Ich kann mich Barbara nur anschließen. Als allererstes sollte wirklich das Zungenbändchen kontrolliert werden. Wenn nämlich dein Kind die Zunge nicht weit genug herausstrecken kann, ist es schlicht nicht in der Lage, die Brust effizient auszumelken.
Ganz besonders problematisch finde ich die Flaschenfütterung, wenn dein Baby sowieso schon Saugschwierigkeiten hat. Es kann sein, dass es dadurch das korrekte Saugen an der Brust verlernt bzw. gar nicht erst richtig lernt. Das Saugen an der Brust funktioniert nämlich völlig anders als das Saugen an der Flasche. Ich empfehle also dringend, alle künstlichen Sauger wegzulassen.
Du hast nun verschiedene Möglichkeiten:
Zunächst könntest du einfach versuchen, dein Kind das Trinken lernen zu lassen, indem ihr euch ins Bett legt (wo ihr ja auch hineingehört - du bist schließlich im Wochenbett!

) und nichts anderes tut als Stillen und Schlafen. Dabei solltest du allerdings auf sehr korrektes Anlegen achten: Dein Kind muss den Mund ganz weit aufmachen (Da hilft evt. Vormachen!) und nicht nur die Brustwarze, sondern einen Teil des Brustwarzenhofs in den Mund nehmen. Kopf und Rumpf bilden eine Linie (bzw. von der Seite betrachtet: Ohr, Schulter und Hüfte), dein Kind muss den Kopf nicht verdrehen, es liegt außerdem ganz nah an dir dran.
Sollte dein Kind wirklich nicht satt werden, könntest du (am besten mit Hilfe einer guten Hebamme oder Stillberaterin) deinem Kind überwiegend die Brust geben und zusätzlich abgepumpte Milch mit einem kleinen Becher (Schnapsglas, Nuckelflaschendeckel, Eierbecher...) geben. Alternativ dazu gibt es den Softcup - ein sehr intelligenter (und leider nicht ganz billiger) Becher, mit dem es aber weniger Matscherei gibt. Evt. könnte auch ein Fingerfeeder helfen - allerdings muss das auch sehr sorgfältig überlegt werden und es braucht ein wenig Übung. Es gibt auch noch das Brusternährungsset, aber das würde ich erst zum Einsatz bringen, wenn dein Kind das Saugen in den nächsten Tagen nicht sowieso lernt.
Es wäre sehr wichtig, wenn eine im Saugtraining erfahrene Stillberaterin (oder Hebamme) Euch möglichst sofort begleitet. Es kann sein, dass eine der ehrenamtlichen Beraterinnen von
AFS oder
LaLecheLiga in deiner Nähe dies übernehmen würde, allerdings haben diese oft nicht die Erfahrung und v. a. nicht die Zeit, eine Mutter in Hausbesuchen persönlich zu begleiten. Vielleicht magst du auch eine professionelle Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) konsultieren - die machen häufig Hausbesuche. Beraterinnen findest du
HIER. Vielleicht gibt es eine in einem Krankenhaus in deiner Nähe. Bevor du eine engagierst (sie nehmen meist ca. 30 Euro für einen Besuch), solltest du allerdings am Telefon schon abklären, ob sie in deiner Situation erfahren ist oder auch nur Flaschenfütterung empfiehlt. Das wäre zwar fachlich falsch, kommt aber leider gelegentlich vor.