Auf die Gefahr hin mich als ungebildete Rabenmutter zu outen, möchte ich euch trotzdem um eure Einschätzung bitten.
Mein Großer ist 4 Jahre alt und er ist Meister im Verhandeln. Soweit in Ordnung. Mich ärgert aber, dass er sich nicht an "beidseitig abgenickte" Kompromisse/ Deals hält. Meine Frage: erwarte ich da zu viel? Ist das mit 4 Jahren noch gar nicht dran?
Ein Beispiel: morgens ist der Ablauf bei uns: Anziehen, Frühstück, EIN Spiel spielen (was er sich aussuchen darf), Zähneputzen, Sonnencreme, Kita. Heute hatte er es etwas schwer (bester Freund krank und damit nicht in der Kita) und er wollte das losgehen merklich hinauszögern. Heißt z.B.: Verweigerung des Zähneputzens. Er bat mich, ihm nach dem Spiel noch etwas vorzulesen. Ich sagte, dass das zeitlich knapp wird, da wir ja schon gespielt hatten und schlug vor, zu lesen während er Zähneputzen geht. Hat er abgelehnt. Mein 2. Angebot lautete: "2 Seiten lesen wir in deinem Zimmer, danach gehen wir Zähneputzen und ich lese dabei zuende. Einverstanden?". Kind sagt "ja, Einverstanden." Ich lese also 2 Seiten und sage "Na dann komm, ab ins Bad" und Kind sagt "Nein!". Und lässt mich ratlos stehen.
Sowas in der Art wiederholt sich leider extrem häufig. In allen Lebenslagen. Z.B. Ein "noch 3 mal rutschen, dann geht es nach Hause, ok?" kann genauso mit "ja ok" quittiert werden, und trotzdem habe ich ein "NEIN, ich bleib noch hier!!!!!" Kind nach dem 3. Rutschen.
Kann er die Bedeutung einer "Abmachung" noch gar nicht erfassen mit 4?
Versteht er es zwar, die Abneigung gegen die Kita (oder das nach hause gehen, oder....) war aber größer und deswegen lässt er mich "stehen"?
Ist es dumm, dass wir uns immer wieder aufs verhandeln einlassen, wenn er am Ende seinen Teil der Abmachung dann quasi nie erfüllt?
Ist das ein Entthronungs-/Aufmerksamkeitsproblem?
Ich freue mich über Einschätzungen