Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Leesti
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Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Leesti »

Hallo zusammen,

euer Forum wurde mir wärmstens ans Herz gelegt, da ich ein Problem mit der Milchproduktion habe. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Folgende Situation:
ich stille seit Juli letzten Jahres und das Stillen hat bisher sehr gut geklappt. Abgesehen von 3x leichten Brustentzündungen mit erhöhter Temperatur, heißen roten Stellen und Schmerzen in jeweils einer Brust. Mir haben Quark, Retterspitz und Weißkohl sehr gut geholfen. Ich hab aber generell eher zu viel als zu wenig Milch.

Aber jetzt mein eigentliches Problem. Meine Kleine isst seit Ende Dezember etwas Brei. Mittags isst sie Gemüsebrei und am frühen Abend einen Getreide-Obstbrei. Mittags stille ich sie dann an den meisten Tagen nicht mehr direkt nach dem Brei. Und abends auch nicht.

Also die Mahlzeiten sind im Moment wie folgt:

8 Uhr Stillen
10 Uhr Stillen
12 Uhr Brei
14 Uhr Stillen
16 Uhr Stillen
17.30 Brei
19.30 Stillen
23 Uhr Stillen
3.30 Uhr Stillen

Natürlich alles ungefähr und wie gesagt manchmal stille ich mittags noch, wenn sie nicht so viel Brei isst und noch Hunger hat. Jede Stillmahlzeit dauert so 5-10 Minuten (außer nachts und abends, da trinkt sie länger).

Jetzt ist es so, dass ich noch ständig volle, harte, knotige und schmerzende Brüste habe. Nicht jeden Tag, aber immer wieder. Ich nutze jetzt auch wieder die Milchauffangschalen, wenn ich stille für die jeweils andere Seite (am Anfang haben die mich gerettet, ich hab sie aber einige Monate gar nicht mehr gebraucht) und die laufen schon immer über.

Meine Frage: macht eventuell Blockstillen Sinn in meiner Situation? Das wurde mir empfohlen und ich hab auch schon drüber gelesen. Ich denke, die Milchproduktion sollte sich doch langsam auf den etwas geringeren Bedarf einstellen oder wie lange dauert das? Der obige Plan ist seit ungefähr 8-10 Tagen aktuell. Bin ich zu ungeduldig?
Ich hab halt ein bisschen Bammel, weil bei meiner ersten Tochter vor fast 13 Jahren die Milch auch nicht weniger wurde und ich dann mit Tabletten abgestillt habe, weil ich so verzweifelt war und mir damals keine Hilfe gesucht habe. Jetzt möchte ich gerne noch weiter stillen. Deswegen hier meine Bitte um Tipps von euch. :D

Es wäre wirklich toll, wenn mir jemand antworten könnte.

Danke und viele Grüße und bei Fragen schreibt mir einfach.

Leesti
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Nane85
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Nane85 »

Hallo und herzlich Willkommen im Forum!

Schön, dass du hierher gefunden hast und auch, dass du bisher recht problemlos stillen konntest.

Wie waren denn die Stillmahlzeiten vor dem oben genannten "Plan"? War vielleicht zwischendurch mal etwas, weswegen du häufiger gestillt hast (Zähne, Krankheit...) oder auch nur nachts öfter als einmal?

Was hast du denn schon selbst versucht, um die Milchmenge zu regulieren? Hast du zum Beispiel schon mal gekühlt oder ausgestrichen?

Blockstillen ist eine ziemlich effektive Methode zur Reduzierung der Milchmenge, das ist auf alle Fälle eine Option. Wir können aber auch gern erst mal schauen, ob es mit weniger "invasiven" Methoden in den Griff zu bekommen ist.

Dass du unsicher bist, weil es bei deiner Tochter ähnlich war, verstehe ich. Halte dir aber vor Augen, dass es ein anderes Kind ist und du diesmal Unterstützung hast.

Viele Grüße,
Nane
Nane85 mit den Mädels (02/13 & 06/15 & 06/19)
Leesti
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Leesti »

Hallo Nane,

vielen Dank für deine Antwort. Das ist ja lieb!

Also es war so, dass die Breimahlzeiten vorher eben Stillmahlzeiten waren. Wie gesagt, mittags stille ich manchmal noch nach (so maximal 2 mal pro Woche), abends seit ca. einer Woche nicht mehr.

Nachts hab ich schon bestimmt 10 Tage nicht mehr zwischengestillt. Davor um 5 Uhr öfter noch mal. Im Moment schläft die Kleine ganz gut. Ich klopf mal auf Holz, dass es so bleibt. :D Seit ca. 10 Tagen haben wir eine Sonnenscheinphase. Daher hab ich eher nicht öfter gestillt.

Ich hab schon versucht, auszustreichen, wenn zu viel Druck da ist und ich hab auch schon etwas Pfefferminz- und Salbeitee getrunken. Pfefferminztee 2 Tassen pro Tag und bei Salbei bis zu 1,5 Tassen. Gerade hab ich auch das Gefühl, dass es besser ist. Aber abends ist es oft heftig. Und es wäre gestern vielleicht auch wieder schmerzhaft geworden, wenn ich nicht mit den Milchauffangschalen nachgeholfen hätte beim Stillen. Da kam wieder beim Stillen der einen Brust an der anderen viel zusammen (übergelaufen).

Ich hab das Blockstillen gestern schon mal so halb gemacht - also tagsüber und heute nacht dann aber wieder beide Seiten gegegeben (um halb 4).

Ja, ich denke auch, dass es bei meiner größeren Tochter eh alles anders war (Geburt, Stillen, Schlafen, Tragen etc. ) - trotzdem kommen die Ängste natürlich wieder hoch,wenn die Brüste spannen. :oops:

Danke dir und viele Grüße

Leesti
Serafin
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Serafin »

Und wenn du vor dem essen stillst? Soll ja eh Beikost und nicht Anstattkost sein. Und dann gehts langsamer mit dem Abstillen für deine Brüste.
kleiner Maulwurf 12/15
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Seiltänzerin
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Seiltänzerin »

Wenn du eventuell das erste Lebensjahr stillen willst und nicht so schnell wie möglich abstillen, ist der Vorschlag von Serafin auf jeden Fall gut.
Du hast ja auch gefragt, ob du zu ungeduldig bist, vielleicht helfen dir da auch Erfahrungswerte. Bei meinen beiden Kindern hat es von Anfang Beikost bis zu der Menge, wo ich schätze dass du jetzt nach etwa 6 Wochen bist, über 4 Monate gedauert. Da war gar nichts mit harten Brüsten (beim Großen höchstens nachts, wenn er zu gut geschlafen hatte).
mit den drei Wirbelwinden (2015,2019,2021)
Leesti
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Leesti »

Hallo ihr,

vielen Dank für eure Antworten.

Meint ihr wirklich, VOR dem Brei stillen? Ich würde ja denken, dass es mehr Sinn macht, danach zu stillen, oder? Also bei uns fühlt sich das nämlich für mich eher immer so an, als hätte E. keine Lust mehr zu essen (Brei meine ich). So richtig viel Brei isst sie ja nicht und anfangs hat sie danach auch immer noch die Brust bekommen. Trinkt sie sich nicht satt, wenn sie vorher die Brust bekommt?
(Wobei den Abendbrei isst sie wirklich mit sehr viel Appetit und mir scheint es, als hätte sie danach keinen Hunger mehr).

ich würde eigentlich ungern wieder einen Schritt zurück machen. Es passt für mich eigentlich super gut, wenn ich diese beiden Mahlzeiten mit Brei ersetze, weil ich dann kochen kann (also mittags und abends) Das Füttern kann dann jemand anders übernehmen und ich kann mich um das Essen für die anderen kümmern, wenn ihr versteht, was ich meine.

Ich hab das mit dem Blockstillen heute mal ein bisschen probiert und heute Abend hab ich ein ganz gutes Gefühl. Reicht das, wenn man das mal einen Tag mal zwischendurch macht? Oder muss man das richtig länger machen?

Abstillen möchte ich noch nicht. Aber es gibt ja auch Mamas, die z.B. nur noch abends und nachts stillen und trotzdem nicht zu wenig oder zu viel Milch haben. Das müsste doch hinzukriegen sein, dass ich jetzt 2 Mahlzeiten ersetze (mit ab und zu mal Ausnahmen), oder?

Danke und viele Grüße

Leesti
Serafin
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Serafin »

Warum ist es ein Fortschritt, wenn ein Kind mittags oder abends nicht stillt? Es reicht bei einem Säugling, und das ist dein Baby noch, wenn es den Mehrbedarf über Essen deckt. Brust durch Brei ersetzen ist eine Methode, die auf rasches Abstillen unter einem Jahr abziehlt.
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ShinyCheetah
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von ShinyCheetah »

Ich stimme Serafin da zu. Empfehlung der WHO ist ja Beikost neben Stillen nach Bedarf. Das hieß für mich Stillen und Essen gedanklich zu trennen. F hatte aber auch nie so feste Stillzeiten wie dein Baby, ich habe ihn einfach gestillt wenn er Bedarf angemeldet hat und das war jeden Tag anders. Ich verstehe aber total gut, dass es sich gut für dich anfühlt, nicht mehr so gebunden zu sein durchs Stillen. Das ging mir nämlich ganz genauso! Als F mit Beikost gestartet hat, habe ich wieder in einem Orchester gestartet und konnte einmal die Woche für 3 - 4h zur Probe gehen, ohne mir Gedanken zu machen, ob er vielleicht Hunger kriegt (er hat sonst mehr so alle 1,5h gestillt, ca. ;)). Mein Mann konnte ihm nach Bedarf einfach so viel Brei geben, wie F wollte. Was ich aber damit sagen will: Du musst keine "Mahlzeiten ersetzen", um selbst durch die Beikosteinführung mehr Freiheit zu bekommen! Die Freiheit kommt einfach dadurch, dass dann wenn du Zeit hast, dein Baby nach Bedarf Stillen und Essen kann und dann, wenn du eben keine Zeit hast (weil du z. B. kochst) das Baby eben nur nach Bedarf Essen kann. Fertig.

Auf der anderen Seite hast du an sich Recht. So lange eure Stilleinheiten/24h nicht unter einen kritischen Grenzwert fallen und du auf künstliche Sauger verzichtest, ist Abstillen nicht direkt in Sicht. Für dein Milchstauproblem könnte eine entspanntere Beikosteinführung - d. h., mehrfach am Tag unterschiedliches Essen anbieten und am besten davor stillen - eine sehr unkomplizierte Lösung darstellen.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
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ShinyCheetah
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von ShinyCheetah »

Das ist aber nur meine Vermutung, keine Empfehlung, die wird dir sicher Nane aussprechen, wenn es auch aus fachlicher Sicht Sinn macht :)
mit Sohn F (Ende September 18)
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Leesti
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Re: Zu viel Milch bei Beikosteinführung

Beitrag von Leesti »

Oh danke!

Du bist jetzt die dritte, die hier schreibt, ich solle vor dem Brei stillen. Ich habe wie gesagt gedacht, danach ist es besser.

Vielleicht muss ich mich da noch mal mehr belesen.
Schaue mal ein bisschen mehr durch das Forum.

Danke und viele Grüße
Leesti
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