*Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
AmysMom
Profi-SuTler
Beiträge: 3040
Registriert: 06.01.2009, 20:15
Wohnort: Hürth

*Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von AmysMom »

Ich habe echt die Schnauze voll. Am liebsten würde ich gar nicht mehr mit ihr reden.

Da ich ja so ziemlich alles anders mache, als sie es bei uns gemacht hat, rasseln wir ständig aneinander. Dabei will ich das gar nicht. Aber sie fängt ständig an...

Heute hat sie gefragt, ob Amy irgendwelche Fortschritte bei der Beikost macht. Ich habe ihr dann erzählt, dass sie bei mir zwar nicht viel ist, bei meinem Mann aber wesentlich mehr, und ich glaube, dass Amy schon mich mit Stillen in Verbindung setzt und beim Papa auch andere Nahrungsaufnahme akzeptiert. Sie meinte dann, dass ja ersten ein 6 Monate altes Baby das ja wohl noch nicht unterscheiden könne. :?: :?: :?: Außerdem wäre mein Mann wohl einfach geduldiger beim Füttern und ich würde einfach zu schnell aufgeben und "ihr dann doch wieder die Brust geben, weil das ja so schön einfach ist" (Zitat Ende). Nun gut. Ich habe einmal tief durchgeatmet und bin ganz ruhig geblieben. Sie hat dann gesagt, dass sie auch gar nicht verstehen kann, wo da das Problem liegt. Wir hätten schließlich einfach statt der Flasche einen Brei bekommen. :evil:
Ich habe ihr dann versucht zu erklären, dass wir nach Bedarf und nicht nach Uhrzeit stillen und ich daher keine Mahlzeit einfach so ersetzen kann, weil Amy ja gar keine Mahlzeiten kennt, woraus im Übrigen auch resultiert, dass ich ihr keineswegs anstelle des Breis wieder die Brust anbiete, eben weil ich mittags Brei anbiete, aber nach Bedarf stille. (Ich gebe zu, hier wurde ich langsam etwas zickig, weil wir dieses Gespräch auch nicht das erste Mal geführt haben :roll: .)

Dann müsse ich halt Mahlzeiten einführen. Ein Kind brauche schließlich einen festen Rhythmus. Auf meine Frage, wie ich das denn machen soll, weil wir ja nach Bedarf stillen, erklärte sie, dass ich das Stillen dann halt einfach hinauszögern müsse, bis es wieder Zeit dafür sei. Ich hätte ja damals auch nicht einfach eine Flasche bekommen, nur weil ich geweint hab. *arrrgh* Also erklärte ich ihr zum ich-weiß-nicht-wie-vielten-Mal, dass die Beikost das Stillen ergänzen und nicht ersetzen soll.

Sie beendete das Telefonat dann mit: "So wird sie ja nie richtig essen... Aber ihr werdet schon wissen, was ihr macht..." *kreisch*

:piep :piep :piep Das wollte ich nur mal los werden.

Aber umso öfter ich solche Gespräche mit meiner Mutter führe, umso nachdenklicher werde ich, wenn ich an meine Kindheit denke, obwohl ich bisher immer der Meinung war, dass ich eigentlich ein liebevolles Elternhaus hatte. Aber wenn ich dann immer Sätze höre, wie "Das wäre mir zu viel Nähe gewesen, mein Kind immer mit mir rumzuschleppen. Ich brauche ja auch meine Freiräume." oder dass sie es unmöglich findet, wenn sie Mütter abends noch mit zu ihren Kindern legen, bis diese eingeschlafen sind, weil die das ja sonst nie lernen würden, dann überkommt mich immer ein trauriges Gefühl...
Liebe Grüße
F.

mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014

ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
Benutzeravatar
isyisy
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1112
Registriert: 10.10.2007, 18:41
Wohnort: Zwischen Düsseldorf und Köln

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von isyisy »

Nach so einem Gespräch hätte ich auch sooooooooo einen Hals!

Aus meiner Sicht gibt es da zwei Möglichkeiten: Klarstellen, dass dieses Thema nicht mehr diskutiert wird und das auch ganz konsequent durchziehen. ODER Brav abnicken bis das Gegenüber seinen Sermon losgeworden ist und danach sagen: "Wir machen es anders" und das auch einfach ohne weitere Kommentare so stehen lassen und ggf. wiederholen.
Diskussionen bringen da offenbar nichts, da ihr ja nicht zum ersten Mal drüber gesprochen habt.
Liebe Grüße
isy mit Großer (09/07) und Kleiner (04/10)


Hat dieser Satz fünf Wörter - oder sieben?
3fachMama
Profi-SuTler
Beiträge: 3631
Registriert: 26.08.2008, 21:09
Wohnort: Nordseeküste

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von 3fachMama »

Ja, die Diskussionen hatte ich mit meiner Mum auch bei meinem ersten Kind. Sie war auch der Meinung, dass ein Kind mit 6 Monaten durchaus auch schon mal nen Kinderriegel braucht :shock: oder ich sollte mit 6 Wochen schon Karotte gegeben, das hätte sie bei mir schließlich auch gemacht, damit ich mich an den Löffel gewöhne :? . Ich hab dann nur gesagt, dass wir es bestimmt nicht machen und das die frühsten Breie nach dem 4. Lebensmonat sind und ich nicht dran denke, vor dem 6. Lebensmonat mit der Beikost anzufangen. Irgendwann hat sie es verstanden, dass es bei uns im ersten Lebensjahr gar keinen Zucker gibt und im 2. Lebensjahr nur wenig und dass ich auch nicht vor dem 6. Lebensmonat mit der Beikost anfange.

Bei den Zwillingen fand sie es dann plötzlich super wie wir es gemacht haben. Alles was wir lt. ihrer Meinung bei der Großen noch falsch gemacht haben, war jetzt auf einmal goldrichtig :shock: :roll: .

Wenn Eltern Großeltern werden, müssen sie sich auch erst in die Rolle reinfinden. Und der Prozess ist sowohl für die Jungeltern als auch für die Junggroßeltern ein sehr schwieriger Prozess.

Ich drück dir die Daumen, dass es bald wieder besser wird.
Sternenfaengerin
Power-SuTler
Beiträge: 6751
Registriert: 08.02.2009, 20:32

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von Sternenfaengerin »

hallo.. kopf hoch :-)
wir machen natürlich vieles anders, als damals... ich glaube allerdings auch, das unsere eltern sich nicht mehr wirklich in die zeit zurückversetzen können...
das wäre genauso, als wenn in 30 jahren unsere kinder aufeinmal sagen, dass tragen für den rücken des babys total schädlich wäre und muttermilch eh zu viele schadstoffe benutzt, so dass man nur künstliche milch empfiehlt... sie haben doch damals auch nach bestem wissen und gewissen gehandelt und wollten das beste für uns...
mir fällt das teilweise auch sehr schwer zu verstehen, aber ich denke dann nur dran, dass ich z.b. mit 13 hausarrest gekriegt habe, weil ich viiiel zu spät heimgekommen bin und das unmöglich fand... solche sachen kann ich natürlich jetzt ganz anders nachvollziehen (als erwachsene)...
in irgendeinem thread habe ich gelesen (ich weiss leider nicht mehr, wer es geschrieben hat, aber ich fands toll), dass ein mutter ihrer mutter etwas in dieser art gesagt hat: "ich danke dir für meine schöne kindheit und ich weiss, dass ihr das beste für mich wolltet, jetzt probiere ich meinem kind auch das beste (in meinem ermessen zu geben)"
ich glaube es ist wichtig, gerade der mutter den respekt entgegenzubringen, dass sie nicht starrköpfig etwas umsetzen möchte, sondern dass sie damals ja auch aus überzeugung gehandelt hat, vielleicht muss man das einfach mal aussprechen.
ich kann mir allerdings ziemlich genau vorstellen, dass du gerade am platzen bist :D
kopf hoch, wird besser

p.s.: ist es nicht schön, dass die omas noch gluckenhafter sind, als wir?? :wink:
Benutzeravatar
Lyra
alter SuT-Hase
Beiträge: 2818
Registriert: 31.12.2008, 12:24
Wohnort: Niedersachsen

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von Lyra »

Oh man, das hört sich so an, wie die letzten Gespräche mit meiner Mutter... :evil:
Ich denke mal sie fühlen sich indirekt angegriffen, weil wir es anders machen, als sie. Obwohl wir es nicht sagen fühlen Sie sich kritisiert... :roll:
Ich habe jetzt (endlich) aufgegeben solche Diskussionen zu führen (mal sehen wie lange ich das schaffe) sie ist einfach beratungsresistent...
Im Prinzip mache ich es jetzt auch so, wie Isyisy Dir vorgeschlagen hat.
Viele liebe Grüße
Lyra mit dem Mann, der Püppi (09/08), dem kleinen Mann (04/11) und einem * (05/10) für immer im Herzen.
Schau doch mal in meinem Blog die Rumpelbutze vorbei.
Bild

Es ist ein alchemistischer Augenblick, in dem sich Wissen in Verstehen verwandelt.
Benutzeravatar
AmysMom
Profi-SuTler
Beiträge: 3040
Registriert: 06.01.2009, 20:15
Wohnort: Hürth

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von AmysMom »

Ach ja. Ich habe ja auch schon mal versucht, ihr zu erklären, dass sie damal ihren Weg gegangen ist, der für sie zwar richtig war, das aber nun mal nicht der richtige Weg für uns ist und wir unseren eigenen Weg finden werden. Aber sie fühlt sich halt immer angepisst, wenn ich ihr Ratschläge in den Wind schlage.

Ich weiß ja in der Theorie auch, dass ich entweder ganz klar Grenzen setzen oder aber das Gerede einfach ignorieren muss. Nur an der praktischen Umsetzung arbeite ich noch :wink:
Liebe Grüße
F.

mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014

ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
Sternenfaengerin
Power-SuTler
Beiträge: 6751
Registriert: 08.02.2009, 20:32

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von Sternenfaengerin »

...ist ja auch deine Mama :wink:
Benutzeravatar
rhapsody
alter SuT-Hase
Beiträge: 2450
Registriert: 17.12.2008, 19:40
Wohnort: Ba-Wü

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von rhapsody »

isyisy hat geschrieben:Nach so einem Gespräch hätte ich auch sooooooooo einen Hals!

Aus meiner Sicht gibt es da zwei Möglichkeiten: Klarstellen, dass dieses Thema nicht mehr diskutiert wird und das auch ganz konsequent durchziehen. ODER Brav abnicken bis das Gegenüber seinen Sermon losgeworden ist und danach sagen: "Wir machen es anders" und das auch einfach ohne weitere Kommentare so stehen lassen und ggf. wiederholen.
Diskussionen bringen da offenbar nichts, da ihr ja nicht zum ersten Mal drüber gesprochen habt.
So mache ich das auch- brav abnicken- bei meiner Schwiegermutter. Klappt meistens und ich muss mich nicht zu sehr ärgern. Das Thema Stillen scheint ja für viele dieser Generation was ganz Besonderes zu sein :roll: (ebenso Tragen und Familienbett...). Klare Grenzen setzen finde ich eher schwierig, denn man will ja die Mama/Schiegermama nicht kränken, sie meinens ja wahrscheinlich nur gut?

AmysMom, fühle Dich mal ganz fest gedrückt und getröstet. :piepmatz: Mir hilft es immer schon, hier zu lesen, dass andere die gleichen blöden Probleme mit den Müttern bzw Schiegermüttern haben.
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
Trageberatung in Stuttgart (Clauwi GK)

Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
Benutzeravatar
Iris
Profi-SuTler
Beiträge: 3025
Registriert: 04.05.2006, 22:38

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von Iris »

Eigentlich ist das doch alles ganz normal. Der Generation unserer Mütter und Großmütter ist das Stillen und mit ihm auch das Vertrauen auf den Instinkt ziemlich abgewöhnt worden. Und natürlich sind auch diese Mütter davon überzeugt, für ihre Kinder das Richtige getan zu haben. An Dir sieht man ja auch, dass was draus geworden ist. :wink:
Uneigentlich aber: Es ist halt deine Mutter und du wünschst dir vielleicht, dass sie mehr Verständnis, wenn nicht gar Zustimmung für dein Handeln aufbringt. Denn das wollen wir doch alle - Verständnis und Zustimmung (und Liebe) von Mama. Wir müssen nur lernen, dass wir die Liebe auch dann kriegen, wenn wir nicht alles voneinander verstehen und gut finden. Vielleicht schafft ihr es, zu einem "We agree to disagree" zu finden und euch unabhängig von der Frage, was denn das Beste für's Kind ist, einfach wieder lieb zu haben. Das wünsche ich euch. :D
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
Benutzeravatar
clownfish
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 136
Registriert: 21.11.2008, 12:07
Wohnort: Niedersachsen

Re: *Schrei*... Sinnlos-Diskussion mit meiner Mutter

Beitrag von clownfish »

fühl dich erst mal umarmt - ich glaube, ich kann ziemlich gut nachvollziehen, wie es dir nach diesen gesprächen mit deiner mutter geht.

die telefonate mit meiner ma waren zuletzt so nervenaufreibend, dass ich jetzt vor 2 wochen den kontakt zu ihr erstmal abgebrochen habe.
jeglicher versuch, zu erklären, warum ich mein baby nicht schreien lasse, warum er nicht alleine schlafen kann, warum ich nicht einfach einkaufen fahre während der kleine alleine zu hause bleibt, warum ich mit 6 monaten immer noch stille, warum ich ihn nicht einfach hinlege sondern in den armen halte und trage, war ebenso erfolglos wie der versuch, das thema einfach auszuklammern.
letztlich wurde uns bedeutet, dass mein 6 monate alter säugling, wenn ich ihn weiterhin so verwöhne, lebensuntüchtig, heroinsüchtig mit 20 selbstmord begehen wird... :evil:

vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass unser verhältnis vor der geburt meines sohnes eigentlich nicht SO schlecht war... :roll:

wenn man selbst das erste mal mama wird und mit diesen unglaublichen, intensiven gefühlen diesem kleinen wesen gegenüber konfrontiert ist, werden - zumindest geht mir das auch so - dass plötzlich die erlebnisse (gute wie schlechte) aus der eigenen kindheit viel präsenter.
zudem habe ich den eindruck, dass das eigene, missverstandene, weggeschobene kleine kind in einem selbst einem deutlich bewusster wird und man trauer darüber empfindet, welche liebe einem vorenthalten wurde - weil man das damals "eben so gemacht hat".
ich denke, es ist vielleicht ein bißchen so wie am beginn einer psychotherapie, man beschäftigt sich so viel mit den bedürfnissen des kleinen menschen in seinen armen, dass einem auch die eigene bedürftigkeit viel mehr auffällt - die eben nicht gestillt wurde. man ist empfindsamer und empfindlicher - so mein eindruck.
ich glaube auch, dass es gut ist, diese gefühle zuzulassen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, weil sonst das risiko besteht, von dem eigenen kind, die liebe haben zu wollen, die man von seinen eltern eben nicht uneingeschränkt bekommen hat.

auf der anderen seite entwickeln frischgebackene großeltern eben zum teil einen unglaublichen missionierungseifer.
bei meiner ma war es vorallem das "ihr stellt euch heute alle so an" gefühl, dass sie einfach nicht unterdrücken konnte. sie hat drei töchter großgezogen, wenn sie da jedesmal "so ein geschiss" gemacht hätte... -
ich glaube auch hier kommen mehrere sachen zusammen: dass wir ja so alles anders machen, untergräbt natürlich das ehemals mütterliche, jetzt großmütterliche kompetenzgefühl, kränkt ganz einfach die eigene eitelkeit...
außerdem merken unsere mütter und schwiegermütter vielleicht auch, dass sie auf der prioritätenliste ihrer kinder nach hinten gerutscht sind - dass da die bedürfnisse eines kleinen wurmes plötzlich wichtiger als sie selbst sind.
und ein latent schlechtes gewissen? das mag ich nicht beurteilen...

sorry, dass es so lang geworden ist :oops: - beschäftigt mich zur zeit sehr - wie man merkt...
gruß
coco
Antworten

Zurück zu „Stillforum“