Bis man von 5 auf einem anständigen Wert ist, dauert es Monate... Hier ist der Zielwert 50, mein Mini hat aber ein Restless legs-Syndrom, was durch den Eisenmangel natürlich noch zusätzlich befeuert wird.
Hinsichtlich Essen ist bei uns die Sachlage natürlich deutlich anders, aber aus der langen Zeit mit einem Kind mit einer massiven Fütterstörung kann ich Folgendes empfehlen:
1) 5 feste Mahlzeiten, immer zur gleichen Zeit, max 15-20 Minuten verschieben. Dazwischen nur Wasser trinken lassen, sonst hat sie keine Chance Hunger zu spüren. Das ist nicht böse gemeint im Sinne von Hungern lassen, aber wenn wir den ganzen Tag vor uns hin futtern, haben wir auch keinen echten Hunger. Ich habe ein Kind ohne Hungergefühl, aber selbst er hat darüber ein Gefühl gelernt, dass er tatsächlich hin und wieder mit Hunger bezeichnet (der Kerl ist 6, wir üben seit er 18 Monate alt ist
2) keine Ablenkung bei den Mahlzeiten, aber Essen mit allen Sinnen zulassen. Dabei geht es nicht darum, dass Essen geworfen werden darf. Aber zermatscht mit den Händen, usw. Das klassische Spielen mit dem Essen eben. Immer einen Nachtisch anbieten, den nie von der Mahlzeit selbst abhängig machen, aber immer erst nach Ablauf der Zeit (siehe nächster Punkt) anbieten. In Eurem Fall zB die geliebte Milch.
3) eine Zeitspanne am Tisch definieren, die sie sitzen bleiben muss. Das geht in dem Alter am Besten mit einer Sanduhr (es gibt da große unkaputtbare). Am Anfang reichen 5 Minuten. Dabei solltest Du natürlich auch essen.
4) Familienmahzeiten so oft es geht: Essen ist bei sehenden Kindern eine Nachahmungssache. Mit einem gemeinsamen Ritual starten (ein netter Spruch zB, da gibt es auch viele Fingerspiele zu "viele kleine Fische schwimmen jetzt zu Tische...", dann Sanduhr umdrehen (oder umgekehrt), Mahlzeit zusammen, Abschluss wieder mit einem Ritual, auch da gibt es viele Sprüche im WWW "piep piep piep wir ham uns alle lieb, der Bauch ist voll, der Tag/Nachmittag wird toll). Dazu die Silben klatschen. Das hat meiner schon mit 18 Monaten wirklich geliebt und da konnte er noch gar nicht essen, also rein physiologisch nicht.
5) Essen in Schüsseln auf den Tisch stellen (oder auf Tellern), jeder darf sich selbst nehmen und aussuchen. Manchmal hilft es auch, lustige Figuren zu legen oder mit kleinen AUsstecherchen aus Gurkenscheiben Sternchen zu machen, usw. Das kann sie auch schon selbst am Tisch machen. Es gibt spezielle kleine Obst- und Gemüseausstecher mit Plastikgriffen oben drauf, die man auch kleinen Kindern bedenkenlos in die Hand geben kann.
6) Das Essen nicht kommentieren, egal wie schwer es fällt. Es darf kein Thema sein, ob sie was isst und wenn ja wie viel. Kein Lob für viel Essen oder Ärger für wenig Essen. Nehmen wie es kommt, auch wenn Du viel wegschmeissen musst.
7) Ruhe bewahren. Dein Kind verhungert nicht in 2 Wochen, zumal sie ja Milch trinkt.
Wenn Du das Gefühl hast, sie hat nach 2 Wochen immer noch keinen Hunger zu den Mahlzeiten, obwohl es nichts dazwischen gibt, schreibe ein Nahrungsprotokoll und gehe damit zur Kinderärztin. Bei einem Kind ohne Hungergefühl muss man immer die infantile Anorexie im Hinterkopf haben. Diese Kinder verhungern tatsächlich am gedeckten Tisch...
Starke Nerven!!!