Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Malena
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Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Malena »

Hallo!
Leider wird es bei uns mit dem Essen einfach nicht!
Zunächst das Gute ist, dass wir uns zumindest um sein Gewicht und seine körperliche Verfassung keine Sorgen machen müssen. Er hat Energie ohne Ende, war noch nie krank und hat immer stetig zugenommen.
Inzwischen ernährt er sich praktisch ausschließlich von Premilch und etwas trockenen Nudeln. (Bis 14 Monate gestillt, aber Flasche fand er eigentlich viel besser 😭)

Er ist SO verdammt wählerisch! An Brot nagen und Nudeln mag er gerne - aber ist auch nur hauchdünn Butter drauf, schmeckt er das sofort und prustet alles wieder raus.
Bei den Nudeln genauso mit Beilage..

Er ist generell offen alles zu probieren und will auch Unbedingt probieren, wenn ich was esse. Aber er prustet alles als erste Reaktion direkt wieder raus, schüttelt den Kopf und guckt angewidert.. dann biete ich es ihm kurze Zeit später nochmal an: wenn er es nicht ganz schrecklich fand, nimmt er es nochmal und prustet es wieder raus.
(Und geht dann schnell weg, damit ich ihm nicht nochmal was hinhalte 🙄)
Selbst beim Schokokeks, Banane, Wurst und sowas, was ja angeblich alle Kinder lieben.

Kartoffelpuffer, Schupfnudeln und Pflaumenmus gingen phasenweise. Oliven fand er schon sehr früh toll.
aber seine Portionen sind wirklich winzig.
Er isst auch genauso wie er schon immer Milch trank:
Super schnell und effizient. 3 Nudeln auf einmal in den Mund, kauen, schlucken und wieder Mund ganz voll laden und dann ist er nach 3 Minuten auch fertig.
Mit Löffel und Gabel essen zu können, war ihm schon sehr früh wichtig. Richtig ehrgeizig hat er das geübt, aber ums Essen ging’s ihm dabei nie.

Wir haben ihn nie gezwungen zu Essen und ich finds so schade, dass er einfach keine Freude daran findet.
Wenn wir einen Apfel am Baum pflücken, dann nagt er sehr gerne dran rum (so von der Menge wie 2 Bissen eines Erwachsenen vielleicht). Zuhause einfach einen Apfel in die Hand - gar kein Interesse.
So ist es auch beim Brötchen, welches er sich immer in der Bäckerei abholt. Er freut sich riesig drüber und nagt dann auch. Aber dass man davon satt werden könnte, ist ihm scheinbar einfach nicht bewusst?!

Für ihn zu kochen oder backen ist äußerst frustrierend.
Habt ihr Anregungen und Tipps?
Konsequent die Milch zu streichen haben wir noch nicht gemacht (bzw hatte er sich dann sehr schnell einfach alles nachts zurückgeholt).
Ich hoffe ja immernoch, dass es bald einfach mal Klick macht.
Aber jetzt ist er ja schon 16 Monate und gefühlt alle Kinder um ihn herum machen nichts lieber als den ganzen Tag zu essen 🥺
pqr
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von pqr »

Das ist schon recht ausgeprägtes Picky eating.
Könnte er Unverträglichkeiten haben und Dinge deshalb intuitiv meiden?
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
Malena
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Malena »

pqr hat geschrieben: 03.12.2020, 21:21 Das ist schon recht ausgeprägtes Picky eating.
Könnte er Unverträglichkeiten haben und Dinge deshalb intuitiv meiden?
Das ist ein interessanter Einwurf! Daran hatte ich auch schon Gedacht - mein Freund hielt das für Quatsch, dass er schon verstehen kann, dass das Essen mit seinen Bauchschmerzen zusammenhängt.
Er kämpft nämlich tatsächlich sehr viel mit seiner Verdauung. Besonders in der Nacht weint, jammert, wälzt und pupst er alle paar Stunden.
Da er dann aber meistens weder Milch noch kuscheln mag, aber sich sichtlich SO unwohl fühlt, denke ich, dass ihn seine Verdauung quält (weil er dann auch oft pupst bevor er weiterschläft)

Wie könnte man denn dem Verdacht konkreter nachgehen?
Linda81
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Linda81 »

Die Frage kann ich nicht beantworten, aber ich lese bei insta kidseatincolor und finde da einige hilfreiche Sachen bei, ein sehr entspannter Zugang. Blog gibt’s auch dazu, vielleicht schaust Du da mal rein?
Linda mit Sohnio (10/2014), dem Freudenstrahl (01/18) und der Überraschung (01/21)
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ShinyCheetah
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von ShinyCheetah »

Wie viel Pre-Milch trinkt er denn so in 24h? Ich bin ja auch immer für entspannten Zugang zur Beikost, finde aber die Vorstellung unglücklich, ein fast 1,5-jähriges Kind hauptsächlich von Pre zu ernähren. Es klingt in deinem Post so, als sei das die Hauptnahrungsquelle.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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Tefira
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Tefira »

Ich habe leider keinen wirklich hilfreichen Tipp, mag dir aber einen Drücker da lassen. Dein Kind ist nicht das einzige, das nicht gerne isst, auch wenn es manchmal so scheint. Unser wählerisches Kleinkind ist inzwischen Schulkind und immer noch extrem wählerisch, was ich nervlich mal besser, mal schlechter aushalte. Zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann ich nichts sagen. Unsere Kinderärztin hält das für unwahrscheinlich, weil unsere Tochter aus jeder Kategorie von Lebensmitteln zumindest irgendetwas isst (in spezifischen Zuebreitungsformen) und mit der Verdauung eigentlich keine Probleme hat. Das klingt bei euch schon anders, allerdings ist dein Kind ja auch noch recht jung. Und für mich liest es sich recht ermutigend, dass er zumindest gerne Neues probiert. Vielleicht wird das bei euch noch! (Womit ich umgekehrt auch nicht sagen möchte, dass das alles völlig unbedenklich ist - dafür kenne ich mich fachlich zu wenig aus.)
Ich möchte nur den Punkt der Frustration beim Kochen aufgreifen und dich ermutigen zu schauen, dass das nicht zu viel Gewicht bekommt. Vielleicht kannst du versuchen, da nicht zu viel Aufwand zu betreiben? Also nicht bis wenig oder zumindest wenig aufwendig extra für ihn zu kochen? Ich habe, weil das Beikost-Baby nur Brot essen wollte, Stunden um Stunden mit dem Ausprobieren verschiedener Rezepte verbracht, um Gemüse und Fleisch in Brot-ähnliche Form zu bringen (wurde quasi alles abgelehnt), und merke, dass mir der angestaute Frust heute noch nachhängt und unsere Essens-Beziehung belastet.
* 2014 *2016 *2021
Alpaka
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Alpaka »

Ich hab keinen Tipp zum Essverhalten an sich , aber vielleicht eine Idee zum Essen ; habt ihr schon Mal spezielle Nudelsorten probiert? Zb gibt es ja Erbsen Nudeln , Kichererbsen Nudeln , Linsen Nudeln , Spinat... Keine Ahnung was noch . Das ist zumindest auch kein großer mehr Aufwand zum ausprobieren... Sollte das funktionieren könnte man über selbst gemachte Nudeln mit verschiedenen Inhalten nachdenken. Ist dann aber aufwändig... Vielleicht auch über ganz verschiedene Brotsorten ran tasten ?
:D Januar 2020
Apis
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Apis »

Wir haben eine sehr wählerische 5 jährige. Im Gegensatz zu der Schwester hat sie von Anfang an weniger probiert und viel weniger für gut befunden. Bis heute isst sie kaum vom Familienessen mit, sondern nur Komponenten (Nudeln, Reis oder KArtoffeln) davon gekocht zzgl. Rohkost und Ei oder Käse/Joghurt oder Wurst/Fleisch.
Diesen Sommer wurde Zöliakie bei ihr diagnostiziert. Seither glutenfreie Ernährung. Ihre Beschwerden sind deutlich besser oder ganz weg, aber wirklich viel mehr probieren mag sie auch nicht. Es ist wohl schon zu festgefahren bei uns.

Unverträglichkeiten können einem den Spaß am Essen sehr vermiesen. Ich würde da genauer hinschauen. Blähungen können auf vieles hindeuten. Auch auf Zöliakie. Um in diese Richtung zu schauen, muss Blut abgenommen werden. Aber das macht nur Sinn wenn zuvor ausreichende Mengen Gluten im Körper gelandet sind.
Aber es gibt ja unzählig weitere Unverträglichkeiten. Vielleicht macht der Gang zum Kindergastroenterologen Sinn um in diese Richtung abzuklären?
Liebe Grüße von Apis
mit großem Bruder (+* 8/09), kleiner Schwester (*9/11) und kleinster Schwester (*9/15)
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Polarfuchs »

Hier wurde bis sie 16 Monate alt war auch fast ausschließlich gestillt und es gingen nur Mini Mengen ins Kind. Wie viel Pre trinkt er am Tag und in der Nacht?
Bei uns hat die Kita stark geholfen, da gibts eben 7h keine Milch. Da isst sie auch wirklich gut und viel - aber trotzdem picky, manches (wie Kartoffelbrei) wird einfach nicht angerührt.
Wenn du denkst er könnte irgendwas nicht vertragen würde ich das abklären lassen. Und sonst je nach Premenge vielleicht doch mal schauen, ob sich da was reduzieren lässt.
Der babyhase stillt nachts mindestens 3 mal (einschlafen, 23uhr, 4uhr) und manchmal noch vor dem aufstehen.
Da hat sie morgens auch einfach keinen Hunger...
Polarfuchs
mit Babyhase 06/19 und Minimo 11/21 und dem Sternchen 05/2018 im Herzen 🌟
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Re: Mein wählerisches Kleinkind (16 Monate)

Beitrag von Malena »

Vielen Dank für die Antworten!

Wir kommen so auf etwa 800ml Premilch in 24 Stunden.
Ja, ich find das auch nicht schön, dass ein 16 Monate altes Kleinkind noch Milch als Hauptnahrungsmittel hat, aber wir haben unser bestes gegeben ihm die Beikost so schmackhaft wie möglich zu machen und bei anderen Kindern hätte das bestimmt genau so toll gefruchtet.
noch blöder würde ich es finden, wenn er zu großen Druck Essen zu müssen verspüren würde und sich daraus eine Essstörung entwickelt. Meine Mutter selbst, sowie meine Geschwister und ich haben (laut meiner Mutter) als Kleinkind auch äußert wählerisch gegessen und lange noch Milch gewollt.
Wenn wir ihm stundenlang die Milch verweigern und er ganz offensichtlich großen Hunger hat, isst er auch nicht mehr, sondern heult und flippt wegen jeder Kleinigkeit aus.
Konsequent über Tage haben wir das aber noch nie gemacht. Will ihn ja nicht „hungern“ lassen.

Auf die Idee mit den Nudeln Sorten sind wir auch schon gekommen. Nudeln mit 25% Gemüseanteil funktionieren auch ganz gut :-)

Es gab jetzt ein paar einzelne Tage, an denen er plötzlich für seine Verhältnisse bei einer Mahlzeit richtig zugeschlagen hat. Und genau dann war die Nacht eine Katastrophe: alle 30-60min rumwälzen und weinen
Der Zusammenhang mit den Verdauungsproblemen scheint mir nun immer offensichtlicher und ich werde damit mal den Kinderarzt kontaktieren.
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