stillen nach meinen Regeln

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
chennai
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7506
Registriert: 04.04.2009, 21:41

stillen nach meinen Regeln

Beitrag von chennai »

Ich stille nun das zweite Kind nach Bedarf und stille an sich wirklich gerne. Allerdings nervt es mich, dass ich daheim, wenn ich am Sofa sitze, eigentlich primär Still-Objekt bin und am besten doppel-barbusig da sitzen und die Kleine machen lassen sollte. Meist mach ich das ja sogar, aber wenn Besuch da ist, oder wir woanders sind, geht das mMn gar nicht. Auch das Ziehen und Kneifen der freien Brustwarze nervt bisweilen und natürlich das unvermittelte in den Ausschnitt grabschen bzw. Shirt hochschieben, wenn sie stillen mag.

In früheren Threads (die ich nur leider nicht wieder finde ;) ) habe ich öfter gelesen, dass die Kinder eben nach den Regeln der Mama stillen - basta. Wenn sie sich nicht daran halten, gibt's nichts.

Wie kann ich denn solche Regeln einführen und umsetzen? Es kommt mir so grausam vor, wenn ich einem eh schon quengeligen Kind das Stillen verwehre, weil es ständig rumfummelt oder so. Außerdem frage ich mich, ob ich dann super konsequent sein muss, oder wirklich differenziert 'regeln' kann. Aber für's Kind wird das ziemlich willkürlich sein, oder? Also bei Besuch wird nur eine BW minimal freigelegt, sonst darf's schon mal etwas mehr sein, z.B..

Habt ihr Tipps? - Ich schiele mal besonders zu jusl, denn von ihr meine ich schon öfter gelesen zu haben, dass sie Regeln zum Stillen eingeführt hatte...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
Benutzeravatar
claudia820
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1661
Registriert: 19.07.2008, 12:01
Wohnort: Weinviertel Nähe Wien

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von claudia820 »

Blöde frage aber warum lässt du mit dir spielen?

Und bei den regeln würde ich konsequent sein
Meine Mädels (6/08 + 06/12)

Bild
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Mein Blog http://janaslieblingsdesigner.blogspot.com/
Mein Abnehmblog http://losgehts.blogspot.co.at/
Nähforum http://www.vernadelt.at/
Benutzeravatar
chennai
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7506
Registriert: 04.04.2009, 21:41

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von chennai »

generell weil kinder nun mal gerne spielen. ich spiele ja so auch mit ihnen. wie soll ein kind von sich aus drauf kommen, dass beim stillen nicht gespielt wird?

gegenfrage, wie unterbindest du es?
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
Benutzeravatar
claudia820
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1661
Registriert: 19.07.2008, 12:01
Wohnort: Weinviertel Nähe Wien

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von claudia820 »

die zweite brust ist bei mir nie ausgepackt (auch nicht wenn ich nur im BH daheim herum lauf)
wenn sie mir im Gesicht herumpatscht, halte ich ihre Hand fest (also nicht richtig fest)
ich sage ihr dass ich das nicht mag wenn sie das macht

meine Große und jetzt auch die Kleine haben das schnell kapiert

und ja hört sich blöd an, aber mit dem Essen spielt man nicht :)
Meine Mädels (6/08 + 06/12)

Bild
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Mein Blog http://janaslieblingsdesigner.blogspot.com/
Mein Abnehmblog http://losgehts.blogspot.co.at/
Nähforum http://www.vernadelt.at/
Benutzeravatar
animaus
gehört zum Inventar
Beiträge: 504
Registriert: 02.07.2011, 14:15

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von animaus »

Erklären, dass es dir unangenehm ist. Ihr ne alternative anbieten; kette zum dranrumzwirbeln zb. bei meiner maus hats manchmal auch geholfen, wenn ich sie gestreichelt habe, dann war sie nimmer so zappelig beim stillen.
Benutzeravatar
chennai
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7506
Registriert: 04.04.2009, 21:41

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von chennai »

also erklären und hand wegschieben nützt gar nix bzw. endet im schreikrampf. hand nehmen und streicheln nützt manchmal, werde es nun öfter mal einsetzen. spielzeug in die hand nützt ebenfalls manchmal, aber sie hat ja zwei hände, kann also durchaus mit einer das spielzeug festhalten, mit der anderen fummeln...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
Benutzeravatar
4tiere
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1085
Registriert: 26.11.2011, 13:43
Wohnort: Göttingen

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von 4tiere »

Ich finde es ganz wichtig, dass du dich abgrenzt. Bedürfnisorientiert heisst ja nicht, dass du dich komplett aufgibst, um deinen Kind alle Bedürfnisse zu erfüllen. Natürlich die Bedürfnisse ernst nehmen und sie befriedigen. aber es gibt auch Bedürfnisse, die dein Kind noch nicht absehen kann und da bist du als vorausschauende Erwachsene gefragt. Nämlich das Bedürfnis, Respektvoll behandelt zu werden. Wenn du dich abgrenzt, zeigts du, dass du dir wichtig bist und diesen respektvollen Umgang pflegen möchtest. Gerade die Kinder, die das nicht gelernt haben, haben Probleme Grenzen zu akzeptieren und reagieren oft gegenüber vielem (Mitmenschen, Tieren aber auhc Gegenständen unachtsam.)
Dein Kind ist ja nun kein Säugling mehr und dürfte durchaus in Lage sein, Nein zu verstehen. (Nein zu akzeptieren, das ist ein anderes Thema und muss gelernt werden. Dafür bist du da!)

chennai hat geschrieben:also erklären und hand wegschieben nützt gar nix bzw. endet im schreikrampf. hand nehmen und streicheln nützt manchmal, werde es nun öfter mal einsetzen. spielzeug in die hand nützt ebenfalls manchmal, aber sie hat ja zwei hände, kann also durchaus mit einer das spielzeug festhalten, mit der anderen fummeln...
Ja, das wird anfangs anstrengend! Sie erlebt ja nun Frustrationen und sie weiss nicht, wie sie damit umgehen soll. Das ist eine der grossen Aufgaben, als Eltern unsere Kinder dabei zu begleiten. Aber Frustrationen gehören zum Leben und wenn wir gelernt haben, damit umzugehen, dann meistern wir das Leben wesentlich leichtfüssiger.
Begleiten heisst für mich, ich bleibe konsequent, aber ich tröste, streichele, schütze ggf. und bin präsent. Das ist wie gesagt anstrengend, aber es lohnt sich. Irgendwann kommt der Tag, da merkst du, ein Nein wird einfach akzeptiert!


Ich drücke dir die Daumen und sende dir Kraft durchzuhalten!
Es lohnt sich!
(Auch für dich, denn auch deine Bedürfnisse sind es wert gehört zu werden!)
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
Benutzeravatar
Jule
Moderatoren-Team
Beiträge: 4882
Registriert: 11.11.2005, 09:52

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von Jule »

Ich finde das Natalie das gut beschrieben hat. Beim ersten Kind hatte ich das Problem auch- dazu kamen Schuldgefühle als ich mich zeitweise kaum um sie kümmern konnte, Weil mir wegen der 2schwangerschaft so schlecht war... Und dann das weinen wenn sie unbedingt stillen wollte... Furchtbar vor allem nachts...da hab ich oft auch nachgeben, grad nachts- auch über meine Grenzen hinaus. Würde ich heute nicht mehr machen. Lieber klar sein über seinegrenzen- auch innerlich- und das auch zeigen. Damit ist es zwar erstmal auch hart,aber ich denke das Kind lernt es schnell und das Thema ist dann irgendwann durch und kein Dauernervthema.
Bei meiner 2 Tochter ist mir das dann auch besser gelungen...fummeln z.b. Finde ich unangenehm und habe es dann nicht mehr zugelassen...und auch ständiges Stillen wollen habe ich irgendwann eingeschränkt als sie älter(deutliches Kleinkind) war. Wir hatten dabei eine lange gute Stillzeit!
Liebe Grüße von Jule mit den Mädels 06/05 und 08/07 und dem Mini-Weihnachtsmädel '13
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von jusl »

Ich mag bei diesen Themen immer gerne auf die elterliche Vorbildfunktion hinweisen. Welches Vorbild gibt man als Mutter ab, wenn man anderen Menschen (dazu gehören auch die eigenen Kinder) erlaubt, regelmäßige die eigenen (körperlichen und psychischen) Grenzen zu überschreiten? Wenn man still und tapfer körperliche Grenzüberschreitung erduldet und damit ja dem Kind als akzeptable Verhaltensweise signalisiert "ist egal, ob ich das angenehm empfinde oder hasse wie die Pest, mach ruhig mit Fummeln weiter!"?..
Ich persönlich finde das ganz und gar nicht akzeptabel, muss ich sagen, auch und gerade in Hinblick auf das beteiligte Kind.

LG
Julia
Lösche Benutzer 10716

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von Lösche Benutzer 10716 »

Hallo Chennai! Mich hat genau dieses Thema vor einiger Zeit auch beschäftigt. Mein Sohn wurde größer, sein Stillverhalten änderte sich, aber eben auch meine Gefühle diesbezüglich. Zeitweise hatte ich - ähnlich wie du - das Gefühl, permanent und überall die Brust bereit halten zu "müssen" und war richtig genervt.
Ich denke, dass Stillen eine wunderbare Sache ist, aber eben auch nur dann, wenn Mutter und Kind sich wohl fühlen. Nur dann können alle anderen Signale, die du aussendest (in Mimik, Gestik, Worten etc...) zu diesem zutiefst liebevollen Vorgang passen. Was kommt sonst beim Kind an: Mama stillt mich und schiebt mich gleichzeitig weg (mal überspitzt ausgedrückt)!? Ich denke, dass da Doppelbotschaften entstehen, die für ein Kind (und ja selbst für Erwachsene) schwer zu verstehen sind. Mir war es damals dann wichtig, wieder eine Form für unsere Stillbeziehung zu finden, die für mich auch schön ist. Klar gabs da anstengende Momente und auch mal großen Protest. Das fand ich auch schwer auszuhalten. Ablenkung - bestenfalls durch den Papa - hat da am besten geholfen. Und nach kurzer Zeit hatte mein Sohn verstanden, dass es nicht mehr immer und überall die Brust gibt. Ich mag dir wirklich Mut machen, dich und deine Vorstellungen und Bedürfnisse in eurer Stillbeziehung auch ganz wichtig zu nehmen! Lieben Gruß!
Antworten

Zurück zu „Stillforum“