Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
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Jadzia
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- Registriert: 15.07.2011, 21:10
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Meine Mutter ist zur Reha gefahren als ich 15 war und hat mich einfach 6 Wochen mit meinem Hund alleine gelassen .
Ich war von 4 bis 12 Jahren bis 17 Uhr betreut , danach einfach ab 13 Uhr allein zu Hause.
Das möchte ich meiner Tochter ersparen. Ich frag mich auch ernsthaft wie Nido darauf kommt, dass wir alle zu behütet waren um resilient zu werden. Also ich fand mich nicht allzusehr behütet.
Ich war von 4 bis 12 Jahren bis 17 Uhr betreut , danach einfach ab 13 Uhr allein zu Hause.
Das möchte ich meiner Tochter ersparen. Ich frag mich auch ernsthaft wie Nido darauf kommt, dass wir alle zu behütet waren um resilient zu werden. Also ich fand mich nicht allzusehr behütet.
Alles kann, Liebe muss
Jadzia mit Dax (03/11)
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Sind unser Ziel ( psst, geht auch doppelt und dreifach und sogar ohne Zuzuhören 😊)
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https://youtu.be/4fegPvOL94Y?si=-3kT2Fg70wF1BD7H
https://www.instagram.com/12briefe_der_ ... _source=qr
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- Meeresbrise
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ja, genau das mit dem Optimieren ist ein großer Stressor. Ich meine, es läuft grundsätzlich gut bei uns. Die Morgen sind sehr stressig und ich habe schon irrsinnig viel optimiert. Ich bin ständig auf der Suche, wie kann ich es noch besser, einfacher, bedürfnisorientierter, etc machen. Wahrscheinlich würde es viel Druck rausnehmen, wenn ich einfach akzeptiere, dass der Morgen nicht perfekt läuft. Dass die Meeresprinzessin meistens weint, während ich dem Sonnenstrahl helfe und es ok ist, weil sie ja nicht irgendwo alleine am Balkon weinen muss, sondern ich ja da bin und mit Worten begleite.Elena hat geschrieben: 26.02.2025, 16:08 Ich habe noch eine weitere These:
Ich glaube, dass es sehr anstrengt, wenn man viel über die Belastung nachdenkt. Überlegt, wie man sich Pausen verschaffen kann, wann es einfacher wird, was man optimieren kann. Wenn man vielleicht auch mit anderen vergleicht, wo es scheinbar besser läuft. Wenn man die eigene Beanspruchung einfach hinnimmt, steckt man sie vielleicht leichter weg.
Ist jetzt nicht ganz dasselbe, aber ich habe das in den letzten 2 Jahren gemerkt, seitdem ich auf einmal für ein Pferd verantwortlich bin, was so nicht geplant war. Dieses Pferd frisst viel Zeit, ich verbringe also täglich mindestens 2 Stunden damit, obwohl ich mich vorher eigentlich gut ausgelastet gefühlt habe.Anfangs hat mich das wahnsinnig gestresst. Dann habe ich mich aber dran gewöhnt, dass ich an wirklich jedem Wochenende morgens um 8 im Stall stehe, bei jedem Wetter, und dass ich quasi nie mehr mittags oder nachmittags ein Päuschen im Sessel mache. Seit ich das akzeptiert habe, bin ich viel weniger gestresst.
Keine Ahnung, ob das bei manchen Müttern auch eine Rolle spielt. Aber allgemein Dinge hinzunehmen (Kind will nachts alle 2 Stunden stillen, schläft nur auf mir drauf, wir brauchen 1 Stunde für den Rückweg von der Kita , weil so viel zu sehen ist...), entstresst zumindest mich persönlich sehr.
Ich kenne es ebenfalls, dass manche so im Arbeiten und Werken gefangen sind, dass sie ständig nach einer Beschäftigung suchen. Besonders meine Schwiegerfamilie. Für die ist mein Staubsaugerroboter der Gipfel der Faulheit
Ich bin da anders. Als der Sonnenstrahl noch Mittagsschlaf gemacht hat und das ab 14 Monaten ohne mein Beisein, habe ich immer schnell das Mittagsgeschirr abgeräumt, mir dann einen Kaffee gemacht und vor den Fernseher gelegt. Ich bin tatsächlich 1 - 2 Stunden pro Tag faul herumgelegen und habe absolut gar nichts gemacht. Das hat mich damals den Nachmittag sowas von entspannt angehen lassen. Hat früher bestimmt keiner gemacht
I tried to hold on but it hurts too much
I tried to forgive but it′s not enough
To make it all okay
You can't play on broken strings
You can′t feel anything
That your heart don't want to feel
I can't tell you something that ain't real
Oh, the truth hurts and lies worse
How can I give anymore
When I love you a little less than before?
Meeresbrise ist so glücklich mit Sonnenstrahl (02/21) und Meeresprinzessin (06/24) an der Hand
Gute Reise ihr kleinen Sternchen *** - 02/23 u. 07/23
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MM85i
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 5012
- Registriert: 01.08.2019, 13:39
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Danke für das Thema! Ich mache mir das letzte Jahr viele Gedanken. Mich macht der Abstimmungsaufwand, hetzen zur Arbeit, alle Kinder einsammeln, Schule, aufräumen spielen, streiten und am Ende war es (gefühlt nicht genug). Durch zeitversetztes Arbeiten für Zeitoptimierung haben wir auch kaum Zeit zu 4. Da habe ich diese Woche meinen Mann gefragt, warum wir uns so ein Stress die ersten 8 Lebensjahre antun. Wofür?
Meine Ma war das dritte Kind und wurde oft durch die großen Kinder behütet. Von meinem Papa weiß ich, dass in dem Kleinen Haus noch Onkel, Tanten und Cousins gelebt haben. Und er eine sehr enge Beziehung zu seiner Mama hatte.
In meiner Kindheit hab ich quasi zwei Abschnitte. Einmal klassisch, Papa hat früh gearbeitet und war dann auch schon 16 Uhr zuhause, Mama daheim. Wir waren beim Kinder Turnen, Musikschule, Kita, Krabbelgruppe. Ich finde gar nicht groß anders als jetzt. Meine Mama sagt, dass sie sich oft gehetzt gefühlt hat, Kita war ja nur bis 12. Keine weitere Verwandtschaft die geholfen hat. Gespielt hat sie mit mir Lego, gebastelt, gepuzzelt, gebacken und Haushalt und so.
Dann gab es aus Gründen einen Wechsel, meine Ma hat 6 bis 12 gearbeitet, mein Pa war zuhause. "Gespielt" hat er gar nicht mit uns, aber gewerkelt und ich kann mich an Stunden Kartenspiele, Gartenarbeiten, Hunderunden etc. erinnern. Kutschierfahrten, etc. Nachmittags war viel Familienzeit, aber ab Grundschule waren wir auch ab 15 Uhr alleine unterwegs und dann 18 Uhr zuhause. Oder wenn sie Freitags beim Nachbarn wären, wurde ein Video angeschmissen.
Ich kann mich null, absolut null an dieses Stressgefühl
erinnern, das ich oft habe und beim Aufbrechen bestimmt auch den Kindern vermittel(wir müssen jetzt dringend los, ich muss zur Arbeit, die Schule beginnt,...).
Vielleicht ist viel Stress auch einfach weggefallen, weil bei bestimmten Dingen einfach keine Diskussion geführt wurde. Ich habe was gefragt, und es wurde nein gesagt. Da hat man nicht gefragt, wie fühlst du dich.
Diese gemeinsamen Nachmittage als Familie vermisse ich sehr für meine Familie. Wobei ich auch weiß, dass die Erinnerung sehr verklärt ist und ab Pupertät auch nicht immer schön.
Und mir ist auch schon klar ist, dass Mama Teilzeit, Papa Vollzeit zuhause ist, einen unschönen Grund hatte und es mit Vollzeit Papa und TZ Mama nicht möglich ist.
Meine Ma war das dritte Kind und wurde oft durch die großen Kinder behütet. Von meinem Papa weiß ich, dass in dem Kleinen Haus noch Onkel, Tanten und Cousins gelebt haben. Und er eine sehr enge Beziehung zu seiner Mama hatte.
In meiner Kindheit hab ich quasi zwei Abschnitte. Einmal klassisch, Papa hat früh gearbeitet und war dann auch schon 16 Uhr zuhause, Mama daheim. Wir waren beim Kinder Turnen, Musikschule, Kita, Krabbelgruppe. Ich finde gar nicht groß anders als jetzt. Meine Mama sagt, dass sie sich oft gehetzt gefühlt hat, Kita war ja nur bis 12. Keine weitere Verwandtschaft die geholfen hat. Gespielt hat sie mit mir Lego, gebastelt, gepuzzelt, gebacken und Haushalt und so.
Dann gab es aus Gründen einen Wechsel, meine Ma hat 6 bis 12 gearbeitet, mein Pa war zuhause. "Gespielt" hat er gar nicht mit uns, aber gewerkelt und ich kann mich an Stunden Kartenspiele, Gartenarbeiten, Hunderunden etc. erinnern. Kutschierfahrten, etc. Nachmittags war viel Familienzeit, aber ab Grundschule waren wir auch ab 15 Uhr alleine unterwegs und dann 18 Uhr zuhause. Oder wenn sie Freitags beim Nachbarn wären, wurde ein Video angeschmissen.
Ich kann mich null, absolut null an dieses Stressgefühl
erinnern, das ich oft habe und beim Aufbrechen bestimmt auch den Kindern vermittel(wir müssen jetzt dringend los, ich muss zur Arbeit, die Schule beginnt,...).
Vielleicht ist viel Stress auch einfach weggefallen, weil bei bestimmten Dingen einfach keine Diskussion geführt wurde. Ich habe was gefragt, und es wurde nein gesagt. Da hat man nicht gefragt, wie fühlst du dich.
Diese gemeinsamen Nachmittage als Familie vermisse ich sehr für meine Familie. Wobei ich auch weiß, dass die Erinnerung sehr verklärt ist und ab Pupertät auch nicht immer schön.
Und mir ist auch schon klar ist, dass Mama Teilzeit, Papa Vollzeit zuhause ist, einen unschönen Grund hatte und es mit Vollzeit Papa und TZ Mama nicht möglich ist.
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Mau
- Profi-SuTler
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- Registriert: 21.10.2021, 10:38
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ich finde Baby alleine zuhause lassen, während man einkauft oder so, echt krass. Die ersten Monate wollte ich mein Baby gar nicht aus den Augen lassen, wenn sie in einem Raum anderen schlief, habe ich alle 10min nachgeschaut. Ist zugegeben schon etwas extrem
Aber so vom Prinzip müsste das Gefühl doch verbreitet sein? Haben die das nicht gefühlt oder unterdrückt? Bei Feldarbeit war es vielleicht nicht anders machbar, aber beim Einkaufen halt schon…
Mini 4/21 <3
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Seiltänzerin
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- Registriert: 13.10.2019, 20:56
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ich denke mal das Gefühl wurde unterdrückt.Mau hat geschrieben: 26.02.2025, 19:05 Ich finde Baby alleine zuhause lassen, während man einkauft oder so, echt krass. Die ersten Monate wollte ich mein Baby gar nicht aus den Augen lassen, wenn sie in einem Raum anderen schlief, habe ich alle 10min nachgeschaut. Ist zugegeben schon etwas extremAber so vom Prinzip müsste das Gefühl doch verbreitet sein? Haben die das nicht gefühlt oder unterdrückt? Bei Feldarbeit war es vielleicht nicht anders machbar, aber beim Einkaufen halt schon…
mit den drei Wirbelwinden (2015,2019,2021)
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Erinnya
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1716
- Registriert: 03.10.2018, 21:11
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ich finde immer wieder krass, unter welchen schlimmen Bedingungen viele von euch großgeworden sind!
Ich selbst bin total behütet großgeworden. Meine Mutter war zuhause, bis ich 10 war. Kita, später Grundschule jeweils bis Mittag, Kinderturnen, Spielverabredungen - eigentlich ähnlich wie heute bei uns, nur dass meine Mutter nicht gearbeitet hat. Deshalb war sie mit 2 Kindern im Abstand von 3 Jahren und einem kleinen Reihenhaus mit Minigarten wohl wirklich meistens entspannt. Bei meiner Mutter selbst war es ähnlich. Die Mutter meines Vaters hatte mit 4 Kindern und Riesengarten deutlich mehr zu tun, hat aber auch nicht gearbeitet.
Ich selbst bin total behütet großgeworden. Meine Mutter war zuhause, bis ich 10 war. Kita, später Grundschule jeweils bis Mittag, Kinderturnen, Spielverabredungen - eigentlich ähnlich wie heute bei uns, nur dass meine Mutter nicht gearbeitet hat. Deshalb war sie mit 2 Kindern im Abstand von 3 Jahren und einem kleinen Reihenhaus mit Minigarten wohl wirklich meistens entspannt. Bei meiner Mutter selbst war es ähnlich. Die Mutter meines Vaters hatte mit 4 Kindern und Riesengarten deutlich mehr zu tun, hat aber auch nicht gearbeitet.
Erinnya mit drei Kindern (*2012, *2015 und *2018)
- jessy80
- Prof. Dr. SuT
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- Registriert: 25.01.2016, 08:04
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Meine Mutter war tabletten und Alkohol abhängig, hat meinen Vater mehrfach in nacht und nebelaktionen verlassen, such vor meinen augen versucht due pulsadern aufzuschneiden und mehr Zeit in der Psychatrie verbracht als zuhause. Als ich 10 war, hat sie uns endgültig verlassen, ab da war ich schlüsselkind, weil mein Vater gearbeitet hat. Gesprochen wurde nie darüber, generell wurde alles immer totgeschwiegen bis heute.
Meine Mutter hatte 9 Geschwister und alle wurden geschlagen und die Töchter missbraucht. Der Hund wurde besser behandelt als die kinder.
Mein Vater ist glaube ich sehr behütet aufgewachsen, wie gesagt, er redet generell über nichts!
Meine Schwiegereltern sind abends feiern gegangen und die Kinder beide unter 5 Jahren waren alleine zuhause...Mein mann der 5 jährige hat die nummer der Nachbarn auf dem telefon auswendig lernen müssen, falls mal was wäre.
Der jüngste wurden eingesperrt auch mal im heizungskeller...weil der SO schlimm war als Kind.
Meine Mutter hatte 9 Geschwister und alle wurden geschlagen und die Töchter missbraucht. Der Hund wurde besser behandelt als die kinder.
Mein Vater ist glaube ich sehr behütet aufgewachsen, wie gesagt, er redet generell über nichts!
Meine Schwiegereltern sind abends feiern gegangen und die Kinder beide unter 5 Jahren waren alleine zuhause...Mein mann der 5 jährige hat die nummer der Nachbarn auf dem telefon auswendig lernen müssen, falls mal was wäre.
Der jüngste wurden eingesperrt auch mal im heizungskeller...weil der SO schlimm war als Kind.
Räuberbande (04/02; 03/15; 07/16) *(02/14)
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Norrsken
- ist mit Leidenschaft dabei
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- Registriert: 17.02.2023, 17:12
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Es wurde ja schon ganz viel geschrieben.
Was bei uns noch ein wesentlicher Unterschied zu unseren Müttern/Großmüttern ist: Sie hatten früher viel familiäre Unterstützung. Ich wurde schon als Baby oft von meinen Omas betreut. Uns wurde immer eingetrichtert, dass man heutzutage mobil sein muss, um einen guten Job zu finden. Und nun wohnen wir je über 400km von unseren Familien weg. Wir haben ja nur ein Kind, sodass es an sich gar nicht so anstrengend ist… aber dass wir es nicht mal stundenweise anderweitig betreuen lassen können (abgesehen von der Kita, aber da arbeiten wir) macht den Alltag dann doch wieder anstrengend.
Dazu kommt noch, dass ich damals ab 1 Jahr 8h+ in der Krippe betreut wurde (DDR) - sicher deutlich weniger liebevoll, als das heutzutage der Standard ist. Meine Mutter hat immer Vollzeit gearbeitet.
Und ich war dadurch auch recht früh ein „Schlüsselkind“, bin also auch wenig behütet aufgewachsen. Die ersten beiden Grundschuljahre war ich nach der Schule im Hort (und dort meist das letzte Kind, das abgeholt wurde). Ab ca. der dritten Klasse bin ich alleine zur Schule und von der Schule nach Hause gegangen und war dann auch den ganzen Nachmittag alleine zuhause oder draußen mit Nachbarskindern unterwegs.
Was bei uns noch ein wesentlicher Unterschied zu unseren Müttern/Großmüttern ist: Sie hatten früher viel familiäre Unterstützung. Ich wurde schon als Baby oft von meinen Omas betreut. Uns wurde immer eingetrichtert, dass man heutzutage mobil sein muss, um einen guten Job zu finden. Und nun wohnen wir je über 400km von unseren Familien weg. Wir haben ja nur ein Kind, sodass es an sich gar nicht so anstrengend ist… aber dass wir es nicht mal stundenweise anderweitig betreuen lassen können (abgesehen von der Kita, aber da arbeiten wir) macht den Alltag dann doch wieder anstrengend.
Dazu kommt noch, dass ich damals ab 1 Jahr 8h+ in der Krippe betreut wurde (DDR) - sicher deutlich weniger liebevoll, als das heutzutage der Standard ist. Meine Mutter hat immer Vollzeit gearbeitet.
Und ich war dadurch auch recht früh ein „Schlüsselkind“, bin also auch wenig behütet aufgewachsen. Die ersten beiden Grundschuljahre war ich nach der Schule im Hort (und dort meist das letzte Kind, das abgeholt wurde). Ab ca. der dritten Klasse bin ich alleine zur Schule und von der Schule nach Hause gegangen und war dann auch den ganzen Nachmittag alleine zuhause oder draußen mit Nachbarskindern unterwegs.
mit kleinem Erkunder (08/22) und Bauchbewohner (ET 03/26)
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Norrsken
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Jessy, das ist furchtbar.
Nachdem ich deine Geschichte gelesen habe mag ich meine Wortwahl noch mal korrigieren: im Vergleich dazu, wie unser Kind aufwächst/weiter aufwachsen wird bin ich weniger behütet aufgewachsen.
Nachdem ich deine Geschichte gelesen habe mag ich meine Wortwahl noch mal korrigieren: im Vergleich dazu, wie unser Kind aufwächst/weiter aufwachsen wird bin ich weniger behütet aufgewachsen.
mit kleinem Erkunder (08/22) und Bauchbewohner (ET 03/26)
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davisalo
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- Registriert: 19.06.2010, 20:25
Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Meine Schwiegermutter hat von ihrem Arzt gesagt bekommen, sie möchte ihr Kind in dem Raum einsperren, der am weitesten von ihr entfernt ist, damit sie nicht hört, wenn es schreit, bevor die 4 Stunden um sind, nach denen es wieder die Flasche gibt. Das war das Bad. Da lag also das Baby und weinte...
Meine Mutter hat mich auch beim Einkaufen allein gelassen. Begründung: Mein Vater hat im Nachbarhaus (!) gearbeitet; da habe doch nichts passieren können.
(Okay, wäre sie nicht mehr heim gekommen oder so, hätte er es sicher irgendwann realisiert. Aber ich hätte ihn von meinem Gitterbett aus kaum rufen können....)
Jessy, Dir gegenüber hatte ich eine traumhafte Kindheit - keine Frage!! Was Du schreibst, muss grausamst für Dich gewesen sein!
Manches andere war damals normal, wurde von "Autoritäten (Arzt!) gesagt und nicht hinterfragt.
Meine Mutter hat mich auch beim Einkaufen allein gelassen. Begründung: Mein Vater hat im Nachbarhaus (!) gearbeitet; da habe doch nichts passieren können.
(Okay, wäre sie nicht mehr heim gekommen oder so, hätte er es sicher irgendwann realisiert. Aber ich hätte ihn von meinem Gitterbett aus kaum rufen können....)
Jessy, Dir gegenüber hatte ich eine traumhafte Kindheit - keine Frage!! Was Du schreibst, muss grausamst für Dich gewesen sein!
Manches andere war damals normal, wurde von "Autoritäten (Arzt!) gesagt und nicht hinterfragt.
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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