enttäuscht von meiner Frauenärztin

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Isa_Belotti
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enttäuscht von meiner Frauenärztin

Beitrag von Isa_Belotti »

Muss mal Dampf ablassen in einer Welt, wo ich verstanden werde...

Ich hatte extra die ganzen Milchpumpen-Threads im SuT durchgewälzt und daher bei der heutigen Vorsorgeuntersuchung gefragt, ob sie mir eine Milchpumpe verschreiben könne, da ich jetzt anfange zu arbeiten. Hatte wohl missverstanden, dass das nur bei medizinischer Indikation geht. Jedenfalls schaute sie mich von oben bis unten links nach rechts einmal schief mit hochgezogener Augenbraue an:

Das Kind müsse doch jetzt langsam mal essen (tut es ja, nur eben keine nennenswerten Mengen), morgens und abends stillen okay, dann bekäme es ja alles was es braucht und überhaupt komme da ja eh kaum noch was raus. :shock: *schluck*. Ein Milchpumpe brauche ich mir ja nun wirklich nicht mehr kaufen, das Kind ist immerhin schon acht Monate alt und dann müsse der Papa in meiner Abwesenheit Breichen üben.

Als ich auf die WHO-Empfehlung hinwies beeilte sie sich zu versichern, sie habe ja nun absolut nichts gegen Stillen und versuchte, irgendwie aus der Nummer wieder raus zu kommen. Ich hingegen versuchte möglichst schnell aus der Praxis wieder raus zu kommen.

Am schlimmsten finde ich, dass ich mich als recht gut informierte SuT-lerin dennoch habe sehr verunsichern lassen.
jusl
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Re: enttäuscht von meiner Frauenärztin

Beitrag von jusl »

Am schlimmsten finde ich, dass ich mich als recht gut informierte SuT-lerin dennoch habe sehr verunsichern lassen.
Das kann ich gut verstehen - ein sehr blödes Gefühl!

Von der Sache her hat Deine Gyn allerdings Recht. Heilmittel/Hilfsmittel usw. werden ärztlich nur bei entsprechender medizinischer Indikation verordnet. Hierbei ist natürlich gaaanz viel Auslegungssache - für ein Baby, dass z.B. wegen einer Erkrankung noch zwingend auf Muttermilchernährung angewiesen ist, würde man vom behandelnden Kinderarzt eine Pumpe verschrieben bekommen können, sozusagen egal wie alt das Kind ist. Der Gyn wiederum verordnet eigentlich nur hinsichtlich mütterlicherseits medizinischer Gründe, etwa bestimmte Brusterkrankungen o.ä.
Jedenfalls: Ein 8 Monate altes Kind kann in der Tat theoretisch problemlos mit morgens, abends und nachts Muttermilch und ansonsten tagsüber fester Nahrung ernährt werden. (Vorlieben des Babys o.ä. finden hier natürlich keine Berücksichtigung, das ist ja wenig überraschend) Entsprechend gibt es für das Verschreiben einer Pumpe keinen Grund. Vielleicht kannst Du es nicht als stillfeindlich ansehen, sondern eher pragmatisch als Folge eines knappen ärztlichen Budgets - d.h. das Geld was die Krankenkasse für Dich jetzt spart, kann für eine Mutter ausgegeben werden, die auf die Pumpe wirklich (med.) angewiesen ist.

Auch wenn die Ärztin inhaltlich Recht hatte - selbstverständlich ist das kein Grund, Dich blöd von oben, schräg und quer anzugucken. Sie hätte auch einfach sachlich erklären können, und dazu gute Vorschläge machen, wie Du auch ohne Pumpe auf Rezept Deine Stillbeziehung schützen kannst, z.B. mit dem Kauf einer günstigen gebrauchten Handpumpe, mit dem Hinweis auf Mutterschutzgesetz und Stillpausen oder mit dem Hinweis auf alternative Methoden per Hand...

Ich drücke Dir die Daumen, dass der Ärger schnell verfliegt und Du Arbeit und Stillen gut gemanagt bekommst. Hier im SuT findest Du viele Austauschthreads zu diesem Thema.

LG und alles Gute
Julia
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Isa_Belotti
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Re: enttäuscht von meiner Frauenärztin

Beitrag von Isa_Belotti »

Danke, Julia, für die aufbauenden Worte.

Ich hatte mich ja schon recht viel durch die verschiedenen Arbeits- und Abpumpthreads gewühlt. Dabei habe ich offensichtlich entweder übersehen oder nicht herausgelesen, dass eine med. Indikation für ein Rezept vorliegen muss. Das habe ich bei dem Termin anstandslos hingenommen und mich nicht weiter drüber geärgert. Was mich so verletzt hat, war, dass sie mir das Gefühl gegeben hat, ich mache etwas falsch, weil ich noch recht viel stille. Und Kommentare abgelassen, von wegen, da käme ja eh nichts und die Babys machten das nur, weil es am Busen so schön sei.

Vielleicht habe ich auch etwas dünnhäutig reagiert, weil ich gerade ein bisschen Panik vor dem Arbeiten bekomme: Mein Zwerg hat seit zwei Wochen kaum feste Nahrung gegessen, was ich so von ihm noch nicht kannte. Die letzten zwei Male, die ich ihn ein paar Stunden ohne Mumi allein bei seinem Papa gelassen habe, weil ich dachte, er wird schon essen bzw. trinken, hat er beides komplett verweigert und sich in Rage geschrieen - was ich so bislang auch noch nicht von ihm kannte.

Weil ich mit meiner Handpumpe mittlerweile kaum noch Milch gewinne, wo ich vor ca. 2 Monaten pro Pumpgang an die 120 ml. innerhalb von wenigen Minuten erhalten habe, gehen mir einfach gerade meine vier Buchstaben auf Grundeis. Das MuSchG ist mir natürlich geläufig - als Freiberuflerin aber leider nicht so umsetzbar.

Aber das wird schon, ich fange erstmal mit wenigen Stunden an.

LG,
Isabel
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