Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
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Optimistin
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
ich kanns vermutlich einfach zu schlecht ausdrücken, was ich meine ... 
ganz liebe grüße,
h. mit der großen (07/94) und der kleinen (03/06)
"Geht mal barfuß über eine Wiese. Schaut eure Kinder an. Dann wisst ihr wieder, was wirklich zählt im Leben..." (SuT/Alexandra)
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kittiefred
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
es gibt eine reihe von büchern:kÜRBISHEXE hat geschrieben:GIbt es denn ein gute (un)erziehungsbuch? Könnt Ihr da was empfehlen?
zb die sachen von alice miller: am anfang war erziehung. sie ist analytikerin, deshalb muss man dass etwas "lockerer" nehmen was sie sagt.
oder die sachen von jesper jull: das kompetente kind. im grunde zeigt er sehr praxisrelevant die leitplanken der antipädagogen auf.
oder wenn du es politisch-grundlegend haben möchtest: ekkehard von braunmühl: antipädagogik.

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Marilu
Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
@ Heike: Ich versteh dich
Aber in dem Fall neige ich zu inkonsequenten Gedanken und freu mich, wenn jemand so reagiert
Aber in dem Fall neige ich zu inkonsequenten Gedanken und freu mich, wenn jemand so reagiert
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Sagittaria
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
Ich bewundere das - ich saß gestern auch wieder total verklemmt daneben, als wir bei ner Freundin meiner Mum, der Mutter meiner Freundin, zum Geburtstag eingeladen waren. Da war eine enge Verwandte des Geburtstagskindes und hat dann auch Anna angekrabbelt. Ich hab gemerkt, dass es Anna unangenehm war und sie fast schon in mich reingekrochen ist, ich konnte sie aber nicht direkt schützen, da ich ungünstig saß und nicht vor sie kam und ich hab mich nicht getraut was zu sagen aus Angst, es würde wieder heißen, ich sei so empfindlich!
Och Mensch, und bis jetzt ärgert es mich, dass ich da nicht eingegriffen habe!
Ich tröste mich damit, dass ich weiß, dass Anna ganz deutlich "NEIN" sagen kann, wenn ihr was nicht passt und sie nicht "Nein" gesagt hat in der Situation und es wohl mir mehr unangenehm war, wie ihr
---
BtT: Ich gehöre auch zur "unerzogen"-Fraktion und tue mir auch immer schwer damit, das Wort "Erziehung" im positiven Licht zu sehen. Für mich hat dieses Wort einen sehr negativen Klang. Wie großziehen oder füttern oder so
---
Ich habe auch mal von einer schwangeren gelesen, die im Supermarkt ungefragt die Hand einer Frau auf ihrem Bauch spürte und der dann einfach wortlos an die Brust gefasst hat, um ihr zu zeigen, wie unangenehm solche Berührungen sein können
Och Mensch, und bis jetzt ärgert es mich, dass ich da nicht eingegriffen habe!
Ich tröste mich damit, dass ich weiß, dass Anna ganz deutlich "NEIN" sagen kann, wenn ihr was nicht passt und sie nicht "Nein" gesagt hat in der Situation und es wohl mir mehr unangenehm war, wie ihr
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BtT: Ich gehöre auch zur "unerzogen"-Fraktion und tue mir auch immer schwer damit, das Wort "Erziehung" im positiven Licht zu sehen. Für mich hat dieses Wort einen sehr negativen Klang. Wie großziehen oder füttern oder so
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Ich habe auch mal von einer schwangeren gelesen, die im Supermarkt ungefragt die Hand einer Frau auf ihrem Bauch spürte und der dann einfach wortlos an die Brust gefasst hat, um ihr zu zeigen, wie unangenehm solche Berührungen sein können
LIEBE Grüße,
Denise, Anna (12/2007), Mika (05/2010), Jonathan (08/2013) und Lebens/Liebespartner Thomas
Trageberatung - Trageschule ClauWi - GK, AK und Zerti
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- Nihil
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
Ich habe diese Diskussion eben entdeckt, und werde mal Anhand der Ausgangsbeispiele versuchen zu zeigen, was "unerzogen" für mich bedeutet.
Ich bin meinen Kinder natürlich auch ein Vorbild. Und sie machen wirklich fast alles nach, was ich mache. Sie würden auch gar nicht erst auf die Idee kommen, ihren Müll in der Wohnung zu verteilen. Und wenn doch, und es stört MICH, dann kann ich sagen, dass es mich stört, und sie auch bitten, den Müll wegzuräumen. Wenn sie es nicht tun, dann räume ich ihn selbstverständlich weg, schliesslich stört er MICH.
Zurück zum Vorbild: Ich kann ja gar nicht anders, als ein Vorbild zu sein, aber ich bin es eben nicht, UM irgendetwas zu erreichen. Ich räume den Müll nicht weg, DAMIT meine Kinder das auch machen. Meine Intention ist einfach nicht, sie zu manipulieren, sondern ich "lebe" einfach. Genau das ist für mich "Nichterziehung". Seine Kinder, wie einen ganz normalen Menschen zu behandeln.
Wenn dein Sohn dich tritt, dann kannst du natürlich sagen "Hey, das tut mir total weh! Ich mag das überhaupt nicht!". Damit wahrst du deine persönliche Grenze. Aber daraus ein Prinzip zu machen, finde ich fatal, weil du damit deinem Kind die Möglichkeit nimmst, von sich aus gewaltrei zu agieren. Wie bist du denn zu deinem Prinzipgekommen? Ich denke durch Erfahrung, und nicht, weil dich jemand dazu gezwungen hat. Warum gestehst du deinem Kind keine eigenen Erfahrungen zu? Es hat dich als Vorbild, sieht, dass es anderen mit Schlagen/Treten weh tut, und wird von selbst andere Wege suchen, denn ich denke, niemand tut einem anderen gerne weh.
Warum ist malen fürdich so schlimm,dass du sogar dein Gewaltfrei-Prinzip aufgibst? Ich finde, du gibst deinen Kind das Gefühl böse/falsch zu sein, wo es nur seinen ganz natürlichen Forscherdrang auslebt.
Aber ich finde auch hier nicht, dass das eine "natürliche" Grenze ist, sondern auch eine wirkürliche. "Natürlich" wäre es, wenn der Käse alle ist, und ihr auch keinen mehr im Haus habt. DANN kann er wirklich keinen neuen haben.
Ich möchte nicht, dass meine Kinder eine bestimmte Entscheidung treffen. Ich vertraue einfach darauf, dass sie das für sie klügste tun. Wenn sie sich dafür entscheiden,eine "Umweltsau" zu werden, dann könne sie das, aber ich glaube nicht, dass das eintritt. Genauso, wie sie so viel fernsehen oder Süssigkeiten essen können, wie sie wollen. Aber es kommt einfach nie dazu, dass das ausufert, eben weil sie eine echte Wahl haben, weil sie soziale und kluge Wesen sind, weil sie vonsich aus auf andere achten...Marilu hat geschrieben: Beispiel 1: Ihr sagt, ihr „erzieht“ nicht, da ihr keine Erziehungsziele habt. Echt? Gar keine?? Ich habe keine Ziele für meinen Sohn im Sinn von „er soll Abi machen und dann Jura studieren“ oder so. Aber doch solche Ziele wie „Er soll keine Umweltsau werden und seinen Müll in die Landschaft schmeißen“. Um dieses Ziel zu erreichen, bin ich ihm ein Vorbild; er kennt jetzt schon den Mülleimer, wirft seine Bananenschale selber weg.
Ist es euch egal, wohin euer Kind den Müll schmeißt (um beim Beispiel zu bleiben)? Ist nach eurer Definition nur „Erziehung“, wenn mit Konsequenzen gearbeitet wird? Zählt Vorbild sein und selbstverständlich vorleben nicht dazu?
Ich bin meinen Kinder natürlich auch ein Vorbild. Und sie machen wirklich fast alles nach, was ich mache. Sie würden auch gar nicht erst auf die Idee kommen, ihren Müll in der Wohnung zu verteilen. Und wenn doch, und es stört MICH, dann kann ich sagen, dass es mich stört, und sie auch bitten, den Müll wegzuräumen. Wenn sie es nicht tun, dann räume ich ihn selbstverständlich weg, schliesslich stört er MICH.
Zurück zum Vorbild: Ich kann ja gar nicht anders, als ein Vorbild zu sein, aber ich bin es eben nicht, UM irgendetwas zu erreichen. Ich räume den Müll nicht weg, DAMIT meine Kinder das auch machen. Meine Intention ist einfach nicht, sie zu manipulieren, sondern ich "lebe" einfach. Genau das ist für mich "Nichterziehung". Seine Kinder, wie einen ganz normalen Menschen zu behandeln.
Du schreibst ja selbst, dass es für DICH ein echtes Prinzip ist. Das ist natürlich ok. Nicht ok ist es, ein Prinzip, dass du für dich festgelegt hast, deinen Kindern ebenfalls als Prinzip aufzuerlegen. Es ist ok, wenn du sagt "Ich tue nicht", aber "man tut nicht" finde ich nicht so gut.Marilu hat geschrieben:Beispiel 2: Ihr sagt, „Prinzipien“ gibt es nicht. Auch wieder: Echt? Gar keine? Für mich ist z.B. Gewaltlosigkeit ein echtes Prinzip – ein „Man-tut-nicht“-Prinzip. Man tritt einfach niemanden mit voller Absicht vors Schienbein. Punkt. Da gibt es gar keine Diskussion. Ja, man muss dann darüber reden, woher kommt die Aggression und anerkennen, dass der andere vielleicht übelst provoziert hat. Aber Treten ist Tabu. Da muss ich als Mutter dem Kind helfen, andere Strategien zu entwickeln. Das ist für mich Erziehung.
Wenn dein Sohn dich tritt, dann kannst du natürlich sagen "Hey, das tut mir total weh! Ich mag das überhaupt nicht!". Damit wahrst du deine persönliche Grenze. Aber daraus ein Prinzip zu machen, finde ich fatal, weil du damit deinem Kind die Möglichkeit nimmst, von sich aus gewaltrei zu agieren. Wie bist du denn zu deinem Prinzipgekommen? Ich denke durch Erfahrung, und nicht, weil dich jemand dazu gezwungen hat. Warum gestehst du deinem Kind keine eigenen Erfahrungen zu? Es hat dich als Vorbild, sieht, dass es anderen mit Schlagen/Treten weh tut, und wird von selbst andere Wege suchen, denn ich denke, niemand tut einem anderen gerne weh.
Ich denke nicht, dass das eine "echte" Grenze ist. Aber es ist deine, das respektiere ich natürlich. Aber warum darf dein Sohn nirgendwo mit Filzstift an die Wand malen? Ist es denn nicht möglich, ihm eine Wand, z.B.im Kinderzimmer, zuzubilligen, mit der er machen kann, was er will? Oder ihm wenigstens Tapete zu geben, auf die er eben am Boden liegend malt? Es gibt eigendlich immer eine Alternative, die man anbieten kann. Für Kinder ist es unheimlich schwer, etwas NICHT zu machen, viel einfacher ist es, etwas erwünschtes zu machen ("Du willst gerne an die Wand malen? Mal doch hier hin!")Marilu hat geschrieben:Beispiel 3: Ihr sagt, ihr habt keine willkürlichen Grenzen, sondern nur „echte“ Grenzen, die natürlich im Zusammenleben entstehen.
Euer Kind, sagen wir mal, 3 Jahre alt, malt mit Filzstift die Tapete an. Eure Grenze ist erreicht. Was tut ihr? Ich würde ihm den Filzstift wegnehmen – ggf. meine körperliche Überlegenheit ausnutzend – und ich würde schimpfen. Je nachdem, ob das eine neue Situation ist, oder er es eigentlich wissen müsste, mehr oder weniger. Immer begründend, aber doch auch laut und deutlich. Ich finde, man kann mit der Stimme auch zeigen, wie weit eine Grenze schon überschritten ist, das macht es dem Kind einfacher, zu kapieren, ui, da war ich wohl einen Schritt zu weit.
Wie würdet ihr vorgehen? Und wenn ihr irgendwie reagiert – warum ist das dann keine Erziehung?
Warum ist malen fürdich so schlimm,dass du sogar dein Gewaltfrei-Prinzip aufgibst? Ich finde, du gibst deinen Kind das Gefühl böse/falsch zu sein, wo es nur seinen ganz natürlichen Forscherdrang auslebt.
Zuerst würde ich ihn bitten, doch erstmal seinen Käse aufzuessen, und noch was übrig zu lassen für später. Wenn er das nicht will würde ich mir soviel nehmen, wie ich brauche, und den Rest kann er dann verstreuen. Oder ihm z.B. die Hälfte in eine eigene Schüssel tun, die er dann leer streuen darf. Dann kann er noch selber neuen reiben, ich denke, das macht ihm auch viel Spass. Oder habt ihr wirklich sehr wenig Geld? Dann macht es vielleicht Sinn, ihm was anderes, billiges zum Streuen anzubieten, z.B. Sand oder Salz.Marilu hat geschrieben:Beispiel 4: Nochmal zu den „natürlichen Grenzen“. Es gibt Spaghetti und der Sohn will zum 4. Mal Käse streuen, weil der das Streuen so toll findet. Der Käse war aber teuer und mühsam gerieben = die Grenze ist erreicht. Ich würde einfach sagen „Iss erstmal den anderen Käse auf, dann kannst du dir noch nehmen.“ Begründet ihr alles, was ihr sagt, damit auch 100% kein Missverständnis aufkommen kann, dass das nicht vielleicht doch eine willkürliche Ansage ist?
Falls der Sohn dann aber immer noch weiter Käse streuen will, stelle ich den Käse weg – die Überlegenheit ausnutzend. Würdet ihr das nicht tun und den Sohn sämtlichen Käse verschwenden lassen? Würdet ihr mit einem 3-Jährigen diskutieren, ob er den Käse verschwenden darf und ihn dann lassen, wenn er eure Begründung nicht nachvollziehen kann? Wenn nein - warum nennt ihr das dann nicht Erziehung?
Aber ich finde auch hier nicht, dass das eine "natürliche" Grenze ist, sondern auch eine wirkürliche. "Natürlich" wäre es, wenn der Käse alle ist, und ihr auch keinen mehr im Haus habt. DANN kann er wirklich keinen neuen haben.
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Marilu
Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
@Nihil
), dem anderen ist es wurscht. Klar, die Grenzen sind willkürlich, aber das ist doch die Art der sozialen Grenzen, von denen wir hier sprechen, oder?
Und obwohl es mir hier in dem Thread ja eigentlich nur um die Begriffsklärung ging, geh ich doch noch auf ein paar der Punkte ein, die du über meinen (ich glaub ja nur vermeintlich meinen) Erziehungsstil schreibst. (Ja, ich fühle mich missverstanden und auch ein bisschen angegriffen)
Hab ich das geschrieben? Ich hab geschrieben, dass ich mit dem Kind darüber reden würde, dass ich es bei seinen Gefühlen abholen würde. Wie kann ich das denn, wenn ich die Erfahrung direkt unterbinde??
Wenn du mit Erfahrung meinst, dass das Kind dann schon sehen wird, dass die anderen sich von ihm abwenden, wenn es haut und beißt – ja, das sehe ich tatsächlich anders. Da geht mE das Wohlergehen der anderen Kinder vor (siehe der Thread mit dem beißenden Kind in der Spielgruppe). Da würde ich tatsächlich einschreiten und dem Kind die Erfahrung vorenthalten.
Danke. Und: nein, es ist nicht „meine“ Grenze, es ist die Grenze aus dem Beispiel, das ich konstruiert habe.
Hab ich das geschrieben? Aber darum geht es ja auch grade gar nicht. Es geht um die Situation im Wohnzimmer, wo ich dazu komme und schlimmeres verhindern will. Ob ich danach eine Alternative anbiete oder ihm sage „Wieso hast du denn nicht im Treppenhaus gemalt, da ist es doch okay“, verändert doch die Situation nicht, in der ich erstmal meine Tapete rette.
Ganz sicher nicht!! Ich denke, ich gebe meinem Kind das Gefühl, meine Grenze überschritten zu haben. Vielleicht gebe ich ihm auch das Gefühl, vergessen zu haben, dass das nicht okay ist (wenn wir schonmal darüber gesprochen haben). Ganz sicher gebe ich meinem Kind nicht das Gefühl „böse“ zu sein
(kann gut sein, dass du und ich unter „schimpfen“ was Unterschiedliches verstehen).
Und nebenbei bemerkt, ist das nicht „nur“ der ganz natürliche Forscherdrang, sondern der natürliche Forscherdrang, der meine Grenze überschreitet. Das ist für mich ein Unterschied.
Und: Nein, ich würde nicht am Abendessentisch aufstehen und den Sandkasten leeren
Nihil hat geschrieben:Zurück zum Vorbild: Ich kann ja gar nicht anders, als ein Vorbild zu sein, aber ich bin es eben nicht, UM irgendetwas zu erreichen. Ich räume den Müll nicht weg, DAMIT meine Kinder das auch machen.
Ich denke, das sind die Knackpunke. Das Verhalten der Eltern ist natürlich und nicht zielgerichtet auf erwünschtes Verhalten der Kinder hin, weil die Eltern glauben, dass bei den Kindern soziales Verhalten immanent angelegt ist, und nicht durch pos. o. neg. Verstärkung ans Licht gebracht werden muss.Es hat dich als Vorbild, sieht, dass es anderen mit Schlagen/Treten weh tut, und wird von selbst andere Wege suchen, denn ich denke, niemand tut einem anderen gerne weh.
Ich denke nicht, dass das eine "echte" Grenze ist.
Die Sache mit den „echten“/ „natürlichen“ / „willkürlichen“ Grenzen hatte ich bisher anders verstanden. Ich hatte es so verstanden, dass bei "unerzogen" solche Grenzen als zu beachten gelten, die im Zusammenleben auftreten - das heißt eben auch z.B. meine persönliche Grenze, was die Tapete angeht. Das ist doch auch nur logisch, oder nicht? Das gilt doch auch zwischen Erwachsenen. Der eine möchte nicht, dass bei ihm in der Wohnung geraucht wird, also lässt man es (ja: „man“Aber ich finde auch hier nicht, dass das eine "natürliche" Grenze ist, sondern auch eine wirkürliche. "Natürlich" wäre es, wenn der Käse alle ist, und ihr auch keinen mehr im Haus habt. DANN kann er wirklich keinen neuen haben.
Und obwohl es mir hier in dem Thread ja eigentlich nur um die Begriffsklärung ging, geh ich doch noch auf ein paar der Punkte ein, die du über meinen (ich glaub ja nur vermeintlich meinen) Erziehungsstil schreibst. (Ja, ich fühle mich missverstanden und auch ein bisschen angegriffen)
Doch, doch, das ist schon „ok“, wenn das jemand für sich so sieht. Ich denke immer noch, dass es ein Nebeneinander von verschiedenen Möglichkeiten gibt, die alle für die jeweilige Familie passen und „ok“ sind. Tschuldigung, vielleicht bin ich da auch nur etwas empfindlich und vielleicht meinst du ja auch "ok im Sinne von unerzogen".Nicht ok ist es, ein Prinzip, dass du für dich festgelegt hast, deinen Kindern ebenfalls als Prinzip aufzuerlegen.
Warum gestehst du deinem Kind keine eigenen Erfahrungen zu?
Wenn du mit Erfahrung meinst, dass das Kind dann schon sehen wird, dass die anderen sich von ihm abwenden, wenn es haut und beißt – ja, das sehe ich tatsächlich anders. Da geht mE das Wohlergehen der anderen Kinder vor (siehe der Thread mit dem beißenden Kind in der Spielgruppe). Da würde ich tatsächlich einschreiten und dem Kind die Erfahrung vorenthalten.
Ich denke nicht, dass das eine "echte" Grenze ist. Aber es ist deine, das respektiere ich natürlich.
Danke. Und: nein, es ist nicht „meine“ Grenze, es ist die Grenze aus dem Beispiel, das ich konstruiert habe.
Und nochmal:Aber warum darf dein Sohn nirgendwo mit Filzstift an die Wand malen?
Wie gesagt, malen ist nicht schlimm. Malen an die Tapete im Wohnzimer kann aber mehr als ärgerlich sein. Und ich denke nicht, dass ich hier „mein“ Gewaltfrei-Prinzip aufgebe. Mein Gewaltfrei-Prinzip umfasst nämlich treten und schlagen und beißen (und sowas). Wenn mein Kind einem anderen Kind einfach einen Stift aus der Hand nimmt, hab ich kein Problem damit, das können die ruhig unter sich regeln. Auch die Tatsache mit der lauten Stimme / dem Schimpfen sehe ich nicht als Gewalt im Sinne meines Prinzips. Das ist doch eine natürliche Reaktion im Zusammenleben. Wenn mein Mann was macht, was mir nicht passt, sage ich ihm auch mal lautstärker die Meinung.Warum ist malen fürdich so schlimm,dass du sogar dein Gewaltfrei-Prinzip aufgibst?
Ich finde, du gibst deinen Kind das Gefühl böse/falsch zu sein, wo es nur seinen ganz natürlichen Forscherdrang auslebt.
Und nebenbei bemerkt, ist das nicht „nur“ der ganz natürliche Forscherdrang, sondern der natürliche Forscherdrang, der meine Grenze überschreitet. Das ist für mich ein Unterschied.
Ich denke nicht, dass es hier um Geld geht. Es geht darum, dass es eine Verschwendung von Lebensmitteln ist, die einen Wert haben, nicht nur den Geld-Wert.Oder habt ihr wirklich sehr wenig Geld? Dann macht es vielleicht Sinn, ihm was anderes, billiges zum Streuen anzubieten, z.B. Sand oder Salz.
Und: Nein, ich würde nicht am Abendessentisch aufstehen und den Sandkasten leeren
- Nihil
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
Es tut mir leid, dass du dich angegriffen fühlst. Und wenn ich mir meinen Text jetzt so durchlese, kann ich das auch verstehen. Entschuldige, ich wollte dir eigendlich nur schreiben, was ich unter unerzogen verstehe. Wenn ich so Sachen schreibe, wie "es ist nicht ok" oder ähnliches, dann meine ich natürlich aus MEINER Sicht heraus, also es verträgt sich nicht mit meiner persönlichen Vorstellung von respektvollem Umgang mit Kindern. Aber natürlich kannst du das machen, und es ist auch nicht unbedingt "falsch" oder "schlecht". Tut mir nochmal leid, dass ich mich so agressiv/gewaltvoll ausgedrückt habe.
Zu den Grenzen:
Ich bin wie du der Minung, dass DEINE Grenzen durchaus beachtet werden müssen. Natürlich kannst und sollst du auf dich achten. Ich meinte nur, dass DEINE Grenzen eben nicht natürliche Grenzen sind. Natürliche Grenzen sind relativ starr, und man kann sie nicht ändern (z.B. kann man keine Steine kneten, Menschen können nicht fliegen, durch Wände kann man nicht gehen etc.), währrend persönliche Grenzen sehr flexibel sind, und sich mit der Zeit oft stark verändern. Mich hat es vor ca. 2 Jahren auch gestört, wenn meine Kinder die Wand anmalen. Mittlerweile würde es mich nicht mehr stören, auch nicht im Wohnzimmer, denn ich sehe unsere Wohnung nicht als "meine", sondern eben als unsere, und meine Kinder können sie auch mitgestalten.
Das "Problem" mit den persönlichen Grenzen ist aber, dass man mit jeder Grenzziehung den anderen einschränkt.
Der eine will keine angemalte Tapete
Der andere will Tapete anmalen, und verletzt damit die Grenze des einen.
Wenn der eine nun den anderen das Anmalen verbietet, dann verletzt das wieder den anderen. Jedenfals die Art und Weise, wie ich sie bei deinem Beispiel verstanden habe (wegnehmen und schimpfen). Das ist für mich kein respektvoller Umgang. Keiner würde das beispielsweise mit seiner besten Freundin machen. Aber bei Kindern finden das viele ok (womit ich nicht unbedingt dich meine, deine persönliche Meinung kenne ich gar nicht)
Ich finde, dass viele Leute, gerade auch bei unerzogen (jedenfalls fällt es mir da oft auf), viel zu sehr auf dieses die-eigenen-Grenzen-"verteidigen" fixiert sind. Und gar nicht merken, dass sie damit ihre Kinder ständig massiv einschränken, als hätte diese selbst keine Grenzen.
Gleichberechtigt leben erfordert eine tägliche jede Menge Kompromisse, und das muss eben jeder bereit sein, dem anderen entgegenzukommen. Das geht aber nicht, wenn man nur auf die eigenen Grenzen fixiert ist, und diese aggresiv verteidigt.
Ich finde Lautsein und schimpfen aber alles andere als natürlich. Sicher ist es menschlich (zumindest mitteleuropäisch), vor allem, weil wir alle es ja täglich erleben, so dass es leider "normal" ist. Für mich ist es trotzdem Gewalt, weil man den anderen damit verletzt, und in ihm Gewalt hervorruft (Agressionen).
Wie konstruiert sind deine Beispiele eigendlich? Ich hatte sie als "echte" Beispiele verstanden, sind sie das nicht?
Zu den Grenzen:
Ich bin wie du der Minung, dass DEINE Grenzen durchaus beachtet werden müssen. Natürlich kannst und sollst du auf dich achten. Ich meinte nur, dass DEINE Grenzen eben nicht natürliche Grenzen sind. Natürliche Grenzen sind relativ starr, und man kann sie nicht ändern (z.B. kann man keine Steine kneten, Menschen können nicht fliegen, durch Wände kann man nicht gehen etc.), währrend persönliche Grenzen sehr flexibel sind, und sich mit der Zeit oft stark verändern. Mich hat es vor ca. 2 Jahren auch gestört, wenn meine Kinder die Wand anmalen. Mittlerweile würde es mich nicht mehr stören, auch nicht im Wohnzimmer, denn ich sehe unsere Wohnung nicht als "meine", sondern eben als unsere, und meine Kinder können sie auch mitgestalten.
Das "Problem" mit den persönlichen Grenzen ist aber, dass man mit jeder Grenzziehung den anderen einschränkt.
Der eine will keine angemalte Tapete
Der andere will Tapete anmalen, und verletzt damit die Grenze des einen.
Wenn der eine nun den anderen das Anmalen verbietet, dann verletzt das wieder den anderen. Jedenfals die Art und Weise, wie ich sie bei deinem Beispiel verstanden habe (wegnehmen und schimpfen). Das ist für mich kein respektvoller Umgang. Keiner würde das beispielsweise mit seiner besten Freundin machen. Aber bei Kindern finden das viele ok (womit ich nicht unbedingt dich meine, deine persönliche Meinung kenne ich gar nicht)
Ich finde, dass viele Leute, gerade auch bei unerzogen (jedenfalls fällt es mir da oft auf), viel zu sehr auf dieses die-eigenen-Grenzen-"verteidigen" fixiert sind. Und gar nicht merken, dass sie damit ihre Kinder ständig massiv einschränken, als hätte diese selbst keine Grenzen.
Gleichberechtigt leben erfordert eine tägliche jede Menge Kompromisse, und das muss eben jeder bereit sein, dem anderen entgegenzukommen. Das geht aber nicht, wenn man nur auf die eigenen Grenzen fixiert ist, und diese aggresiv verteidigt.
Ich verstehe nicht genau, was du damit meinst. Ich glaube nicht, dass es eine Alternative zum respektvollen, gleichberechtigten Zusammenleben gibt, oder kennst du welche (ich bin durchaus aufgeschlossen)?Marilu hat geschrieben: Doch, doch, das ist schon „ok“, wenn das jemand für sich so sieht. Ich denke immer noch, dass es ein Nebeneinander von verschiedenen Möglichkeiten gibt, die alle für die jeweilige Familie passen und „ok“ sind.
Dann hatte ich dein Gewaltfrei-Prinzip wohl falsch verstanden. Wahrscheinlich habe ich einfach meine Vorstellung von Gewalt, die z.B. Schreien und Wegreissen durchaus als Gewalt ansieht, auf dich übertragen.Marilu hat geschrieben: Wie gesagt, malen ist nicht schlimm. Malen an die Tapete im Wohnzimer kann aber mehr als ärgerlich sein. Und ich denke nicht, dass ich hier „mein“ Gewaltfrei-Prinzip aufgebe. Mein Gewaltfrei-Prinzip umfasst nämlich treten und schlagen und beißen (und sowas). Wenn mein Kind einem anderen Kind einfach einen Stift aus der Hand nimmt, hab ich kein Problem damit, das können die ruhig unter sich regeln. Auch die Tatsache mit der lauten Stimme / dem Schimpfen sehe ich nicht als Gewalt im Sinne meines Prinzips. Das ist doch eine natürliche Reaktion im Zusammenleben. Wenn mein Mann was macht, was mir nicht passt, sage ich ihm auch mal lautstärker die Meinung.
Ich finde Lautsein und schimpfen aber alles andere als natürlich. Sicher ist es menschlich (zumindest mitteleuropäisch), vor allem, weil wir alle es ja täglich erleben, so dass es leider "normal" ist. Für mich ist es trotzdem Gewalt, weil man den anderen damit verletzt, und in ihm Gewalt hervorruft (Agressionen).
Ich verstehe, was du meinst. Ich finde aber, dass auch meine Kinder, und das Zusammenleben mit ihnen, einen für mich unermesslichen Wert haben. Und den stufe ich persönlich viel höher ein, als den Wert eines Käses. Ich sehe den Käse als ein Produkt, an den wir alle Freude haben können. Ich erfreue mich am liebsten durch essen am Käse, meine Kinder erfreuen sich vielleicht eher an der Struktur (Krümeligkeit).Marilu hat geschrieben: Ich denke nicht, dass es hier um Geld geht. Es geht darum, dass es eine Verschwendung von Lebensmitteln ist, die einen Wert haben, nicht nur den Geld-Wert.
Wie konstruiert sind deine Beispiele eigendlich? Ich hatte sie als "echte" Beispiele verstanden, sind sie das nicht?
-
Marilu
Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
Die Beispiele sind alle konstruiert. In einem anderen Thread ging es darum, dass bei unerzogen die eigenen Grenzen gewahrt werden. Mir war nicht klar, wie das geht, ohne dem Kind gegenüber übergriffig zu werden, und warum das dann nicht erziehen ist. Auch war mir nicht klar, welche Grenzen denn bei unerzogen jetzt "gelten" und welche nicht. Daher hab ich versucht Beispiele zu konstruieren, in denen ich eine Grenze des Elternteils definiere, und habe als "Anhaltspunkte" für mögliches Elternverhalten mal meines aufgeschrieben.Nihil hat geschrieben:Wie konstruiert sind deine Beispiele eigendlich? Ich hatte sie als "echte" Beispiele verstanden, sind sie das nicht?
Also weiter
Das ist z.B. ein Grund, warum ich bei meinem noch sehr kleinen Sohn manchmal auch Grenzen setze, die vielleicht in genau dieser Situation nicht sein müssten. Damit er nicht andauernd Grenzen erfährt, die er nicht erwartet, oder keine Grenzen, wenn er welche erwartet. Ich denke, ich mache ihm damit den Tagesablauf vorhersehbarer. Z.B. wenn die Straßenschuhe total matschig sind, müssen sie ausgezogen werden, wenn wir die Wohnung betreten, damit der Boden nicht dreckig wird. Wenn die Schuhe ganz sauber sind, gibt es keinen echten Grund, außer den, dass ich glaube, dass es für ihn - in seinem Alter! - einfacher ist durchs Leben zu gehen, wenn er Strukturen und Rituale wiedererkennt. Wir kommen heim, dann ziehen wir die Schuhe aus.währrend persönliche Grenzen sehr flexibel sind, und sich mit der Zeit oft stark verändern.
Ist das nicht der Kern jeden sozialen Zusammenseins?Das "Problem" mit den persönlichen Grenzen ist aber, dass man mit jeder Grenzziehung den anderen einschränkt.
Der eine will keine angemalte Tapete
Der andere will Tapete anmalen, und verletzt damit die Grenze des einen.
Wenn der eine nun den anderen das Anmalen verbietet, dann verletzt das wieder den anderen.
Nein? Ich schonJedenfals die Art und Weise, wie ich sie bei deinem Beispiel verstanden habe (wegnehmen und schimpfen). Das ist für mich kein respektvoller Umgang.
Keiner würde das beispielsweise mit seiner besten Freundin machen.
Okay, das Beispiel mit der Freundin und dem Kleid ist unrealistisch. Eine Freundin macht das nicht. Sagen wir mal, sie dachte, es wäre ein Restestück
Genau das war mein "Problem" mit dem Begriff "unerzogen" - wenn das Kind doch eingeschränkt und geführt wird - warum nennt man es dann "unerzogen" - aber das ist ja inzwischen geklärtIch finde, dass viele Leute, gerade auch bei unerzogen (jedenfalls fällt es mir da oft auf), viel zu sehr auf dieses die-eigenen-Grenzen-"verteidigen" fixiert sind. Und gar nicht merken, dass sie damit ihre Kinder ständig massiv einschränken, als hätte diese selbst keine Grenzen.
Ich meinte damit, dass es Familien gibt, in denen ein Zusammenleben herrscht, das vielleicht nicht in deinen Augen respektvoll und gleichberechtigt ist, in dem aber doch die Mitglieder froh und glücklich das Haus teilen. Ich finde z.B. mein Verhalten meinem Sohn gegenüber respektvoll und gleichberechtigt, aber wahrscheinlich nicht 100% so, wie du es siehst. Auch meine ich damit, dass nicht alle Eltern überhaupt so, wie du es für richtig hältst, leben können, da sie es nie anders kennen gelernt haben. Auch diese Familien sind nicht unbedingt verkorkst oder so, sie leben ihr Leben, und das ist ok.Ich verstehe nicht genau, was du damit meinst. Ich glaube nicht, dass es eine Alternative zum respektvollen, gleichberechtigten Zusammenleben gibt, oder kennst du welche (ich bin durchaus aufgeschlossen)?Marilu hat geschrieben: Doch, doch, das ist schon „ok“, wenn das jemand für sich so sieht. Ich denke immer noch, dass es ein Nebeneinander von verschiedenen Möglichkeiten gibt, die alle für die jeweilige Familie passen und „ok“ sind.
Da denk ich mal drüber nachIch finde aber, dass auch meine Kinder, und das Zusammenleben mit ihnen, einen für mich unermesslichen Wert haben. Und den stufe ich persönlich viel höher ein, als den Wert eines Käses. Ich sehe den Käse als ein Produkt, an den wir alle Freude haben können. Ich erfreue mich am liebsten durch essen am Käse, meine Kinder erfreuen sich vielleicht eher an der Struktur (Krümeligkeit).
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kittiefred
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Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
@marilu: kennst du dieses video?
Oliver heuler erklärt antipädagogik
er redet etwas steif, aber er sagt ganz erklärende dinge...
Oliver heuler erklärt antipädagogik
er redet etwas steif, aber er sagt ganz erklärende dinge...

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Marilu
Re: Ein paar Fragen an die "Unerzogen"-Fraktion :)
@kittifred
nein, kannte ich noch nicht - danke für den Tipp! Du hast recht, er ist kein Charismatiker
Aber er erklärt es wirklich gut, ich habs jetzt glaub ich endgülig kapiert
. Und ich werde mir mal die Buchtipps genauer ansehen.
Meine Gedanken dazu auf die Schnelle:
An einer Stelle sagt er (sinngemäß): "Nun werden einige sagen, dass sich die Beispiele von eben nicht von dem unterscheiden, was sie eben Erziehung nennen. Einverstanden."
Da fühle ich mich doch direkt angesprochen.
Was er dann aber als Beispiele von "Erziehung" anbringt, sind doch Klischees aus den 50ern, oder lebe ich in der falschen Welt? "Wie sagt man da, Sitz grade Junge, es wird gegessen was auf den Tisch kommt, gib der Tante die Hand"
Naja, für mich ist das blödes Verhalten der Eltern den Kindern gegenüber, keine Erziehung...
Was ich gut finde, ist der Gedanke, dass Kinder nicht erziehungs- sondern lernbedürftig sind.
Was mir aber so gar nicht gefällt, ist die Schwarzmalerei am Ende. Erziehung führt zu unsozialem Verhalten. Ich sage: Kann dazu führen, muss aber nicht. Genauso ist Antipädagogik kein Garant für ein tugendhaftes Leben (tugendhaft war das Wort, das er benutzt, oder hab ich es falsch in Erinnerung?)
Und der Satz "Dann [wenn die Erziehung abgeschlossen ist] ist das Sklaventum verinnerlicht" disqualifiziert ihn, finde ich. Es gibt doch viele erzogene Freidenker, oder etwa nicht? Das ist ein bisschen Panikmache und Effekthascherei.
Und was die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
angeht - nein, das ist nicht meins. Ich sage lieber 4 Worte statt 40
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nein, kannte ich noch nicht - danke für den Tipp! Du hast recht, er ist kein Charismatiker
Meine Gedanken dazu auf die Schnelle:
An einer Stelle sagt er (sinngemäß): "Nun werden einige sagen, dass sich die Beispiele von eben nicht von dem unterscheiden, was sie eben Erziehung nennen. Einverstanden."
Was er dann aber als Beispiele von "Erziehung" anbringt, sind doch Klischees aus den 50ern, oder lebe ich in der falschen Welt? "Wie sagt man da, Sitz grade Junge, es wird gegessen was auf den Tisch kommt, gib der Tante die Hand"
Naja, für mich ist das blödes Verhalten der Eltern den Kindern gegenüber, keine Erziehung...
Was ich gut finde, ist der Gedanke, dass Kinder nicht erziehungs- sondern lernbedürftig sind.
Was mir aber so gar nicht gefällt, ist die Schwarzmalerei am Ende. Erziehung führt zu unsozialem Verhalten. Ich sage: Kann dazu führen, muss aber nicht. Genauso ist Antipädagogik kein Garant für ein tugendhaftes Leben (tugendhaft war das Wort, das er benutzt, oder hab ich es falsch in Erinnerung?)
Und der Satz "Dann [wenn die Erziehung abgeschlossen ist] ist das Sklaventum verinnerlicht" disqualifiziert ihn, finde ich. Es gibt doch viele erzogene Freidenker, oder etwa nicht? Das ist ein bisschen Panikmache und Effekthascherei.
Und was die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
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