Hallo Wonni,
erstmal finde ich toll dass du deine beiden so lange stillst!
Ich habe meine Zwillinge ca. um den zweiten Geburtstag rum nachts abgestillt, ein Paar Monate davor das Einschlafstillen abgeschafft. Ich schreibe also einfach meine Erfahrungen auf. Es wird etwas länger, ich kriege es irgendwie nicht hin mich kurz zu fassen [emoji4].
Gefühlstechnisch ging es mir ähnlich, lange Zeit die Gedanken und auch eigentlich den Wunsch zum Abstillen gehabt jedoch mich davor gefürchtet und vor mich hin geschoben.
Wonni35 hat geschrieben:... Da sie jedoch abends oft schnell wieder wach werden und zudem in der zweiten Nachthälfte unruhig schlafen, an der Brust bleiben wollen, habe ich immer häufiger Gedanken an das Abstillen.
So war es hier auch. Abends konnte ich im Prinzip nicht wirklich was ohne Unterbrechung machen, alle halbe (eher Regelfall) bis eine Stunde (eher Ausnahme) meldete sich eine von beiden, die zweite kam dann dazu, also lag ich dann da auf dem Rücken und suchte die Gelegenheit um sie wieder abzudocken ohne dass sie wach wurden. Ließen sie sich vom Papa tragen (wenn ich z. B. Duschen war) wurden die beim Ablegen wach so dass ich trotztem ran musste, teilweise länger, also war das für mich nicht wirklich eine Entlastung. Ich war zum Schluss so genervt, mein Mann spürte das durch die Wände, meinte er.
So wirklich richtig fand ich das auch nicht, die beiden brauchten das und in mir staute sich der Ärger [emoji53].
Also bin ich dann doch aktiv geworden. Erstmal zum Mittagschlaf abgestillt mit dem Gedanken, wenn sie dann nicht schlafen schlafen sie spätestens im KiWa wenn wir den großen Bruder aus der KiTa abholen. Und auch wird keiner sonst Nachtschlafeinbußen erleiden.
An sich kam es doch spontan zustande, den Tag selbst habe ich nicht geplant, nur mal gefragt ob wir einfach nur kuscheln wollen, sie haben zugestimmt, eine hat sich eingekuschelt und ist gleich eingeschlafen (damit habe ich echt nicht gerechnet), die andere wollte dann einen Rückzieher machen und es gab Protest, sie schlief dann natürlich nicht. Nach einer halben Stunde wurde die schlafende Tochter wieder wach und somit war es mit dem Mittagschlaf.
Am nächsten Tag haben sie sich abgewechselt mit dem Protest, ich finde das interessant, es ist bis jetzt teilweise so, wenn eine ausflippt (Trotzphase), ist andere oft sehr kooperativ und ruhig. Nach drei Tagen, meine ich, hat keine mehr geweint. Ich habe mir das echt viel schlimmer vorgestellt. Sie sind dann bei mir in den Armen eingeschlafen, mittlerweile liegen sie auch so neben mir.
Nach ein Paar Wochen habe ich dann auch abends das Einschlafstillen abgeschafft. Das ging ganz gut.
Später das Abstillen nachts war wieder eine größere Umstellung, es ist mal besser mal schlechter ausgefallen, hauptsächlich war das nur eins der Mädchen, das auch generell vorher schon schlechter schlief. Aber auch hier lief es besser als gedacht. Mein Mann und mein Sohn konnten im Familienbett weiter schlafen, mein Großer hat kaum was mitbekommen.
[quote="Wonni35]...
Wenn ich es aktiv angehen soll oder will,weiß ich gar nicht wie,da ich sie nicht schreien lassen will. Bücher und Berichte habe ich mehrfach gelesen,aber nichts gefunden was ICH durchhalten kann.[/quote]
Ob das ganz ohne Weinen geht, das bezweifele ich ehrlich gesagt. Aber sie werden ja begleitet und sind nicht allein. Meine ließen sich nicht trösten, wollten nicht angefasst nicht getragen werden, das machte alles nur noch schlimmer. Also war ich dann einfach da für sie bis sie sich einkuscheln wollten.
Ich wollte auch nicht dass der Papa übernimmt (es sei denn sie hätten den Wunsch selbst geäußert), das war meine Entscheidung und ich fand das wichtig sie selbst zu begleiten.
Bei meinem Sohn war die Reaktion damals anders, er hat zwar auch geweint, ließ sich tragen bzw. lag auf meinem Bauch.
Hier haben alle Kinder danach besser geschlafen. Die Abende wurden entspannter, nicht mehr so zerplückt (abgesehen von den Tagen an denen sie krank waren), mein Mann und ich konnten wieder zusammen mal einen Film gucken. Auch abends Wegsein (selten zwar und wenn dann eher sowas wie Elternabend in der KiTa) wurde einfacher. Sie schlafen auch bei meinem Mann ein und wachen danach nicht ständig auf.
Essen habe ich in dem Alter nicht angeboten nachts, das wurde auch nicht eingefordert, sonst hätte ich Kuhmilch aus dem Becher gegeben. Wasser steht immer bereit, meistens schlafen sie und es wird nur abends vor dem Einschlafen verlangt.
Ich habe kein einziges Mal das bereut oder mich schlecht gefühlt deshalb. Wenn sie nachts einkuscheln, mag ich das und das stört mich überhaupt nicht, anders als das häufige Stillen oder Dauernuckeln in den frühen Morgebstunden früher, als ich dachte, nicht schon wieder... Ich hätte mir schon gewünscht, meine Kinder würden sich nachts von alleine abstillen, mein Leidensdruck war aber größer so dass ich nicht wirklich darauf warten konnte.
Wie es bei euch sein wird kann niemand sagen. Es muss auch deine Entscheidung sein nicht die des Mannes, der Oma oder anderen.
Ich wünsche euch alles Liebe!