Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Nuala
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Nuala »

Unsre Kinder sind gleich alt - spielen deine noch nicht zusammen?
Ich muss sagen hier läuft es eher wie jusl es beschrieben hat, ich gab keinen Bock auf Kinderbespaßung. :oops:
Was hier prima hilft ist Saugen, da reitet meine erst am Staubsauger und beginnt dann was anderes zu spielen.
Beim Aufräumen macht sie es mir nach und verräumt Dinge (hab neulich ne frisch gewaschene U-Hose in der Lätzchenlade gefunden :roll: ) und ist dann voll beschäftigt.
Wenn sie Zuwendung braucht mach ich das gezielt: Aufs Sofa und ein Buch ansehen. Oder kuscheln und stillen. Meist rollt sie sich dann nach 5-10 Min. weg, plaudert ein bisschen mit mir und geht dann Sachen rumschleppen.

Oder draußen! Wie ist es da? Ich geh gerne auf Spielplätze wo viele andere Kinder sind. Da gibt's so viel zu sehen, zu klettern, zu rutschen und zu matschen, da kommt meine gar nicht auf die Idee stillen zu wollen (zudem ich immer eine Dose mit Heidelbeeren oder Karottenschnitze oder Butterbrotstückchen und ne Wasserflasche dabei hab - wenn sie Hunger hat fragt sie eigentlich eher nach Essen als nach Busen).

Ich empfinde es als sehr dankbar wenn Kinder rundherum sind, die ganze Situation ist mit zweiten Kind viel natürlicher als ich es damals mit nur einem empfunden habe.
Aber sicher sind viele Dinge auch Charakter und Gewohnheit, das will ich nicht abstreiten.
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
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Katha
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Katha »

jusl hat geschrieben:;-) Das war keineswegs böse gemeint. Ich persönlich glaube, dass es für Kinder besser ist, wenn sie einfach DABEI sind, wenn Erwachsene IHREN Alltag gestalten. Haushalt, im Garten arbeiten, Besorgungen machen, Sozialkontakte mit anderen Erwachsenen pflegen, evtl. sogar Erwerbstätigkeit... und das Kind ist einfach dabei (oder spielt halt selber was, allein oder mit anderen Kindern, wenn ihm das lieber ist). Das ist sozusagen genau das Gegenteil von kind-zentriertem Entertainment: Als Baby auf Mamas Rücken, während Mama sich um IHRE Sachen kümmert, und als Kind mehr oder weniger in der Nähe, während Mama sich um ihre Sachen kümmert (Kind kann dabei mithelfen, oder eben selbst was spielen, ganz nach Belieben, logo).
Ich persönlich habe damit außerordentlich gute Erfahrungen gemacht. In jedem Falle ist es anregungsreicher fürs Kind und weniger langweilig - es wird ganz sicher besseres zu tun haben, als der Mama ständig am T-Shirt zu zupfen. ;-)
Vielleicht ist dieser Ansatz ja auch etwas für Euch?

LG
Julia
(die sich tatsächlich nicht erinnern kann, jemals mit einem ihrer Kinder auf einem Spielteppich oder im Sandkasten gesessen zu haben)
Ich findes das auch toll.
Und frag mich, wie man das wirklich hinkriegt und Kriege es, seitdem der Kleine eine Kampfrobbe geworden ist, wieder viel besser hin. (vorher hätte ich ihn 1, 2 Wochen nur Tragen können, was mein Kreuz nicht packt, da musste ich ihn lieber bespielen.) kl. Hase hatte aber früh schon immer Phase, in denen er alleine spielen wollte. Wir haben die ihm gelassen und auch Wege etc. lieber verschoben, wenn es ging. Ich will ja auch nicht mitten in was Spannendem ohne Not unterbrochen werden.

Andererseits: manchmal sitze ich mit ihm auf seiner Decke und es gefällt mir mitzuspielen. Die aus SmoothieFlasche und Wäscheklammer gebaute Flasche zu schütteln und rauszufinden, was das mit meinem akörpergefühl macht - und wie der Kleine lacht (war gestern so, danach hab ich mit ihm getanzt ;) )
Und wenn wir das zu Dritt machen, ist es nochmal anders und wir spielen manchmal auch zu zweit, wenn der Kl. uns nicht mitspielen lässt.

Da hat mich vielmehr, gerade im April das viele Gassi gehen genervt (ja, ich weiß, mir tut frische Luft auch gut, aber der Zwang dahinter hat mich genervt).

Kann man da nen Mittelweg gehen?

Liebe Grüße
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
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mayra
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von mayra »

jusl hat geschrieben:
und das mit dem "nicht im sandkasten sitzen" kann ich mir überhaupt nciht vorstellen. mit mir wäsche waschen und die wohnung putzen findet die kurze üüüüüüüüberhaupt nicht anregend. klar, leute treffen das mach ich schon auch und manchmal spielt sie auch vor sich hin. aber ich gehe doch täglich mit ihr zum spielplatz oder ins kinderzimmer zum spielen. natürlich sitze ich da neben ihr auf dem boden, wenn ich nciht grad mit ihr schaukle oder rutsche...
wow, das wiederum kann ich mir tatsachlich üüüüberhaupt nicht vorstellen. :lol: Unsere Alltagsgestaltung scheint da also massiv unterschiedlich zu sein (bzw. gewesen zu sein; meine Kinder sind aus dem betreuungsintensiven Alter ja eh schon raus). Es lebe die Vielfalt. :D Interessantes Thema!

LG
Julia
Das kommt halt immer auch die "Umstände" an. Meine beiden sind ja morgens oft bei Oma oben und die bespielt die beiden quasi durchgehend, und wenn nicht sie, dann Opa. Da fordern sie das dann auch oft von uns, wenn sie hier sind. "Arbeiten" ist jedenfalls oft schwierig. So schwierig, dass ich für Boden reinigen und Bad putzen grade eine Putzhilfe haben "muss" weil mir nicht genug Zeit für alles bleibt. Wenn beide hier sind (am Nachmittag), muss ich quasi 120% anwesend sein, damit sie sich nicht gegenseitig die Köppe einschlagen. Und das wird mittlerweile durchaus brutal und gefährlich. :(

Was ich aber bestätigen kann: sind wir unterwegs, ist es bei beiden so (gewesen), dass sie das Stillen "vergessen". Ich frag mich nur, wie kann das klappen, dass das "anhält"? Selbst nach unserem Urlaub zb. wo ich immer schon denke, sie stillen sich ab. Kaum daheim, gehts wieder weiter wie vorher. Würdest du DANN verweigern?
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Steffi2901
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Steffi2901 »

@mayra: genau das ist der Knackpunkt der mich auch nicht weiterkommen lässt. Gestern waren wir wirklich von 11 - 18 uhr unterwegs und sie dachte keinen moment and stillen. Die Rothirsche waren auch viel zu interessant :D .
Doch kaum zu Hause....schwupp kuschel kuschel und ran an die Brust. Verweigern wollte ich nicht, dafür war sie einfach viel zu tapfer heut. Es ist doch echt haarig mensch ;o)
Mutter einer wundervollen Tochter geb. am 12.12.2010

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Mijoco
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Mijoco »

mayra hat geschrieben:Würdest du DANN verweigern?
Solche Frage kann man doch gar nicht generell beantworten. Ich verweigere dann, wenn es MIR zu viel ist. Schließlich muss ich meine eigenen Grenzen wahren.
Sohn 2004, Tochter 2006, Sohn 2009, Hund 2018
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mayra
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von mayra »

Nein, kann man nicht. Und deswegen finde ich den Tip, dass man, wenn man nur genügend "Programm" macht, ein Kleinkind einfach so abstillen kann ;-) Das mag klappen, oder auch nicht... ;-)
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Skoura
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Skoura »

oh danke mayra. das hab ich jetzt gern gelesen.

ich finde auch all eure schilderungen sehr anregend und stelle beim lesen aber fest, das gilt halt alles nciht allgemein.

mein kind ist gern draußen und spielt gern mit dem staubsauger und schaut gern bücher an... auf der erscheinungsebene alles gleich - aber sie kommt einfach, programm hin oder her, doch sehr oft aus die idee zu stillen. draußen wie drinnen, denn sie fällt mal hin oder hat irgendeinen frust. den kompensiert sie am liebsten mit stillen. bücher anschauen: schoß sitzen. das bringt sie erst recht auf die idee. staubsauger oder flasche schütteln, alles wird irgendwann langweilig und dann ist immer der gedanke an die brust bei ihr vorhanden. draußen oder drinnen.

ich kann aber auch noch mehr sagen dazu. es wird laaangsam besser, seit wir konsequent signalisieren: einmal morgens, einmal abends und das ist genug! das stillen darf dann auch ne halbe stunde dauern, bis sie wirklich genug sich ausgetobt hat mit der brust. aber zwischendurch nciht. und sie tobt manchmal und brüllt vor wut, aber sie akzeptiert es auch zunehmend. dass sie halt auf meinen schoß kann zum trösten, aber nicht nuckeln.
... mit großer Tochter (11/08) und kleiner Tochter (04/11)
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Nuala
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von Nuala »

Man geht halt immer von dem aus was bei einem selbst funktioniert.
Logo, dass das nicht automatisch bei anderen Kindern funktioniert.
Da müssen am besten Leute Tipps abgeben bei denen es ähnlich war, da kommt sicher hilfreicheres.
Ich wünsch euch einfach, dass ihr eine Lösung findet! ((()))
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jusl
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von jusl »

Also als Stillberaterin gehe ich v.a. von dem aus, was bei denjenigen Müttern gut funktioniert, die ich in der Vergangenheit beraten habe.
Mit müttergesteuertem Abstillen in Konfliktsituationen z.B. habe ich persönlich keine Privat-Erfahrung (aber zweifellos mit der erfolgreichen Vermeidung solcher Situationen ;-)).

LG
Julia
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tania
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Re: Tipps zum Abstillen einen willensstarken Kindes?

Beitrag von tania »

bei uns spielt der papa mit dem kind, ich aber nicht. das höchste sind gesellschaftsspiele oder bücher vorlesen. ansonsten machen wir musik zusammen oder waschen ab oder bauen zusammen ein puppenhaus. mein kind genießt beide arten des zeitvertreibs, zur zeit verbringt er aber deutlich mehr zeit mit dem vater.
tania mit sohn *09 und sohn *12
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