Stillen nach Gaumenverschluss

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Liebe SchneFiMa,

was ein Zufall, gerade heute wollte ich mich mal wieder melden :-)

Wir sind nun seit 4,5 Wochen dran.. und mittlerweile trinkt Madame garnicht mehr ohne BES. Ich bin ehrlich gesagt kurz davor, hinzuschmeißen, weil es mich wirklich zermürbt und anstrengt und ich aktuell nicht mehr weiß, wie ich weitermachen soll, damit wir davon los kommen.

Aber mal von Anfang an:
Ich musste vom alten Brusternährungsset von Medela auf das neue wechseln, weil das alte immer wieder undicht wurde und die Milch dann entweder überall heraus lief oder zumindest durchgehend durch den Schlauch, so dass es ihr einfach in den Mund floss. Mit dem neuen ging es dann nach und nach bergauf: der Milchspendereflex löste schneller aus und am letzten Wochenende hat sie quasi plötzlich andere getrunken: es fühlte sich mehr nach Stillen und nicht nur bloßem Saugen an. Ich hatte das Gefühl, dass sie endlich auch aktiv was aus der Brust holt. Nunja, und seit Montag ist das wieder vorbei. Stattdessen saugt sie einfach die Milch aus dem Brusternährungsset, das macht ihr auch absolut keine Mühe mehr.. heute bin ich nun nochmal auf das alte Brusternährungsset zurück. Ich hatte schon das Gefühl, dass sie damitcein wenig "aktiver" ist, zumindest versuchte sie durch Beißen und Pressen mehr Milch zu bekommen. Man muss dazu sagen, sie bekommt nachts und wenn ich Termine habe weiterhin die Flasche, sonst schaffe ich es einfach nicht, weil ich dann kaum noch Schlaf bekommen würde. Ich Versuche das aber weitgehend so minimal zu halten wie möglich.

Momentan bin ich wirklich am Ende mit meinem Latein. Ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll. Ich lege sie an, wenn das BES noch geschlossen ist. Das hält sie nur wenige Sekunden aus. Dann öffne ich das BES. Selbst wenn der Milchspendereflex auslöst und ich abklemme, hört sie auf zu trinken und weint.

Wir waren diesbezüglich vor Wochen schon weiter als jetzt. Ich bin total frustriert und es nimmt mich auch ganz schön mit, denn eigentlich genieße ich das Stillen mit ihr sehr und mag nicht dran denken, dass wir es vielleicht nicht mehr schaffen :-(

Ganz liebe Grüße
Sandra
Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Ich möchte noch kurz etwas ergänzen und fragen:

Ich habe schon lange den Eindruck, dass das Stillhütchen uns behindert. Sie nimmt meiner Meinung nach mit Stillhütchen nicht genug Brust in den Mund, um effektiv aus der Brust zu melken. Ich sehe auch ihre Lippen immer am Schaft anliegen. Wir haben das Stillhütchen von NUK in Größe M. Ich habe ja seitlich ein Loch gemacht, um den Schlauch vom BES durchzufädeln, damit es dicht ist.

Nun habe ich heute eins von Ardo in L (hatten wir noch aus der Klinik) probiert. Weil ich da jetzt nicht gleich ein Loch rein machen wollte, habe ich den Schlauch unter dem Stillhütchen ins Hütchen hinein geführt. Ich weiß von zwei anderen Müttern, die es auch so gehandhabt haben und damit nach der OP zum Gaumenverschluss erfolgreich zum Stillen übergegangen sind.

Nunja, jetzt bin ich gänzlich irritiert 😁 die ganze Sache war durch den Schlauch unter dem Brustschild nicht ganz dicht. Und ich habe deutlich gehört, dass sie dabei viel Luft mit gesaugt hat. Die anderen Mütter hatten wohl dieses Problem nicht 🤷🏻‍♀️ ich habe aber noch etwas beobachtet: mein Milchspendereflex war diesmal deutlich stärker. Insgesamt hat sie nun aber nicht viel getrunken und ist eingeschlafen.

Nun bin ich völlig verunsichert, wie ich das einordnen soll und was der richtige Weg ist. Warum saugt meine Kleine so viel Luft? Ist es vielleicht aktuell sogar "gut", weil sie dadurch gefordert wird, stärker zu saugen? Oder ist es besser, wieder ein Loch rein zu machen? Und an welcher Position ist der Schlauch eigentlich am besten?

War der Milchspendereflex nun wegen des anderen Stillhütchens besser oder weil sie schneller gesaugt hat wegen der Undichtigkeit?

Hab mich in dem ganzen Prozess noch nie so ratlos gefühlt wie jetzt 🫣😅
Greymalkin
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Greymalkin »

Hast du mal versucht, den Schlauch einfach außerhalb des Stillhütchens zu nutzen, sodass er zb durch den Mundwinkel eingefädelt wird? Mein erstes Kind habe ich auch eine Weile mit Hütchen und BES gestillt und mit dem Schlauch im Stillhütchen hatte ich ebenfalls das Undichtigkeitsproblem, außen eingefädelt ging es aber gut. Könnte natürlich sein, dass es sich anders anfühlt und dadurch dann nicht akzeptiert wird.
Auf jeden Fall wünsche ich dir weiterhin einen langen Atem und dass es am Ende mit entspanntem Stillen belohnt wird!
+ Sohn 1 (5/2019) + Sohn 2 (8/2021) + Tochter (4/2025)
Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Hallöchen 👋🏻

Wir sind immer noch dran. Aber mittlerweile zeigt sich, dass wir so nicht mehr weiterkommen. Ich will nun einen radikaleren Schritt machen und das Brusternährungsset zeitweise ganz weg lassen.

Meine Tochter ist leider stark auf den Fluss vom Brusternährungsset gewöhnt. Das möchte ich nun gerne ändern.

Heute habe ich ihr einfach mal die nackte Brust angeboten. Sie weinte, nahm zwar die Brust dreimal in den Mund, aber schien damit überfordert und weinte wieder. Ich habe sie getröstet und als ich merkte, dass es ihr zu viel wird, die Situation beendet.

Habe es später nochmal probiert, nachdem ich ihr eine Flasche gegeben hatte. Sie weinte nicht mehr so arg, konnte sich aber garnicht überwinden, es mal zu versuchen.

Jetzt überlege ich, ob ich nun komplett ohne Hilfsmittel weitermachen soll oder nur mit Stillhütchen?

Meine Sorge in Bezug auf nur Brust ist, dass das zu viel auf einmal ist und sie durch Überforderung nicht beginnen kann.

Meine Sorge bei Stillhütchen ist, dass sie das mehr gewohnt ist und einen sofortigen Milchfluss erwartet. Außerdem setzt mit Stillhütchen mein Milchspendereflex erst später ein und ob sie bereit ist, so lange zu nuckeln, weiß ich nicht. Wäre wahrscheinlich auch ein Versuch wert.

Würde mich sehr über Anregungen dazu freuen.

Lieben Dank schonmal!
Sandra
Sommermama2017
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Sommermama2017 »

Könntest du vorm Anlegen deine Brust mit der Hand massieren, damit dein Baby eben nicht ganz so lange saugen muss, ohne dass was kommt?

Und beim Stillen mit BES zwischendurch mal abklemmen?
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
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SchneFiMa
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von SchneFiMa »

Das klingt wirklich sehr anstrengend.

Also du kannst das BES, also den Schlauch, auch außen befestigen und es so mal versuchen. Wie Sommermama schrieb, würde ich dann vielleicht auch mit BES starten und es dann abschalten, so dass sie weitertrinkt und den fehlenden Fluss möglichst nicht gleich bemerkt.

Ansonsten ruhig immer mal wieder ohne Hütchen anbieten, wenn du das Gefühl hast, das könnte durchaus passen, auch wenn es für sie anstrengender ist. oder mal nur BES an nackte Brust?
SchneFiMa mit
der Großen (09/07) und der Mittleren (05/10)
sowie
den zwei Burschis 26.02.18
Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Lieben Dank euch für eure Antworten.

Mit dem Brusternährungsset haben wir uns total festgefahren. Sie hört sofort auf, wenn das BES abgeklemmt wird, selbst direkt nach dem Milchspendereflex. Es wirkt, als würde sie diesen einfach nicht nutzen. Deshalb will ich das BES nun komplett weg lassen.

Ich habe nun die letzten Tage immer mal wieder die nackte Brust angeboten. Sie weint mittlerweile kaum mehr, aber mehr passiert auch nicht. Gesaugt hat sie seit dem ersten Tag nicht mehr, heute hat sie mal bisschen drauf gebissen oder geleckt. Ich muss dazu sagen, dass sie sich von der Brust eher abwendet bzw. weniger Interesse zeigt und nur auf meinen Impuls hin mal kurz was annimmt oder versucht. Ich lege sie aktuell auch nur an, wenn sie nicht total hungrig ist.

Habe heute Abend dann mal das Stillhütchen ins Spiel gebracht, aber es wirkte so, als hätte sie in ihrem "Nicht wollen" garnicht bemerkt, dass es plötzlich da war 🫠

Einerseits glaube ich, dass ihr auch ein Stück weit die Motivation fehlt, weil Flasche nunmal einfacher ist, andererseits kann ich schlecht einschätzen, ob ich mit oder ohne Stillhütchen weitermachen soll.

Eigentlich würde ich gerne mal ein paar Stunden "ausharren" und nur die Brust anbieten, in der Hoffnung, dass sie dann auch mal was ernsthaft versucht. Ich denke aber, das geht nur konsequent mit oder ohne Stillhütchen, und da bin ich einfach aufgrund der jeweiligen Problematik (späterer Milchspendereflex bei Stillhütchen vs. nackte Brust vielleicht zu viel auf einmal) noch unentschlossen.
Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Nachtrag: ich habe heute von 5 Uhr bis 14:30 Uhr keine Flasche gegeben und die Brust angeboten. Sie weinte nur und hat die Brust nur noch abgelehnt. Das war für mich mein letzter Versuch. Ich weiß nicht mehr weiter. Selbst mit Stillhütchen und Brusternährungsset ist nichts mehr möglich, sie möchte nicht mehr an die Brust. Es schmerzt mich sehr, aber so weiß ich nun sicher, dass ihr die Brust nicht fehlen wird, und kann nun endlich damit abschließen.

Ganz lieben Dank euch allen und liebe Grüße!
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