Mich macht es immer wieder sehr betroffen, wenn ich lese, wie das Familienbett und das nächtliche Stillen für viele Familien zum Problem wurden. Ich möchte mit meinem Bericht einfach mal einen Gegenpol setzen - ich möchte sagen, dass es auch anders sein KANN, dass das FB für eine Familie sogar eine grosse Bereicherung sein KANN.
Wir schlafen jetzt seit 6Monaten zu dritt bzw. zu viert. Bei uns ist es so, dass mein Mann überhaupt nicth zuständig ist für die nächtliche Betreuung, es sei denn, ich sei krank. Luisa schläft im Babybalkon, Micha zwischen meinem Mann und mir.
Luisa schläft meistens in ihrem Bett im Zimmer ein. Ja, das haben wir schon seit längerem eingeführt oder vielleicht besser gesagt, beibehalten. wir haben nämlich gemerkt, dass Luisa unter den richtigen Umständen sehr gut allein einschlafen kann, und haben das für uns genutzt. Wenn es nicht geht, darf sie zu uns und wird von mir einschlafbegleitet.
Die richtigen Umstände heissen bei uns vor allem, dass sie einen ganz schönen Abend hatte. DAss ich mir wirklich Zeit für sie genommen habe (das geht auch stillend, weil sie Bücher gucken liebt). Sehr sehr wichtig, ist der richtige Zeitpunkt. Ich muss sie GENAU 12 STunden wach haben tagsüber. Das heisst, 11h nachtschlaf, 1h TAgschlaf. Und ich muss mich wirklich daran halten. Ich kann sie nicht länger als 1h schlafen lassen tagsüber, sonst fällt das ganze abends wieder auseinander.
Im Laufe der Nacht kommt Luisa dann zu uns rüber.
Micha wird einschlafgestillt. Nachts kommt er dann zwischen 2 und 4 mal, trinkt kurz, schläft weiter. Luisa muss, sobald sie im Babybalkon liegt, ständig meine hände halten. Wenn möglich BEIDE. Wenn ich Micha stillte, hat sie kürzlich heftigst protestiert, weil ich mich dann ja auf die andere Seite legte. Aber da habe ich ihr einfach erklärt, dass ich Micha stillen MUSS und dass sie das akzeptieren muss. Natürlich fand sie das erst nicht so toll, aber ich liess da nicht mit mir handeln.
Generell bin ich beim Thema Schlaf sehr konsequent. Wenn ich etwas nicht tragbar finde, sage ich das meinen Kindern und ziehe das auch durch - weil mir bewusst ist, dass gerade das Thema Schlaf sehr störungsanfällig ist., und weil ich selber sehr viel Schlaf brauche. Lieber lasse ich etwas unerwünschtes gar ncith erst zu, als dass ich es nachher mühsam wieder abbauen muss. Grad jetzt hat Micha die Phase, dass er das Dauernuckeln beginnen will. Aber ich unterbreche das nach 5 Minuten. Wenns nicht geht, lasse ich ihn nochmals 2 MInuten. Uns so nehme ich ihn alle 2 MInuten von der Brust, und wenns gar nicht geht, dann stehe ich halt mit ihm auf - das passt ihm dann nämlich noch weniger und er will wieder ins warme kuschelige Bett
Und so sind wir glückliche FB-Schläfer. Uns gehts gut damit. Wir geniessen es. Grad Luisa, die immer wieder unter starker Eifersucht leidet, kommt so zu dem Gefühl, auch dazuzugehören und zu der für sie sehr wichtigen Nähe.
Mir ist bewusst, dass wir GLück haben, zwei gute Schläfer zu haben. Ich weiss auch, dass es grad bei Micha noch schwierigere Phasen geben wird. Ich hab auch schon oft gejammert. Und ich erzähle das alles nicht, weil ich das GEfühl habe, diejenigen die Probleme mit dem Co-Sleeping haben, hätten etwas falsch gemacht. Sondern um denjenigen, die diese negativberichte ängstlich stimmen, und die sich überlegen, das FB deswegen gar nicht erst einzuführen, Mut zu machen: Es kann auch anders sein! Es kann auch sehr, sehr schön sein! Und ich möchte nicht, dass irgendjemand hier auf die Idee kommt, FB und Stillen nach Bedarf seien Schuld an Schlafproblemen, und wenn das Baby von anfang an im eigenen Zimmer geschlafen hätte, wären die Schlafprobleme nicht so schlimm...
Ich war mal ne Mainstreammutter. Luisa hat mal allein geschlafen, die ganze Nacht. Und ich stand oft bis zu 7mal auf nachts!!! DAVON hört man aber von den Mainstreams nie was! ...Ich musste LUisa stundenlang in der kalten Stube rumtragen.
Erst jetzt, wo ich weiss, wie es ist das Neugeborene von Anfang an neben sich zu haben, weiss ich, was ich damals bei Luisa verpasst habe. Nicht nur verpasst habe, ihr zu geben, sondern auch ich selber - ich habe so viel Nähe, so viele Glücksmomente, soviel Geborgenheit und so viel Liebe verpasst, weil sie von anfang an allein in ihrem Stubenwagen lag... Und das war wohl mitschuld an manchen depressiven Momenten in der Spätwochenbettzeit...
So, das war mein Wort zum späten Abend
Ich wünsche Euch allen eine gute und ruhige Nacht!
(Jan.06), Sonnenschein
(Juni 08) 