Stillbeziehung im Eimer

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Suleikha
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Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Suleikha »

Hallo,

ich habe ein immer größer werdendes Problem beim Stillen (hatte hier schon mal geschrieben, dass mein Kleiner immer so Theater beim Stillen macht, inzwischen weiß ich auch warum). Und zwar schreit mein Sohn (13 Wochen alt) seit er fünf Wochen alt ist, mehr oder weniger bei jeder Stillmahlzeit. Ich kann ihm die Brust eigentlich nur noch im Halbschlaf "andrehen". Das kommt wohl daher, dass ich einen sehr starken MSR habe und ihm die Milch wirklich mehrstrahlig in den Mund spritzt. Er verschluckt sich und schreit natürlich. Habe mich schon im Internet informiert und versuche diesem Problem durch Bergaufstillen usw. Herr zu werden, aber bis jetzt mit wenig Erfolg (ihm gefallen diese Stillpositionen irgendwie nicht, ich schaffe es einfach nicht, es ihm dabei bequem zu machen). Dazu kommt, dass er sich superleicht ablenken lässt und ständig abdockt, um sich umzuschauen. Sogar im Dunkeln guckt er sich ständig um...
Wie gesagt, wurde das Stillen problematisch, als er fünf Wochen alt wurde und seitdem haben wir eigentlich keine Stillbeziehung mehr, da er ja nur noch im Schlaf trinkt. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass er die Brust regelrecht ablehnt. Manchmal fängt er schon an zu motzen, wenn er die Brust nur sieht :cry:
Kann ich ihm die Brust irgendwie wieder schmackhaft machen? Die ganzen negativen Gefühle, die er anscheinend mit dem Stillen verbindet, wieder durch positive ersetzen?
Allmählich bin ich wirklich am Verzweifeln. Bis jetzt hatte wenigstens das Stillen im Schlaf gut geklappt, aber seit ein paar Tagen kommt es immer wieder vor, dass er mittendrin aufwacht und auch wieder schreit. Abstillen kommt nicht in Frage, einerseits will ich das nicht und andererseits geht das auch kaum (wohne im Ausland, Milchpulver hier hat sehr zweifelhafte Qualität).

LG, Suleikha

PS: Flasche und Schnuller hat er übrigens noch nie bekommen!
LG, Suleikha

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Zierbanane
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Zierbanane »

Hast Du schonmal ein wenig abgepumpt vorm Stillen? Dann würde es nicht mehr so herausschießen.

Wir haben es hier auch oft, dass er abgelenkt ist, vielleicht 3 Minuten teinkt und dann nicht mehr. Ich dock ihn dann ab und dann stillen wir eben in einer halben Stunde nochmal (3 Minuten) usw.. Ich weiß, ist anstrengend.

Wie ist denn bei Euch die Gewichtszunahme?
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Re: AW: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von greenie bird »

Es klingt vor allem aber so, als ob du schon negative Gefühle zum stillen hast bzw du selbst nicht so richtig an euren Erfolg glaubst. Ich habe auch grundsätzlich wenn ich Zeit hatte ausgestrichen damit die Brust nicht so prall ist. Aufwärts stillen hat bei uns auch bitte wirklich geklappt, aber irgendwann sollte dein kleiner auch lernen mit dem MSR umzugehen und dazu wäre es praktischer, wenn er auch wach stillen würde. Es ist ja auch nicht leichter im Schlaf so schnell zu trinken, daher glaube ich ganz sicher, dass er das eigentlich schon kann. Vertrau auf dich, bleib ruhig. Es ist doch in Ordnung,wenn er dann mal abdockt, damit der erste Schwall dann weg ist- war bei uns auch oft so. Ich hatte immer eine Mullwindel zum stillen neben mir,die dann hinterher voll war, weil ich sie nach dem MSR immer auf die Brust drücken durfte. Und so haben wir anfangs auch "häppchenweise" gestillt,bis es dann besser wurde.
Nicht verzweifeln! Wir haben auch meistens auf dem Pezziball gestillt. Vielleicht wäre ihm das auch genug Ablenkung?
Ich drück euch die Daumen.

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Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von channa »

hallo suleikha!

hast du mal verschiedene aufrechte stillpositionen probiert?
richtig im sitzen zu stillen ist für so ein kleines baby doch recht schwierig. Du könntest dich z. b. auch auf die couch setzen und zurücklehnen, dann das baby auf den bauch legen. oder etwas erhöht auf dem Bett liegen und das baby entweder auf den bauch oder von seitlich an die brust lassen. ist das verständlich beschrieben?
hast du die möglichkeit auch tagsüber im liegen zu stillen?

vor dem stillen ausstreichen oder abpumpen wurde ja schon gesagt und ist auch eine gute möglichkeit deinem kleinen das trinken zu erleichtern.

stress rausnehmen, das wird schon!! alles gute!

lg
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von LottesMama »

Hallo suleikha,
Ich hatte immer eine Mullwindel zum stillen neben mir,die dann hinterher voll war, weil ich sie nach dem MSR immer auf die Brust drücken durfte.
So haben wir das Anfangs auch gemacht, als Lotti noch 8-10 Stunden nachts geschlafen hat und morgens die Milch einfach nur rausgeschossen kam. Ich denke, es spricht auch nix dagegen, das bei jedem Stillen so zu machen. Uns würde es bestimmt auch nicht gefallen, wenn die Milch mit Druck in den Mund gespritzt kommt. :wink:

Ansonsten wäre mir auch anpumpen eingefallen, solange bis der Msr nachlässt.

Viele Grüße,
Rike
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tania
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von tania »

es gibt einiges um die milchmenge zu verringern. ich stille zum beispiel 12h die eine und dann die andere brust. bein einsetzen des msr drücke ich ein bisschen in eine mullwindel aus. wenn dich das interessoert, könnte ich dir ein bisschen material schicken (engl oder ital, auf dt hab ich nix, gibt es aber besimmt auch).
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Suleikha
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Suleikha »

Erstmal lieben Dank für die Antworten und die aufmunternden Worte!
Vorher ausstreichen klappt selten, weil ich dafür sehr entspannt und ruhig sein muss, das fällt mir schwer mit nörgelndem Baby auf dem Arm. Den MSR in eine Windel laufen lassen werde ich mal verstärkt versuchen, leider hat er sich dann meist schon so in Rage geschrien, dass weiterstillen nicht mehr geht.
Was die Stillpositionen angeht, versuche ich momentan, schräg nach hinten gelehnt zu sitzen und ihn mir auf den Bauch zu legen. Das klappt aber nicht so richtig, weil er dann ja seinen Kopf selbst halten muss, das ist ihm beim Trinken zu anstrengend. Ich habe das Gefühl, dass ich mindestens 5 Arme bräuchte, um ihn da richtig festzuhalten :-)

@ tania: Für deine Infos wäre ich sehr dankbar, englisch ist kein Problem!

Danke und LG,
Suleikha
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Berlinmuddi »

Ich hatte das gleiche problem. Am ende habe ich mit einer stillberaterin zwei lösungen erarbeitet:
1. milchmenge reduzieren durch 4 stunden die eine, 4 die andere seite stillen. Ich mach das bis heute so. Der msr ist seitdem nicht mehr so stark.
2. sie hat mich bestärkt, dass er nicht verhungern wird und trinken wird, wenn er wirklich hunger hat. Ich habe dann den teufelskreis durchbrochen. Ich habe ihn angelegt, er wollte nicht, und wieder weg von der brust. Und siehe da, nach manchmal geradezu unglaublich langen stillabständen trank er dann trotz msr und allem!!
Ich hoffe, das hilft dir weiter...


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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von jala »

hallo suleikha,

ich kenne sehr gut, was du beschreibst. Mein Kleiner schreit auch seit der 5.Woche regelmäßig die Brust doll an.
Die Stillpostion, die du beschreibst, verwenden wir tagsüber oft. Dabei stelle ich das Bein an, auf der Seite, auf der sein Kopf ist und unterpolstere meinen Arm mit dicken Kissen oder einer mehrfach gefalteten Decke. Sein Kopf ruht dann auf meiner Armbeuge, und sein oberer Rücken ist durch meinen Oberschenkel etwas gestützt. Er ist in Seitlage und hat es dann eigentlich echt gemütlich.

Ich muss auch sagen, dass uns in solchen Schreisituationen an der Brust auch der Nuckel sehr geholfen hat. Ich weiss ja nicht, ob man sowas anderen empfehlen kann, aber bei uns hat es das echt entschärft. Er hat dann genuckelt, sich dadurch beruhigt und aufgehört zu weinen, dann hab ich den Nuckel vorsichtig rausgenommen und ihm die Brust gegeben. Das hat oft geklappt und er hat dann getrunken.

Was uns auch noch hilft, hat berlinmuddi schon geschrieben, wirklich zu warten, bis er deutlich Hunger signalisiert, bzw. die Brust gleich wieder wegzunehmen, wenn er sie anschreit (und in unserem Fall der "Nuckeltrick" auch nicht klappt) und dann halt später neu versuchen.

Ich fühle so mit dir, da es mir auch immer so nahe geht, wenn er die Brust so anschreit... Man denkt ja, das das Trost, Nähe und Verbundenheit spendet und er schreit... Aber wenn er dann doch andockt und trinkt und dann lächelt, ist alles vergessen...

Viel Kraft, Humor, Entspannung und alles Gute für euch!
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tania
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von tania »

genau so bei mir. nur brauchte ich halt 12h abstände, damit sich meine milchmenge so halbwegs einpendelt :roll: .
vanVeldhuizen2007.pdf
tania mit sohn *09 und sohn *12
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