Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

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IdieNubren
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von IdieNubren »

Carraluma hat geschrieben: 04.07.2018, 00:08 Ich habe die Stillgeschichte teilweise nur überflogen, aber da es einfach eine Stillgeschichte von einer Mutter ist, ist sie eben so, wie diese Mutter es erzählen will. (Wenn die Zeitschrift aber sehr viele solcher Geschichten druckt und kaum positive, fände ich das fragwürdig. )

Und in Teilen finde ich den Hebammenkommentar auch schön, aufgrund der tröstenden Stimmung. Dass es viele Dinge gibt, mit denen man Liebe vermittelt...
Aber den Satz "Glücklicherweise gibt es sehr gute Muttermilchersatzprodukte, die ein Baby mit dem versorgen, was es zum guten Gedeihen braucht." hätten sie mMn einfach raus lassen sollen, weil das einer Werbung entspricht.
Und den Satz" Was es nicht braucht, ist eine Mutter mit einem permanent schlechten Gewissen. " finde ich abgedroschen und macht Mütter nieder, die trotz Problemen weitermachen.
Ich war jetzt echt verwirrt weil ich mich an beide Sätze nicht erinnern konnte. Tatsächlich seh ich den Kommentar der Hebamme nur im Lesemodus. Interessant ...
Ich finde den Artikel nicht schlimm und auch den Kommentar nicht grottig (ich mag Ihren Blog außerdem sehr). Klar 100%-pro-Stillen müsste der Kommentar der Hebamme anders ausfallen und genau das „manchmal klappt’s halt nicht *schulterzuck*“ stört mich im reallife auch oft aber man kann ja schlecht sagen „Ja hättest du aber mal...“
Idie mit (06/16), (04/18) und (09/20)
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Herbstmami
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Herbstmami »

Ah, der Kommentar wird bei mir gar nicht angezeigt. Muss ich gleich mal schauen, ob ich den so finde.
J. mit Himbeerprinzessin M. (04/07) und Herbstprinz F. (09/11) und kleinem Herbstkönigskind M. (09/18)
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soda
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von soda »

"Meinem Sohn ging es nun gut. Obwohl er nicht gestillt wurde. Weil er nicht gestillt wurde."

"Ja, Stillen kann schön sein. Aber manchmal klappt es einfach nicht und niemand weiß, warum."

"Ja, es war schön. Und das blieb es für einen Monat, bis die Hebamme bei unserem nächsten Treffen feststellte, dass mein Sohn 50 Gramm abgenommen hatte. Das war ein schrecklicher Moment. Was war passiert?"

Diese drei Auszüge machen den Artikel für mich jedenfalls zu einer Vollkatastrophe.

Scheinbar hatte dieses Stillpaar ein Gedeihproblem. Wird dazu vielleicht irgendwo was näheres gesagt?
Welche Unterstützung hatte diese Frau? Einen Abpumptest? Warum weiß "niemand", wo die Stillprobleme liegen? Hier z. B. werden täglich Stillprobleme erforscht und gelöst. Das kann ja wohl keine unmögliche Aufgabe für eine Hebamme sein, sich den Ursachen zu widmen oder die Frau zu beraten, wohin sie sich auch noch wenden könnte!

"Ja, es war schön. Und das blieb es für einen Monat, bis die Hebamme bei unserem nächsten Treffen feststellte, dass mein Sohn 50 Gramm abgenommen hatte. Das war ein schrecklicher Moment. Was war passiert?"
Es war schön. Und dann das! Ich würde mal sagen, dass entweder die Betreuung einfach unzureichend war, wenn die Mutter gern weiter gestillt hätte.
Oder die Mutter hat (was mir individuell völlig egal ist) den "Grund" fürs Abstillen gefunden. Braucht sich nicht mehr innerlich und äußerlich rechtfertigen:
"Meinem Sohn ging es nun gut. Obwohl er nicht gestillt wurde. Weil er nicht gestillt wurde."

Ich finde den Artikel unmöglich. Ich bin fast versucht, unehrlich zu sagen.
mit T (2013) und T (2017)
Lösche Benutzer 7681

Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Mir tut die Mutter sehr leid.

Eine von vielen, die falsch beraten würden, der nichts vom clustern erzählt wurde, die keine Hilfe angeboten bekommen hat.

Jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, als das ganze zum Selbstschutz für ihre Psyche irgendwie zu rechtfertigen und Frieden damit zu machen.
Kann ich verstehen.
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Glöckchen
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Glöckchen »

Genau soda, da bin ich ganz bei dir. Es wird alles so dargestellt, als wären das alles unlösbare und unerklärliche Probleme, hat die Mutter halt davon, wenn sie stillen möchte.

Dass es als Geschichte verfasst ist, macht das ganze doppelt unglücklich, denn man kann die Mutter nun nicht als die dumme darstellen, die sich nicht gut informiert hat und Blödsinn erzählen lassen.
Und ja, leid tut sie mir auch ein wenig. Das hätte so nicht gedruckt werden dürfen, weil es sie auch ziemlich vorführt.

Ich überlege gerade, ob ich ins nächste Magazin bewusst rein gucke oder nicht, aber ich fürchte, meine Neugier wird stärker sein :oops:
Hat zwei Töchterlein von 09/14 und 03/17 und einen Schützling von 08/18
Lösche Benutzer 24700

Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Lösche Benutzer 24700 »

Auf der Internetseite sind die übrigen Artikel auch Verfügbar.

Ich finde es jetzt nicht ganz so schlecht. Es ist schon erkennbar, dass es ein Erfahrungsbericht ist. Mir ist auch klar, dass es hier schlicht an Erfahrung und Begleitung gefehlt hat. Auch meine Hebamme hat mir nach drei Wochen Clustern vorsichtig gesagt, wenn ich nicht mehr kann ist das vollkommen ok. Das es viele Wege gibt....
Ein Hinweis, wo man entsprechende Hilfe bekommt, wäre natürlich schon nett gewesen
Serafin
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Serafin »

Vielleicht wäre es einfach sinnvoller, mal einen positiven Erfolgsbericht zu schreiben. Wo eben eine Frau mit den gleichen Problemen erst von der Hebamme richtig beraten wird mit guter Akuthilfe (clustern ist normal etc), dann weiter zu einer Stillberaterin geschickt wird und eben zum Schluss erfolgreich voll Stillt. Oder mit BES teilstillt.
Solche Berichte gibt es nie. Die würden nämlich ebenso einen Erfahrungsbericht beinhalten, richtige Lösungsstrategien aufzeigen und eben nicht belehrend oder abwatschend sein für die Frauen, weil ja der erhobene Zeigefinger fehlt.

Und daneben noch ne Seite mit Fakten zum stillen.
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Nusserl
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Nusserl »

Mich erinnert der Bericht einfach an die Geschichten der Nachbarinnen. Die konnten auch alle nur kurz stillen, wegen "zu wenig Milch".
Wenn man nachfragt, dann war es einerseits sauschlechte Beratung und andererseits ein willkommener Grund zum Abstillen.
Doof finde ich, dass sie diese Grundgefühl, dass Stillen mühsam ist und sich der Aufwand eh nicht lohnt, an die Töchter weiter vererbt wird.
Das habe ich gemerkt an den vielen Fragen, die die älteren Nachbarskindern hatten, wenn ich die Kleine gestillt habe.

Letztens habe sie zu 3 auf der Terrasse der direkten Nachbarn gesessen und übers Stillen geredet (alle Kinder im Schulalter). Einfach abgelästert, wie mühsam das ist, und das ihre Kinder trotz Flasche gesund sind. Und vor lauter geleerten Prosecco Flaschen haben sie anscheinend vergessen, wie gut man so was abends hört und dann über die Langzeitstillmütter abgelästert. bis einer eingefallen ist, dass ich ja auch so lange gestillt habe und womöglich die Terassentür offen habe. :roll:
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von pqr »

Und wenn ihr mal an Rossmann schreibt?
Vielleicht eben mit der Anftrage, auch einen solch positiven Bericht mal reinzunehmen?
Viele Grüße
pqr

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Herbstmami
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Re: Grotten schlechter Artikel übers Stillen bzw. Abstillen im Babywelt Magazin

Beitrag von Herbstmami »

Nusserl hat geschrieben: 05.07.2018, 09:17 Mich erinnert der Bericht einfach an die Geschichten der Nachbarinnen. Die konnten auch alle nur kurz stillen, wegen "zu wenig Milch".
Wenn man nachfragt, dann war es einerseits sauschlechte Beratung und andererseits ein willkommener Grund zum Abstillen.
Doof finde ich, dass sie diese Grundgefühl, dass Stillen mühsam ist und sich der Aufwand eh nicht lohnt, an die Töchter weiter vererbt wird.
Das habe ich gemerkt an den vielen Fragen, die die älteren Nachbarskindern hatten, wenn ich die Kleine gestillt habe.

Letztens habe sie zu 3 auf der Terrasse der direkten Nachbarn gesessen und übers Stillen geredet (alle Kinder im Schulalter). Einfach abgelästert, wie mühsam das ist, und das ihre Kinder trotz Flasche gesund sind. Und vor lauter geleerten Prosecco Flaschen haben sie anscheinend vergessen, wie gut man so was abends hört und dann über die Langzeitstillmütter abgelästert. bis einer eingefallen ist, dass ich ja auch so lange gestillt habe und womöglich die Terassentür offen habe. :roll:
Ich kenne das auch so. Nur dass in der Familie meines Mannes da ganz ungeniert drüber gesprochen und gelästert wird, während ich am Tisch sitze.
Auch hier wurde bei keinem lange gestillt und bei allen lag es an „zu wenig Milch“.
Und obwohl sie so über das Stillen denken und auch vor mir so reden, käme ich nie auf die Idee den Zeigefinger zu heben und ihnen zu unterstellen, etwas falsch gemacht zu haben oderes nicht genug gewollt zu haben.
Ich weiß nicht, ob es so war, wie viel sie wirklich versucht haben oder wie schwer/leicht/gewollt/ungewollt es für sie wirklich war.
Ich sage dann schon, dass es für uns so gepasst hat und als mir eine Cousine erzählt hat, dass sie keine Milch mehr hat, habe ich auch Möglichkeiten genannt, wo sie sich hinwenden kann. Aber hätte ich beim ersten Kind im selben Krankenhaus entbunden wie beim zweiten (und die Kinder aus der Verwandtschaft meines Mannes sind alle da geboren) und hätte ich nicht so eine tolle Hebamme gehabt, weiß ich nicht, ob ich lange gestillt hätte.
J. mit Himbeerprinzessin M. (04/07) und Herbstprinz F. (09/11) und kleinem Herbstkönigskind M. (09/18)
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