Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

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Noname488
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von Noname488 »

Wow, muggel, ich freue mich sehr über euren positiven Eingewöhnungsbericht. Deine Beschreibung macht echt Mut, vielen Dank :-)
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Elim
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von Elim »

Ich würde auch nichts vorher üben, und auch 2 Monate sind noch lang hin in dem Alter, da wird sich noch einiges tun.

Wir hatten damals ähnliches mit der Großen, Eingewöhnung mit einem Jahr, sie hat zu dem Zeitpunkt quasi voll gestillt und natürlich nur entweder an der Brust oder in der Trage geschlafen.
Damals waren die Erzieher:innen auch sehr besorgt und meinten, ich solle doch abpumpen, damit sie ihr dann die Flasche geben können. Die hat die Große aber immer verweigert und ICH habe da auch gestreikt und gesagt, ich pumpe nicht für ein einjähriges Kind ab. Was hier geholfen hat war meine klare Ansage den Erzieher:innen gegenüber, dass ICH weiß, dass mein Kind nicht in den 5 Stunden verhungern wird, selbst wenn sie absolut nichts isst, solange sie Wasser trinkt. Das hat glaube denen den Druck genommen.
Die ersten 2 Wochen hat sie tatsächlich wenig gegessen bzw wenn dann nur diese Maisstangen geknabbert, danach fing sie dort an zu essen.

Mit dem Schlafen ging dort auch schnell gut, wir hatten aber eine ganz liebe zugewandte Bezugserzieherin, die sich noch einen Sling angeschafft hat und die Große damit in den Schlaf getragen hat. Aber auch das war nur die ersten Wochen nötig, danach ist sie wie alle anderen ins Bett und hat da geschlafen, das wäre zuhause undenkbar gewesen 😃
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von Noname488 »

Das klingt traumhaft, aber so viel Engagement (Sling) brauche ich bei unserer "Dorf-Kita" leider nicht erwarten... da hilft dann nur Vertrauen ins Kind.

Aber eine Frage Elim, wenn dein Kind zur Eingewöhnung quasi voll gestillt wurde - wie und wann habt ihr da das Wassertrinken geübt? Denn um das Verhungern mache ich mir auch weniger Sorgen als um das verdursten... :(
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Elim
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von Elim »

Noname488 hat geschrieben: 14.02.2023, 18:34
Aber eine Frage Elim, wenn dein Kind zur Eingewöhnung quasi voll gestillt wurde - wie und wann habt ihr da das Wassertrinken geübt? Denn um das Verhungern mache ich mir auch weniger Sorgen als um das verdursten... :(
Sie hat zu dem Zeitpunkt Wasser getrunken, wenn es angeboten wurde, das war nicht das Problem.
Sie ist ja im August geboren, und da haben wir in dem Sommer als sie 1 wurde schon immer zusätzlich Wasser angeboten wenn es sehr warm war. Vor allem eben weil sie abgesehen von Muttermilch quasi nur Maisstangen gelutscht hat, und die sind ja so trocken 😬.
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ShinyCheetah
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von ShinyCheetah »

Ich versuche ja grundsätzlich auch Optimismus auszustrahlen. Aber ;) F war auch so ähnlich und ist mit 10 Monaten in eine Krippe gekommen, die weit weniger "dörflich" war als eure. Es war z. B. völlig klar, dass er schläft, wenn er müde ist, und nicht um jeden Preis zur normalen Zeit. Das wäre auch einfach nicht gegangen. In dem Alter war er nach 1,5 h Wachzeit so völlig reizüberfordert, dass er schlafen MUSSTE, sonst hat er nur noch geweint. Weil Schlafen im Kinderwagen für ihn sehr schwierig war, durfte er sehr oft bei einer Erzieherin auf dem Rücken in der Manduca sein und schlafen. Auch beim Essen waren alle entspannt und haben situativ reagiert. Ich wurde kein einziges Mal gebeten, das Stillen einzuschränken oder so. Sie meinten irgendwann, sie hätten den Eindruck, F würde auch gerne Milch aus der Flasche trinken. Wir haben also eine Flasche und Pre angeschafft, hat er aber nicht genommen. Dann meinten sie, Essen wäre schwierig, ob wir nicht doch Brei mitgeben könnten. Haben wir uns in der Kita fand er das dann offenbar auch gut und hat sich füttern lassen.

So, es war also sehr viel Bereitschaft da, Rücksicht auf F zu nehmen und die Erzieherinnen waren auch durchaus bedürfnisorientiert unterwegs.

Trotzdem war F todunglücklich. Über ein Jahr lang. In der Corona Zeit durfte er dann 3 Monate nicht gehen, da hat er dann zu Hause viel Entwicklung aufgeholt (ein dauergestresstes Kind kann halt nicht lernen). Als er dann zurück kam, war es erst ganz gut, dann folgte die totale Eskalation und Verweigerung und die Kita hat uns in einem sehr wertschätzenden und persönlichen Gespräch nahegelegt, für F eine andere Form der Betreuung zu suchen. Da war er dann ca. 21 Monate alt.

Ich möchte damit sagen: Manche Kinder sind einfach so früh noch nicht "kitageeignet". F war unser erstes Kind, wir wussten es nicht besser, wir haben gedacht "das ist wahrscheinlich einfach so" und "bald wird es bestimmt besser", wenn über Wochen ich jeden Tag wieder ein beim Abholen gesagt bekommen habe "heute hat er wieder viel geweint". Inzwischen weiß ich dank V, wie anders es sein kann.

Ich an eurer Stelle würde mir Gedanken über einen Plan B machen, falls es mit der Kita nicht klappt. Ich wünschte, den hätte es bei F gegeben. Und ich glaube nicht, dass wir irgendetwas hätten tun können, um die "Entwicklung zur Kitatauglichkeit" zu beschleunigen. F hat einfach noch Zeit gebraucht um zu reifen. Seit er 2 ist, ist es, als ob ein Schalter umgelegt ist. Dabei war es erst noch die selbe Einrichtung, selbe Gruppe, selbe Erzieher. Plötzlich war Kita für ihn nicht mehr der ultimative Stress, sondern einfach ein Ort, an dem er mal mehr Spaß hatte und mal weniger, aber an dem er grundsätzlich gerne war.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
Noname488
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Re: Krippen-Eingewöhnung vorbereiten - ist das möglich?

Beitrag von Noname488 »

Vielen Dank an eure Rückmeldungen und Einschätzungen! Bei uns war einiges los, ich habe mehrere Monate nicht mehr ins Forum geschaut. :oops: :cry: trotzdem ein Update zu uns, falls jemand den Strang mal in der Suchdunktion verfolgt.

Mäusezahn ist inzwischen täglich 2h ohne mich in der Kita und hat tatsächlich zwei ganz ganz ganz tolle Erzieherinnen. Nach dem schwierigen Start haben sie es wirklich geschafft, eine Beziehung zu Mäusezahn aufzubauen, sodass sie inzwischen ganz frei inmitten der anderen Kinder spielt und sich bei Sorgen und Nöten gut von den Erziehern trösten lässt. Außerdem trinkt sie dort Wasser/ Tee, verdunstet also nicht. Das große Problem was bleibt, ist das Essen (voll gestillt mit 13 Monaten). Eventuell hat sie hier ein anatomisches Problem, was es noch abzuklären gilt. :?

Kommende Woche steigern wir Ihre Zeit in der Kkta weiter, und weitere 2 Wochen später ist auch der Mittagsschlaf in der Kita geplant. Für uns war es auf jeden Fall Gold wert, die Eingewöhnung sehr langsam dahin plätschern zu lassen und nicht unter massivem Zeitdruck zu agieren.

Alles Gute an alle, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen!
Nona mit Mini-Pups (04/2019) und Mäusezahn (05/2022)
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