Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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DanielaUndTragezwerg
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Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :)

Beitrag von DanielaUndTragezwerg »

Hallo,

Tragezwerg und ich sind super glücklich, dass das Stillen von Anfang an perfekt geklappt hat und wir wollen so schnell auch nicht mehr aufhören damit :5:
Er hatte in den ersten Lebenwochen ziemlich starke Bauchschmerzen, die wir mit warmen Bädern, Massagen etc. in den Griff bekommen haben und seit zwei Wochen (er ist jetzt knapp 3 Monate alt) geht es ihm schon recht gut.

Mein Problem ist, dass sich unsere beiden Familien uns jetzt andauern überreden wollen, ihm Fencheltee, Kamillentee, etc. zu geben. Denn das braucht er UNBEDINGT, und früher haben den auch ALLE Babys getrunken, und außerdem hat mein Mann schon mit 4 Wochen Karottenbrei in seine Pulvermilch bekommen, denn da wurde er so schön braun :shock: ,.... bla bla bla

Mein Mann und ich sind uns da einig- nur MuMi und sonst gar nix und das solange Zwerg und ich uns damit wohlfühlen. Damit der Familienfriede nicht komplett den Bach runtergeht, sammle ich gerade Infos die gegen diese dämlichen Kindertees (nach Wasser steht gleich Zucker auf der Verpackung) sprechen.

Danke :)
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rueckenwind
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von rueckenwind »

Hallo Daniela und herzlich Willkommen!

Ich denke, es ist eine gute Gelegenheit, schon einmal deutlich zu machen, dass die Erziehung, Ernährung etc. eures Kindes erst einmal eure Angelegenheit ist - sonst kann es im schlimmsten Falle immer so weitergehen (du ziehst ihn zu dünn an, er kriegt nicht genug zu essen, du stillst immer noch, warum trägst du ihn nicht mal mit dem Gesicht nach vorne, warum bekommt er denn keinen Pudding/Sahne ...)

Quellen kann ich dir nicht nennen, allerdings sollte es wohl einleuchten, wenn du eine Saugverwirrung, die Zusammensetzung der Muttermilch und natürlich den Zucker anführst. Ansonsten wird sich eure Verwandschaft wohl auf euer Verantwortungsgefühl verlassen müssen.

So ganz allgemein kannst du ja auch noch darauf hinweisen, dass ein Ratschlag natürlich nicht grundweg abgelehnt wird, es aber dir und deinem Mann unterliegt, ob ihr ihn anwenden wollt oder eben nicht.
Ich drücke dir die Daumen, dass du diese und ähnliche Diskussionen gut überstehst!
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
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klimaforscherin
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von klimaforscherin »

DanielaUndTragezwerg hat geschrieben: Mein Mann und ich sind uns da einig- nur MuMi und sonst gar nix und das solange Zwerg und ich uns damit wohlfühlen.
Das ist der allerwichtigste Grund!
Sie werden immer wieder ankommen mit irgendwelchen mehr oder weniger sinnvollen Ideen.
Meine Erfahrung sagt: Wenn du nicht ständig diskutieren möchtest, setze ihnen Grenzen. Es ist euer Kind, ihr habt euch gut informiert und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen macht man das heute eben so. Punkt.

Ansonsten Argumente für Dich und deinen Mann:
Die WHO empfiehlt es so (ausschließliches Stillen): http://www.still-lexikon.de/show.php?p= ... html&h=Tee
Oder hier wird im Besonderen noch mal auf Tee eingegangen: http://www.uebersstillen.org/acquad.htm

Ansonsten (ohne Quelle) fällt mir noch ein: Tee hat keine Kalorien, es fehlen Elektrolyte, die in der Muttermilch in der optimalen Zusammensetzung vorhanden sind. Es ist umständlich, du müsstest erst Wasser kochen, aufgießen, abkühlen lassen. Fläschchen hat das Risiko einer Saugverwirrung.

Es gibt hier recht viele Threads zu dem Thema "Tee". Schau einfach mal via Boardsuche, da findest du sicher auch andere Quellen.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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JungeMami2012
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von JungeMami2012 »

Zum Thema Tee kann ich dir nicht so ganz helfen, aber einfach ein Argument, damit die Familie nicht mehr so versucht sich einzumischen: (Hat suuper bei mir geholfen!)

Es war früher so, als ihr uns grozgezogen habt, gut. Heutzutage sind die Lebensmittel so stark verändert etc mit den ganzen Zusätzen, das ich das einfach nicht will weil ICH weiß was gut für MEIN Kind ist.

Ich und mein dabei gut betonen ;D

Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben :)
Wer Rechtschreibfehler findet sollte sich nicht bei mir sondern bei meinen Lehrern beschweren ;D
Sibi
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von Sibi »

DanielaUndTragezwerg hat geschrieben: Mein Problem ist, dass sich unsere beiden Familien uns jetzt andauern überreden wollen, ihm Fencheltee, Kamillentee, etc. zu geben. Denn das braucht er UNBEDINGT, und früher haben den auch ALLE Babys getrunken, und außerdem hat mein Mann schon mit 4 Wochen Karottenbrei in seine Pulvermilch bekommen, denn da wurde er so schön braun :shock: ,.... bla bla bla
Ich würde folgende Schiene fahren: Flaschenbabys brauchten früher zusätzlich Vitamine und Tee, weil die Nahrung nicht ideal war und zusätzlich Flüssigkeit und Mineralstoffe und Vitamine sinnvoll waren. Inzwischen ist die Pre besser und man braucht so was nicht mehr.

Und STILLEN ist sowieso etwas GANZ anderes - das ist ein perfekt eingespieltes, sensibles System und wenn Dein Sohn nebenbei Wasser trinkt, kann es sein, dass das ganze fein eingespielte System durcheinanderkommt. Wenn Du ein bisschen dramatisieren willst, kannst Du ja sagen, dass Dein Sohn Hunger leiden muss, wenn er sich den Magen mit Wasser vollpumpt und dann kein Platz mehr für Milch ist. :wink:
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blueberry
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von blueberry »

Ich persönlich würde da überhaupt keine Quellen, Artikel etc. liefern. Wem es nicht vom gesunden Menschenverstand her einleuchtet, dass Zuckerwasser keine geeignete und "artgerechte" :wink: Ernährung für ein kleines Baby ist, dem wird man wahrscheinlich auch mit Quellen nicht helfen können. Die Gefahr dabei ist die, dass Du Dich damit in eine Defensive bringst: sie sagen einfach, Du solltest XY tun - und erwarten von DIR, dass DU rechtfertigst, warum Ihr das NICHT macht? Das ist doch verkehrte Welt!


Wenn Du dennoch allgemein Deinen Eltern/Schwiegereltern was in die Hand drücken magst, das nicht zu lang ist, das Stillen deutlich befürwortet und - wie ich finde sehr wichtig - die meist flaschengebende und zeitig beifütternde Großelterngeneration dort abholt, wo sie steht, dann finde ich das Großelternfaltblatt der AFS ganz toll. Dort werden keine Vorwürfe formuliert und dennoch überzeugend argumentiert.

Faltblatt der AFS für Großeltern von Stillkindern
(am besten ausdrucken und gedrittelt falten - sonst liest sich die "erste Seite" für die Großeltern etwas verwirrend, weil ja das Titelblatt ganz rechts außen ist im aufgefalteten Zustand ;) )

Ich denke, man sollte immer wieder im Blick behalten, dass die eigenen Eltern/Schwiegereltern uns eben schlicht das raten, was sie damals mit ihren Kindern gemacht haben - weil sie davon überzeugt waren, dass DAS das beste ist! Ganz klar ist es dann besorgniserregend, wenn die Enkel so ganz anders versorgt werden. Entweder man macht sich dann Sorgen ums Enkelkind ("weiß" man doch, dass die Milch spätestens nach X Wochen nicht mehr reicht, beigefüttert und Tee gegeben werden MUSS fürs gute Gedeihen - so bekam man das doch damals vermittelt! und bei den damaligen "Stillvorschriften" mit Zeitbegrenzungen, riesigen Stillabständen etc. konnte die Milch auch wirklich kaum bei einer Frau reichen!). Oder es kommt seitens der Kindergeneration so an, als wolle man sagen: "das was ihr damals gemacht habt mit euren BAbys war halt alles falsch - heute machen wir es richtig" - ein emotionales Minenfeld... :(

Ich denke, man kann nur immer wieder sagen, dass man es toll findet, dass die Eltern es damals mit einem selbst so gemacht haben, wie sie es nach den derzeitig verfügbaren Informationen und dem damaligen Informationsstand der Kinderärzte etc. als "Bestes" in Erfahrung bringen konnten. Und das man selbst es genauso machen möchte: nach dem heutigen Kenntnisstand und den einem selbst verfügbaren Informationen das Beste fürs Baby entscheiden. Und dann sagen, dass man sich über Anteilnahme und Tipps einerseits freut, aber andererseits auch darum bittet, dass akzeptiert wird, wenn man es dann trotzdem anders entscheidet.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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Jägerin
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von Jägerin »

Sogar unsere Kinderärztin rät von zusätzlichen Teegaben beim Vollstillen ab. So ein ärztlicher Rat wiegt als Argument vielleicht auch nochmal schwerer :mrgreen:
Ansonsten nicht reinreden lassen, hier sagt keiner mehr was; und wenn doch, ich bin Meister im Ignorieren :mrgreen:
LG
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EhMiKS

Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von EhMiKS »

hier auch daumen hoch für "unser kind, unsere regeln" und auch gerne genommen wie schon oben erwähnt "nach den neuesten wissenschaftlichen erkenntnissen ist das jetzt so. punkt."
wenn du auf alles hörst bzw. mit jedem diskutierst der was zum thema kinder zu sagen hat, dann kommst du ja gar nicht mehr zum schlafen.... :wink:
DanielaUndTragezwerg
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von DanielaUndTragezwerg »

Danke für eure Antworten :)
In den letzten Wochen haben wir schon mehr als deutlich gemacht "Unser Kind=Unsere Regeln" und daher ist die Gesprächskultur ziemlich frostig geworden. Deshalb werden uns eure Argumente hoffentlich weiterhelfen an den gesunden Menschenverstand der lieben Omas, Opas, Uromas etc. zu appelieren. Ich möchte einfach, dass sie es wirklich verstehen, warum es wichtig für den Zwerg ist.

Besonders das Faltblatt für Großeltern von Stillkindern ist gold wert :mrgreen:

Irgendwie ist unsere familiäre Stillerfahrung nicht die Beste und ich habe das Gefühl, dass sie darauf warten dass auch bei uns Probleme auftreten:

Meine Mutter wurde damals dazu gedrängt, mich nach 5 Wochen abzustillen, da sie angeblich zu wenig Milch hatte - was mich beim Anlegen im 4 Stunden Rhythmus auch nicht sonderlich wundert.
Und meine Schwiegermutter hat früher in der Apotheke gearbeitet, daher findet sie Medikamente, Zäpfchen und Säuglingsnahrung besonders toll. Mein Mann wurde als Kind mit Tabletten vollgestopft :?

PS: Bis auf das Thema Ernährung sind sie vorbildliche Großeltern und Urgroßeltern - das sollte auch nicht ungesagt bleiben :D
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Sibi
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Re: Brauche Fakten die fürs Stillen und gegen Tee sprechen :

Beitrag von Sibi »

DanielaUndTragezwerg hat geschrieben: Irgendwie ist unsere familiäre Stillerfahrung nicht die Beste und ich habe das Gefühl, dass sie darauf warten dass auch bei uns Probleme auftreten:
Das Schicksal teilen wohl viele unserer Generation. Lass mal, die zeit arbeitet für dich - in 1,5 Jahren erzählt dir keiner mehr, welche Probleme du alle noch beim Stillen bekommen wirst. :wink:
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