Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

CarpeDiem
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 876
Registriert: 05.10.2011, 12:55
Wohnort: Weil der Stadt

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von CarpeDiem »

Bei SGA Kindern kann ich nicht mit reden, da Annika ja nen kleiner Brocken war ;) aber wg meinen Schwangerschaftsdiabetes musste ja BZ gemessen. Dies ist meine zweite Stillbeziehung. Annika hat direkt gut Vormilch bekommen. Meine Hebi meinte später zu mir, meine Große habe vor gearbeitet.

Auf Teufel komm raus würde ich bei sehr schmalen und leichtem Kind nicht aufs zu füttern verzichten. Denke wichtig ist, BZ ist stabil, genug Kraft zum saugen (das verbraucht auch enorm Energie).

Daumen sind gedrückt das es ein nicht so leichtes Baby wieder wird.


Iphonitis, Autokorrektur kann für viel Gelächter sorgen.
am 14.02.2012 wurde Katharina H. I. mit 51cm und 3730g geliefert
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert


K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
A: unendlich geliebt, wird groß, stolze große Schwester
F: unendlich geliebt, gestillt, getragen, familiengebettet, macht uns komplett


unvergessen unser Dezembersternchen Pünktchen 2012
Benutzeravatar
Linli
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 131
Registriert: 20.08.2013, 13:09
Wohnort: CH und BaWü

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von Linli »

Ja das mit dem Zufüttern... die Hebamme die ich fragte meinte einfach, es wird einfach so und "ganz sicher" zugefüttert. Nicht wegem Blutzucker oder weil sie nicht gut stillen sondern einfach wegen dem Gewicht damit sie direkt zunehmen. Und das finde ich zur Zeit unnötig. Wenn der Blutzucker schlecht ist, das Baby sichtlich geschwächt und nicht trinkt - okay. Aber was wenn da ein top fittes Baby super stillend an der Brust hängt? Und man merkt es bekommt schon "genug" ab, muss es dann wirklich sein?

Leider stillt mein Grosser nicht mehr. Er scheint schon vergessen zu haben wie es geht :cry: bzw. wenn ich frage ob er trinken will dann will er auch nicht. Wäre wirklich toll gewesen wenn er hätte helfen können :D

Aber ich denke eben bei Nr. 1 lief es ja mit Milcheinschuss und stillen auch schon gut, ich hoffe daher ganz fest, dass es auch beim Zweiten gut läuft.


@ Timbimbam: Ich hoffe ich kann auch in einen "kleinen" Spital entbinden. Wir haben hier zwar eines nur 5 Minuten entfernt aber das ist Marke "Monstrum-Fliessband-Abfertigung", auch die Hebamme empfiehlt lieber in ein kleineres zu gehen die auch eher für "natürliche" Geburt sind. Ich frage mich ob ich mich jetzt schon bei denen melden soll, find's fast noch etwas zu früh. Vermutlich eher gegen Schluss wenn dann auhc das genauere Gewicht bekannt ist.

@ Pumpen: Weiss nicht ob das bei mir so gut klappt. Hab es bei Junior schon ab und zu versucht aber irgendwie kam meistens nur recht wenig. Reicht dann hoffentlich für's Baby. Denke halt im Spital ist das schon "Stress" wenn man uuunbedingt stillen will und unbedingt was pumpen will.

Ich hatte heute noch einen Termin mit der Zweithebamme, die nun auch die Perzentilen gar nicht erwähnt hat sondern ihr geht es tatsächlich auch um das Gewicht von 2.5 kg. Also das Baby sollte das nicht "unterschreiten", dann eher Spital. Alles was drüber liegt sei erstmal "in Ordnung" und kein Grund zur Panik.

Ich hoffe das der Bauchbewohner jetzt tatsächlich die letzte Zeit noch genug zunimmt.
Bild
Midi 07/2014
sandywa
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 770
Registriert: 10.07.2012, 21:21
Wohnort: Bayern

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von sandywa »

Linli hat geschrieben:Ja das mit dem Zufüttern... die Hebamme die ich fragte meinte einfach, es wird einfach so und "ganz sicher" zugefüttert. Nicht wegem Blutzucker oder weil sie nicht gut stillen sondern einfach wegen dem Gewicht damit sie direkt zunehmen. Und das finde ich zur Zeit unnötig. Wenn der Blutzucker schlecht ist, das Baby sichtlich geschwächt und nicht trinkt - okay. Aber was wenn da ein top fittes Baby super stillend an der Brust hängt? Und man merkt es bekommt schon "genug" ab, muss es dann wirklich sein?
Ich hätte vor der Geburt sicher das gleiche gedacht und wäre dem zufüttern eher kritisch gegenüber gestanden bzw. hätte es unbedingt vermeiden wollen. Aber wenn Du da ein Baby hast, das quasi nur Haut und Knochen ist, da habe ich nciht mehr lange überlegt und auch mein Gefühl hat da gesagt, dass sie zufüttern dürfen. Da wusste ich noch überhaupt nciht, wie viel Milch ich haben werde. Es geht ja bei diesen Babies eben darum, zu verhindern, dass sie überhaupt etwas abnehmen. Jedes normale Kind nimmt (soweit ich weiß) erstmal ab, auch wenn die Mutter bald Milch hat.
Aber eigentlich ist es nicht so schlimm, wenn am Anfang zugefüttert wird, wenn es eben stillfreundlich gemacht wird und das stillen dann doch noch klappt. Zumindest habe ich das im Nachhinein so gesehen.

Ich war in einem großen Krankenhaus, das zum Glück auch eine Kinderstation/Neonatologie hat. Hätten sie das nicht gehabt, dann wäre die Kleine sicher ohne mich verlegt worden. Das wäre der Supergau gewesen (und dann hätte ich bestimmt auch keinen Einfluss auf die Art des Zufütterns gehabt und ich hätte auch nicht so bald anlegen können). Von daher kann ich nicht sagen, dass ein kleines Krankenhaus besser gewesen wäre.

LG Sandra
Bild
Bild

und Sternentochter Leia immer im Herzen, gegangen in der 25. SSW
, sowie 2 kleinen Sternchen 5+6. SSW
Lucccy
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1011
Registriert: 19.03.2012, 12:12

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von Lucccy »

Hallo,

Bringe mal meine Erfahrungen mit ein. Allerdings von einem Spätfrühchen und nicht von einem SGA-Baby.

Es gab krankenhausseitig eine (täglich angepasste und auch Mahlzeiten-Frequenz angepaste) Vorgabe ml/Mahlzeit, die das Baby erreichen sollte.
Gefüttert wurde abgepumpte Milch und der Rest wurde ergänzt - frag mich nicht mehr, wie es hieß, es war keine reine Glucose (die gabs per Zugang) und keine Pre. Ab Milcheinschuss reichte dann meine Milch und das Zufüttern fiel weg, nur die Mengenkontrolle und die Flaschengabe inkl Nachsondieren blieb.
Im Verlauf würde umgestellt auf trinken nach Bedarf und als alles klappte Stillen mit Hütchen.
Die Hütchen habe ich zu Hause abgewöhnt.

Sollte ich nochmal in der Klinik ein Frühchen entbinden, würde ich bevorzugen Stillproben zu machen und den Rest nachsondieren zu lassen. Stillfreundliches Füttern würde ich auch ansprechen, wenn man ggf nen Softcup besorgt, traue ich dem Personal zu, dass sie mitmachen.

Gruß Lucccy
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von nido56 »

Der Pirat war ein Spaetfruehchen und wohl auch etwas unterversorgt (36+3, 2400 g). Da ich ihn direkt nach der Geburt nicht zum Stillen animieren konnte (was sicher groesstenteils an meiner Unerfahrenheit lag), wurde nach 2 Stunden Blutzucker gemessen und etwas Fruehchennahrung gefuettert. Am naechsten Morgen war der Blutzucker OK, und so wurde erstmal abgewartet. Da ich ihn aber einfach nicht zum Stillen bekam und er auch kein Pipi machte, wurde ab dem Nachmittag (ca. 18 h nach Geburt) dann zugefuettert. Uns wurde nahegelegt, das mit Spritze und Sonde an der Brust zu tun, aber damit bin ich ueberhaupt nicht klargekommen, und da er auch schon stark abgenommen hatte und nur wirklich etwas Nahrung ins Kind musste, haben wir dann aus eigener Entscheidung zur Flasche gegriffen. Es wurde auch versucht, abzupumpen, aber das hat bei mir ueberhaupt nicht geklappt, also gab es Pre.

Ansich fand ich die Entscheidungen alle in Ordnung. So ein duerres Baby darf einfach nicht ewig ohne Nahrung bleiben. Trotz Zufuetterns hat der Pirat dann naemlich bis auf 2200 g abgenommen. Gefehlt hat mir eine Stillberatung direkt nach der Geburt. Im Nachhinein denke ich, dass wir das Zufuettern sicher nicht total haetten verhindern koennen, aber wir haetten ihn bestimmt frueher an die Brust bekommen koennen, womit ich dann durch die Stimulation vielleicht auch schneller mehr Milch produziert haette, und die Umstellung zum Vollstillen hinterher einfacher gewesen waere. Ich hatte halt keine Ahnung vom Stillen, bin davon ausgegangen, dass ein Baby sich wie ein kleiner Piranha direkt auf die Brust stuerzt, und wusste meinem schlaefrigen Kerlchen da nicht zu helfen. Auch hat mir keiner gesagt, dass es keine gute Idee ist, ein Fruehchen/SGA-Kind nach der Geburt erstmal 8 h pennen zu lassen, ohne dass es vorher an der Brust getrunken hat.
nido mit dem Piraten (01/2012)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von jusl »

Jedes normale Kind nimmt (soweit ich weiß) erstmal ab, auch wenn die Mutter bald Milch hat.
Nein, das ist nicht der Fall. Es gibt definitiv auch Kinder, die von Tag 1 an zunehmen (mein zweites Kind z.B. ;-)).
Es geht ja bei diesen Babies eben darum, zu verhindern, dass sie überhaupt etwas abnehmen.
Das ist fraglich. Immerhin "dürfen" auch sehr frühe Frühchen unter 1000g noch etwas abnehmen. Von moderater Gewichtsabnahme im Bereich 5-7% allein geht normalerweise auch bei leichten Kindern keine Gefahr aus - gutes Trinkverhalten, ausreichende Milchbildung und med. Parameter wie Blutzucker etc im Normalbereich vorausgesetzt, logo.

LG
Julia
Gnom
gehört zum Inventar
Beiträge: 530
Registriert: 12.01.2012, 22:08

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von Gnom »

Meine Tochter kam bei 38+5 mit 2500g auf die Welt.
Außer Blutzuckermessung wurde nichts gemacht, ihr Enlassungsgewicht war 2330g.

Die waren tiefenentspannt, auch weil das Stillen gut klappte und ich einen tollen Stillstart und Milcheinschuss hatte.

Bei uns kam die Panikmache leider im Anschluss vom Kinderarzt, hätte ich da schon gewechselt und mir noch zusätzliche Hilfe geholt statt auf den Arzt zu hören wäre einiges besser gelaufen.


-----------------------------------
kurz und knapp mit dem Apfel
Liebe Grüße von Marina
Bild

Bild
Gnom
gehört zum Inventar
Beiträge: 530
Registriert: 12.01.2012, 22:08

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von Gnom »

Achso, die 2500g waren aufgerundet ( ;) ) um eine Verlegung zu vermeiden, da ansonsten alles super war. Dafür danke ich bis heute noch meiner Hebamme, die uns im KH betreut hat!


-----------------------------------
kurz und knapp mit dem Apfel
Liebe Grüße von Marina
Bild

Bild
Benutzeravatar
Linli
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 131
Registriert: 20.08.2013, 13:09
Wohnort: CH und BaWü

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von Linli »

Danke jusl, dann sind also auch ein paar Gramm weniger erstmal kein Grund zur Panik *puh*
Junior hatte ja auch "nur" 80 Gramm abgenommen, kann man sich auch einen Grossteil gut mit dem ganzen Mekonium und Urin erklären. Dann ging es sofort aufwärts. Besteht nicht eine kleine Chance, dass es wieder so läuft?

Pumpe hab ich Zuhause, ich könnte also quasi sofort nach der Geburt schon pumpen und dem Baby helfen.

Ich hab mich nun entschieden, über 2'500 Gramm kommt so oder so Zuhause, und drum herum (also etwas drunter) auch noch. Sollte er wirklich zum Schluss noch unterversorgt sein (um die 2 kg, drunter will ich gar nicht dran denken) wird dann nach einem KH geschaut.
Aber ich denke jetzt einfach mal, wenn es sich nicht um eine Frühgeburt handelt, dann ist die "Gefahr" einer Verlegung auch weniger gross? Falls die Verlegung notwendig sein sollte vom kleinen Spital ins grosse, dann ist das Grosse nur 5 Minuten von unserem Zuhause weg. Mind mein Mann wäre dann sofort dort.

Und Frühernährung in dem Fall wenn: Nur stillfreundlich (BES, Softcup..), immer erst nach dem Stillen (wo ich das mit dem Wiegen lese, dann könnten wir ja erstmal wiegen ob er schon genug bekommt und dann z. B. entscheiden das es nicht nötig ist?) und nicht grad sofort sondern erstmal selbst ansetzen. (Mach mir einfach Gedanken, dass sie das Baby womöglich direkt erstmal weg und zu einem Untersuch und da schon was geben bevor ich es überhaupt mal bekuscheln durfte).

Mein erster ist auch kein Baby gewesen, dass die Brust "gesucht" hat und direkt wusste was tun. Musste ihm da schon helfen, aber scheinbar wusste die Hebamme gut was zu tun ist, hätte ich auf "selbst andocken" gewartet, das wäre vermutlich lange gegangen. Das trau ich mir zu (hoffe auch wieder mit Minibaby :lol: komischer Gedanke nach Kleinkind plötzlich wieder ein Baby stillen zu dürfen :D).


Gnom, das klingt echt toll vom Krankenhaus und der Hebamme. Ich hoffe auch das wir nicht einfach in "Routine" fallen sondern auch individuell angeschaut werden. Und das wird eben eher in diesem kleineren Spital gegeben sein als in unserem grossen hier.
Bild
Midi 07/2014
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Zusatz bzw. Frühernährung bei SGA-Babys

Beitrag von nido56 »

Meiner Erfahrung nach kommt es sehr auf das Krankenhaus an, wie die Themen Verlegung und Zufuetterung gehandhabt werden. Mein <2500 g Pirat musste nichtmal ins Waermebett. Der Kinderarzt hat kurz drauf geschaut, Atmung OK, U1 bestanden, also kein Problem. Die 70 g, die ihn zur magischen 2500 g-Grenze fehlten, haben niemanden interessiert. Gegen die Temperaturprobleme wurde mir aufgetragen, in die ganze Nacht (Geburt war spaet abends) am Koerper zu halten, damit er nicht auskuehlt. Am naechsten Morgen war das Problem dann vom Tisch.

Abnehmen durfte er auch, aber die 7-10% sind bei so leichten Kindern halt schneller erreicht. Stillproben hat niemand gemacht, und beim Zufuettern gab es zwar eine Richtmenge, aber z.B. keine Zeitvorgaben. Es hat niemanden interessiert, ob wir die 20 mL nun in Druckbetankung in 5 min oder in mehreren Miniportionen ueber zwei Stunden hinweg gefuettert haben.

Freunde von mir haben ein aehnliches Kaliber bekommen (auch 36+, 2400 g), auch ohne Atem- oder sonstigen Probleme. Der Arme musste streng nach Protokoll wegen <2500 g sofort auf die Saeuglingstation, hat dort einen strikten Ernaehrungsplan mit X ml, alle Y Stunden bekommen, der Rest wurde nachsondiert. Trotz guter Zunahme und unauffaelliger Entwicklung wurde er nicht entlassen, weil er "seine Menge nicht schaffte", bis der Vater schliesslich unfreundlich wurde und auf Entlassung auf eingen Verantwortung bestand. Zuhause trank der Kleine dann eben weniger aber dafuer haeufiger, und alles war paletti.

Bis auf die fehlende Stillberatung hatten wir also Glueck. Ich denke, sowas wuerde ich nach meiner Erfahrung im Vorfeld mit dem Krankenhaus abklaeren.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“