Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Kuriburi
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Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von Kuriburi »

Hallo zusammen, ich dachte wir würden die Kurve bekommen, aber ich mache mir vermehrt Sorgen um meinen kleinen. Er ist nun 11 Wochen alt und schläft immer immer schlechter. Er hat eine Weile lang tagsüber so gute 6h im Tragetuch geschlafen und ist nachts so alle 2h wach geworden aber recht gut wieder eingeschlafen. Seit ein paar Wochen klappt das Einschlafen im Tragetuch nur unter Gebrüll. Nach 30-45 min wacht er auf aber ist noch sehr müde und weint. sonst hat er 3-4h am Stück darin geschlafen. Nachts wacht er ebenso häufig auf. Nachts hatten wir nun zwischenzeitlich auch wieder 2h Schlaf am Stück. Gestern wurde alles getoppt. Tagsüber kamen wir auf insgesamt 3,75 h Schlaf und nachts waren es höchstens 3h. Er darf nachts auf mir drauf liegend beim Stillen einschlafen. Ist aber anscheinend nicht mehr gut. Neben mir und ich stille im Liegen ist auch nichts für einen guteN Schlaf anscheinend. Er weint nicht mal mehr vor dem Einsvhlafen im Tragetuch so erschöpft ist er. :(
Laut meiner Hebamme hat er Regulationsstörungen. Nachts ist er immer gepuckt, sonst ginge gar nichts. Nun hat sie mir das ZEPP in Bremen empfohlen weil ich sie absolut übermüdet, verzweifelt und ratsuchend angerufen habe. Hat irgendjemand hier Erfahrungen damit gemacht? Ich kann mir gar nicht vorstellen wie die uns helfen könnten, aber andererseits wissen ich selber und mein Mann keinen Rat mehr. Ich bin mittlerweile genau wie unser kleiner total ausgelaugt und es schwindet die Zuversicht, dass Es sich von selber einpendeln wird. Gleichzeitig sorge ich mich sehr um ihn. Es ist in letzter Zeit alles eher noch schlimmer als besser geworden. Vielleicht hat jemand hier ähnliches erlebt und mag berichten wie es wieder bergauf ging?
Ach so, den Schnuller nimmt er nicht, am Finger nuckeln mag er auch nicht mehr. Ferderwiege findet er auch doof. Er mag überhaupt nicht auf dem Rücken liegen (da wird der Moro Reflex stark ausgelöst) und ohne Körperkontakt schlafen geht gar nicht. Mit aber auch nicht so gut. Er ist unser erstes Kind, hier ist wenig los, ich gehe nur zum spazieren gehen im Tragetuch mit ihm raus. Überreizung kann man uns daher nicht vorwerfen. Ich weiß echt nicht mehr weiter.
Liebe ratlose Grüße
Viele Grüße von Kuriburi mit Sohn (7/2016) und Sohn (09/2020)
miss_undercover
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von miss_undercover »

Hallo kuriburi,

Du klingst sehr müde und besorgt, Du Arme. Vielleicht beruhigt es Dich zu lesen dass sehr viele Babys im Alter Deines Sohnes noch Schwierigkeiten haben, sich selbst zu regulieren. Ob man dieses normale Babyverhalten als Störung definieren will, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Auch dass sich Babys mit dem Einschlafen schwerer tun und dabei mehr weinen als als minikleine Neugeborene ist absolut nicht unüblich: sie sind ja jetzt auch viel wacher und haben viel mehr zu verarbeiten.
Was aus meiner Erfahrung hilft:
1. Ruhe bewahren
Du klingst sehr gestresst und besorgt, das spürt natürlich auch dein Baby. Strahlst Du ihm gegenüber aus dass alles gut ist und dass Dir sein Weinen vor dem Einschlafen keine Sorgen macht, ist schon viel gewonnen.
2. Weinen ist nichts Schlimmes
Wir wollen unsere Kinder nicht schreien lassen, weil das grausam ist. Klar. Das Schlimme daran ist aber nicht das Weinen selbst, sondern das Alleingelassenwerden. Gehalten und geborgen können Tränen hingegen ein super Mittel zum Stressabbau sein. Wenn ein Baby im Tragetuch vorm Einschlafen weint, ist nichts daran schlimm oder verkehrt. Es verarbeitet einfach im geschützten Rahmen seine Eindrücke bevor es loslassen und einschlafen kann.
3. Die Sache mit den Schlafambulanzen
Wer verzweifelt ist, braucht Hilfe. Und so ist es klar, dass Hebammen übermüdete Eltern im Zweifelsfall an Spezialzentren überweisen. Das ZEPP in Bremen kenne ich persönlich nicht, aber ich weiß, dass in den meisten dieser Ambulanzen zu festen Rhythmen und Routinen sowie oft leider auch zum kontrollierten Schreienlassen geraten wird weil das am schnellsten die Schlaf- und Belastungssituation für die Eltern (!) verbessert. Insofern: um Rat fragen schadet nicht, aber ich würde nicht jeden Expertentipp von dort für bare Münze nehmen.
Alles Liebe für Dich!
EhMibima

Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von EhMibima »

Sind Blockaden ausgeschlossen?
nido56
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von nido56 »

Ich kenne das zepp nicht, habe aber mal aus interesse danach gegoogelt. Die arbeiten mit emotionaler erster Hilfe. Da rät dir garantiert niemand zum Schreienlassen. Da wird es wahrscheinlich in erster Linie darum gehen, dass DU lernst, besser mit der Situation umzugehen.
nido mit dem Piraten (01/2012)
samoe
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von samoe »

Nur kurz:
Mein großer Sohn konnte sich die ersten 3 Jahre (was Schlaf betraf) gar nicht selbst regulieren.
Im Alter deines Sohnes hatte er auch eine ganz schwierige Phase. Schlafen ging nur im Tuch mit gaaaaanz viel Gehopse (super, es war August und 38°C) und nachts weckte er aller 30-90 Minuten zum Stillen auf und stillte gleich durch.
Das ist also eig schon normal. Manchen Babys fällt das Schlafen und Beruhigen einfach sehr sehr schwer...

Versuche dir Entlastung zu holen und den Schlaf nicht mehr zum Zentrum deines Tages zu machen. Ich weiß, ist nicht einfach, aber meist ist das die Lösung.

LG, samoe
Mit den zwei Jungs (04/2012, 06/2015) und der kleinen Püppi (01/2018)

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Kuriburi
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von Kuriburi »

Hallo, danke für eure Antworten. Ich hoffe ich bekomme noch alles zusammen, bin gerade stillend mit Handy online. Blockaden hat er nicht, wir waren bereits mehrfach beim Osteopathen. Ich mache mir halt wirklich sorgen, weil er so wenig schläft. Jeder (auch ich) benötigt doch ein bestimmtes Maß an Schlaf. Wie bekomme ich es denn hin, es nicht mehr zum Zentrum meines Tages werden zu lassen? Dass das Schreien Stress abbaut sagte mir auch meine Hebamme. Hier ist es nur so, dass er schreit, dann einschläft und 1/2 Stunde später wieder aufwacht und untröstlich schreit. Das würde ich nicht erwarten wenn er seinen Stress abgebaut hat, oder?
Gerade tröste ich ihn mit Stillen. Ich muss halt auch mal schlafen. Das war gerade genau eine halbe Stunde bis mein Mann mit schreiendem Baby zurück kam. Entlastung holen ist sehr schwierig weil er sich von anderen sehr sehr lange unterhalten und wachhalten lässt. Dadurch schläft er noch weniger tagsüber und die Nacht wird noch schlechter. Oder er ist schon so drüber dass er nur noch weint. Ihn bei anderen im Arm weinen zu lassen (und zu wissen dass er keine Chance hat einzuschlafen) empfinde ich als falsch. Dauerstillen ist leider auch nicht DIE Lösung. Gerade Abends dockt er ständig ab und meckert/schreit dann sofort. Ich wüsste gar nicht wie die mir helfen könnten mit der Situation besser umzugehen. Die können mir ja auch keinen Schlaf schenken...
Ja, ich bin wirklich sehr müde und auch besorgt gerade. Danke für eure Anteilnahme!
Viele Grüße von Kuriburi mit Sohn (7/2016) und Sohn (09/2020)
EhMibima

Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von EhMibima »

Ich habe grad wieder gehört daß Schlafstörungen von einem Vit D Mangel kommen können. Ich hatte es auch schon mal und habe mich gewundert warum ich immer nach dem Solarium schlief wie ein Stein.(nur geweckt vom Baby)
Mamorea
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von Mamorea »

Hey, ich wünsche euch, dass es schnell besser wird!
Hast du schonmal versucht, ihn abzuhalten? Vielleicht muss er mal und reagiert da sehr extrem oder hat Bauchweh. In beiden Fällen könnte Abhalten helfen. Manche Babys wollen gar nicht in die Windel machen sondern lieber frei ausscheiden in eine Schüssel oder ähnliches. Erklärt vielleicht nicht eure extremen Probleme, aber vielleicht kann es doch helfen.
mit Schneckchen 9/14
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von Elena »

Kuriburi hat geschrieben: Ich mache mir halt wirklich sorgen, weil er so wenig schläft.
Den Punkt finde ich wichtig. Anscheinend befürchtest du gesundheitliche Probleme für dein Kind, weil es zu wenig schläft? Sprich das ruhig mal explizit bei der Hebamme oder dem Kinderarzt an, die können dich sicher beruhigen. Vielleicht hilft dir das dann schon weiter. Ich bin eben kein Fachmann, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein derartiges Schlafverhalten nachhaltige Probleme fürs Kind mit sich bringt. Für mich klingt es sehr anstrengend für die Eltern, aber noch im Rahmen dessen, was ich selbst erlebt und aus dem Freundeskreis gehört habe. Dein Baby scheint eher anstrengend zu sein, aber gesundheitliche Probleme musst du bestimmt nicht befürchten.

Wichtig finde ich aber, dass du dich gut über Wasser halten kannst. Du wirst vermutlich in den nächsten Jahren keine tiefenentspannten Monate erleben, deshalb schreibe ich "über Wasser halten". Man kann auch ohne ausreichend Schlaf dauerhaft glücklich sein, aber mit VIEL zu wenig Schlaf geht es nicht. Dann brennt irgendwann irgendwas durch. Kommt dein Mann mit dem Tragetuch zurecht oder mit einer anderen Trage? Das hat bei uns viel entlastet! Er ist mit dem Kind abends noch ein Runde um den Block gegangen, so dass ich etwas Ruhe hatte, und in Zeiten von Krankheiten haben wir uns damit abgewechselt, ein hustendes Kind nachts durch die Wohnung zu tragen.
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Re: Sorgen um Babyschlaf, Erfahrungen mit dem ZEPP?

Beitrag von februarkind16 »

Ihr Armen, das hört sich sehr anstrengend an!

Habt ihr schon mal probiert, deinen Sohn in einem eigenen Bett schlafen zu lassen? Bei euch oder auch ganz allein? Das war bei uns der Durchbruch! Ich dachte auch immer, dass ich meinen Sohn in den Schlaf begleiten muss. Das hat teils 1,5 h gedauert und sehr an den Kräften und Nerven gezehrt. Dann habe ich ein festes Abendritual eingeführt: im Bad fertig machen, auf den Arm nehmen und 2 Lieder singen (immer die gleichen) und dann alleine in sein Bett legen und raus gehen. Die ersten Abende hat er kurz aufgeweint, ich bin dann immer nach 30s-1min wieder zu ihm hin, habe ihn gestreichelt und bin wieder raus gegangen. Nach spätestens 5 min war immer Schluss (sonst 1,5 h schlimmstes Gebrüll!). Nach wenigen Abenden hat er sofort ohne Weinen die Augen zu gemacht und ist eingeschlafen :-). Er braucht absolute Ruhe zum Einschlafen, sobald einer mit im Zimmer ist, schläft er nicht ein.

Und: es wird ja immer die Rücklage wegen des plötzlichen Kindstods empfohlen. Nach 4 schrecklichen Wochen, weil der Kleine so schlecht geschlafen hat, hat mein Mann ihn einfach auf den Bauch gedreht - und schon war es viel besser.
Auch heute, wo er 19 Monate ist, schläft er nur auf dem Bauch.
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