich davon satt zu essen? Neeee! Satt wurde sie durchs Stillen - bis sie so viele Zähne hatte, dass sie ganz klein geschnittenes Brot mit Frischkäse, Apfel, zerdrückte Kartoffeln mit Fleischbrei etc. wirklich "essen" konnte. Das war mit ca. 10 Monaten soweit.