Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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tabbsy83
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tabbsy83 »

Ich bin schon gespannt wie sich unsere Jungs unterhalten werden. Deutsch Familiensprache, dänisch Umgebungssprache. Bisher trennt er die Sprachen übrigens erstaunlich gut. Zuhause fast nur deutsch und im Kindergarten immer besser (jetzt schon ganze Sätze) dänisch. Das ist wirklich schön mitzuerleben! :)

Viele Grüße von mir mit meinen Jungs 09/2013 und 05/2016
Viele Grüße

von mir :-) und meinem Sohnemann (geb. 09/2013)
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

kinder untereinander sprechen deutsch. nicht ueberraschend, spricht der kleine doch kein italienisch, bzw nur wenig und nur mit dem vater.

@nido: meine soehne benutzen grad viel "karacho" - mein mann ist jedes mal geschockt (spricht sehr gut spanisch). wie klingt das in deinen ohren? war das bei euch schon mal thema?
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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Meine Kinder sprechen untereinander Hochdeutsch. Manchmal verfallen sie ins Schwitzerdütsch (Umgebungsprache)
Die Grosse hat zuerst die Umgebungssprache gesprochen, erst dann Hochdeutsch. Die mittlere hat zuerst Hochdeutsch gesprochen, da sie nie in der Krippe war. Aber von Anfang an einige Wörter Italienisch.
Die Kleine ist noch langsamer als ihre Schwestern und spricht erst etwa 20 Wörter. Alle Deutsch. Aber sie versteht alles auf Italienisch. Ich vermute sie spricht auf normalen Niveau bis sie mit 4 in den Kindergarten (verpflichtend) kommt. Und braucht dann Logopädie wie die beiden Schwestern.

Das kommt aber nicht von der Mehrsprachigkeit, sondern ist familiäre Häufung. Meine Brüder und ich waren auch langsam und hatte Logo. Unsere ältere Schwester teilt nur 50% der Gene, und hatte das nicht (genau wie ihre Kinder).


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Joanna79
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Joanna79 »

nido56 hat geschrieben:Ich bin mir aber sicher, dass ich auf Spanisch zwar absolut fliessend spreche, aber einfach nicht dieselbe Intuition und das Sprachgefuehl habe, was ich auf Deutsch habe. Ausserdem ist mir wichtig, dass sich der Pirat wenigstens rudimentaer mit seinen Grosseltern verstaendigen kann. Und ich freue mich, Lieder, Spiele und Lieblingsbuecher weitergeben zu koennen, die ich aus meiner Kindheit kenne. Ich habe einfach das Gefuehl, dass in der Sprache auch ein ganzes Stueck meiner Persoenlichkeit steckt, und dass ich nicht richtig "komplett" waere, wenn ich mit ihm Spanisch sprechen würde.
Hier will ich mal ganz fett unterschreiben, so geht es mir auch. Ein bisschen anstrengender fände ich es schon, aber ich könnte problemlos nur Dänisch mit der Kleinen sprechen. Wenn ich nicht aufpasse, antworte ich ihr in der Sprache, in der sie mich gefragt hat ...
Das mit der Authentizität ist ohnehin eines der Dinge, die mich am Expat-Dasein manchmal nerven: dass man halt nicht so ganz "man selbst" ist bzw. viele Facetten der Persönlichkeit beim Sprachwechsel irgendwie verloren gehen, geht das Euch anderen Expats auch so?

Das gilt übrigens auch für die Kommunikation mit meinem Mann, die ersten Jahre unserer Beziehung haben wir Deutsch miteinander gesprochen; irgendwie vermisse ich das... (oder diese Zeit...[emoji6])
Ich spreche mit ihm 90% Dänisch und mit der Kleinen 90% Deutsch und springe dadurch ständig hin und her. Mir macht das nix aus. Ihn nervt es gewaltig und wir kriegen uns regelmäßig in die Wolle deswegen. [emoji20]
Er findet mich da fanatisch und zu sehr daran orientiert, was ich "irgendwo im Internet" gelesen habe. [emoji35] Er hat sich mit dem Thema kaum auseinandergesetzt und googelt dann mal kurz "Zweisprachigkeit schädlich" und liest irgendeine dubiose Quelle... *seufz*
Dabei will er ja durchaus, dass die Kinder deutsch lernen und hier in die deutschen Institutionen gehen usw.
Es nervt ihn nur zuhause. [emoji20]

Er hält mir immer wieder mal Beispiele von anderen Paaren (wir haben da viele in unserem Umfeld) vor "die XY spricht aber nicht so viel xx mit ihren Kindern wie Du"... ja, aber deren Kinder sprechen z.T. die "Zweitsprache" eben nicht so gut wie unsere Maus jetzt schon - also zumindest wie sich das jetzt so abzeichnet [emoji6], sie ist ja erst 3. Aber ich habe das Gefühl, sie spricht beide Sprachen gleich gut. Sie mischt nicht mehr so viel und scheint langsam zu verstehen, dass nicht alle Menschen Deutsch UND Dänisch können (manchmal habe ich fast das Gefühl, es ist ein Nachteil, dass es in unserem Umfeld eben so viele können!).
Sorry für den Roman, da bin ich doch etwas abgeschweift [emoji6]
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das wird, wenn der kleine Bruder zu sprechen beginnt, für welche Sprache sie sich dann entscheidet.


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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

Joanna79 hat geschrieben:Das mit der Authentizität ist ohnehin eines der Dinge, die mich am Expat-Dasein manchmal nerven: dass man halt nicht so ganz "man selbst" ist bzw. viele Facetten der Persönlichkeit beim Sprachwechsel irgendwie verloren gehen, geht das Euch anderen Expats auch so?
ich war sprachgewandt und wirklich lustig, frueher, auf deutsch. hier spreche ich italienisch mit dem gleichen humor wie im deutschen - nur kommt der nicht an. ich werde nicht verstanden oder die witze sind doof. das ist manchmal echt hart. ich freue mich so an meinem grossen, mit dem kann ich das inzwischen naemlich machen :D
Das gilt übrigens auch für die Kommunikation mit meinem Mann, die ersten Jahre unserer Beziehung haben wir Deutsch miteinander gesprochen; irgendwie vermisse ich das... (oder diese Zeit...[emoji6])
gluecklicherweise sprechen mein mann und ich nicht in der muttersprache von einem von uns, sondern in einer dritten sprache. ich koennte mich eh nie auf italienisch streiten. aber ich bin auch seeeehr zu hause im deutschen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Joanna
Was stört denn deinen Mann? Dass du ständig wechselst? Dann bestimmt doch Deutsch zur Familensprache, wenn er das eh so gut spricht. [emoji6]


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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

tania hat geschrieben: ich war sprachgewandt und wirklich lustig, frueher, auf deutsch. hier spreche ich italienisch mit dem gleichen humor wie im deutschen - nur kommt der nicht an. ich werde nicht verstanden oder die witze sind doof. das ist manchmal echt hart. ich freue mich so an meinem grossen, mit dem kann ich das inzwischen naemlich machen :D
Das kenne ich auch. Humor in Fremdsprachen ist super schwierig. Und der deutsche Humor ist schon ziemlich speziell, ziemlich ironisch und oft auf Wortspiele aufgebaut. In anderen Kulturen wird das nicht verstanden. Ich bin wegen Saetzen wie "Ich habe echt ein Talent dafuer, immer das wichtigste zu vergessen" schon sehr bloede angeschaut und gefragt worden, warum ich das fuer ein Talent halte... Die Spanier behaupten ja immer, die Deutschen haetten keinen Humor. Ich behaupte, sie merken es nur nicht, wenn wir witzig sind ;-) Der spanische Humor ist ja teilweise eher so ein bisschen "Torte ins Gesicht".

Mir ging es aber anfangs andersrum genauso. Ich konnte echt nicht verstehen, was die Leute an gewissen Komikern und Fernsehprogrammen lustig fanden. Ich fand das ja sowas von daemlich. Inzwischen lache ich bei so einigem tatsaechlich selbst. Und das liegt, glaube ich, nicht so sehr an der Sprache sondern daran, dass ich die spanische Kultur auch schon teilweise verinnerlicht habe.

Inzwischen habe ich nicht mehr das Gefuehl, nicht ich selber zu sein, wenn ich Spanisch spreche, aber es hat sicher mindestens 10 Jahre gedauert, bis das Gefuehl weg war.

@Joanna: Ich spreche ca. zu 95 % Spanisch mit dem Piratenpapa und 85 % Deutsch mit dem Piraten. Bei uns ist es aber eher andersrum. Dem Piratenpapa ist es sehr, sehr wichtig, dass der Pirat Deutsch lernt, und er ermutigt mich immer, wenn ich frustriert bin, weil das mit der Zweisprachigkeit bei dem Kleine so ueberhaupt nicht funktioniert.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Joanna79 »

Nusserl hat geschrieben:Joanna
Was stört denn deinen Mann? Dass du ständig wechselst? Dann bestimmt doch Deutsch zur Familensprache, wenn er das eh so gut spricht. [emoji6]


Mit drei Mädels 07/08, 11/11 und 04/14
Ja, was stört ihn...? Ich glaube, das Gewechsele überfordert ihn einfach. ;-)
In ruhigen Momenten ist er damit ja auch zufrieden, nur wenn es ihm zu viel wird, dann meckert er. (Es gibt auch Momente, da meckert er, wenn ich mit ihm Deutsch spreche. Dasselbe käme mir umgekehrt nie in den Sinn und ich finde es ehrlich gesagt, unmöglich. Sage ich ihm auch. Und ignoriere seine "Bitte" auch meistens aus reinem Trotz... (wenn er mich tatsächlich bitten würde, wäre es vielleicht etwas anderes!) Aber das wird jetzt zu sehr OT.)
Deutsch als Familiensprache? [emoji23] Da springt er an die Decke. [emoji23]
Damit muss ich ihm gar nicht kommen. Ist auch ok für mich, schließlich leben wir in DK.
Ich glaube, er denkt, es sei ausreichend, wenn ich mit den Kindern Deutsch spreche, wenn wir alleine sind (also ich und die Kinder). Und dazu die Betreuung im deutschen KiGa und später Schule.



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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Joanna79 »

nido56 hat geschrieben:Das kenne ich Die Spanier behaupten ja immer, die Deutschen haetten keinen Humor. Ich behaupte, sie merken es nur nicht, wenn wir witzig sind ;-)
Ha! Das merke ich mir. [emoji4]
So geht es mir umgekehrt mit dem dänischen Humor, und das nach fast zehn Jahren. Der ist so ironisch, dass er mir öfter mal entgeht. [emoji17]



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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

nido56 hat geschrieben:
tania hat geschrieben: ich war sprachgewandt und wirklich lustig, frueher, auf deutsch. hier spreche ich italienisch mit dem gleichen humor wie im deutschen - nur kommt der nicht an. ich werde nicht verstanden oder die witze sind doof. das ist manchmal echt hart. ich freue mich so an meinem grossen, mit dem kann ich das inzwischen naemlich machen :D
Das kenne ich auch. Humor in Fremdsprachen ist super schwierig. Und der deutsche Humor ist schon ziemlich speziell, ziemlich ironisch und oft auf Wortspiele aufgebaut. In anderen Kulturen wird das nicht verstanden. Ich bin wegen Saetzen wie "Ich habe echt ein Talent dafuer, immer das wichtigste zu vergessen" schon sehr bloede angeschaut und gefragt worden, warum ich das fuer ein Talent halte...
danke dafuer. das hab ich so noch nie gedacht, aber haut wirklich hin! ich denk echt manchmal, ich bin bloed. bei mir kommt noch dazu, dass ich viel mit relativsaetzen spreche (klappt auf italienisch zwar prinzipiell auch, aber es faellt ihnen schwer mir zu folgen). ich werde also schlicht auch nicht verstanden.

sorry, nido, magst du dazu noch was schreiben? mein mann leidet..
@nido: meine soehne benutzen grad viel "karacho" - mein mann ist jedes mal geschockt (spricht sehr gut spanisch). wie klingt das in deinen ohren? war das bei euch schon mal thema?
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