mittlerweile ungluecklich

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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anjali
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von anjali »

Aber das mein ich doch eben. Klar gibt es die "extremfälle", die in dem Alter noch nichts essen und stillen müssen, aber die Regel ist es ja nicht... und unter den Kindern, die normal essen und trinken gibt es eben solche, die gern noch stillen, und andere, die sich dann nicht mehr dafür interessieren. Ich sehe das als normale Variation - und auch wenn zwei Jahre zwischen den Abstillzeitpunkten liegen, empfinde ich das noch als "normal". Wie gesagt, ich habe ihr nie die Brust verweigert. Ich hab sie ihr sogar angeboten, sie hat sie nicht vehement abgelehnt, sondern eher, wie soll ich sagen, dankend (klingt komisch, ist aber so)

Die Stillideologen sind unter anderem die, die z.B. mir das Leben schwer gemacht haben, als ich einen saugverwirrten Sohn von der neugeborenenintensiv bekam. Dort hatten sie nix Besseres zu tun, als ihm die Flasche aufzudrängen, mit dem Erfolg, dass er genau EIN Mal an meiner Brust trinken wollte und danach nie wieder :( ich habe gelitten wie verrückt, habe ALLES, aber auch ALLES versucht, um ihn wieder an die Brust zu bekommen, habe monatelang 5-6x täglich abgepumpt, habe mich in der Öffentlichkeit geschämt und war schrecklich traurig, ihm die Flasche geben zu müssen. Und dann kamen sie daher und haben versucht, mich fertigzumachen - Saugverwirrung würde doch gar nicht existieren, ich hätte mich nur nicht genug bemüht und wollte ihn doch eh eigentlich nicht stillen... dabei wollte ich nichts lieber als das... es ist einfach diese Verbohrtheit, dieses mangelnde Einfühlungsvermögen von manchen selbsternannten Stillexperten, die mich wütend macht. Und ich habe das Gefühl, daß es in diesem Thread ähnlich läuft, es wird einer hilfesuchenden Mutter noch extra ein schlechtes Gewissen gemacht, Unter dem Deckmäntelchen des "informierens", nur um irgendwelche Thesen und festgefahrenen Meinungen reinzudrücken. Sorry, ich schreibe mich hier ein wenig in Rage, sehr es mir nach, meine persönliche Geschichte macht mich da sehr empfindlich :wink: ich meine das nicht persönlich... und genau WEGEN dieser geschichte hätte ich meine Tochter niemals "gezwungen", abzustillen, ich habe das Stillen umso bewusster genossen, weil ich wusste, wie schlimm es war, als ich nicht stillen konnte. und trotzdem war es für mich ok, als die Maus sich anderen Dingen zuwandte... aber ich lasse mir ungern sagen, dass es NICHT MÖGLICH ist, dass ein Kind sich SCHON SO FRÜH abstillt. Lasst es euch gesagt sein: doch, es ist möglich, meine Tochter widerlegt diese Thesen eindeutig, es gibt eben mehr auf dieser Welt, als sich einige vorstellen können und wollen...

@weepi: du klingst ja schon viel besser :) das ist schön! Ja, ich kann verstehen, daß Du Dich hier nicht mehr uneingeschränkt öffnen möchtest :( Ich finde es, ehrlich gesagt, sehr schade. Dieses Forum nennt sich "Stillen und Tragen" - aber anscheinend darf man hier nur wirkliches Verständnis erwarten, wenn man auch dem SuT-Mainstream anhängt und vor 48 Monaten nicht im entferntesten ans Abstillen denkt...
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von krikri »

anjali hat geschrieben: anscheinend darf man hier nur wirkliches Verständnis erwarten, wenn man auch dem SuT-Mainstream anhängt und vor 48 Monaten nicht im entferntesten ans Abstillen denkt...
Ich hoffe das ist nicht so. Und wenn, dann nur im Einzelfall. :wink:

Der Link von Dir war köstlich.
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LG
krikri
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Seerose
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von Seerose »

krikri hat geschrieben:
anjali hat geschrieben: anscheinend darf man hier nur wirkliches Verständnis erwarten, wenn man auch dem SuT-Mainstream anhängt und vor 48 Monaten nicht im entferntesten ans Abstillen denkt...
Ich hoffe das ist nicht so. Und wenn, dann nur im Einzelfall. :wink:
Da ich das gerade sehe, ich glaube, auch dies ist eine Sache der Wahrnehmung.

Meine ist eine ganz andere.. Der SuT Mainstream stillt m. E. eben nicht Jahre lang. Das ist eine ganz kleine Minderheit.

Und ganz ehrlich, wenn ich nicht rein zufällig ein überaus glückliches und selbstbewußtes Kind hätte, würd ich mich hier zurückhalten und gar nichts schreiben. Mein Kind ist auffallend selbständig und nur diese Tatsache läßt mich (auch hier:) zugeben, daß sie auch heute noch hin und wieder stillt (mit abnehmender Tendenz wie schon geschildert). Wäre meine Tochter nämlich nicht so selbstbewußt und selbständig, hieße es (nicht nur hier) garantiert: Da merkt man wieder was LZS aus einem Kind macht. Diese Abhängigkeit von der Mutter, die vermutlich einen an der Klatsche hat (wer stillt schon sooo lange?)...


Und, Anjali, ich bin wirklich nie auf Stillideologen gestoßen, meine Anmerkung war nicht polemisierend gemeint.

Und, ich bin die erste, die den Kopf schüttelt, wenn wieder einmal jemand schreibt, er müsse seiner besten Freundin die Freundschaft kündigen, weil diese ihre Kinder nicht stillt oder nur ganz kurz stillt oder weiß der Geier was "Mainstreamiges" tut. Solche Threads gibt's hier jede Menge. :wink:
__________________________________________________

Liebe Grüße,
Seerose
vicci
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von vicci »

anjali hat geschrieben:@weepi - wie geht es Euch denn mittlerweile?

@vom Kind bestimmtes Abstillen - ist ja ein netter Gedanke. Und ich finde es auch völlig ok, wenn jemand das so macht. Ich frage mich dennoch: sind Kinder wirklich gleichberechtigt? Anders gefragt: Können wir ihnen zumuten, gleichberechtigt sein zu müssen? Ich sehe das als eine totale Überforderung. Kinder brauchen bei aller Liebe immer noch Eltern, die ihnen auch mal Grenzen aufzeigen, die nun einmal da sind. Wenn mein Dreijähriger sein Leben komplett selbstbestimmt entscheiden dürfte, sähe es wirklich lustig aus, er würde täglich Wienerle, Schokolade und Limo zu sich nehmen, niemals seine Haare waschen, seine kleine Schwester ärgern, etc. pp. Aber beim Thema Stillen soll plötzlich das Kind allein entscheiden und die Mutter wird zur Milchkuh degradiert? Natürlich wird jetzt das Argument kommen, daß Stillen ja gut und gesund ist im Gegensatz zu Limo und Schoki, und da muss ich natürlich zustimmen :wink: aber ich verstehe diese starren Altersgrenzen, ehrlich gesagt, auch nicht. In der Entwicklung der Kinder sind sooooo riesige Spannen und Unterschiede, wieso nicht auch hier? Ein Kind läuft mit 8 Monaten, das andere mit 18 Monaten, in der Sprachentwicklung gibt es noch größere Unterschiede, die als völlig normal angesehen werden - aber beim Stillen soll es nur EINE Norm geben? Kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen.

Meine Tochter z.B. hat sich mit 13 Monaten nach und nach selbst abgestillt. Natürlich werden nun die Stillideologen alle Kopf stehen und behaupten, das KÖNNE gar nicht sein, ich muss ihr das aufgezwungen haben, das arme Kind! "Komischerweise" war dem aber gar nicht so - sie hat da die Welt entdeckt, hat lauter buntes Obst und Gemüse gegessen und alles Mögliche andere, hat Wasser und auch etwas Kuhmilch (auf eigenen Wunsch) getrunken. Parallel dazu hat sie die Brust einfach "vergessen" - es gab keinen Stillstreik, keine Probleme, einfach ein schrittweises Ausfaden, ohne dass eine von uns das eigentlich groß zur Kenntnis genommen hätte. Ich hab ihr dann die Brust durchaus wieder angeboten, wir hatten ja beide die Stillzeit sehr genossen, aber sie wollte nicht mehr trinken, hat sie lieb gestreichelt, aber klar zu verstehen gegeben, daß es damit auch gut ist. Körperkontakt hat sie dennoch sehr, sehr viel. Ich hätte sie schon auch noch länger gestillt, eigentlich hatte ich mir gar keine großen Gedanken gemacht, sondern einfach nach ihren Bedürfnissen gehandelt. Die Stillzeit zu verlängern hätte bedeutet, ihr etwas aufzuzwingen. Da kommt es mir schon etwas spanisch vor, wenn hier Leute behaupten, dass KEIN KIND sich JEMALS vor 12 Jahren abstillen würde, mal ganz überspitzt formuliert. Mein Kind hat es getan, ganz von selbst und auf eigenen Wunsch und das mit 13 Monaten. Und jetzt? Passe ich in keins der Schemen der Stillideologen und werde sicher abgestempelt als eine der böswillig früh abstillenden Mütter :wink: nun ja, damit kann ich leben, da es mir viel wichtiger ist, daß es meinem Kind und mir gut geht, als die Müttermedaille für sich aufopfernde Langzeitstillerinnen zu bekommen.
Du hast vollkommen recht! Ich diskutiere den Unterschied zwischen gleich beRECHTigt und gleichWERTig fast täglich. Mein Kind ist gleichwertig und darf deshalb Angelegenheiten, die sein persönliche Befinden betreffen mitentscheiden. NICHT BESTIMMEN, mitentscheiden. In manchen Situationen ist sie aber nicht gleichberechtigt, denn dann muß ich über "richtig" oder "falsch" entscheiden. Und auch wenn mein Kind leider zuviel Schoki isst und Limo trinkt ( :? ) und sich sehr sehr ungerne die Haare waschen läßt - Ab und zu spiele ich den Big Boss und sag an, was Sache ist :wink:

Nur mal so: Hatte Dein Kind einen Schnuller, Nuckeltuch oder ab und an Fläschen?
Eine Medaille kannst Du trotzdem bekommen, wir Stillideologen von der La Leche sehen es nicht als nötig an sich bis zur Erschöpfung aufzuopfern und sich selbst zu vergessen :mrgreen:
Es ist noch immer wie ein Traum für mich, ich sehe dich an doch ich glaub es nicht, du bist mein Sonnenschein , mein Augenlicht
ich geb mein ganzes leben nur für Dich. Ich bin du und du bist ich.
vicci
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von vicci »

Seerose hat geschrieben:
anjali hat geschrieben:@vom Kind bestimmtes Abstillen - ist ja ein netter Gedanke. Und ich finde es auch völlig ok, wenn jemand das so macht. Ich frage mich dennoch: sind Kinder wirklich gleichberechtigt?
Nein, wer behauptet dies?

Erfordert es Gleichberechtigung, um ein Kind entscheiden zu lassen wann es sich abstillt? Wenn ja, was wäre dann wenn die Mutter keine Lust mehr hat zu stillen und das Kind aber schon? Dann steht's 1:1, und dann? Mein Kind stillt, da es sich dafür entschieden hat (wie schon geschrieben, die Lust wird immer weniger, deutlich, das ist wohl ne Art Abstillen), aber durch das (wenige) Stillen wird niemand eingeschränkt. Es ernährt sich dadurch nicht einseitig und bekommt Karies (siehe "Wienerle, Schokolade, Limo"), die Haare stinken nicht und hängen fettig in Strähnen runter, womöglich mit Uhu beklebt (siehe "niemals Haare waschen"), die bei mir nicht vorhandene kleine Schwester wird weder drangsaliert noch sonst irgendwie gestört (siehe "kleine Schwester ärgern")... Und ich fühle mich auch nicht als Milchkuh, denn ich sehe kaum (eigentlich gar nicht) einen Unterschied zwischen schmusen, kuscheln und stillen. In dem hohen Alter ist Stillen tatsächlich so etwas wie Schmusen, nichts anderes. Und schon gar keine Nahrungsaufnahme..
aber ich verstehe diese starren Altersgrenzen, ehrlich gesagt, auch nicht.
Aber wer gibt die denn vor? Niemand... Kinder sind so unterschiedlich. Ich denke gerade an eine junge Mutter hier aus dem Forum mit 3jährigem Kind. Sie ist so traurig, daß ihre Tochter nicht mehr stillen möchte, bietet es ihr sogar an, aber diese weigert sich. Ich gebe zu, das ist eher die Ausnahme, normalerweise sind mir eher Mütter bekannt, die relativ genervt noch stillen wenn das Kind so 11/2 oder 2 ist. :wink:
In der Entwicklung der Kinder sind sooooo riesige Spannen und Unterschiede, wieso nicht auch hier? Ein Kind läuft mit 8 Monaten, das andere mit 18 Monaten, in der Sprachentwicklung gibt es noch größere Unterschiede, die als völlig normal angesehen werden
Na aber obiges Beispiel ist doch ne ziemliche Spanne im Vergleich zu meinem Kind: Weit über zwei Jahre!
Passe ich in keins der Schemen der Stillideologen
Was sind Stillideologen?
als die Müttermedaille für sich aufopfernde Langzeitstillerinnen zu bekommen.
:shock: Das ist aber sehr krasses Schubladendenken... :roll: Ich bin noch nie einer aufopfernden LZSlerin begegnet. Die, die genervt waren, haben längst abgestillt. Ich selbst opfere mich bestimmt nicht auf, finde es im Gegenteil sehr merkwürdig dies so zu sehen. Wobei doch, ein gewisses Opfer sehe ich schon, ich riskiere es mich blöd anreden zu lassen, sollte jemand bemerken, daß ich noch stille. Tut aber niemand, da es ja so selten ist und meine Tochter nie im Leben auf die Idee kommen würde draußen zu stillen... (in der Öffentlichkeit). Am Meer abends hatte sie nämlich mal Lust drauf, da war kein Mensch in der Nähe... :wink:

Das hast Du ganz ganz toll geschriebn und es liest sich wunderschön :D Ich unterschreibe glücklich :lol:
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von vicci »

klimaforscherin hat geschrieben:
vicci hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:@ Seerose: bei just-me unterschreibe ich mal. Diese Kinder wurden aktiv von seiten der Mutter abgestillt. Wenn auch spät. Aber eben aktiv abgestillt.
unterschreib :D
Ist das nun irgendwie schlimm?

Das war eine wertneutrale Feststellung :wink: Möchtest Du meine püersönlich Meinung wissen?
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von vicci »

jusl hat geschrieben:"Vom Kind bestimmt" finde ich hinsichtlich der Konsequenzen eigentlich auch deutlich schwammiger -



Hm, Du findest die Formulierung: Das Kind wird in der Endphase der Stillbeziehung mit einbezogen weniger schwammig, als die Formulierung: Das Kind bestimmt den Zeitpunkt an dem es nicht mehr stillen möchte?
Vielleicht müssten wir erst noch den Begriff "Schwammig" definieren? :D


Wenn das Kind ernsthaft miteinbezogen wird, bleibt die entgültige Entscheidung beim Kind und es bestimmt somit den Zeitpunkt des Abstillens selbst. Ich beziehe ja auch meinen Mann mit ein, ohne daß ich über seinen Kopf hinweg entscheide, also bestimmt er gleichberechtigt mit und eben auch selbst(ständig)....und unterwirft sich nicht meiner Macht :wink:

Du tust Julia unrecht mit Deinen persönlichen Interpretationen eines Satzes, der treffender formuliert ist, als es bei dieser Angelegenheit möglich wäre. Anstatt stichhaltige Argumente FÜR das Abstillen zu liefern werden hier im Moment leider nur Einzelbeispiele und Interpretationen geliefert. Nennt mir doch mal ein Argument für das Abstillen? Am besten eines, das auch für das Kind ein Propunkt ist!
Lg
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von Mondenkind »

Also für mich wäre ein Argument für das Abstillen, der auch Pro Kind ist, wenn mich das Stillen so annervt und stört, dass sich meine Abneigung dagegen auf das Kind projeziert. Wenn ich nicht stillen will, es aber dem Kind zuliebe tue, und dann aber aggressiv gegen das Kind werde, dann ist es in meinen Augen besser abzustillen und wieder liebevoll auf das KInd eingehen zu können.

Ich halte es für essentiell, meinem Kind beizubringen, auf seinen Körper zu achten. Dazu gehört für mich, dass ich mich nicht täglich dem Kind zuliebe "vergewaltigen" lassen (vorsicht, überspitzt formuliert), sondern ihm zeige, dass ich auf mich und meine Bedürfnisse achte. Und ihm dann bzgl. seiner Bedürfnisse anders entgegenkomme.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Thistle
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von Thistle »

anjali hat geschrieben:...aber ich lasse mir ungern sagen, dass es NICHT MÖGLICH ist, dass ein Kind sich SCHON SO FRÜH abstillt. Lasst es euch gesagt sein: doch, es ist möglich, meine Tochter widerlegt diese Thesen eindeutig, es gibt eben mehr auf dieser Welt, als sich einige vorstellen können und wollen..
So war's bei uns auch - plötzlich, von einem Tag auf den anderen, hat sie nur noch ihren Mund auf die Brust gelegt, mich schelmisch angelacht und Quatsch gemacht, aber wollte nicht mehr stillen. Soph war da etwa 14 Monate alt. Ich habe ihr die Brust immer wieder angeboten - es ging ja wirklich von einen Tag auf den anderen, womit ich unter anderem Dank unserer Anfangsgeschichte nicht so gut umgehen konnte - , aber für sie war das Thema wirklich durch. Sie hat andere Sachen gegessen, getrunken und sich für vieles interessiert. Nur nicht mehr für das Stillen.
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Sakura
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Re: mittlerweile ungluecklich

Beitrag von Sakura »

vicci hat geschrieben:Nennt mir doch mal ein Argument für das Abstillen? Am besten eines, das auch für das Kind ein Propunkt ist!Lg
hi vicci,

KEINE hier bestreitet, dass stillen das absolut beste für ein kind ist. für alles. für seine seelische entwicklung, für seine emotionale stabilität, für die mutter-kind-bindung, für die gesundheit des kindes, für die gesundheit der mutter.... keine hier bestreitet, dass stillen dafür das ABSOLUT BESTE ist.

die frage aber, die im raum steht, ist doch: ist etwas anderes als das absolut beste damit automatisch ABSOLUT SCHLECHT? verurteilenswert? verdammenswert? verurteilenswert?

wir sprechen über ein kind, das fast ein jahr alt ist. natürlich wäre es für dieses kind das idealste, wenn es weiter gestillt würde. ABER: was hat das KIND davon, wenn die mutter zwar stillt, aber widerwillig? das kind wird das spüren. es wird sich widerwillen in der mutter aufbauen, die mutter wird mürrisch oder ungeduldig oder sonstwie NICHT positiv gegenüber dem kind agieren.

es ist absolut PRO kind, wenn die mutter sich voller liebevoller hingabe um das kind kümmert. WENN (was wahrscheinlich selten ist, aber eben hier der fall zu sein scheint) die liebevolle hingabe der mutter durch das stillen negativ beeinflusst wird, dann kann es durchaus PRO kind sein, wenn die mutter abstillt. auch eine mutter ist nur ein mensch. auch eine mutter hat NICHT unbegrenzt kraft. auch eine mutter hat grenzen. wer sind wir, hier eine unbekannte frau dafür zu verurteilen, dass sie an ihre grenzen stößt? wer sind wir, sie dafür zu verurteilen, wenn sie sagt, sie hat keine kraft mehr dafür?

noch einmal: es ist absolut unbestritten, dass stillen das beste ist, für alle. darum geht es hier aber nicht. die diskussion hier wird ständig vom hundertsten ins tausendste gehoben. NATÜRLICH hast du mit allem ABSOLUT RECHT, was du schreibt.DU HAST RECHT!!!!!!! natürlich ist es für ein kind ideal, wenn es solange getillt wird, bis es sich elber abstillt. aber darum geht es hier NICHT. die frage ist doch: wird in diesem speziellen, konkreten fall das kind ein unheilbares trauma erleiden, wenn die mutter es behutsam abstillt? oder wird es für das kind schlimmer, wenn die mutter die beziehung der beiden mehr und mehr belastet?

das hier ist keine grundsatzdiskussion, (in der wir die alle hier von der sache her zustimmen). hier geht es um eine ganz konkrete frau, die ein ganz konkretes problem hat, mit einem ganz konkreten kind, das alt genug ist, zu essen. ja, es wäre für dieses kind unbestritten besser, es würde weiter gestillt. das bedeutet aber im umkehrschluss nicht, dass hier ein fall von verwahrlosung vorliegt, wenn die mutter abstillt. meine meinung.

wir sind alle menschen, keine maschinen. wir sind nicht alle gleich, und gleich gar nicht rational.

S.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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