Stillen nach Gaumenverschluss

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Käsekuchen
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Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Hallöchen allerseits 👋🏻
Beim Googlen bin ich auf dieses Forum gestoßen und hoffe sehr, hier noch ein paar hilfreiche Tipps mitnehmen zu können :-)

Mein drittes Kind ist nun 7 Monate alt. Sie kam, wie bereits meine erste Tochter, mit einer Gaumenspalte zur Welt. Bei beiden wurden wir nach der Geburt damit überrascht.

Ich war bei meiner ersten Tochter unendlich traurig, dass ich sie nicht stillen konnte. Damals fehlte es mir an Erfahrung und Unterstützung. Ich habe deshalb für sie abgepumpt und sie bis zum ersten Geburtstag ausschließlich mit Muttermilch versorgen können.

Meine zweite Tochter konnte ich problemlos stillen. Ich habe es geliebt!

Nun, bei meinem dritten Kind, habe ich alles daran gesetzt, sie nach der OP stillen zu können. Ich profitiere jetzt von meinen Erfahrungen der ersten beiden Kinder.

Meine Tochter wurde mit 5 Monaten operiert. Bis zwei Wochen vor der OP trank sie noch an der Brust (sie schaffte es, den Milchspendereflex auszulösen und ein paar wenige ml zu trinken). Das übten wir täglich. Ansonsten bekam sie ausschließlich Muttermilch über die Flasche. Dann plötzlich zwei Wochen vor der OP verweigerte sie die Brust - man spürte, dass sie frustriert war, immer nur ein wenig was zu bekommen. Ich entschied mich, ihr bis nach der OP eine Pause zu geben und nicht vorher noch mit Hilfsmitteln anzufangen, da ich merkte, dass es für uns beide zu viel war.

Ich wollte gerne nach der OP direkt mit der Brust beginnen (ggf. mit Stillhütchen und Brusternährungsset). Doch es kam alles anders: meine Kleine war völlig überfordert von ihrem neuen Mund, sie konnte nicht mehr trinken, nichtmal mehr an der Flasche. Sie schrie vor Überforderung, die Brust war in dieser Zeit "nur" Trostgeber und das wollte ich uns nicht kaputt machen. So bekamen wir sie allerdings auch nicht von der Magensonde los. Mein Mann schaffte es schließlich, dass sie die Flasche zumindest im Mund tolerierte, und er drückte auf den Sauger, damit Milch in ihren Mund fließen konnte, die sie nur noch schlucken musste. Sie machte nichtmal mehr einen Lippenschluss an der Flasche. Zumindest konnten wir so aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zuhause besserte es sich dann zum Glück nach etwa einer Woche, wir mussten aber sogar zeitweise auf einen Sauger mit größerem Loch umsteigen, damit sie wieder Sicherheit gewinnen kann. Das konnten wir zumindest wieder ändern. Nach einigen Wochen trank sie mal mehr mal weniger gut an der Flasche, jede Unsicherheit führt jedoch dazu, dass sie ihr neu gelerntes Trinkmuster verliert und mehr auf der Flasche kaut, anstatt richtig zu saugen. Man spürt, dass es einfach nicht intuitiv ist und dass sie es sich beim Trinken an der Flasche so leicht wie möglich macht und das Saugen, dass so nötig ist, um den Gaumen zu trainieren, nur sekundär genutzt wird, um Milch zu bekommen.

Als sie 6 Monate wurde, begann ich sie anzulegen. Direkt an der Brust ging aber bereits wenige Tage nach der OP schon nichts mehr, sie war koordinativ völlig überfordert und konnte plötzlich ihr Trinkmuster an der Brust nicht mehr abrufen, obwohl es nach der OP sogar noch gelang, dass sie daran saugte. Also stillte ich sie mit Stillhütchen und Brusternährungsset. Das klappte zunächst gut, dann aber wurde sie immer ungeduldiger. Vermutlich war ihr der Fluss nicht stark genug, damit die Brust eine akzeptable Konkurrenz zur Flasche sein konnte. Es war sichtlich zu anstrengend, sie mühte sich sehr ab und brauchte dennoch etwas 40 Minuten für eine Portion.

Dann wurde meine Kleine nach 1,5 Wochen Stilltraining krank. Die großen Schwestern hatten Influenza aus dem Kindergarten angeschleppt. Ich hatte keine Wahl, als das Stilltraining zu pausieren. Ich nutzte die Zeit, um mein Equipment zu verbessern und bestellte eine Magensonde, die ans Brusternährungsset passte, um den Milchfluss zu verstärken. So haben es bereits zwei Frauen, die ich über Facebook kennen gelernt habe, geschafft, ihr Kind nach Gaumenverschluss an die Brust zu bekommen. Das war und ist nun aktuell meine letzte Hoffnung.

Insgesamt dauerte es nun fast 2 Wochen, bis wir einen neuen Versuch starten konnten. Die Grippe war zwar nach etwa einer Woche ausgestanden, aber plötzlich trank sie mal wieder nicht richtig an der Flasche, sondern kaute mal wieder nur darauf herum und trank ihre Portionen über 1-2 Stunden verteilt. Wir vermuten, dass es vom Zahnen kam.

Nachdem es sich nun endlich wieder gebessert hat, habe ich sie heute endlich wieder mit Stillhütchen und Brusternährungsset angelegt. Zunächst war sie nicht an die Brust zu bekommen und ich dachte schon, dass es das nun war. Es war wie schon so oft: auch hier hat sie ihr Trinkmuster vergessen. Nach 10 Minuten hartnäckig bleiben nahm sie aber endlich das Stillhütchen in den Mund kaute und begann dann glücklicherweise wieder zu saugen. Dank des neuen Schlauchs klappte es richtig gut und es war deutlich zu sehen, dass sie diesmal zufrieden war.

Das ist nun mein aktueller Stand.

Was mich aktuell vor allem beschäftigt ist die Frage, ob es denn "sicher" ist, dass sie über diese Methode wirklich wieder stillen lernen kann? Sie hat schon geschafft, den Milchspendereflex auszulösen, aber ich frage mich, wie das genau gelingen soll, dass wir das Brusternährungsset nicht mehr brauchen? Bei unserem letzten Versuch zeigten sich nach 1,5 Wochen eigentlich keine nennenswerten Fortschritte. Es war aber eben auch durch den wohl zu geringen Fluss für meine Tochter oft frustrierend, so kann man ja dann auch nicht unbedingt das Saugmuster lernen und trainieren. Ich muss auch dazu sagen, dass sie nachts und gelegentlich unterwegs die Flasche bekam. Das würde ich eigentlich jetzt auch wieder machen, weil es für mich sonst sehr fordernd wird, habe ja noch zwei weitere kleine Kinder und ich auch nicht wochenlang Zuhause gefesselt sein will. Ich bin aber unsicher, ob uns das letztendlich nicht im Weg steht, wenn es eben an der Flasche so leicht fließt?

Liebe Grüße und schonmal ein großes Dankeschön!
Sandra
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SchneFiMa
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von SchneFiMa »

Hallo Sandra, herzlichen Glückwunsch zu eurem Baby.
Schade, dass euer Start nicht optimal war.

Werdet ihr denn logopädisch betreut?

Viele Grüße
SchneFiMa
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Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Lieben Dank für deine Antwort!

Nein, bislang nicht. In der Klinik wurde uns diesbezüglich leider auch nichts gesagt. Ich wüsste momentan garnicht, wie ich das angehen kann?

Liebe Grüße, Sandra
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Sommermama2017 »

Kann dir evtl der/die Kinderärzt*in Logopädie verschreiben, also eine Verordnung ausstellen? Damit sucht man sich dann ein*e Logopäd*in.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
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SchneFiMa
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von SchneFiMa »

Ja, das muss verordnet werden.
Das Thema ist schon so speziell, dass das auch nicht hier übers Forum geht, also Sauganbahnung bei Gaumenspalte.
Ich bin Logopädin, möchte sowas aber nicht über das Internet therapieren.

Frag bitte deine*n Kinderärzt*in, oder in der Klinik, wo sie operiert wurde.
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Lieben Dank.

Ich verstehe die Bedenken. Ich werde das mit der Logopädie klären.

Meine Tochter saugt am Stillhütchen allerdings wirklich super und wird auch komplett darüber satt. Ihre Motorik scheint da wirklich gut zu sein. Meine Fragen zielten prinzipiell mehr darauf ab, wie es erfahrungsgemäß bei Kindern in diesem Alter ist, wenn man über Stillhütchen und Brusternährungsset das Stillen wieder anbahnt :-)
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von SchneFiMa »

Also, dass sie mit Hütchen gut stillt ist prima und das mach ruhig weiter so.
Klappt es denn mit dem BES dabei?

Hier ist ein Artikel, da kannst du ja gerne mal lesen.

Stillen und Spalten
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Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Lieben Dank!

Ja, es klappt mit dem Brusternährungsset mittlerweile prima. Ich habe es modifiziert: ich habe das neue Brusternährungsset von Medela, dazu eine Nährsonde, die sich auf dieses Brusternährungsset stecken lässt, die einen stärkeren Fluss ermöglicht. Das war unser Gamechanger, nachdem es vorher nicht klappen sollte. Meine Kleine musste erstmal "lernen", dass die Brust sie zuverlässig satt machen kann.
Wir hatten gestern einen tollen Stillversuch, bei dem ich den Regler an der Nährsonde sehr weit schließen konnte, d.h. der Milchfluss war wohl in etwa so, wie bei dem normalen Schlauch, der zum Brusternährungsset gehört. Sie hat in guter Zeit gut 160 ml aus dem Brusternährungsset getrunken! Wieviel aus der Brust weiß ich leider nicht, ich vermute, dass das aktuell nur eine kleine Menge ist.

Ich bin ehrlich: es ist sehr anstrengend, neben pumpen, zwei weiteren Kleinkindern und dem Alltagsleben auch noch diese Stillversuche zu machen. Optimal wäre sicherlich, komplett auf die Brust umzusteigen und keine Flasche mehr zu geben, aber das schaffe ich nicht. Ich habe auch Termine und Verpflichtungen, die die Flasche nötig machen (ich kann sie unterwegs ja nicht mit Brusternährungsset stillen, zumal ich dafür aktuell noch ein umschnallbares Stillkissen brauche, weil ich sie weitgehend im Stehen stillen muss). Und auch nachts bekommt sie aktuell noch die Flasche von meinem Mann, weil ich durch den Stress der letzten Monate mit OP und Zeit danach ziemlich unter Schlafstörungen leide.

Momentan bin ich unglaublich im Zwiespalt. Es klappt mittlerweile wirklich gut, gleichzeitig sehe ich, dass wohl noch eine ordentliche Etappe vor uns liegt, bis wir zumindest auf das Brusternährungsset verzichten können. Auch dass wir eben am Tag nur etwa 3 Versuche schaffen und es dadurch ja "noch länger dauern wird", beschäftigt mich. Ich würde diese schwere Phase, die ja quasi seit ihrer Geburt andauert, endlich abschließen können. Das zermürbt mich gerade ein wenig. Ich wünschte mir, sie würde einfach wieder direkt an die Brust gehen, auch wenn sie erstmal nur kleinere Mengen stillen würde, und wir könnten es darüber aufbauen. Leider aber nimmt sie die "nackte" Brust nicht mehr an und mit Stillhütchen ohne Brusternährungsset fängt sie gleich zu wimmern an, weil es sie massiv verunsichert, wenn nicht gleich eine ordentliche Menge kommt. Sie braucht jetzt eben einfach die Sicherheit nach all den Monaten, in denen sie soviel durch machen musste.
Käsekuchen
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Käsekuchen »

Eine Frage habe ich allerdings noch:

Mich verunsichert die Sache mit dem Stillhütchen. Ich merke beim Stillen, dass es mehrfach kribbelt, also der Milchspendereflex ausgelöst wird. Gleichermaßen merke ich aber auch, dass der Sog zu gering ist, dass sie bedeutsame Mengen aus der Brust bekommt. Das sieht man auch am Brusternährungsset, aus dem sie nach wie vor sehr große Mengen trinkt.
Nun frage ich mich, ob es bei mir mit Stillhütchen überhaupt klappen kann, denn meine Brustwarze stößt meist schon an die Spitze des Stillhütchens und beim Pumpen wird die Brustwarze sehr weit eingesaugt. Ich frage mich einfach, ob es denn einfach nur am zu geringen Sog liegt, der sich noch aufbauen muss, oder ob durch das Stillhütchen der Milchfluss gehemmt wird bzw. es zu sehr gedämpft ist? Ich spüre nämlich tatsächlich meist deutlich weniger an der Brust als beim Stillen mit meinem älteren Kind.
Sommermama2017
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Re: Stillen nach Gaumenverschluss

Beitrag von Sommermama2017 »

Was für eine Größe vom Stillhütchen hast du denn? Vielleicht kann man da noch was optimieren.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
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