Bei uns zuhause gabs täglich Fleisch, für meinen Vater war Essen ohne Fleisch auch kein Essen (außer Frühstück). Und meine Mutter hat sich da eben nach ihm gerichtet und das wurde auch nie diskutiert, also hab ich es übernommen. Ich mochte auch weder Salat noch Gemüse - also habe ich meine Nährstoffe tatsächlich großteils ausm Fleisch gezogen.
Bei uns gabs aber schon immer nur Fleisch vom Biobauern.
Mein Konsum wurde weniger als Studentin, weil mir gutes Fleisch zu teuer war, billiges aus schlechter Haltung wollte ich nicht, also gabs keins.
Ich hatte auch zeitweise viel Kontakt zu einer nichtmissionierenden Veganerin. Ich betone das, weil ich inzwischen gelernt habe, dass das wichtig ist. Vorleben, aber nicht vorhalten. Das weckt sonst grad bei persönlichen Gewohnheiten schnell Widerstand und Trotz, anstatt Nachdenken.
Dann habe ich ein paar Jahre nach Aktins gegessen (kaum Kohlehydrate, viel Eiweiß/Fett), also wieder mehr Fleisch.
Als ich meinen Mann kennenlernte änderte sich das wieder, weil er kaum Fleisch gegessen hat.
Durch diverse Dokus und Berührungen mit dem Thema Tierleid wurde das dann auch bei mir weniger. Aber das kam immer nur aus mir selber, nie durch Druck von außen.
Tochter hatte mit 4 mal eine Phase, in der sie 6 Monate kein Fleisch gegessen hat. Meine Ansage war dann aber: wenn kein Fleisch, dann mehr Gemüse. Und das fand sie nicht so doll.
Und dann fing das vor 1,5 Jahren wieder an - diesmal "richtig" vegetarisch, also auch keine Gummibärchen, keinen Parmesan etc.
Da ich dann anders kochte, hab ich die Sachen natürlich auch probiert und fand sie ziemlich lecker. Inzwischen gibts hier viel Fleischersatzprodukte (weil ICH den Geschmack von Fleisch immer noch mag), Tofu, mehr Gemüse... Wir haben diesen Sommer tatsächlich kein einziges Mal gegrillt. (ja man kann auch Gemüse grillen, weiß ich).
Ich bin immer noch am experimentieren, weil ich einen Großteil an Gemüse nicht wirklich gern esse und auch nicht gern koche
Aber ich esse auch im Lokal meist kein Fleisch mehr. Und auf Brot nur noch Käse. Was mir mehr fehlt, ist Fisch.
Du schreibst "Gründe gegen Fleischkonsum wie Tierwohl, Klima, Gesundheit brauche ich nicht ansprechen".
Gesundheit - ist seine Sache, da kannste nix tun (außer zu sagen: wenn du dich ruinierst, haben wir ja auch nichts mehr von dir).
Klima - sag ich besser nix, regt mich nur auf, dass das ignoriert wird
Tierwohl - wenn ihn selbst das nicht interessiert, sehe ich wenig Chancen. Da fehlt der eigene Antrieb etwas zu ändern ja völlig.
Fazit
Wenn nur dein Mann kocht, muss er so kochen, dass er eine gescheite vegetarische Mahlzeit kocht und für ihn als Extra dann halt noch Fleisch dabei ist. Das wäre ein Kompromiss, mit dem ich (erst mal ne Weile) gut leben könnte.
Dass kleine Kinder im Wachstum Fleisch essen, finde ich völlig in Ordnung. Wenn sie älter werden und sich aktiv mit Tierleid/ausbeutung etc auseinandersetzen und das auch begreifen, dann kannst du erläutern, warum du eben kein/kaum Fleisch isst und sie können anfangen das von sich aus zu lassen. Da wäre ich jetzt also nicht so besorgt.
ich sehe grad noch:
ja! das ist es und das musst du würdigen, ganz ehrlich. Die Wurst zwischendurch ist echt seine Sache, solang er sie nicht jedesmal dem Kind mit aufnötigt.Es ist schon jetzt so, dass wir mehrfach pro Woche vegetarisch essen (darauf bestehe ich). Wenn ich berücksichtige aus welchem Elternhaus er kommt ist das wahrscheinlich schon ein großer Kompromiss für ihn