Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggebend?

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Teazer
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Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggebend?

Beitrag von Teazer »

Hallo Ihr Lieben,

auf der Website einer IBCLC, die sich mit dem Stillen von Frauen mit operierten Brüsten beschäftigt, habe ich dieses Zitat gefunden. Hier meine etwas laienhafte Übersetzung aus dem Englischen:
Das Beste, was Sie tun können, um Ihre Stillerfahrung zu maximieren, ist eine einfache Sache (das ist nicht immer so einfach): Entfernen Sie so viel Milch wie möglich in den ersten zwei Wochen. Das ist so, weil die Milchmenge, auf die die Brüste programmiert werden, in den ersten zwei bis drei Wochen festgelegt wird. Je mehr Milch während dieser Zeit entfernt wird, umso mehr Kapazität haben Ihre Brüste für die Milchproduktion.

Das ist so, weil die Entfernung der Milch Hormonrezeptoren in den Brüsten anlegt. Je mehr Milch entfernt wird, umso mehr Hormon-Rezeptoren werden etabliert. Hormon-Rezeptoren sind notwendig, um die Fähigkeit des Körpers zu maximieren, die Hormone zu nutzen, die produziert werden. Je mehr Rezeptoren Sie haben, umso effektiver können die Hormoneproduktion und die Milchabgabe sein. Auch wenn Sie nicht viel Volumen abpumpen können, Ihren Körper durch Pumpen-und Stillen *anzufragen* etabliert Rezeptoren.

So ist Ihr primäres Ziel in den ersten drei Wochen alles, was Sie tun können, um so viel Milch wie möglich zu entfernen. Offensichtlich ist es der beste Weg, dies durch Stillen zu tun, aber etwas Pumpen ** mit einer klinischen Pumpe ** kann auch hilfreich sein.
Quelle: http://www.bfar.org/faq.shtml#maximize

Das mit den Rezeptoren ist mir ja bekannt. Aber warum sollte es dieses Fenster von 2 bis 3 Wochen geben? Das habe ich noch in keiner deutschsprachigen Publikation gefunden. Ist es später vielleicht möglich, aber schwerer als in den ersten Wochen?

Das würde für mich bedeuten, dass ich meine operierte Brust in den ersten Wochen definitiv zusätzlich abpumpen würde, in der Hoffnung, dass sie fürs große Stillkind genügend Milch produziert, so dass ich die gesunde Brust für das Neugeborene reservieren könnte.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Latascha
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Latascha »

Ich les mir den Text mal durch...

Wieviel da dran ist?!
Liebe Grüße
Latascha
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Latascha
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Latascha »

Teazer hat geschrieben:Das würde für mich bedeuten, dass ich meine operierte Brust in den ersten Wochen definitiv zusätzlich abpumpen würde, in der Hoffnung, dass sie fürs große Stillkind genügend Milch produziert, so dass ich die gesunde Brust für das Neugeborene reservieren könnte.
Was meinst du damit genau? Du würdest dein großes Kind weiter stillen auf beiden Seiten, aber nur die operierte Brust zusätzlich abpumpen?

So wie es sich für mich liest, geht es ja darum, was du machen kannst um die Milchproduktion zu steigern und da wird eben häufiges Anlegen in der ersten Zeit empfohlen.
Zusätzliches Abpumpen könnte sich als hilfreich erweisen wird ja nur in einem Satz erwähnt.


Ich denke du hast einen großen Vorteil, weil du nach wie vor stillst. Unter dem Link mit näheren Infos steht ja auch geschrieben, dass sich die Hormone der Schwangerschaft positiv auf den Heilungsprozess der Milchkanäle auswirken.
Als Problem wird ja aufgeführt, dass anfänglich genug Milch gebildet wird, aber zu wenig Kanäle zum Abfließen vorhanden sind und dann die Milchproduktion wieder zurück geht. Die Empfindlichkeit in den Brustwarzen geben wohl Aufschluss, wie weit die Nerven intakt sind, die wohl für den Milchfluss verantwortlich sind. (Ich erwähn grad nur noch was dort weiter unten steht, damit ichs im Kopf hab und nicht vergesse.)
Ja und als Lösungsansatz bei zu geringer Milchmenge wird dann ja genannt, dass eine Ursachenforschung auf Seiten von Mutter und Kind sinnvoll ist.


Ich denke du machst nix verkehrt, wenn du einfach weiter stillst und dein Neugeborenes dann auch. So ganz ohne Abpumpen erst einmal..
Liebe Grüße
Latascha
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isyisy
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von isyisy »

Hab ich von jusl so auch schon gelesen.
Liebe Grüße
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Latascha
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Latascha »

Was? Das was dort beim Link steht?
Also das es wirklich die ersten Wochen sind, die es ausmachen, die Regeneration, die gefördert wird, durch die hormonelle Umstellung bei einer Schwangerschaft?
Ich steh grad aufm Schlauch, sorry :oops:
Liebe Grüße
Latascha
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isyisy
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von isyisy »

Im Sinne von: später zum Volkstillen kommen geht nur, wenn innerhalb eines Zeitfensters voll gestillt wurde. Es ging um das Ausschleichen von zusätzlichen Fläschchen mit Ersatznahrung.
Liebe Grüße
isy mit Großer (09/07) und Kleiner (04/10)


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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von isyisy »

Dies schrieb jusl in einem anderen Thread:


Vielleicht magst Du noch genauer beschreiben, seit wann Du wieviel ungefähr zufüttern musst? Denn werden von Anfang an große Mengen zugefüttert, dann ist es leider so, dass die Milchbildung gar nicht richtig in Gang kommt. Für die Etablierung einer Milchmenge auf VOLLstillniveau müssen in aller Regel bestimmte hormonelle Prozesse nach der Geburt ablaufen, die durch Zufüttern leider stark störanfällig sind, und die auch nur ein gewisses Zeitfenster haben. D.h. bestimmte physiologische Prozesse in den ersten Tagen und Wochen nach Geburt lassen sich nicht beliebig "auf später" verschieben. Das bedeutet für die meisten betroffenen Mütter: werden von Anfang an dauerhaft große Mengen zugefüttert, kann das Vollstillen überhaupt nie erreicht werden, egal welche Maßnahmen man ergreift.
Liebe Grüße
isy mit Großer (09/07) und Kleiner (04/10)


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Latascha
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Latascha »

Super, danke!
Wieder etwas gelernt.

Mhm, wenn man das jetzt überträgt und einen Zusammenhang herstellt: Vllt. wenn die Milchmenge anfangs nicht zum Vollstillen ausreicht dann uuuunbedingt regelmäßig mit abpumpen, dass die Bildung er Milchkanäle weiter angeregt wird in den ersten Wochen, um dann doch noch zum Vollstillen zu kommen?

Wie lang liegt denn deine OP zurück? Das ist sicherlich auch noch enorm ausschlaggebend, inwieweit sich die Nerven regeneriert und die Milchkanäle ausgebildet haben.
Ich denke die hormonelle Veränderung durch die Schwangerschaft und die Tatsache das du momentan noch stillst sind hier wirklich von großem Vorteil. (So nachdem was ich jetzt aus den Infos da rausgelesen hab.)
Liebe Grüße
Latascha
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Teazer
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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Teazer »

Danke für Euer Brainstorming. Meine OP war vor 17 Monaten. Meine Maus hat zwar zeitweise auch die operierte Brust wieder genommen, aber da kam wohl nicht mehr wirklich viel, so dass sie lieber an der gesunden trinkt.

Ihr ist das Stillen sehr wichtig und ich denke nicht, dass sie sich vor der Geburt (da wird sie ca. 2 Jahre alt sein) selbst abstillt. Daher war mein Gedanke, dass ich die Relaktation der operierten Brust nach der Entbindung besser in Angriff nehmen kann. Denn beim Tandemstillen mache ich mir halt Sorgen, dass für das Neugeborene nicht genug Milch mehr da sein könnte, wenn die große Schwester viel trinken will.

Da andere Mütter die Brüste "aufteilen", dachte ich, dass wäre ein gute Lösung, denn die Große weiß ja wie man stillt. :D Wenn ich die operierte Brust zusätzlich 2-3 Wochen durch abpumpen noch mehr stimulieren würde als "nur" durch das Stillen, dann wäre das vielleicht ja eine Möglichkeit, die Brust zu relaktieren.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Stillen in den ersten Wochen für Milchmenge ausschlaggeb

Beitrag von Latascha »

Ah okay.
Zum Tandemstillen kann ich dir leider nichts sagen und wie es da aussieht, ob für das Kleine dann genug da ist, bzw. wie man dann einem älteren Kind erklärt, dass es jetzt nicht darf, ohne dabei Eifersucht etc. zu wecken. Vielleicht meldet sich da ja noch jemand dazu?

So zu deinem Gedankengang...Ich an deiner Stelle würde dann die Große an beiden Seiten anlegen, und an der operierten Brust wohl zusätzlich abpumpen und dies wohl auch richtig regelmäßig, denn schaden kanns ja nicht.

Ob die Aufteilung dann hinterher gut klappt ist denke ich dann eine andere Sache (frag mich da einfach, ob die abgetrunkene Menge dieselbe ist, bzw. der Bedarf gleich?), aber zumindest kurbelst du so weiter an.
Liebe Grüße
Latascha
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